Buch vs. E-Book

E-Book-Reader als neue Schulbücher?


Hausarbeit, 2012

33 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Buch vs. E-Book-Reader
2.1. Kleine Geschichte des Buches
2.2. Neue Buchform: E-Book
2.3. Vor- und Nachteile des E-Books gegenuber dem gedruckten Buch

3. E-Book-Reader in der Schule
3.1. Moglichkeiten der Einbindung in den Unterricht
3.2. Beispiele fur den Einsatz von E-Books

4. Umfrageauswertung
4.1. Eckdaten der Umfrage
4.2. Einstellung der Befragten gegenuber E-Book-Readern und Buchern
4.3. Kenntnisse uber E-Book-Reader
4.4. Haltung der Befragten zu Moglichkeiten der Verwendung im Schulunterricht

5. Resumee

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

„Reading on paper is so much a part of our lives that it is hard to imagine anything could ever replace inky marks on shredded trees.”[1]Mit dieser Aussage fasst Bill Gates die Meinung vieler Menschen zusammen, die dem neuen Buchformat, dem E-Book, kritisch gegenuber stehen. Man hat sich an das gedruckte Buch, das seit Gutenberg nicht mehr aus den Regalen wegzudenken ist, so sehr gewohnt, dass ein digitales Format fur viele nicht denselben asthetischen Wert mitbringt. Bei dem Buch geht es fur viele Menschen um mehr als nur den Inhalt, doch die Technologie hat sich weiterentwickelt und E-Books gewinnen an Ruckhalt.

Diese Hausarbeit hat sich zur Aufgabe gemacht, das Medium E-Book naher zu beleuchten und auch die Vor- und Nachteile heranzuziehen. Am Anfang soll ein kurzer historischer Uberblick des Buches stehen, der den Weg uber das uns bekannte Buch bis hin zum E-Book nachzeichnet. Insbesondere sollen hier auch empirische Daten die Resonanz zu E-Books widerspiegeln. Hierfur wurden vor allem Statistiken der Gesellschaft fur Konsumforschung (GfK) herangezogen, um folgenden Fragen nachzugehen: Welche Chancen hat das neue Format? Kann es das klassische Buch verdrangen?

Letztere Frage stellt sich unter anderem auch in der Bildung. Neue technische Gerate ziehen in die Klassenraume ein, die Schuler/innen zeigen grofies Interesse, wenn es um den Einsatz von PCs oder anderen moderne Medien im Unterricht geht. Und auch zu Hause sind die Schuler/innen von heute in Bezug auf neue technische Gerate sehr bewandert. Damit der Schulunterricht nicht hinterher lauft und modern und interessant bleibt, wurden stets neue Medien herangezogen. Nicht zuletzt findet sich in den letzten Jahren in nahezu jeder Schule ein Smartboard, welches die Tafel ersetzen soll. Wie sieht es da mit den Schulbuchern aus? Konnen sie von E-Book-Readern ersetzt werden? Uber die Aussichten der Verwendung von E-Book-Readern im Unterricht wird Kapitel 3 einige Einsatzmoglichkeiten diskutieren, wobei die genannten Punkte nicht den Anspruch auf Vollstandigkeit erheben. Sicherlich gibt es noch viele kreative Lehrer, die den Einsatz von E-Book-Readern gekonnt umsetzen und neue Moglichkeiten der Einbindung finden.

Der letzte Teil dieser Arbeit wird sich der Auswertung einer Umfrage widmen, die sich vor allem mit der Verbreitung und Kenntnis uber E-Book-Readern befasst. Dabei wurden die Umfrageteilnehmer aber auch nach den Chancen in der Schule befragt. Aufschlussreich wird hier vor allem auch die Einstellung der Schuler/innen sein, welche den Fragebogen beantwortet haben.

AbschlieBend wird versucht, die Zukunft von E-Books und ihren Einsatz in Schulen zu prognostizieren, womit Ansatze fur tiefergreifendere Untersuchungen geschaffen werden sollen.

