"Vorstadtkrokodile" im Deutschunterricht. Erarbeitung durch Stationenlernen in einer 6. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2012

31 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Ziele der Stunde
1.1) Grobziel
1.2) Feinziele

2) Situation der Lerngruppe
2.1) Allgemeine Situation der Lerngruppe
2.1.1) Entwicklungs- und lernpsychologische Voraussetzungen
2.1.2) Sozial-kulturelle Voraussetzungen
2.1.3) Sozial-kommunikative Voraussetzungen
2.2) Äußere Lernbedingungen
2.3) Eigene Lehrsituation

3) Didaktische Überlegungen und methodisches Herangehen
3.1) Einordnung der geplanten Unterrichtssituation in die Stoffeinheit
3.2) Einbettung der geplanten Unterrichtssituation
3.3) Sach-Struktur-Diagramm
3.4) Sachanalyse
3.5) Didaktische Reduktion
3.6) Didaktische Überlegungen und methodische Entscheidungen

4) Geplanter Unterrichtsentwurf

5) Anhang (Auszüge)
5.1) Aufbauplan des Stationenlernen
5.2) Geplantes Tafelbild
5.3) Material des Stationenlernens
5.3.1) Routenplan
5.4) Brief an die Klasse 6b
5.5) Aufgabenkatalog zum Buch Vorstadtkrokodile

Bibliographie

1) Ziele der Stunde

Die Zielstellungen der geplanten Unterrichtsstunde orientieren sich an der aktuellen Klassensituation sowie am Kenntnisstand und den Lernvoraussetzungen der Schüler1. Folgende Zielformulierungen gehen auf das Kompetenzmodell des Thüringer Lehrplans für das Fach Deutsch zurück2.

1.1) Grobziel

In dieser Jahrgangsstufe entwickeln die Schüler das in den vorangegangenen Schuljahren geübte sinnerfassende und sinngestaltende Lesen mithilfe einer Ganzschrift Vorstadtkrokodile von Max von der Grün weiter3. In diesem Zusammenhang erweitern sie ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Literatur auf formaler, inhaltlicher und kreativer Ebene. Darüber hinaus fördern und fordern sie ihre Selbst- und Sozialkompetenz durch das Lernen in differenzierten Kommunikationssituationen sowie die Weiterentwicklung des sozialen Bewusstseins gegenüber anderen.4

1.2) Feinziele

Lernziel im Bereich der Sachkompetenz

(1) Die Schüler sind selbstständig in der Lage, unter Verwendung der ihnen zur Verfügung stehenden Materialien an den Stationen ihre bereits erlangten Kenntnisse zum Inhalt und Autor des Buches Vorstadtkrokodile abzurufen, indem sie mit diesen Informationen themenbezogen umgehen und in Form des Steckbriefes, Tagebucheintrages, persönlichen Briefes, Umschreibens einer Geschichte, Lückentextes, der Bild- und Rätselgestaltung inhaltlich korrekt schriftlich in ihrem Lese-Fernrohr festhalten.

(2) Die Schüler sind imstande, mithilfe der bereitliegenden Materialien in selbstgewählter Einzel- oder Partnerarbeit mindestens eine Station vollständig zu bearbeiten, diese mit der entsprechenden Lösungsvorlage zu kontrollieren und die Fertigstellung der Station an der Klassenliste durch das Abkreuzen der entsprechenden Aufgabe kenntlich zu machen5.

Lernziele im Bereich der Methodenkompetenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lernziele im Bereich der Sozialkompetenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(24) Die Lernenden übernehmen zunehmend Verantwortung für ihren Lernprozess, indem sie in selbstgewählter Einzel- oder Partnerarbeit die ihnen bekannten Verhaltensregeln während der Lerntheke akzeptieren und mithilfe der Visualisierung an der Tafel sowie durch wenige verbale Impulse der Lehrerin weitestgehend einhalten.

Lernziele im Bereich der Selbstkompetenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(26) Die Heranwachsenden übernehmen zunehmend Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess, indem sie in ihre Aufzeichnungen mithilfe der Lösungsvorlagen in selbstständiger Einzel- oder Partnerarbeit vollständig vergleichen, berichtigen und ergänzen.

