Leben mit einer Behinderung - Blindheit


Seminararbeit, 2010

9 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Das eigene Erleben
1.1 Die Wahrnehmung von sich selbst
1.2 Die Wahrnehmung der Umwelt

2. Das Verhalten
2.1 Das eigene Verhalten
2.2 Das Verhalten anderer Menschen

3. Fazit

Leben mit einer Behinderung Blindheit

Im Laufe meines Lebens hatte ich einige Begegnungen mit Blinden und stark sehbehinderten Menschen. Diese Begegnungen haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Seit dieser Zeit frage ich mich hin und wieder, wie es wohl wäre plötzlich zu erblinden. Wie würde sich mein Leben verändern? Was würde ich vermissen? Wie komme ich im Alltag zurecht?

Auf einige Fragen habe ich nach meinem Experiment als blinde Person eine Antwort erhalten.

Man wird sich jetzt fragen, weshalb ich ausgerechnet diese Behinderung gewählt habe:

In meiner Freizeit fotografiere ich gern, besuche Ausstellungen, gehe ins Kino oder genieße bei langen Spaziergängen die schöne bayerische Landschaft. Dabei stelle immer wieder fest, dass mich visuelle Eindrücke stärker fesseln als akustische. Ich liebe Musik, doch ich kann mitunter Wochen auf sie verzichten.

Die Simulation einer Behinderung sollte mich an meine persönlichen Grenzen bringen, aus denen ich entsprechende Rückschlüsse und Eindrücke gewinnen kann.

Auch in beruflicher Hinsicht sind meine Augen nicht wegzudenken. Bei künstlerisch/kreativen Angeboten und Projekten wie Fotoausstellungen oder Malen in Öl gelang es mir auf spielerische Art und Weise, das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen zu gewinnen.

Um den Zustand des Blindseins möglichst wirklichkeitsnah zu simulieren, klebte ich mir zwei Augenpflaster auf und trug zusätzlich ein große dunkle Sonnenbrille.

Darüber hinaus war es nötig meinen Wohnbereich optimal vorzubereiten, z.B. scharfe Messer in Zeitungspapier packen, Kosmetiksachen an einen bestimmten Platz bereitlegen, Kleidung vorbereiten, sowie mein Betreuungspersonal in einen angemessen Schichtplan einzuteilen.

Glücklicherweise waren mein Mann, meine Mutter, mein Bruder und eine Freundin gerne bereit, mich während dieser Zeit zu unterstützen.

l.Das eigene Erleben

1.1 Die Wahrnehmung von sich selbst

Schon von Beginn an wünschte ich mir, wieder sehen zu können. Selbst innerhalb meiner gewohnten Umgebung war ich ständig auf Hilfe angewiesen.

Es war unangenehm, immer und immer nach Hilfe zu bitten, weil ich dachte, dass es meinen Bezugspersonen zuviel wird, also bemühte ich mich nur um Unterstützung, wenn es unbedingt notwendig erschien oder meine Bedürfnisse dringend erfüllt werden mussten. Ich erlebte mich als labil und schnell reizbar. Ich vermisste es in den Spiegel zu schauen und dabei meine Frisur oder optimalen Sitz meiner Kleidung zu überprüfen. Beim Essen konnte ich nicht einschätzen, wie groß die Portion auf meinem Teller tatsächlich war, so fehlte mir bei Gerichten wie beispielsweise Reis oder Joghurt manchmal das Gefühl der rechtzeitigen Sättigung.

Selbst mein Körpergefühl war nicht mehr so wie vor dem Experiment. Ich fühlte mich isoliert und eingeengt. Besonders am ersten Tag des Experimentes fiel es mir schwer, meinen Körper richtig zu fühlen, es kam mir so vor, als wäre meine Tiefenwahrnehmung schlechter geworden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Leben mit einer Behinderung - Blindheit
Hochschule
Fachhochschule Regensburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V194799
ISBN (eBook)
9783656201335
ISBN (Buch)
9783656208778
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
leben, behinderung, blindheit
Arbeit zitieren
Simona Seyfried (Autor), 2010, Leben mit einer Behinderung - Blindheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194799

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