2. Buch vs. E-Book-Reader

2.1. Kleine Geschichte des Buches

Ein „Buch ist ein geschriebenes oder gedrucktes Werk, das aus mehreren zu einer Ganzheit verbundenen Blattern oder Bogen besteht. Der Begriff Buch stammt von Buche, auf deren Rinde in Germanien zunachst geschrieben wurde. Im weitesten Sinne wird er auch auf die in der Antike verwendeten Schriftrollen angewandt.“ Das Buch war immer ein Leitmedium unserer Kultur, auch wenn Massenmedien wie Fernsehen und Internet ihm groBe Konkurrenz machten. Es ist ein Ausdruck von Kultur, Uberlieferer und Vermittler von geistigen Inhalten. Fruher waren Bucher hauptsachlich Abschriften von Bibeln und anderen kirchlichen Texten sowie juristischen Texten. Wenn man heute an das Medium Buch denkt, sticht vor allem auch der Aspekt der Unterhaltung in den Vordergrund; den groBten Anteil am Buchmarkt haben jedoch Fach- und Sachliteratur.3

Das Buch, wie wir es kennen, existiert erst seit der von Johannes Gutenberg entwickelten Drucktechnik im 15. Jahrhundert. Doch auch vor dem Druck mit beweglichen Lettern gab es Formen, Wissen festzuhalten: Dies geschah vorwiegend handschriftlich auf Metallblech, Holz, Blattern oder Bast. Auch auf Leinen konnte Gedankengut festgehalten werden. Nicht zu vergessen sind naturlich Papyrus und Pergament. Die wichtigsten Buchformen der griechisch-romischen Antike waren die Buchrolle und der Kodex, die „Massenmedien“ jener Zeit. Die Bucherrollen bestanden aus einem Papyrusbogen, der um einen Elfenbein- oder Holzstab gewickelt wurde. Auf[2][3]den Bogen befanden sich Kolumnen, die den heutigen Seiten entsprechen. Diese wurden nebeneinander angeordnet und um sie zu lesen, musste man die Buchrolle seitlich abrollen. Die langste Papyrusrolle befindet sich heute im Britischen Museum in London, welche eine Lange von 40,5 Metern vorweist. Aufgrund der geringen Haltbarkeit der Papyrusrollen wurden ab dem 3./4. Jahrhundert Pergament verwendet. Neben der Buchrolle existierte seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. der Kodex, ein Vorlaufer des Buches, der aus zwischen zwei Deckeln zusammengehefteten Holztafelchen bestand. Spater wurden dann Papyrusbogen in der Mitte gefaltet und vernaht. Ziegen- oder Schafsleder dienten als Einband und schutzen die Schriftstucke. Ein Vorteil gegenuber der ungeschutzten Form der Buchrolle. Der spatantike Kodex ist der heutigen Buchform sehr ahnlich und bereitete den Weg fur das mittelalterliche, neuzeitliche und moderne Buch des 20. Jahrhunderts. Ein entscheidender Vorteil hatte der Kodex im Vergleich zur Buchrolle: Das lastige Einrollen war nun nicht mehr notig, das Lesen wurde durch das einfach Umblattern erleichtert und der Transport eines Kodex gestaltete sich unkomplizierter. Hinzu kam, dass die Herstellung der Buchrollen kostspieliger war. Seither ist der Kodex die seit Jahrhunderten bestehende Buchform, welche bis heute die fuhrende Gestalt schriftlicher Aufzeichnungen und Verbreitung ist.[4]

Waren da nicht die neuesten Entwicklungen auf dem Buchmarkt: Elektronische Formate wie das E-Book beginnen, dem klassischen Buch Konkurrenz zu machen. Diese soll im Folgenden naher betrachtet und vorgestellt werden. Fakten und der aktuelle Stand der E-Books und der Abspielgerate, die E-Book-Reader, sowie die Vor- und Nachteile gegenuber einem Buch sollen beleuchtet werden.

