Europa befindet sich seit dem 1. Dezember 2009 auf einer neuen Stufe im Prozess der Europäischen Integration. Seitdem ist nunmehr über ein Jahr der Bewährungsprobe der reformierten Europäischen Union vergangen. „In dem Wunsch, Demokratie, Effizienz in der Arbeit der Organe weiter zu stärken, damit diese in die Lage versetzt werden, die ihnen übertragenen Aufgaben in einem einheitlichen institutionellen Rahmen besser wahrzunehmen [...]“ wurde zum genannten Datum der jüngste Schritt der Europäischen Integration voll-zogen. Diese entwickelte sich bisher schon weit über ein halbes Jahrhundert hinweg. In diesem Zeitraum gab es Höhen und Tiefen, die durchlebt werden mussten, um Europa jene Gestalt zu geben, in der sie sich heute präsentiert. Diese Reifephase formte den europäischen Wirtschaftsraum, in dem bereits mehr als eine halbe Milliarde Menschen leben und handeln. Somit ergibt sich zugleich eine stetig wachsende Verantwortung gegenüber seiner Bewohner, die für jeden einen Anreiz schaffen sollte, sich mit seinen Spezifika auseinanderzusetzen. [...]
Ziel dieser Arbeit ist es, den Verlauf des Integrationsprozesses mit seinen wichtigsten Eckpunkten, den ihm zugrundeliegenden Zeitgeist, der zu seinem offiziellen Beginn führte und eine Analyse des gegenwärtigen Integrationsstandpunktes der Union darzulegen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Konzeptionelle Grundlagen
2.1. Genesis der europäischen Integration
2.2. Die Chronologie des europäischen Integrationsprozesses
2.2.1. Phase Eins: Die Gründungsverträge (1950-1958)
2.2.2. Phase Zwei: Konsolidierung und allmähliche Erweiterung (1958-1986)
2.2.3. Phase drei: Die Institutionelle Reform und Vollendung des Binnenmarktes (1986-1993)
2.2.4. Phase vier: Die Konstitutionalisierungsphase (Seit 1993)
3. Würdigung des Europäischen Union
3.1. Faszination: Vorteile und Errungenschaften eines gemeinsamen Europas
3.1.1. Werte und Ziele der Europäischen Union
3.1.2. Die klare Festlegung der Zuständigkeiten
3.1.3. Jetzt erstmalig möglich: Der freiwillige Austritt
3.1.4. Die Stärkung der demokratische Grundlage
3.2. Frustration: Problemattische Facetten in einer kritischen Würdigung
4. Quo vadis Europa – Eine zusammenfassende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den historischen Verlauf und den gegenwärtigen Integrationsstand der Europäischen Union. Dabei wird der Fokus auf die konzeptionelle Entwicklung, die institutionellen Reformen und die kritische Würdigung der Integrationsprozesse gelegt, um ein umfassendes Verständnis für die Herausforderungen und Errungenschaften der EU zu vermitteln.
- Historische Genese und Reifephasen der europäischen Einigung
- Analyse der zentralen Vertragswerke vom Vertrag von Rom bis Lissabon
- Untersuchung der institutionellen Strukturen und Zuständigkeiten der EU-Organe
- Kritische Reflexion über Demokratie, Transparenz und Stabilität innerhalb des europäischen Gefüges
Auszug aus dem Buch
2.1. Genesis der europäischen Integration
Mit dem Versuch das geschichtliche Verständnis Europas literarisch zu erfassen, bilden sich nach Brunn Gemeinsamkeiten heraus, die Europa als Gesamtheit räumlich, politisch und kulturell abgegrenzter Einheiten verstehen, welche kollektiv den Charakter eines imaginären, geistigen Konstrukts aufkommen ließen, sich jedoch zur Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Freiheit unablässig in kriegerischer Machtausübung befanden. Bereits seit Anbeginn des Mittelalters befassten sich vereinzelte Entwürfe mit grundlegenden Gedanken der europäischen Idee resp. Integration. So entstanden damals schon die verfassungselementaren Fundamentalfaktoren der Friedenssicherung, Supranationalität, Handels- und Wirtschaftsförderung bis hin zur Einbildung machterhaltender Aspekte. Währenddessen das intellektuelle europäische Gedankengut vom Mittelalter bis zur Neuzeit nicht hinreichend politisch umgesetzt wurde, etablierte sich bis zum 19. Jahrhundert weiterhin der Grundsatz national souveräner Staaten heraus, der schließlich jene Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges durch die Forderung des Zusammenschlusses europäischer Staaten in rund 600 literarischen Veröffentlichungen überstimmt wurde und – neben über zehn weiteren jedoch eher unwesentlichen Vereinigungen – in der durch den österreichischen Grafen Richard Coudenhove-Kalergi im Jahre 1923 gegründeten Paneuropa-Union lautstark wiederkehrten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der europäischen Integration ein und definiert die Zielsetzung sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Konzeptionelle Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entstehung und die chronologische Entwicklung des Integrationsprozesses in vier aufeinanderfolgenden Reifephasen.
3. Würdigung des Europäischen Union: Das Kapitel bietet eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Errungenschaften, der institutionellen Ordnung sowie den kritischen Facetten des aktuellen Integrationsstandes.
4. Quo vadis Europa – Eine zusammenfassende Betrachtung: Das Abschlusskapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse über den Prozess der Einigung und reflektiert die zukünftigen Herausforderungen der Union.
Schlüsselwörter
Europäische Union, Integration, Integrationsprozess, Vertrag von Lissabon, Reformvertrag, Binnenmarkt, Institutionen, Demokratie, Rechtsordnung, Europäischer Rat, Souveränität, Europarecht, Charta der Grundrechte, Vertrag von Maastricht, Wirtschaftsunion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Verlauf und die konzeptionelle Entwicklung der europäischen Integration von ihren historischen Anfängen bis hin zum Vertrag von Lissabon.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die Chronologie der europäischen Vertragswerke, die institutionelle Struktur der EU sowie die kritische Reflexion des demokratischen Charakters der Union.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, den Integrationsprozess historisch fundiert darzulegen und den gegenwärtigen Status der Union einer analytischen Würdigung zu unterziehen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde gewählt?
Es wurde ein deskriptiv-analytischer Ansatz gewählt, der auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung der relevanten EU-Vertragstexte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der chronologischen Entwicklung (Phasen der Integration) und eine anschließende kritische Würdigung, die sowohl die Vorzüge als auch die problematischen Aspekte beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Europäische Integration, Vertrag von Lissabon, institutionelle Reformen, Demokratiedefizit und Rechtsordnung der Europäischen Union.
Wie bewertet der Autor die Rolle des "Konvents zur Zukunft Europas"?
Der Konvent wird als ein notwendiger, aber kontroverser Schritt betrachtet, der aus den erkannten Defiziten der vorangegangenen Verträge, insbesondere des Vertrages von Nizza, resultierte.
Was besagt die Kritik von Prof. Dr. Schachtschneider am Vertrag von Lissabon?
Schachtschneider kritisiert vor allem eine Verletzung des Demokratieprinzips, die Untergrabung der staatlichen Souveränität sowie eine intransparente Kompetenzverlagerung auf die supranationale Ebene der EU.
- Arbeit zitieren
- B. Sc. Denis Suárez Gonzalez (Autor:in), 2011, Die Verwirklichung der Europäischen Integration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194778