(27) Die Schüler sind in der Lage, die Arbeitsergebnisse anderer anzuerkennen, indem sie während der Vorstellung dieser durch einzelne Schüler weitestgehend ohne Hilfe der Lehrerin aufmerksam zuhören.

(28) Einzelne Schüler fördern ihr Selbstbewusstsein, indem sie ihre Arbeitsergebnisse der Stunde der gesamten Klasse auf freiwilliger Basis laut und deutlich vorstellen.

2) Situation der Lerngruppe

2.1) Allgemeine Situation der Lerngruppe

2.1.1) Entwicklungs- und lernpsychologische Voraussetzungen

Die Heranwachsenden der Klasse 6b befinden sich im Alter zwischen 11 und 12 Jahren. Demzufolge sind sie hinsichtlich ihrer psychologischen und physiologischen Entwicklung in die Phase der frühen Adoleszenz einzuordnen. Zu Beginn des Jugendalters prägen die Heranwachsenden allmählich pubertäre Merkmale aus, welche einen Fortschritt auf körperlicher, kognitiver und psychosozialer Ebene der Lernenden verdeutlichen6. Zimbardo spricht im Bezug auf die physische Entwicklung von einem „präadoleszenten Wachstumsspurt“7. Dabei konzentriert er sich auf die Veränderung der Körpergröße, des Gewichtes sowie der Ausprägung der Geschlechtsmerkmale der Jugendlichen. In der Lerngruppe ist diesbezüglich eine weitestgehend homogene Entwicklung festzustellen. Lediglich G. und K. sind körperlich weiter entwickelt als ihre Mitschüler, obwohl sie sich im gleichen Alter befinden.

Desgleichen ist bei den Schülern ein kognitiver Reifeprozess zu konstatieren. Sie greifen in Ansätzen auf ihr bisher erlangtes Wissen sowie ihre Erfahrungen zurück, um Lernprozesse organisiert umzusetzen. In diesem Zusammenhang entwickeln sie ihre motorischen und kreativen Fertigkeiten im Umgang mit Medien und Materialien weiter und beziehen individuelle Talente in differente Vorgänge ein. Zudem lernen sie, ihren Arbeitsprozess effektiv zu planen und zu realisieren. Durch die gesteuerte Selbstreflexion erkennen sie eigene Schwächen und entwickeln mithilfe der Lehrer, Erziehungsberechtigten und Mitschüler individuelle Lösungswege, die einen Lernerfolg erzielen können8. Nach Kohlberg können die Schüler in diesem Alter auf der konventionellen Ebene der Moralentwicklung angeordnet werden9. Sie orientieren sich an autoritären Personen, an festen Regeln und an der Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung. In diesem Stadium erlebt sich der Heranwachsende allmählich als Mitglied einer Gemeinschaft.

Dieses Verhalten ist bei einem Großteil der Klasse 6b zu beobachten. Lediglich S. und I. neigen temporär dazu, sich gegen Vorgaben zu widersetzen. Sie lassen sich somit zwischen der präkonventionellen und konventionellen Ebene einstufen10.

2.1.2) Sozial-kulturelle Voraussetzungen

Zu den sozial-kulturellen Bedingungen der Schüler sind nur wenige Aspekte zu erwähnen. Ein Großteil der Heranwachsenden stammt aus gut bis sehr gut situierten Verhältnissen. Demgegenüber gibt es Lernende, deren Eltern aufgrund verschiedener Hintergründe keiner Arbeit nachgehen und demnach auf finanzieller Ebene stark eingeschränkt sind. Die Lernenden kommen aus differenziert strukturierten Familien. Ein Großteil der Klasse lebt in intakten Verhältnissen, bestehend aus zwei Erziehungsberechtigten. Daneben wachsen einzelne Schüler bei nur einem Elternteil auf. Im weiteren Sinne weisen vier Heranwachsende einen Migrationshintergrund auf, da mindestens ein Elternteil einer anderen Nationalität angehört. Diese Besonderheiten sind an äußerlichen Merkmalen, wie der Hautfarbe oder dem Namen, nachvollziehbar.

