Dieser Praktikumsbericht geht von den Voraussetzungen aus, die wir relativ unvorbereitet in der Klasse vorfanden, da es uns aufgrund der organisatorischen Rahmenbedingungen nicht möglich war, unsere spätere Klasse im Vorfeld unseres eigentlichen Unterrichts längerfristig zu beobachten u. dadurch genauer kennen zu lernen.
Zunächst einmal wollen wir uns mit den Lernvoraussetzungen innerhalb der Klasse beschäftigen. Da wir nicht die Möglichkeit hatten, die Schüler unseres Kurses im Vorfeld der Praktikumsplanung näher kennen zu lernen, können wir nicht genauer auf die konkreten psychologischen Lernvoraussetzungen unserer Schüler eingehen. Deshalb sollen in diesem Teil des Praktikumsberichts zunächst die allgemeinen Voraussetzungen nach den Entwicklungsmodellen von Piaget und Erikson vorgestellt werden. Konkret heißt das, dass wir zunächst der Frage nachgehen wollen, welche Lernvoraussetzungen und Möglichkeiten zur Reflexion und Selbstkritik bei Schülern eines Leistungskurses Geschichte in der Jahrgangsstufe 12 bestehen. Anschließend wollen wir uns mit dem konkreten für unsere Jahrgangsstufe und unser Fach geltenden Erwartungshorizont, ausgedrückt in den aktuellen Richtlinien, beschäftigen und diesen auf unsere Unterrichtseinheit übertragen. Im 3. Kapitel soll dann zunächst ein Überblick über unsere gemeinsamen Bemühungen gegeben werden, anhand der konkreten curricularen Vorgaben eine vollständige Unterrichtseinheit zu entwickeln. Im Anschluss an diesen allgemeinen Überblick wollen wir dann noch einmal die ausschlaggebenden Schwierigkeiten in unseren einzelnen Unterrichtsstunden herausgreifen u. durch möglichst gründliche Reflexionen für die Zukunft fruchtbar machen. In den beiden folgenden Kapiteln 4 u. 5 wollen wir uns noch einmal konkreter mit der Arbeits- u. Sozialform des „Team- Teaching“ u. mit Karten als Medien im Geschichtsunterricht beschäftigen. Eine genauere Auseinandersetzung mit der Lehrform des Team-Teaching erschien uns sinnvoll, weil wir uns während des Praktikums selber für diese Form der Unterrichtsgestaltung entschieden hatten u. weil das Team-Teaching vor dem Hintergrund des für die nähere Zukunft geplanten jahrgangsübergreifenden Unterrichts auch bald wieder sehr aktuell werden könnte. Was schließlich die Arbeit mit Karten anbelangt, so gehen wir davon aus, dass gerade hier noch wesentliche methodische u. didaktische Defizite zu überwinden sind, bevor Schüler wirklich erfolgreich an u. mit Karten arbeiten können.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DER ENTWICKLUNGSSTAND UND ERWARTUNGSHORIZONT INNERHALB DER KLASSE
2.1 Allgemeine anthropogene u. sozialkulturelle Voraussetzungen
2.1.1 Das Modell von Erikson
2.1.2 Das Modell von Piaget
2.2 Die tatsächliche didaktische Ausgangslage innerhalb der Klasse
2.3 Curriculare Vorgaben (Richtlinien u. Lehrplan für den GU in der Sek. II)
3. DIE UMSETZUNG DER RICHTLINIEN IN UNSERE UNTERRICHTSEINHEIT „KUBANISCHE REVOLUTION“
3.1 Planung der kompletten Unterrichtseinheit gemäß Richtlinien
3.2 Die wichtigsten methodisch-didaktischen Probleme innerhalb unserer Unterrichtsstunden
3.2.1 Die Einführungsstunde
3.2.2 ‚Der spanische Kolonialismus auf Kuba’