2.2. Neue Buchform: E-Book

Das E-Book (von engl.: electronic book) stellt eine digitale Form des klassischen Buches dar, womit nicht alle digitalen Texte gleich E-Books sind. Der Aufbau ahnelt dabei stark dem Buch, z.B. durch die Angabe der Seitenzahlen und eines Inhaltsverzeichnisses. E-Books mussen nicht gezwungenermafien von einem gedruckten Buch „abstammen“, es existieren auch E-Books, die ausschliefilich als ein solches publiziert wurden. Die Geschichte des E-Books beginnt etwa in den 1990er Jahren. Der US-amerikanische Verlag O’Reilly Media Inc. ist einer der ersten, die sich diesem Format annahmen. Sie veroffentlichten die CD Bookshelfs, eine aus einer Printversion und einer CD-Rom mit sieben Buchvolltexten zum gleichen Thema bestehenden Kombination.[5]

Die heutigen E-Books konnen in verschiedenen Formaten erworben werden, z.B. das AZW-Format (Kindle), das LIT-Format (Microsoft-Reader), das MBP-Format (Mobipocket- und Palm-Reader), das Open-E-Book-Format oder auch das PDF-Format. Die Dateien nehmen wenig Speicherplatz ein, was eine Speicherung von zahlreichen E­Books auf einem Lesegerat erlaubt. Wenn man die Dateien nicht auf dem heimischen PC oder Laptop lesen mochte, benotigt man ein portables Lesegerat wie die E-Book- Reader. Aber auch PDAs (Personal Digital Assistant), Tablets und Smartphones lassen sich zum Lesen der E-Books verwenden. Bei der Auswahl des richtigen Lesegerates spielen naturlich Kosten und Bildschirmgrofie eine Rolle. E-Book-Reader sind handlich und leicht, zudem wirkt sich die E-Ink-Technologie[6]positiv auf Lesekomfort und Akkulaufzeit aus.[7] hat sich unter anderem der Kindle von Amazon, der laut der Internetplattform das meistverkaufte Produkt auf ihrer Webseite ist8. Mittlerweile ist er fur gerade 99€ zu haben, was das Lesen mit dem E-Book-Reader tatsachlich erschwinglich macht. Amazon verkundete Ende 2010 sogar, dass der Verkauf von E-Books den von gedruckten Buchern uberstiegen habe. Auf 100 Hardcover-Bucher kamen 143 E-Books. Allerdings sind hier Taschenbucher und gebrauchte Bucher nicht mit einbezogen.[9]

Aktuell besitzt der iBookstore von Apple mit 29% den grofiten Anteil am Verkauf der elektronischen Bucher. Thalia und Amazon folgen mit 19% und 12%.[10]Sehr aufschlussreich uber den Verkauf und die Verbreitung von E-Books informiert zudem eine Studie, die Texttunes in Zusammenarbeit mit Thalia und der GfK im Jahre 2011 veroffentlicht hat. Zusammengefasst haben sie ihre Ergebnisse in einem Poster[11]. Laut der Statistik sollen 2009 nur 830.000 E-Books verkauft worden sein, 2010 1,86 Millionen, fur 2011 wurden zunachst 3,72 Millionen prognostiziert und in diesem Jahr sollen es schon 7,03 Millionen sein. Die E-Book-Verkaufe sollen sich also bis 2012 beinahe vervierfachen. Nach dem abgelaufenen Jahr 2011 kann jedoch festgehalten werden, dass der Wert von 3,72 Millionen verkaufter E-Books nicht ganz erfullt wurden, wenn der Anteil der Verkaufe nicht im zweiten Halbjahr von 2011 stark gestiegen ist. Im ersten Halbjahr von 2011 wurden namlich nur 1,4 Millionen E-Books verkauft[12]. Das Poster zeigt auberdem den Marktanteil der E-Books in Deutschland im Vergleich zu den USA. 2010 betrug der US-amerikanische Marktanteil ganze 8,3%, in Deutschland hingegen waren es nur 0,4%. Daraus ergibt sich ein Umsatz von 327 Millionen Euro in den USA und 21,2 Millionen in Deutschland. Eine betrachtliche Summe, jedoch steht das klassische Buch immer noch in der Gunst der Leser. Auffallig ist auberdem, dass von 437 befragten Verlagen nur 54% angeben, dass der E-Book- Reader sich als Lesegerat durchsetzten werde. Die Mehrheit von 83% der Verlage glaubt, dass sich Tablets als das Endgerat erweisen werden. Die E-Book-Reader bzw. E-Books haben laut dieses Posters folgende entscheidende Vorteile: Mobilitat, Platzersparnis, schnelle Verfugbarkeit, Umweltfreundlichkeit, geringes Gewicht und die Veranderbarkeit der Schriftgrobe[13].

