Durch sinkende Anzeigenerlöse und rückläufige Auflagenzahlen gerieten die Verlage von Publikumszeitschriften seit 2008, dem Jahr der globalen Wirtschaftskrise, in eine Abwärtsspirale, aus der sie sich bis heute noch nicht befreien konnten. Verlage setzen daher große Erwartungen in die Erschließung neuer Zielgruppen und Umsatzquellen, die sich durch die mobilen Geräte ergeben sollen.
Technische Evolutionen haben die Medienbranche bereits in der Vergangenheit nachhaltig verändert und führten mehr als einmal zu einem Wandel des Nutzungsverhaltens sowie zur Entstehung neuer Erlösmodelle. So ergeben sich durch die zunehmende Verbreitung elektronischer Lesegeräte wie Amazons Kindle oder Apples iPad und die steigende Marktdurchdringung von Smartphones für die Zeitschriftenverlage viele neue Herausforderungen.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklungen im ePublishing unter besonderer Berücksichtigung mobiler Lesegeräte zu geben und mögliche Auswirkungen für Zeitschriftenverlage in Deutschland zu erörtern.
Der Fokus der Betrachtung liegt dabei auf Publikumszeitschriften sowie den Chancen und Risiken, die sich Verlagen in den Geschäftsbereichen Produktion, Vertrieb und Vermarktung digitaler Zeitschriften bieten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des ePublishings
3 Mobile Lesegeräte als Basis für digitale Zeitschriften
4 Herausforderungen und Perspektiven für Zeitschriftenverlage
4.1 Ökonomisch relevante Bereiche des digitalen Publizierens
4.2 Produktion digitaler Zeitschriften
4.3 Distribution digitaler Zeitschriften
4.4 Werbliche Vermarktung digitaler Zeitschriften
5 Fazit und Trends
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den aktuellen Entwicklungsstand im Bereich ePublishing unter besonderer Berücksichtigung mobiler Lesegeräte und analysiert deren ökonomischen Einfluss sowie die daraus resultierenden Chancen und Risiken für deutsche Zeitschriftenverlage.
- Marktsituation für elektronische Publikationen und mobile Endgeräte
- Herausforderungen in der Produktion digitaler Inhalte
- Distributionswege für digitale Zeitschriften
- Neue Möglichkeiten der werblichen Vermarktung
- Strategische Implikationen für Verlage im Kontext der digitalen Transformation
Auszug aus dem Buch
4.2 Produktion digitaler Zeitschriften
Bei der Produktion digitaler Zeitschriften muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Anpassung an das jeweilige Medium, dem damit verbundenem Aufwand und den Erlösmöglichkeiten gefunden werden. So müssen sich Verlage aufgrund rückläufiger Erlöse „in der heutigen Zeit stärker denn je auf ihre Produktionskosten besinnen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“.
In welchem Umfang die Anpassung an die jeweilige Geräteklasse oder gar das einzelne Gerät erfolgen sollte, ist derzeit stark umstritten. Die Meinungen hierzu ändern sich schnell: „Wurden PDF-Versionen oder Faksimiles zunächst als ein No-Go verspottet, hat sich der Wind gedreht.“ Eine Vielzahl der Verlage vertritt dagegen die Ansicht, dass mobile Geräte als eigenständige Ausgabekanäle verstanden werden müssen und somit auch der Content angepasst werden muss.
Mittlerweile haben vier mögliche Produktionswege Einzug in die Praxis gehalten: PDF-Ansicht, manuelles und automatisches Layout sowie Mischformen daraus.
PDF-Ansicht: PDF-Dokumente, die im Rahmen des Produktionsprozesses einer gedruckten Zeitschrift in hoher Auflösung, meist 300 dpi in CMYK, entstehen, müssen für die Darstellung auf mobilen Geräten, meist 72 dpi oder 96 dpi in RGB, umgewandelt werden. Dem Verlag entsteht hierdurch ein nur sehr geringer Aufwand.