3.2.3 Abschlußstunde: ‚Vergleich zwischen Französischer und Kubanischer Revolution’
4. DIE ARBEITS- UND SOZIALFORM DES ‚TEAM TEACHING’
4.1 Definition
4.2 Arbeiten in Gruppen (Lehrer-Lehrer, Lehrer-Schüler, Schüler-Schüler)
4.3 Kooperation der Lehrer untereinander: Lehrer im Team
4.4 Schülerorientierung
4.5 Team Teaching in unseren Stunden der Unterrichtseinheit
5. DIE KARTE ALS EINES DER MEDIEN IM GU
5.1 Die Karte(n) in unserer Einführungsstunde
5.2 Warum ist die Arbeit mit Geschichtskarten wichtig ?
5.3 Kartenformen/-typen
5.4 Zur Arbeit mit der Karte im Geschichtsunterricht: Die einzelnen Phasen
5.5 Umgang mit dem Putzer-Schulgeschichtsatlas
6. KRITIK UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zum Thema „Kubanische Revolution“ im Leistungskurs Geschichte der Jahrgangsstufe 12. Ziel der Arbeit ist es, die didaktischen Herausforderungen schulpraktischer Studien zu beleuchten, insbesondere die Umsetzung curricularer Vorgaben, die Anwendung der Sozialform „Team Teaching“ sowie den medienpädagogisch sinnvollen Einsatz von Geschichtskarten im Oberstufenunterricht.
- Entwicklungspsychologische Voraussetzungen von Schülern in der gymnasialen Oberstufe
- Didaktische Konzepte und curriculare Anforderungen im Geschichtsunterricht
- Team Teaching als kooperative Lehr- und Arbeitsform
- Methodik und Einsatzmöglichkeiten von Geschichtskarten als Lernmedium
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die Einführungsstunde
Wie schon der didaktische Kommentar zu der mit ungefähr zehn Minuten veranschlagten Einstiegsphase unserer Einführungsstunde erkennen lässt, hatten wir hier von Anfang an Bedenken, ob eine offene Frageführung in der im Plan dargestellten Form zu den von uns erhofften Ergebnissen führen würde: Wir waren uns also schon bei der Planung unserer ersten Unterrichtsstunde, bei der es sich gleichzeitig um die erste Stunde unserer Unterrichtseinheit überhaupt handelte, keineswegs sicher, ob durch eine Konfrontation der Schüler mit allgemeinen Fragestellungen tatsächlich ein aktives Unterrichtsgespräch angeregt werden könnte.
Dabei ging es zunächst um Fragestellungen, wie: „Warum habt ihr euch für das Thema `Kubanische Revolution´ entschieden?“, „Was interessiert euch an der `Kubanischen Revolution´?“, „Was wisst ihr schon über diese Revolution?“ u. „Warum ist dieses Thema heute noch relevant?“ Nachdem wir diese Fragen zu Beginn der Unterrichtsstunde in einem Anflug von Idealismus gestellt hatten, mussten wir sehr schnell erkennen, dass die Reaktionen der Schüler keineswegs unseren Erwartungen entsprachen: So erfuhren wir als Antwort auf die erste Frage, dass die Schüler sich nicht vollkommen freiwillig, sondern größtenteils eher volens nolens für das Thema „Kubanische Revolution“ entschieden hatten, weil ja ohnehin noch ein Thema aus ihrem 3. Band der „Geschichts-Kurse für die Sekundarstufe II“ abzuarbeiten war u. die „Kubanische Revolution“ sich wohl irgendwie doch etwas „exotischer“ ausnahm als die „Russische Revolution“.
Zu den übrigen Fragen wurden ebenfalls nur standardisierte Antworten gegeben, mit denen wir im Hinblick auf die Strukturierung unserer bevorstehenden Unterrichtseinheit auch kaum etwas anfangen konnten. So fielen zwar einige Stichwörter, wie „Kuba-Krise“, „Fidel Castro“ u. „Ché Guevara“, aber einen wirklichen Ansatzpunkt für eine veritable Problemorientierung auf Seiten der Schüler konnten wir dabei beim besten Willen nicht finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage des Praktikums, der Schwierigkeiten bei der Kooperation innerhalb des studentischen Teams und der Herausforderungen bei der Umsetzung fachwissenschaftlicher Inhalte ohne Vorinformationen über die Klasse.
