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Bowling Online - Sozialkapital im Internet

Titel: Bowling Online - Sozialkapital im Internet

Seminararbeit , 2010 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sophia von Berg (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Robert D. Putnam beschreibt in seinem oft zitierten Buch „Bowling Alone“ die hohe Bedeutung des Sozialkapitals sowohl für den Einzelnen als auch für das Gemeinwohl. Schon im Titel seiner Arbeit klingt der von ihm konstatierte und bedauerte Rückgang an sozial bedeutsamen, gemeinsam ausgeübten Tätigkeiten an. Es liegt nahe, zu diesem Problemkomplex einmal näher die seit einigen Jahren rasant anwachsenden Sozialstrukturen des Internets zu betrachten. Bedeutet „Bowling Online“ auch „Bowling Alone“? Die vorliegende Arbeit geht daher der Frage nach, ob und gegebenenfalls in welcher Weise die Infrastruktur des Internets mit ihren verschiedensten Kommunikations- und Interaktionskanälen das soziale Kapital von
Individuen beeinflusst.
Dazu wird zunächst ein umfassender Überblick zur Sozialkapitaltheorie Putnams gegeben und auf Basis weiterer netzwerktheoretischer Ansätze eine dieser Arbeit zu Grunde gelegte Sozialkapital-Definition formuliert. Auf die Analyse aktueller Nutzerzahlen zum Internet folgt eine Darstellung spezifischer Online-Anwendungen unter Prüfung ihrer kommunikations- und interaktionsrelevanten Merkmale. Eine nähere Betrachtung der Besonderheiten von sozialen Beziehungen, Communities und Netzwerken im Internet knüpft an diese Ausführungen an und beleuchtet die zentralen Elemente der Online-Kommunikation, die sie von Formen der
Offline-Kommunikation abgrenzen. Abschließend werden die im theoretischen Teil der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse unter Bezugnahme auf die einleitende Fragestellung anhand
aktueller empirischer Studien untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sozialkapital – Definitionen und Formen

3 Sozialkapital Online

3.1 Die Relevanz des Internets für die Kommunikation und Interaktion zwischen Individuen

3.2 Die Besonderheiten sozialer Beziehungen, Communities und Netzwerke im Internet

4 Empirischer Überblick: Welche Beeinflussungsmechanismen sind im Bezug auf das soziale Kapital von Individuen allgemein auf die Internetnutzung oder speziell auf die Nutzung von Online-Anwendungen zurückzuführen?

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Infrastruktur des Internets sowie die Nutzung verschiedener Online-Anwendungen das soziale Kapital von Individuen beeinflussen und ob sich dadurch die Bildung und Pflege sozialer Beziehungen und Netzwerke verändert.

  • Grundlagen der Sozialkapitaltheorie (nach Putnam, Bourdieu, Coleman)
  • Analyse der Relevanz des Internets für moderne Kommunikationsstrukturen
  • Differenzierung von Online-Anwendungen und Social Software
  • Empirische Untersuchung von Korrelationen zwischen Internetnutzung und Sozialkapital

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Besonderheiten sozialer Beziehungen, Communities und Netzwerke im Internet

Das Internet schafft Voraussetzungen, die den sozialen Online-Beziehungen in ihrer Entstehung und ihren Merkmalen Alleinstellungscharakter verleihen. Interaktion und Kommunikation im Internet sind weder räumlich noch zeitlich beschränkt, Individuen können in der Geborgenheit ihres vertrauten Umfelds, aber oftmals anonym daran teilnehmen und den zeitlichen Rahmen ihrer Teilnahme selbst bestimmen. Ausganspunkt für die Bildung einer sozialen Online-Beziehung ist zumeist die textbasierte asynchrone Kommunikation, welche nicht unter Kopräsenz der Individuen stattfindet. Die Attraktivität oder andere physische Merkmale einer Person entfallen als Kriterium für die Wahl des Kommunikationspartners, auch der sozioökonomische Status ist im Regelfall nicht erkennbar. Das Fundament einer im Internet geknüpften Beziehung setzt sich daher nicht aus gemeinsamen physischen oder sozialen Charakteristiken zusammen, meist entsteht es durch gemeinsam geteilte Interessen.

