Im Rahmen des zweitens Kapitels geht es um die theoretischen Grundlagen (elektorale bzw. liberale Demokratie, konsolidierte Demokratie und das Arenen-Konzept). Auf der Basis dieser Grundlagen wird dann in den späteren Kapiteln die Überprüfung der Konsolidierung der Demokratie in Kosova durchgeführt.
Das dritte und wichtigste Kapitel untergliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten Abschnitt geht es zunächst um einen historischen Überblick Kosovas. Hier werden einige der Hauptereignisse aus der Geschichte dargestellt, die heute eine Rolle für die Konsolidierung spielen. Im zweiten Abschnitt werden die Rolle der internationalen Gemeinschaft (UN, NATO, OSZE und Quint) in Kosova nach 1999 und die für Kosova ausgearbeiteten Standards systematisch dargestellt.
Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der Überprüfung der Konsolidierung der Demokratie in Kosova. In diesem Zusammenhang werden sowohl die Leistungen als auch die Herausforderungen der Demokratie analysiert. Hierbei wird einerseits die Konsolidierungs-Perspektive für die Demokratie in Kosova, die sich durch den Stabilitätspakt und durch den Assoziierungsprozess auftut, erläutert, anderseits werden politische Fragen über den endgültigen Status Kosovas diskutiert und Empfehlungen gegeben.
Das vierte und letzte Kapitel fasst die Ergebnisse noch einmal kurz zusammen und geht auf die zu Beginn aufgeworfenen Fragen ein.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG
2. THEORETISCHER GRUNDRAHMEN
2.1. Elektorale und liberale Demokratie
2.2. Konsolidierte Demokratie
2.3. Das Konzept der demokratischen Konsolidierung nach Linz/Stepan
3. KOSOVA AUF DEM WEG ZUR KONSOLIDIERUNG DER DEMOKRATIE
3.1. Historischer Überblick
3.2. Die Rolle der internationalen Gemeinschaft in Kosova nach 1999
3.2.1. UN- Mission (Unmik)
3.2.2. NATO – Mission ( KFOR)
3.2.3. OSZE – Mission und die Kontaktgruppe fünf (Quint)
3.2.4. Die Standards für Kosova
3.3. Chancen für die Konsolidierung der Demokratie
3.3.1. Die Überprüfung der Konsolidierung
3.3.2. Leistungen und Herausforderungen
3.3.3. Die Perspektive für die Konsolidierung der Demokratie
3.3.3.1. Der Stabilitätspakt
3.3.3.2. Das Assoziierungsprozess
3.3.3.3. Der politische Status
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Prozess der demokratischen Konsolidierung in Kosova im Zeitraum von 1999 bis 2004. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Chancen für die Etablierung einer stabilen, liberalen Demokratie unter den gegebenen historischen, politischen und internationalen Rahmenbedingungen bestehen und welche Rolle die internationale Gemeinschaft dabei einnimmt.
- Theoretische Fundierung demokratischer Konsolidierungsprozesse
- Historische Kontextualisierung der Konfliktgeschichte in Kosova
- Analyse der Rolle internationaler Akteure (UN, NATO, OSZE, Quint)
- Überprüfung der Konsolidierungschancen anhand des Arenen-Konzepts
- Diskussion des Einflusses der Statusfrage auf die Demokratisierung
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der internationalen Gemeinschaft in Kosova nach 1999
Nachdem die Resolution Nr. 1244 des UN-Sicherheitsrates am 10. Juli 1999 verabschiedet worden war, wurde der Generalsekretär Kofi Annan zur Einrichtung einer zivilen Übergangsverwaltung für Kosova (Unmik) ermächtigt. Am 2. Juli 1999 wurde Bernard Kouchner zum Chef (also zum Sonderbeauftragten des Generalsekretärs) der zivilen Übergangsverwaltung (Regierung) ernannt. Diese Regierung war und ist bis heute mit allen Kompetenzen der Legislative, Exekutive und Judikative ausgestattet, d.h. es gibt keine Gewaltenteilung.