Doch auch kostenlose E-Books sind auf dem Markt verfugbar, was ein absolutes Plus im Vergleich zu herkommlichen Buchern darstellt. Nicht-kommerzielle Anbieter wie das Project Gutenberg[14]und Free-eBooks stellen E-Books zur Verfugung, bei denen das Copyright erloschen ist. Hier ist auch eine grobe Anzahl von deutschsprachigen Buchern zu finden. Zudem existiert ein deutsches Pendant[15]zum amerikanischen Gutenberg Project, bei dem man allerdings nicht die Moglichkeit hat, die digitalisierten Texte auf ein Lesegerat zu ubertragen. Hierbei konnen die Texte nur uber den Browser gelesen oder ausgedruckt werden.[16]

2.3. Vor- und Nachteile des E-Books gegenuber dem gedruckten Buch

Wie oben bereits erlautert, weist das E-Book einige Vorteile gegenuber dem gedruckten Buch auf. Die Pros und Contras sollen hier nun diskutiert werden.

Zuerst zu den Vorteilen: Unumstritten bleibt die Moglichkeit, Bucher platzsparend und papierlos zu archivieren. Wer eine grofie Anzahl von Buchern liest und nicht nur gelegentlich in ein Buch schaut, wird die Anschaffung von E-Books im Ausmafi seines Bucherregals bemerken. Zudem verfugen die meisten E-Book-Reader bereits uber Funkverbindungen, wodurch E-Books in weniger als einer Minute heruntergeladen werden konnen. Der sofortige Zugriff auf bestimmte Buchinhalte ist ein Plus, welches das gedruckte Buch nicht wett machen kann. Dafur muss ein Leser in eine Bucherei, Bibliothek oder es im Internet bestellen. Hinzu tritt die Moglichkeit, die digitalen Texte nach bestimmten Textstellen oder Wortern mithilfe einer Suchfunktion zu durchforschen. Fur wissenschaftliches Arbeiten oder auch fur Enzyklopadien, Lexika und Worterbuchern ist dies ein zeitsparender Aspekt, der vermuten lasst, dass das E­Book zumindest in den genannten Kategorien den Durchbruch haben wird. Diese Textstellen konnen anschliefiend mit einer Notiz- und Markierungsfunktion kenntlich gemacht werden, welche viele E-Book-Reader bereits mitbringen[17]. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle auch das oben bereits erwahnte kostenlose Downloaden von copyright-freien Texten aus dem Internet.

Negativ gegenuber dem gedruckten Buch aufiern sich folgende Punkte: Da sich die Vertreiber der E-Books noch nicht einig uber ein standardisiertes Format sind, ist es haufig schwierig gekaufte E-Books auf anderen Geraten zu speichern und zu lesen, wenn nicht sogar ein digitales Rechtemanagement (DRM) die Datei an eine Hardware bindet18. Dahingegen benotigt ein Buch erst gar kein bestimmtes Format oder eine Technik, um es lesen zu konnen. Es ist schlicht, praktikabel und einfach in der Handhabung. Ein Absturzen ist nicht zu befurchten, da es auch nicht so empfindlich ist wie ein E-Book-Reader oder anderes Lesegerat. Durch die Anzeige von jeweils nur einer Buchseite erscheint ein E-Book auch nicht so ubersichtlich wie ein Buch. Ein schnelles Vor- oder Zuruckblattern ist schwer moglich und mal den „Finger dazwischen legen“ ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass ein E-Book abhangig vom Modell auch ein wenig Ladezeit benotigt, um eine Seite zu offnen. Daruber hinaus ist die Tatsache, welche die meisten Leser wohl noch vom Kauf von E-Books abhalt, die Anschaffung eines teuren Lesegerates. Auch wenn die Preise fur E-Book-Reader in letzter Zeit gesunken sind, uberlegt man zweimal, ob man nicht das Taschenbuch fur 9,95 € oder den teuren Reader plus das jeweilige E-Book kauft. Naturlich ist ein Reader eine einmalige Anschaffung, aber diese muss auch erst einmal getatigt werden.[19]Hinzu kommt, dass noch nicht alle Bucher als E-Book erhaltlich sind. Wenn man einmal umgestiegen ist, erwartet man auch, dass man benotigte Bucher als E-Book auf seinen Reader laden kann. Ferner fehlt fur viele Leser beim E-Book und seinen Lesegeraten der asthetische Faktor. Man will das Buch in der Hand halten, es riechen und es anschliefiend in sein Bucherregal stellen. Wie eine Befragung im Oktober 2011 zeigte, scheinen die Deutschen dem E-Book gegenuber nicht sehr aufgeschlossen zu sein. Nur 15% der Befragten gaben an, dass sie sich in Zukunft Bucher in digitalen Formaten kaufen wurden.[20]