2.1.3) Sozial-kommunikative Voraussetzungen

Die Klasse 6b ist im Kollegium als freundlich, respektvoll, leistungsstark und kreativ bekannt. Das führt zu einem angenehmen Lernklima im Unterricht und in den Pausen. Aus diesem Grund konnte sich seit Beginn des Schuljahres 2011/ 2012 ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis zwischen den Lernenden und mir entwickeln. Die Schüler pflegen weitestgehend einen altersspezifisch angemessenen Umgang miteinander, wenngleich die Geschlechter bislang separiert voneinander auftreten. Daraus hervorgehend lässt sich bezüglich der Gruppendynamik eine klare Geschlechter- trennung konstatieren. Eine enge, freundschaftliche Bindung herrscht zwischen A., B., C. und D. sowie E. und F. Bei den Mädchen hat sich aufgrund der Sitzordnung in Tischgruppen eine Freundschaft zwischen G., H., I. und J. entwickelt. Auch K., L., M. und N. verbringen in der Schule viel Zeit zusammen. Darüber hinaus agieren die Mädchen auch über diese Gruppenkonstellationen miteinander. Die anderen Heran- wachsenden können nicht konkret einer bestimmten Gruppe zugeteilt werden. Sie suchen zu vielen Mitschülern Kontakt. O. und P. nehmen eine Sonderrolle in der Klasse ein. Das Mädchen versäumt seit Mitte Dezember regelmäßig den Unterricht. In Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin der Schule versucht die Klassenlehrerin bislang vergeblich einen Zugang zu den Eltern und O. zu finden. P. wird von seinen Klassenklameraden toleriert, wenngleich der Umgang mit ihm in den Pausen gemie- den wird. Eine positive Entwicklung ist bei Q. und R. zu verzeichnen. Q. bemüht sich, vor allem in Phasen des offenen Unterrichts, mit ihren Mitschülern in Kontakt zu treten. Dies gelingt ihr zunehmend. R. ist auf einem guten Weg, seine Rolle innerhalb des Klassengefüges zu finden. Bei der Durchführung offener Unterrichtsmethoden sowie in den Pausen gesellt er sich oft zu A., mit dem zu Beginn des Schuljahres noch große Konflikte bestanden.

[...]


1 Aus sprachökonomischen Gründen werden die Bezeichnungen Schüler, Heranwachsende und Lernende für beide Geschlechter verwendet.

2 Vgl. Thüringer Ministerium für Bildung Wissenschaft und Kultur (Hrsg.): Lehrplan für den Erwerb des Haupt- und Realschulabschlusses Deutsch. Erfurt 2011. S. 17 ff.

3 Die Ausführungen sowie erstellten Materialien für das Stationenlernen beziehen sich auf folgende Ausgabe: von der Grün, Max: Vorstadtkrokodile. München 2006.

4 Es ist darauf hinzuweisen, dass die Lernziele 1 bis 23 und 25 erst am Ende des Stationenlernens für alle Schüler abrechenbar sind. Zudem liegt für die Station 4) Wir frieren ein eine Fotographiergenehmigung von allen Schülern vor.

5 Es ist darauf hinzuweisen, dass dieses Ziel für die Stationen gilt, für die eine Lösung vorliegt.

6 Vgl. Mietzel, Gerd: Wege in die Psychologie. 12. Auflage, Stuttgart 2005. S. 108.

7 Zimbardo, Philip G.: Psychologie. 4. neubearbeitete Auflage, Berlin/ Heidelberg 1983. S. 147.

8 Vgl. Ebd. S.147, Vgl. Gartz, Detlef: Sozialpsychologische Entwicklungstheorien. Von Mead, Piaget, Kohlberg bis zur Gegenwart, Wiesbaden 2006. S. 88 f.

9 Vgl. Gartz. S. 88.

10 Vgl. Ebd. S. 88.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
"Vorstadtkrokodile" im Deutschunterricht. Erarbeitung durch Stationenlernen in einer 6. Klasse
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
31
Katalognummer
V194690
ISBN (eBook)
9783668258372
ISBN (Buch)
9783668258389
Dateigröße
975 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
vorstadtkrokodile, deutschunterricht, erarbeitung, stationenlernen, klasse
Arbeit zitieren
Franziska Sobania (Autor), 2012, "Vorstadtkrokodile" im Deutschunterricht. Erarbeitung durch Stationenlernen in einer 6. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194690

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