Die Aufhebung geografischer und sozialer Barrieren erschafft eine egalitäre Infrastruktur, welche insbesondere den Zugang zu „weak ties“ und den dieser Beziehungsform inkorporierten Ressourcen erleichtern kann. Die Aufrechterhaltung dieser sozialen Beziehungen ist auch über weite Distanzen hinweg unter Zuhilfenahme der Interaktions- und Kommunikationskanäle des Internets mit nur geringen Transaktionskosten verbunden, jedoch können sich Individuen auch ebenso schnell ihrem Kommunikationspartner entziehen, oder die aufgebaute Beziehung gänzlich fallen lassen. An dieser Stelle muss betont werden, dass nur ein kleiner Teil der Internetnutzer gezielt auf die Bildung neuer, ausschließlich web-basierter Beziehungen fokussiert ist. Soziale Beziehungen entstehen jedoch in vielen Fällen als Nebenprodukt der Interaktion und Kommunikation in Online-Communities. Den Mitgliedern von Online-Communities wird allein durch ihren Beitritt ein Pool an potenziellen Kontakten und Ressourcen geboten, dessen Bildung außerhalb des Internets mit einem hohen Aufwand verknüpft wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz von Putnams Sozialkapital-Konzept vor und formuliert die zentrale Fragestellung, wie die Internet-Infrastruktur die Bildung von Sozialkapital beeinflusst.

2 Sozialkapital – Definitionen und Formen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Sozialkapitals durch die Ansätze von Putnam, Bourdieu und Coleman sowie netzwerktheoretische Perspektiven wie die von Burt und Lin.

3 Sozialkapital Online: Hier werden die Rolle des Internets als Kommunikationsmedium sowie die spezifischen Merkmale von Social Software, Online-Communities und sozialen Online-Netzwerken für die Beziehungsbildung analysiert.

4 Empirischer Überblick: Welche Beeinflussungsmechanismen sind im Bezug auf das soziale Kapital von Individuen allgemein auf die Internetnutzung oder speziell auf die Nutzung von Online-Anwendungen zurückzuführen?: Dieser Teil fasst aktuelle empirische Studien zusammen, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Formen der Internetnutzung und den Indikatoren für Sozialkapital untersuchen.

5 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und bestätigt einen tendenziell positiven Einfluss des Internets auf die Sozialkapitalbildung, unter Berücksichtigung der Differenzierung von bindendem und brückenbildendem Sozialkapital.

Schlüsselwörter

Sozialkapital, Internetnutzung, Social Software, Online-Communities, soziale Netzwerke, Putnam, bonding, bridging, schwache Bindungen, starke Bindungen, Kommunikation, Interaktion, Online-Beziehungen, soziale Struktur, empirische Studien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Internet und seine verschiedenen Anwendungen das soziale Kapital von Menschen beeinflussen und verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die klassische Sozialkapitaltheorie, die Struktur des Internets als Interaktionsraum und die Analyse aktueller empirischer Studien zur Internetnutzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, ob und in welcher Weise die Internet-Infrastruktur die Bildung und Pflege von sozialen Beziehungen sowie das damit verbundene Sozialkapital beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender Literatur und eine vergleichende Analyse aktueller empirischer Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Definitionen von Sozialkapital geklärt, danach die Rolle der "Social Software" beschrieben und abschließend empirische Ergebnisse zur Nutzung dieser Dienste diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialkapital, Internetnutzung, Social Software, Online-Communities sowie die Unterscheidung zwischen bindendem und brückenbildendem Sozialkapital.

Welche Bedeutung haben "weak ties" im Kontext des Internets?

Dem Internet wird eine egalitäre Infrastruktur zugeschrieben, die den Zugang zu "weak ties" (schwachen Bindungen) und den darin enthaltenen Ressourcen erheblich erleichtert.

Welchen Einfluss hat die "Verdrängungsthese" auf die Ergebnisse?

Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Zunahme der Internetnutzung mit einer Abnahme der Offline-Sozialkontakte einhergehen kann, was als Verdrängungseffekt diskutiert wird.

Was zeichnet die Studie von Steinfield, Ellison und Lampe aus?

Diese Längsschnittstudie zeigt eine klare kausale Tendenz auf, dass die Facebook-Nutzung direkt zur Zunahme von brückenbildendem Sozialkapital bei Studierenden führt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bowling Online - Sozialkapital im Internet
Hochschule
Universität zu Köln  (Seminar für Sozialpolitik)
Veranstaltung
Hauptseminar Sozialpolitik
Note
1,3
Autor
Sophia von Berg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V194506
ISBN (eBook)
9783656197898
ISBN (Buch)
9783656208983
Sprache
Deutsch
Schlagworte
social capital Sozialkapital Putnam Bowling Alone Communities Netzwerke soziale Beziehungen Social Software Soziale Online-Netzwerke Online-Anwendungen Netzwerktheorie Online-Kommunikation Coleman Bourdieu Burt strong ties Netzwerkbildung Sozialkapitalbildung Online-Communities Internet Facebook soziale Netzwerke weak ties Social Networks soziales Kapital
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
Sophia von Berg (Autor:in), 2010, Bowling Online - Sozialkapital im Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194506
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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