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Integration durch Heirat? - Einfluss der Heirat von Migranten und Deutschen auf die Integration in Deutschland

Titel: Integration durch Heirat? - Einfluss der Heirat von Migranten und Deutschen auf die Integration in Deutschland

Hausarbeit , 2012 , 18 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Hanna A. Langer (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Forderung nach Integration ist nicht erst seit „Deutschland schafft sich ab“ in aller Munde. Politiker und Wirtschaftler, Vereine und Medien debattieren über Fachkräftemangel, Parallelgesellschaften, Islamunterricht, Integrationsverweigerer, Sprachkurse, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, ausländische Sozialhilfeempfänger und vieles mehr. Neben vorrangig italienischen und türkischen Gastarbeitern in Westdeutschland, vietnamesischen in der ehemaligen DDR und diversen anderen, die schon über Generationen in Deutschland und oftmals besser integriert sind als manch Deutschdeutscher es zugeben möchte, betreffen diese Diskussionen auch jene Menschen, die aus Liebe zu ihrem deutschen Partner hierher kamen oder hier jemanden kennenlernten, mit dem sie den „Bund für's Leben“ schlossen.

Jedoch sind binationale Partnerschaften nicht unbedingt die erste Assoziation, wenn man an Integration denkt, denn sind Migranten, die Deutsche heiraten, nicht schon dadurch wunderbar integriert? Manch einer stellt sich den deutschen Partner vielleicht als eine Art persönlichen Integrationsbetreuer eines Migranten vor. Aber ist dem wirklich so? Angenommen, der im Ausland erworbene Berufsabschluss wird in Deutschland nicht anerkannt – leider kein seltener Fall – bedeutet das für das Paar, dass der deutsche Partner erst einmal für die Versorgung zuständig ist. Kann er oder sie sich dann noch darum kümmern, dass der oder die Andere Deutsch lernt, Kulturveranstaltungen besucht und Freundschaften zu Deutschen knüpft? Ist das denn überhaupt Integration? In was soll er oder sie sich eigentlich integrieren, was ist denn deutsche (Leit-)Kultur? Letztere sind Fragen, die dieser Arbeit zugrunde liegen ohne selbst ausreichend behandelt werden zu können. Es soll vor allem gefragt werden, inwieweit sich eine Partnerschaft, speziell eine heterosexuelle Ehe mit einem oder einer Deutschen sich auf die Integration des Partners mit eigener Migrationserfahrung auswirkt, vielleicht sogar selbst ein Indikator für eine erfolgreiche Integration desselben ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Vorüberlegungen

1.1 Migration, Migranten, Deutsche

1.2 Integrationsbegriff und Messbarkeit von Integration

1.3 Binationale Ehen

2 Rolle des Aufnahmelands Deutschland

2.1 Gesetzeslage für mit Deutschen verheiratete Migranten

2.2 Gesellschaftliche Reaktion auf Binationale

2.3 Angebote zur Unterstützung

3 Rolle der binationalen Ehe

4 Integration der mit Deutschen verheirateten Migranten

4.1 Integrationsindikatoren der Ausländerbeauftragten

4.2 Binationale Ehe als Indikator für Integration?

4.3 Umfrage unter binational Verheirateten

5 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Heirat zwischen Migranten und Deutschen auf den Integrationsprozess in Deutschland. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit eine binationale Ehe nicht nur als integrationsfördernder Faktor wirkt, sondern ob sie selbst als Indikator für eine gelungene Integration verstanden werden kann.

  • Rechtliche Rahmenbedingungen für binationale Ehen
  • Sozialwissenschaftliche Analyse des Integrationsbegriffs
  • Soziale und psychologische Dynamiken in binationalen Partnerschaften
  • Empirische Auswertung einer Umfrage unter binational verheirateten Paaren
  • Reflektion über Integrationsindikatoren in der deutschen Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

Rolle der binationalen Ehe

In wissenschaftlichen Arbeiten wurde bislang vorallem gefragt, wie innerhalb der Partnerschaft mit den kulturellen Unterschieden umgegangen wird. Hier soll es jedoch weiterführend darum gehen, wie sich dies auf die Integration des ausländischen Partners in Deutschland auswirkt. Die schon im vorhergehenden Kapitel benannten äußeren Umstände spielen dabei natürlich eine große Rolle, bspw. wenn das Paar aufgrund „der fehlenden offiziellen Anerkennung von Berufsabschlüssen, aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oder diskriminierender Einstellungspraxen möglicher Arbeitgeber(innen)“ (Menz 2007, 5) damit zurecht kommen muss, dass der migrierte Partner erst einmal arbeitslos und daher der deutsche Partner Alleinversorger ist – was einerseits für das Rollenverständnis in der Ehe ein Problem sein kann, aber auch für die Integration in der deutschen Gesellschaft. Aber wirkt sich eine binationale Partnerschaft auch direkt auf die Integration aus?