3. E-Book-Reader in der Schule

3.1. Moglichkeiten der Einbindung in den Unterricht

Welche Einsatzmoglichkeiten haben E-Books und E-Book-Reader im Schulunterricht? Oben wurden schon einige Vor- und Nachteile beleuchtet, doch wie sieht das im Hinblick auf Schule aus?

Zu allererst steht die Anschaffung der Reader an. Schuler/innen bzw. Eltern mussten die Kosten fur die E-Book-Reader ubernehmen, wenn das jeweilige Bundesland die Reader nicht zu Verfugung stellt. Die Anschaffung stellt einen enormen Kostenfaktor dar, wenn jede/r Schuler/in einen Reader besitzen soll. Hinzu kommt, dass die Technik eines Readers um einiges empfindlicher ist. Die Schuler/innen mussten behutsam mit den ihnen anvertrauten Geraten sein und ihren Schulranzen nicht bedenkenlos „in die Ecke werfen“, wenn sie nach Hause kommen. Ein defektes Lesegerat bedeutet schliefilich, dass das jeweilige Buch in jedem Fach fehlt, was den Unterrichtsablauf extrem behindern kann. Abschliefiend ist noch zu bemangeln, dass E-Book-Reader bisher noch nicht in der Lage sind, mehrere Seiten gleichzeitig anzuzeigen. Fur Facher wie Geschichte oder in den Fremdsprachen konnte dies hinderlich sein. Konjugationstabellen oder Kartenmaterial befinden sich meistens auf der Innenseite des Buchumschlages und kann beim Bearbeiten einer Aufgabe im Buch schnell aufgeschlagen werden oder beschriebene Feldzuge konnen anhand der Karten nachvollzogen werden.

Doch es spricht auch einiges fur die Verwendung von E-Book-Readern im Schulunterricht. Wie auch oben bereits erwahnt, spielt hier die Platzersparnis eine grofie Rolle. Kinder mussen viele schwere Bucher mit in die Schule tragen. Ein E-Book- Reader, der alle Schulbucher vereint, konnte den Kindern im wahrsten Sinne „die schwere Last von den Schultern nehmen“. Es ist erschreckend, wie viel Funftklassler tragen mussen. Die Anschaffung der Gerate mag zunachst teuer sein, die weitere Finanzierung der E-Books ist im Vergleich zu gedruckten Buchern aber gunstiger. Im Deutschunterricht, wo viele Klassiker gelesen werden, konnen die Texte wie bereits kennengelernt, kostenlos heruntergeladen werden. Denkbar waren auBerdem „Updates“ der elektronischen Schulbucher. So kame es z.B. nicht mehr vor, dass jahrelang nach dem Fall der Mauer, die Grenzen in Karten falsch eingezeichnet sind. Aber so ein Projekt musste naturlich von Seiten der Verlage gestemmt werden. Dennoch ist dies ein Aspekt, der nicht aufier Acht gelassen werden darf. Abhangig vom Schulfach sind farbige Abbildungen in den Schulbuchern wichtig. So z.B. bei den Naturwissenschaften. E-Book-Reader mit der Moglichkeit Farben abzubilden, sind wiederum teurer und die Akkulaufzeit lasst zu wunschen ubrig, da hier die beschriebene E-Ink-Technologie nicht eingesetzt werden kann.

