In einer Zeit wo Ronald Mc Donald bekannter ist als der Bundespräsident Franz
Beckenbauer als Kaiser von Deutschland gefeiert wird und junge Menschen sich
mehr für Dieter Bohlen`s Memoiren als für Goethes Faust interessieren, klingt
es fast absurd zu fragen, wer Aristoteles war. Oder nicht? Die Überraschung ist
groß, denn selbst in unserer Spaßgesellschaft findet der große Meister noch
einen Platz. Als „griechischer Gelehrter“ wird er am häufigsten bezeichnet.
Irgendwas mit Ethik und Philosophie habe er zu tun. Das stimmt, ist aber bei
weitem nicht alles.
Aristoteles gebührt selbst im Kreis der großen Denker ein besonderer Rang. Die
Spätantike spricht sogar vom „göttlichen“ Aristoteles. Der Schüler Platons und
spätere Erzieher von Alexander dem Großen, gilt neben seinem Lehrmeister als
einflussreichster Denker der abendländischen Geistesgeschichte. Neben
brillanten Schriften zur Ehtik und Methaphysik, beeinflusst Aristoteles mit seiner
politischen Philosophie die Nachwelt fortwährend. Die Politik ist das Hauptwerk
seiner politischen Philosophie. Nicht aus einem Guss, sondern über mehrere
Jahrzehnte hinweg, vollzieht Aristoteles politische Untersuchungen und fasst sie
zu einem Werk zusammen. Er definiert die Grundlagen verschiedener Arten von
Herrschaft, ihre Möglichkeiten, Strukturen und Gefährdungen, um dann seine
ideale Polis zu bestimmen.
Diese Arbeit wird sich hauptsächlich der Politik widmen. Zunächst soll mit Hilfe
des Polisbegriffes die aristotelischen Staatsvorstellungen und deren Ziele
erläutert werden. Im Vordergrund steht dabei immer die Frage: Was ist für
einen Menschen die beste Art zu leben und was sind die besten politischen
Einrichtungen? Dabei wird neben Untersuchungen von möglichen Verfassungen
vor allem das siebte und achte Buch aus dem Gesamtwerk Politik im
Vordergrund stehen. Der erzieherische Aspekt, sowie der Bürgerbegriff sind
maßgebend für die Analysen. Andere Aspekte, wie die Beschaffenheit des
Staates, werden in dieser Arbeit nicht besprochen. Ein kurzer Schwenk in die
Gegenwart soll Aristoteles Ideen in ihrer Beständigkeit und Relevanz
abschließend beleuchten.
Die zu Rate gezogene Sekundärliteratur ist komplett deutschsprachig und als
neuzeitlich, modern einzustufen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die aristotelische Polis
- Zu Aufbau und Zweck - Staatszielbestimmungen
- Zur Verfassung- Möglichkeiten der Staatsregelung
- Aristoteles Idealstaatsgedanke
- Zur Tugend
- Zur Verfassung
- Zum Bürger
- Zur Erziehung
- Aristoteles heute
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Aristoteles' Polisgedanken und dessen Relevanz für die Gegenwart. Sie untersucht die aristotelische Staatsvorstellung, deren Ziele und die Frage nach der besten Lebensform für den Menschen. Dabei steht das siebte und achte Buch aus Aristoteles' "Politik" im Vordergrund, insbesondere der erzieherische Aspekt und der Bürgerbegriff. Die Arbeit analysiert auch die Beständigkeit und Relevanz von Aristoteles' Ideen in der heutigen Zeit.
- Aristoteles' Polisgedanke als naturgegebener Raum für die Selbstverwirklichung des Menschen
- Die Staatszielbestimmung der eudämonie (Glückseeligkeit) als höchstes Gut
- Die Rolle der Tugend und der Verfassung in Aristoteles' Idealstaatsgedanke
- Der erzieherische Aspekt und der Bürgerbegriff als zentrale Elemente der aristotelischen Politik
- Die Beständigkeit und Relevanz von Aristoteles' Ideen in der Gegenwart
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Relevanz von Aristoteles' Denken in der heutigen Zeit dar und gibt einen Überblick über die Arbeit.
Die aristotelische Polis
Dieses Kapitel untersucht die aristotelische Polis als naturgegebene Gemeinschaft, die dem Menschen die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung bietet. Es werden die Staatszielbestimmungen erläutert, insbesondere die Bedeutung der eudämonie (Glückseeligkeit) als höchstes Gut, das durch Teilhabe aller erreicht werden kann. Die Kapitel analysiert die Struktur der Polis und die verschiedenen Formen der Staatsregelung.
Aristoteles Idealstaatsgedanke
In diesem Kapitel werden die Kernelemente von Aristoteles' Idealstaatsgedanke vorgestellt. Es werden die Bedeutung der Tugend, die Verfassung, der Bürger und die Erziehung im Rahmen der Staatsgestaltung beleuchtet.
Aristoteles heute
Dieses Kapitel widmet sich der Analyse der Beständigkeit und Relevanz von Aristoteles' Ideen in der heutigen Zeit.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Polis, zoon politikon, eudämonie, Glückseeligkeit, Tugend, Verfassung, Bürger, Erziehung, Selbstverwirklichung, Staatszielbestimmung, Staatsregelung, Politik, Gegenwart.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Aristoteles unter dem Begriff der Polis?
Die Polis ist für Aristoteles eine naturgegebene Gemeinschaft, die den notwendigen Raum für die Selbstverwirklichung des Menschen bietet. Sie ist die höchste Form der Gemeinschaft, die auf das gute Leben abzielt.
Was ist das höchste Ziel des Staates laut Aristoteles?
Das Staatsziel ist die Eudämonie, oft als Glückseligkeit übersetzt. Es handelt sich dabei um das höchste Gut, das durch die Teilhabe aller Bürger am politischen und tugendhaften Leben erreicht werden soll.
Welche Rolle spielt die Tugend in Aristoteles' Idealstaat?
Tugend ist eine zentrale Voraussetzung für das Erreichen der Glückseligkeit. Der Idealstaat muss so verfasst sein, dass er die Bürger zur Tugend anhält und ihnen ermöglicht, ein tugendhaftes Leben zu führen.
Wie definiert Aristoteles den Bürgerbegriff?
Ein Bürger zeichnet sich nach Aristoteles vor allem durch die aktive Teilnahme an der Rechtsprechung und der Regierung der Polis aus. Nicht jeder Bewohner eines Staates gilt automatisch als Bürger.
Warum ist Erziehung in der politischen Philosophie des Aristoteles so wichtig?
Die Erziehung dient dazu, die Bürger auf ihre Aufgaben in der Polis vorzubereiten und sie zu einem Leben gemäß der Tugend und der jeweiligen Verfassung zu befähigen.
Sind die Ideen von Aristoteles heute noch relevant?
Ja, Aristoteles' Untersuchungen zu Verfassungsformen, Bürgerrechten und dem Zweck politischer Gemeinschaften beeinflussen die moderne politische Theorie und die Ethik bis heute maßgeblich.
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- Melanie Henze (Author), 2003, Aristoteles` Polisgedanke, die Suche nach dem besten Leben und ein Blick in die Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19451