2. DER ENTWICKLUNGSSTAND UND ERWARTUNGSHORIZONT INNERHALB DER KLASSE: Analyse der kognitiven und psycho-sozialen Voraussetzungen von Oberstufenschülern anhand von Piaget und Erikson sowie deren Abgleich mit curricularen Vorgaben.
3. DIE UMSETZUNG DER RICHTLINIEN IN UNSERE UNTERRICHTSEINHEIT „KUBANISCHE REVOLUTION“: Erläuterung der Unterrichtsplanung und kritische Reflexion der Probleme in den drei Unterrichtsstunden, insbesondere der schwierigen Einstiegsphase und der Präsentation von Gruppenarbeiten.
4. DIE ARBEITS- UND SOZIALFORM DES „TEAM TEACHING“: Theoretische Grundlegung von Team Teaching sowie Bewertung dieser Sozialform während der konkreten Durchführung der Unterrichtseinheit.
5. DIE KARTE ALS EINES DER MEDIEN IM GU: Untersuchung der Bedeutung und methodischen Anforderungen beim Einsatz von Geschichtskarten sowie Reflexion über den konkreten Karteneinsatz im Unterricht.
6. KRITIK UND AUSBLICK: Zusammenfassende Betrachtung der Lernerfahrungen aus dem Praktikum, der professionellen Entwicklung der angehenden Lehrer und Wünsche für eine zukünftige, intensivere Betreuung.
Schlüsselwörter
Kubanische Revolution, Geschichtsunterricht, Oberstufe, Team Teaching, Didaktik, Lernvoraussetzungen, Geschichtskarte, Schulgeschichtsatlas, Kompetenz, Problemorientierung, Unterrichtsreflexion, Sozialform, Medienkompetenz, Curriculare Vorgaben, Schulpraktikum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein Praktikumsbericht über die Planung und Durchführung einer Unterrichtsreihe zur Kubanischen Revolution im Leistungskurs Geschichte der 12. Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit thematisiert Entwicklungspsychologie von Jugendlichen, die Gestaltung von Oberstufenunterricht nach curricularen Vorgaben, die Arbeitsform „Team Teaching“ sowie den Einsatz von Karten als zentrales Medium im Geschichtsunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Reflexion und kritische Analyse der didaktischen Umsetzung der Unterrichtsreihe durch ein studentisches Team, um Stärken und Schwächen der Unterrichtsgestaltung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um einen reflexiven Praktikumsbericht, der theoretische Modelle (Entwicklungspsychologie nach Piaget/Erikson, Didaktik, Team Teaching nach Warwick) zur Evaluierung der eigenen Unterrichtspraxis heranzieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Lernvoraussetzungen, Richtlinien), die konkrete Unterrichtsplanung und -reflexion, eine Analyse von Team Teaching sowie eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Bedeutung und methodischen Nutzung von Geschichtskarten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kubanische Revolution, Team Teaching, Geschichtsdidaktik, Unterrichtsplanung, Oberstufe, Kartenarbeit.
Warum war der Einstieg in die Unterrichtsreihe laut Autoren problematisch?
Die Schüler waren nicht intrinsisch motiviert, sondern hatten das Thema lediglich aufgrund von Vorgaben ihrer regulären Lehrerin „passiv toleriert“, was die erhoffte offene Unterrichtsdiskussion erschwerte.
Welchen Stellenwert nimmt das „Team Teaching“ im Bericht ein?
Das Team Teaching wird als zentrale Organisationsform bewertet, die durch Synergie-Effekte einen abwechslungsreicheren Unterricht ermöglicht, jedoch eine intensive vorherige Absprache zwischen den Lehrern erfordert.
Wie bewerten die Autoren ihre eigene Kartenarbeit im Unterricht?
Die Autoren reflektieren selbstkritisch, dass die Aufgabenstellungen zur Kartenarbeit zu anspruchslos oder schlecht strukturiert waren, was zu Langeweile bei den Schülern und einer mangelnden Verknüpfung mit den historischen Inhalten führte.
- Arbeit zitieren
- Andreas Hanke (Autor:in), 2003, Unterrichtseinheit zum Thema "Kubanische Revolution", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194721