„Lege deinem Kind einen Namen zu, der ihn in seinen eigenen Augen ehrt.“ 1
Schon im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung schienen sich die Menschen Gedanken um den Klang und die Bedeutung der Namen zu machen, die sie ihren Kindern gaben, wie dieses überlieferte Zitat des griechischen Philosophen Platon zeigt. Auch noch heute ist die Auswahl des Namens ein bedeutendes Thema – sogar für die Juristik.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Namenrechtes in Frankreich bezüglich der Personennamen.
Nach einer Erklärung über die Arten und die Funktionen von Personennamen in der Gesellschaft, werden die französischen Gesetze zum Namenrecht dargerstellt und erklärt. Im Anschluss wird das Für und Wider der gesetzlichen Regelungen über Namensvergabe und Namensänderung diskutiert, um die Notwendigkeit derartiger Gesetze innerhalb eines Staates einzuschätzen. Danach werden einige zusammenfassende Schlussbemerkungen folgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Namensfunktionen und -Arten
2.1. Funktionen von Namen
2.1.1. Identifizierung
2.1.2. Konnotation
2.2. Namensarten (im juristischen Sinne)
2.3. Struktur von Personennamen
2.3.1. Vornamen
2.3.2. Nachnamen
2.3.3. Namenszusätze
3. Der Personenname im Recht
4. Das französische Recht bezüglich von Personennamen
4.1. Das Namenrecht nach der Französischen Revolution
4.1.1. Gesetze zur Vergabe von Namen
4.1.2. Gesetze zur Namensänderung
4.2. Das aktuelle Namenrecht
4.2.1. Vergabe von Vornamen
4.2.2. Der Familienname
4.2.3. Namensänderung
4.2.4. Namenszusätze
4.2.4.1. Das Pseudonym
4.2.4.2. Adelstitel
5. Vor- und Nachteile des Namenrechtes
6. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das französische Namenrecht unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung seit der Französischen Revolution sowie der aktuellen gesetzlichen Regelungen, um die Notwendigkeit und Wirksamkeit staatlicher Vorgaben bei der Namensvergabe und Namensänderung zu analysieren.
- Grundlagen der Namensfunktionen und -arten
- Struktur von Personennamen
- Historische Gesetzgebung zum Namensrecht in Frankreich
- Aktuelle Bestimmungen zur Vergabe von Vornamen und Familiennamen
- Vor- und Nachteile der gesetzlichen Reglementierung
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Gesetze zur Vergabe von Namen
Nach der französischen Revolution wurden mehrere Gesetze bezüglich der Namen von Personen verabschiedet. Eines davon stellt das Loi du 11 germinal an XI (Gesetz vom 1. April 1803) dar:
(…)les noms en usage dans les différents calendriers, et ceux des personnages connus dans l’histoire ancienne pourront seuls être reçus, comme prénoms, sur les registres destinés à constater la naissance des enfants; et il est interdit aux officiers publics d’en admettre aucun autre dans leurs actes.15
Mit diesem Gesetz wurde die Freiheit bei der Vergabe von Personennamen stark eingeschränkt. Es durften ausschließlich Namen vergeben werden, die in den gebräuchlichen Kalendern vorkamen oder aus der Geschichte bekannt waren. Den Staatsdienern wurde außerdem untersagt, andere Namen als diese zu erlauben und in den Geburtsurkunden zu vermerken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema des französischen Namenrechts und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.
2. Namensfunktionen und -Arten: Erläuterung der Identifizierungs- und Konnotationsfunktion von Namen sowie eine Einordnung der verschiedenen Namensarten und deren Struktur.
3. Der Personenname im Recht: Betrachtung der rechtlichen Relevanz von Namen als Identifikationsmittel und deren Verknüpfung mit dem Familienrecht.
4. Das französische Recht bezüglich von Personennamen: Analyse der historischen Gesetzgebung seit der Französischen Revolution sowie der aktuellen Regelungen im französischen Code Civil.
5. Vor- und Nachteile des Namenrechtes: Abwägung der Vor- und Nachteile der staatlichen Regulierungen bei der Namensgebung und Namensänderung im französischen Rechtssystem.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Einschätzung des französischen Namenrechts als notwendiges und gut durchdachtes Instrument trotz kleiner Mängel.
Schlüsselwörter
Namenrecht, Frankreich, Familienname, Vorname, Namensänderung, Namensvergabe, Code Civil, Identifizierung, Pseudonym, Adelstitel, Rechtsgeschichte, Namenszusätze, Personenname, Namensführung, Geburtsurkunde
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Regelung von Personennamen in Frankreich, angefangen von historischen Gesetzen nach der Französischen Revolution bis hin zur aktuellen Rechtslage.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Funktionen von Namen, die Struktur von Vor- und Familiennamen sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Namensvergabe, Namensänderung und Namenszusätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Notwendigkeit staatlicher Gesetze zur Namensführung zu hinterfragen und das Für und Wider der französischen Regelungen zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der rechtliche Texte und historische Gesetzestexte zum französischen Namen- und Familienrecht ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Onomastik, die Analyse historischer Dekrete und die detaillierte Darstellung aktueller Bestimmungen des Code Civil sowie deren Vor- und Nachteile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Namensvergabe, Code Civil, Familienrecht, Namensänderung und die rechtliche Identifizierung von Bürgern geprägt.
Was besagt das Loi du 11 germinal an XI?
Dieses historische Gesetz schränkte die Freiheit bei der Namenswahl stark ein, indem nur Namen aus gebräuchlichen Kalendern oder der antiken Geschichte als Vornamen zugelassen wurden.
Warum ist das Thema der Namensänderung so relevant?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Möglichkeit der Namensänderung als notwendiger Korrekturmechanismus dient, um den Träger vor unangemessenen Namen oder dem Aussterben eines Familiennamens zu schützen.
Welche Rolle spielen Namenszusätze wie Pseudonyme oder Adelstitel?
Die Arbeit erläutert, dass diese gesetzlich geregelt sind, wobei Pseudonyme oft an bestimmte Berufsgruppen gebunden sind und Adelstitel in Frankreich einer gerichtlichen Prüfung unterliegen.
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- Almut Beyersdorf (Author), 2010, Französisches Namenrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194585