Manuelles Layout: Das digitale Magazin wird eigens für das jeweilige Ausgabegerät gelayoutet und kann mit multimedialen Inhalten angereichert werden. Schriftgrößen und Satzspiegel werden explizit auf das Display im Hoch- und Querformat angepasst.
Automatisches Layout: Die Erzeugung der Magazine wird vollautomatisch nach einem vorgegebenen Algorithmus erstellt. Ein automatisches Satzprogramm kombiniert Bilder und Texte eigenständig in vorgefertigten Layouts.
Mischformen: Neben den drei aufgeführten Grundformen finden sich vielfältige Mischformen. Dabei werden zum Beispiel einzelne Seiten aufwendig manuell gelayoutet, während andere automatisch gefüllt wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die durch mobile Endgeräte geweckten Hoffnungen der Verlagsbranche angesichts sinkender Anzeigenerlöse und rückläufiger Auflagenzahlen.
2 Grundlagen des ePublishings: Dieses Kapitel definiert elektronisches Publizieren und erläutert die verschiedenen Gattungen digitaler Publikationen sowie die notwendige technologische Basis.
3 Mobile Lesegeräte als Basis für digitale Zeitschriften: Es erfolgt eine Charakterisierung der vier maßgeblichen Geräteklassen – E-Reader, Tablet-PCs, Notebooks/Laptops und Smartphones – hinsichtlich ihrer Eignung für digitale Zeitschriften.
4 Herausforderungen und Perspektiven für Zeitschriftenverlage: Dieser Hauptteil analysiert ökonomisch relevante Bereiche, Anforderungen an die digitale Produktion, verschiedene Distributionsmodelle und Potenziale der werblichen Vermarktung.
5 Fazit und Trends: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Verlage trotz der Markkomplexität zeitnah Strategien entwickeln müssen, um von den Chancen der digitalen Transformation zu profitieren.
Schlüsselwörter
ePublishing, Zeitschriftenmarkt, mobile Lesegeräte, digitale Zeitschriften, Publikumszeitschriften, Tablet-PCs, E-Reader, Online-Kiosksysteme, First-Copy-Cost-Effekt, Werbevermarktung, Paid-Content, App, Distributionsmodell, Medienmanagement, digitale Transformation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den ökonomischen Einfluss von mobilen Lesegeräten auf den deutschen Zeitschriftenmarkt und die damit verbundenen Herausforderungen für Verlage.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die technologische Basis mobiler Endgeräte, die Produktionsformen digitaler Magazine, verschiedene Vertriebsstrukturen sowie die werbliche Vermarktung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand im Bereich ePublishing zu geben und mögliche Chancen sowie Risiken für Zeitschriftenverlage in Deutschland zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung aktueller Marktdaten, Studien und Branchenberichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden ökonomische Implikationen, Produktionswege (PDF, manuelles/automatisches Layout), Distributionskanäle (Kiosk-Systeme, Apps) und Abrechnungsmodelle der Werbung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen ePublishing, digitale Zeitschriften, mobile Endgeräte, Werbevermarktung, Distributionsmodelle und der First-Copy-Cost-Effekt.
Wie bewertet der Autor die Rolle des iPads für Verlage?
Das iPad wird als maßgeblicher Treiber für das Interesse der Verleger an digitalen Magazinen und als wichtige Plattform für Paid-Content-Modelle identifiziert.
Warum ist laut Autor die Marktkomplexität ein Risiko?
Die Vielfalt der Geräteformate und Betriebssysteme macht den Markt intransparent, erschwert die Standardisierung der Produktion und bindet wertvolle Kapazitäten in den Verlagshäusern.
- Arbeit zitieren
- Björn Schumbrutzki (Autor:in), 2012, ePublishing – ökonomischer Einfluss mobiler Lesegeräte auf den deutschen Zeitschriftenmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194895