Schwarz bezeichnet die Macht des Sonderbeauftragten des Generalsekretärs (SRSG) als eine solche, die der Macht „eines aufgeklärten absoluten Herrschers tatsächlich nahe kommt, das kann weiter an den Privilegien des SRSG im Bereich der kommunalen Selbstverwaltung und der Verfassung belegt werden.“ Damit weist die Unmik totalitäre Züge auf.
Die Unmik besteht aus vier Säulen, von denen 2 von ihr selbst verwaltet werden: 1. Die Zivilverwaltung (Zuständig für den Aufbau einer Zivilverwaltung, für Justiz, Polizei, Soziales, Gesundheit, Erziehung u.a.), 2. Humanitäre Unterstützung (Gebildet durch die UNHCR, zuständig für Fragen von Flüchtlingen, Unterbringung, Notversorgung), 3. Demokratisierung und Aufbau von Institutionen (Geleitet von der OSZE, in ihrer Kompetenz stehen Demokratieförderung, Entwicklung, Medien, Wahlen, Einwohner-Registrierung usw.) sowie 4. Wiederaufbau des Landes (Die EU ist dafür verantwortlich, die Aufgaben dieser Säule liegen beim Wiederaufbau von Straßen, Häusern, Industrie, Energie usw.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG: Einführung in die Demokratisierungswellen nach Huntington und Hinführung zur spezifischen Problematik der Konsolidierung im Kontext des Kosova-Konflikts.
2. THEORETISCHER GRUNDRAHMEN: Darstellung zentraler Demokratiebegriffe und Konzepte, insbesondere das Arenen-Konzept von Linz/Stepan sowie Ansätze von Diamond.
3. KOSOVA AUF DEM WEG ZUR KONSOLIDIERUNG DER DEMOKRATIE: Analyse der historischen Hintergründe, der internationalen Präsenz nach 1999 sowie eine detaillierte Überprüfung der Konsolidierungschancen anhand von Indikatoren.
4. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der erreichten Konsolidierungsschritte und der weiterhin bestehenden, kritischen Herausforderungen für die Stabilität Kosovas.
Schlüsselwörter
Kosova, Demokratische Konsolidierung, UNMIK, Internationale Gemeinschaft, Liberale Demokratie, Staatsbildung, Konflikttransformation, Transformationsforschung, Linz/Stepan, Arenen-Konzept, Statusfrage, Minderheitenschutz, Zivilgesellschaft, Rechtsstaatlichkeit, Demokratisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Demokratie in Kosova nach dem Krieg von 1999 unter der Aufsicht der internationalen Gemeinschaft entwickelt hat und ob diese als konsolidiert bezeichnet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Demokratisierung, die historische Entwicklung Kosovas, die Rolle der internationalen Akteure wie UN und NATO sowie wirtschaftliche und soziale Herausforderungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu beantworten, wie es um die Chancen für die Konsolidierung der Demokratie in Kosova bestellt ist und welche Faktoren diesen Prozess fördern oder behindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf die Anwendung politikwissenschaftlicher Transformationstheorien, insbesondere das Arenen-Konzept von Linz und Stepan sowie das Konsolidierungsmodell von Larry Diamond.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, die Analyse der UN-Verwaltung sowie eine detaillierte Überprüfung der Konsolidierung in den Dimensionen Verhalten, Einstellung und Verfassung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Demokratische Konsolidierung, UNMIK, Staatsbildung, Rechtsstaatlichkeit und die Statusfrage.
Welche Rolle spielt die serbische Minderheit bei der Konsolidierung?
Die Arbeit identifiziert die serbische Minderheit bzw. deren Parallelstrukturen als ein wesentliches Hindernis für die Konsolidierung der Demokratie, da diese oft als Instrument gegen die staatliche Integrität genutzt werden.
Warum wird der politische Status als kritisch eingestuft?
Der Autor argumentiert, dass die ungelöste Statusfrage Investitionen verhindert, die wirtschaftliche Erholung hemmt und somit notwendige Schritte zur demokratischen Konsolidierung blockiert.
- Arbeit zitieren
- M.A. Ilir Osmani (Autor:in), 2004, Konsolidierung der Demokratie in Kosova 2004, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195002