Ein Überblick über Theorien der Medienwirkungsforschung. Unter anderem Erläuterung der Dissonanztheorie, Theorie der wachsenden Wissenskluft und des Sleeper-Effekts. Verschiedene Arten der Medienwirkung (lang, kurz, indirekt, direkt, stark, schwach) und Medienselektion (Framing, Priming) werden vorgestellt. Schließlich wird auf Probleme der Medienwirkungsforschung eingegangen und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Methodische Vorbemerkung
2. Medienwirkungsforschung – ein Überblick
2.1 Was ist Medienwirkungsforschung?
2.1.1 Verschiedene Einstellungsänderungen
2.1.2 Kurz- vs. langfristige Medienwirkungen
2.1.3 Direkte vs. indirekte Medienwirkungen
2.1.4 Starke vs. schwache Medienwirkungen
2.2 Medienselektion
2.3 Sleeper-Effekt
2.4 Dissonanztheorie
2.5 These der wachsenden Wissenskluft
2.6 Probleme der Medienwirkungsforschung
3. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über das Feld der Medienwirkungsforschung zu geben, die zentralen Begriffe einzuordnen und zentrale theoretische Ansätze kritisch zu beleuchten sowie die bestehenden methodischen Probleme des Forschungsfeldes aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen der Medienwirkungsforschung
- Die Rolle der Medienselektion durch Kommunikatoren und Rezipienten
- Zentrale Theorien: Sleeper-Effekt, Dissonanztheorie und Wissenskluft-Hypothese
- Methodische Herausforderungen und Validitätsprobleme in der empirischen Medienwirkungsforschung
Auszug aus dem Buch
2.5 These der wachsenden Wissenskluft
Phillip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien von der University of Minnesota formulierten 1970 erstmals die Hypothese von der „Increasing Knowledge-Gap“, zu deutsch: Wissenskluft-Hypothese: „Wenn der Informationszufluss in ein Sozialsystem wächst, tendieren die Bevölkerungssegmente mit höherem sozio-ökonomischem Status und / oder höherer formaler Bildung zu einer rascheren Aneignung dieser Information als die status- und bildungsniedrigeren Segmente, so dass die Wissenskluft zwischen diesen Segmenten tendenziell zu- statt abnimmt.“
Der Ansatz stellt damit „eine ungleiche Wissensverteilung in der Gesellschaft“ fest, die unter dem Einfluss der Massenmedien nicht nivelliert wird. Tichenor und Co. relativierten die bis dahin gängige Funktionsvorstellung der Massenmedien, dass diese zur gleichmäßigen Informiertheit der Bevölkerung beitragen. Die Wissenskluftforschung „stellt die zentrale Funktion eines politisch-informativen Medienangebots bereits in ihren Grundannahmen in Frage.“
Wie die Abbildung verdeutlicht, bezieht sich die Wissenskluft-Hypothese auf längerfristige Medienwirkungen. Zu Beginn (Zeitpunkt t1) sind sozio ökonomische Mittel/Oberschicht und Unterschicht noch nahezu auf gleichem Wissensstand. Je später jedoch ein weiterer Zeitpunkt (t2) gewählt wird, desto deutlicher und größer wird die Wissenskluft, die zwischen den Schichten in Bezug auf ein bestimmtes Thema besteht. Das Forschungsteam um Tichenor hielt als Prämisse fest, dass diese Informationsaufnahme „irreversibel“ sein solle. Als spezifizierende Rahmenbedingung gilt außerdem, dass die These „hauptsächlich auf politische Probleme [...] und Berichte aus der Wissenschaft“ zutrifft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Methodische Vorbemerkung: Die Autorin legt die Relevanz der Medienwirkungsforschung dar, erläutert die gewählte Vorgehensweise und nennt die verwendete Primärliteratur.
2. Medienwirkungsforschung – ein Überblick: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Einordnung, definiert Wirkungsarten und diskutiert zentrale Konzepte sowie Herausforderungen der Forschung.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Vielfalt und Komplexität der behandelten Theorien und verweist auf die fortwährende Notwendigkeit weiterer Forschung in einer sich wandelnden Medienlandschaft.
Schlüsselwörter
Medienwirkungsforschung, Massenkommunikation, Rezipientenforschung, Einstellungsänderung, Medienselektion, Sleeper-Effekt, Dissonanztheorie, Wissenskluft-Hypothese, Sozio-ökonomischer Status, Medienkompetenz, Externe Validität, empirische Forschung, Kommunikationswissenschaft, Wirkungsphänomene.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen einführenden Überblick in die Medienwirkungsforschung und beleuchtet deren Bedeutung, theoretische Fundamente und methodische Grenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die Einordnung von Medienwirkungen, Konzepte wie Medienselektion, sowie spezifische Theorien zum Medienkonsum und zur Informationsverarbeitung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis darüber zu vermitteln, wie Medien auf Individuen wirken und welche wissenschaftlichen Ansätze existieren, um diese Wirkungen zu erklären.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden erwähnt?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender medienwissenschaftlicher Literatur und Theorien, unter anderem unter Berücksichtigung von Laborexperimenten und Längsschnittstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition der Medienwirkungsforschung, der Darstellung des Sleeper-Effekts, der Dissonanztheorie, der Wissenskluft-Hypothese sowie der kritischen Reflexion über Probleme bei der empirischen Erhebung von Medieneffekten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Medienwirkungsforschung, Wissenskluft, Dissonanztheorie, Medienselektion und die methodischen Validitätsprobleme innerhalb der Kommunikationswissenschaft.
Warum ist laut der Autorin eine Abgrenzung der Medienwirkungsforschung schwierig?
Weil die Phasen der Kommunikation – präkommunikativ, kommunikativ und postkommunikativ – eng miteinander verzahnt sind und sich gegenseitig beeinflussen, was eine isolierte Betrachtung der Wirkungsphase erschwert.
Was besagt die Wissenskluft-Hypothese in Bezug auf den Wissenszuwachs?
Die Hypothese besagt, dass Menschen mit einem höheren sozio-ökonomischen Status Informationen aus den Medien schneller aufnehmen können als bildungsniedrigere Schichten, was zu einer wachsenden Wissenskluft in der Gesellschaft führen kann.
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- Christine Memminger (Author), 2010, Medienwirkungsforschung: Ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195161