3.2. Beispiele fur den Einsatz von E-Books

Trotz der diskutierten Schwierigkeiten scheinen die Vorteile zu uberwiegen, wenn man einen Blick „uber den grofien Teich“ wirft. In Kalifornien fuhrte Gouverneur Arnold Schwarzenegger 2009 E-Books in Schulen ein. Vor allem scheint es die Kosteneinsparung zu sein, welche Schwarzenegger zu dieser Entscheidung brachte. Die Kosten fur ein Schulbuch betrugen in Kalifornien rund 100 US-Dollar, welche durch Einfuhrung von E-Learning und E-Books eingespart werden konnen.

[...]


[1]Bill Gates (1999): Beyond Gutenberg. Online verfugbar unter http://www.microsoft.com/presspass/ofnote/11-19billg.mspx, zuletzt gepruft am 15.03.2012.

[2]Definition aus: Microsoft® Encarta® Enzyklopadie 2002.

[3]Vgl. Muders, Katharina (2009): Buchkultur im Wandel - Von den ersten Buchern bis zum E- Book. Geschichte und Perspektiven des Mediums Buch. Munchen: GRIN Verlag GmbH. S. 4 f.

[4]Vgl. Ebd. S. 6 ff.

[5]Vgl. Ebd. S. 10.

[6]Die E-Ink-Technologie versucht das Aussehen und Verhalten von gedruckter Schrift auf Papier nachzuahmen. Die Displays von E-Ink-Paper sind nicht beleuchtet.

[7]Vgl. Claudia Kahlenberg (2009): Verlag 3.0 - Neue Potenziale und Grenzen fur Belletritik und Sachbuchverlage. Online verfugbar unter http://bmb.htwk- leipzig.de/fileadmin/fbmedien_bmp/downloads/Abschlussarbeiten/Verlag_3.0_Claudia_Kahlenberg_VH- 04.pdf, zuletzt aktualisiert am 01.03.2009, zuletzt gepruft am 14.03.2012. S. 72 ff.

[8]Vgl. Amazon Newsroom (2011): Pressemeldung - Neuer 99€-Kindle ist das meistgekaufte Produkt auf Amazon.de. Online verfugbar unter http://www.amazon- presse.de/pressetexte/pressemeldung/year/2011/month/december/day/21/article/neuer-99EUR-kindle-ist- das-meistgekaufte-produkt-auf-amazonde.html, zuletzt aktualisiert am 21.12.2011, zuletzt gepruft am 15.03.2012.

[9]Vgl. Knoke, Felix (2010): Kindle-Verkaufszahlen: Amazon verkundet E-Buch-Sieg. Hg. v. SPIEGEL ONLINE. Hamburg. Online verfugbar unter http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,707505,00.html, zuletzt aktualisiert am 20.07.2010, zuletzt gepruft am 15.03.2012.

[10]Die Werte stammen aus einer UmfTage der Gfk. Online unter: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/183567/umfrage/marktanteile-der-e-book-shops-in- deutschland/ (14.03.2012).

[11]Das Poster befindet sich im Anhang (Abb.1).

[12]Vgl. Kennzahlen zum E-Book-Markt im 1. Halbjahr 2011. Online unter: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/202640/umfrage/kennzahlen-zum-e-book-markt-in- deutschland/ (14.03.2012).

[13]Das Poster bietet noch weitere interessante Ergebnisse, welche jedoch hier nicht weiter aufgeschlusselt werden sollen. Die hier vorgestellten Aspekte sind die wichtigsten fur das Thema der Hausarbeit.

[14]Online unter: http://www.gutenberg.org (14.03.2012).

[15]Online unter: http://gutenberg.spiegel.de/buch (14.03.2012).

[16]Vgl. Muders 2007. S. 12.

[17]Vgl. Kahlenberg 2009. S. 73.

[18]Vgl. Ebd.

[19]Vgl. Muders 2007. S. 18 ff.

[20]Siehe hierzu: Abb. 2 im Anhang.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Buch vs. E-Book
Untertitel
E-Book-Reader als neue Schulbücher?
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Neue Medien im Geschichtsunterricht
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
33
Katalognummer
V194689
ISBN (eBook)
9783656199151
ISBN (Buch)
9783656202493
Dateigröße
904 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Book, E-Book-Reader, Kindle, Schule, Buch, Einsatz, Unterricht
Arbeit zitieren
B.A. Alexandra Krüger (Autor), 2012, Buch vs. E-Book, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194689

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Titel: Buch vs. E-Book



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