Obwohl (National-)Kulturen nicht statisch sind und nicht allein „durch das Aufwachsen in einem Land erworben“ (Hofstede, zit. in: Kobayashi-Weinszieher 2000, 105) werden, sondern durch eine Vielzahl von Institutionen und Medien, auch in der Diaspora, die diese dynamischen Kontrukte bewusst weitervermitteln (vgl. ebd., 105), kommt es häufig vor, dass sich Partner in binationalen Ehen als Vertreter ihrer Nationalkultur verstehen. Dies kann Konflikte verhärten, evt. sogar provozieren, aber auch reflektieren helfen. Wenn das Paar die Ursache des Konflikts in den verschiedenen Kulturen erkennt, kann der Konflikt „produktiv gewendet werden, indem sich von der Herkunftskultur distanziert wird und eigene neue Räume und Wege eröffnet werden“ (Menz 2007, 13). Auf diese Weise entsteht in binationalen Ehen eine gewisse „hybride[ ] Zugehörigkeit“ (ebd., 19), die sich aus den Kulturen beider Partner ergibt. Im Rahmen dieses Prozesses muss sich der ausländische Ehepartner mit der „teils stabilen, teils dynamischen nationalen Kultur des Gastlandes sowie den für sie typischen Kommunikationsformen und Genderdefinitionen“ (Kobayashi-Weinszieher 2000, 106) auseinandersetzen und kann dieses Wissen auch außerhalb der Ehe einsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Integration im Kontext binationaler Ehen sowie Definition der Forschungsfragen und Zielsetzung.

1 Vorüberlegungen: Klärung der zentralen Begrifflichkeiten wie Migration, Migranten und Integration, um eine wissenschaftliche Basis für die Arbeit zu schaffen.

2 Rolle des Aufnahmelands Deutschland: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Reaktionen auf binationale Paare in Deutschland.

3 Rolle der binationalen Ehe: Untersuchung der psychologischen und soziologischen Auswirkungen der Ehe auf den Integrationsprozess des ausländischen Partners.

4 Integration der mit Deutschen verheirateten Migranten: Prüfung der Integrationsindikatoren und Auswertung einer eigenen Umfrage unter betroffenen Paaren.

5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über die Grenzen der Untersuchung sowie Vorschläge für zukünftige Forschung.

Schlüsselwörter

Binationale Ehe, Integration, Migration, Sozialkapital, Heiratsmigranten, Identität, Aufnahmegesellschaft, Leitkultur, Integrationsindikatoren, Rechtsstatus, Kulturtransfer, Akkulturation, Soziale Einbettung, Partnerschaft, Migrationshintergrund.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sich eine Ehe zwischen einem Menschen mit eigener Migrationserfahrung und einem deutschen Partner auf den Integrationsprozess in Deutschland auswirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Migrationsrecht, der wissenschaftliche Diskurs über Integrationsbegriffe, die Rolle des deutschen Staates sowie die Dynamiken innerhalb binationaler Partnerschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob eine binationale Ehe die Integration fördert und ob sie selbst als Indikator für eine erfolgreiche Integration betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch Fachliteratur in Kombination mit einer empirischen, qualitativen Umfrage unter binational verheirateten Personen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden rechtliche Erleichterungen, gesellschaftliche Reaktionen, kulturelle Anpassungsprozesse sowie die Anwendbarkeit staatlicher Integrationsindikatoren auf binationale Ehen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Binationale Ehe, Integration, Migration, Sozialkapital, Identität und Integrationsindikatoren.

Inwiefern beeinflusst der rechtliche Status die Integration von Heiratsmigranten?

Die Ehe bietet einen erleichterten Zugang zum Aufenthaltstitel und zur Arbeitserlaubnis, was strukturelle Integrationsvorteile schafft, wie in Kapitel 2 dargelegt.

Wie bewerten die befragten Paare den Begriff der „Leitkultur“?

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer stuft den Begriff als problematisch ein, da er als ausschließend empfunden wird und nicht die gelebte Vielfalt einer modernen Gesellschaft widerspiegelt.

Welche Rolle spielen religiöse Gemeinschaften bei der Integration?

Die Umfrage ergab, dass religiöse Gemeinden, wie etwa die Bahá'í-Gemeinde, für einige Befragte eine wichtige unterstützende Rolle im Integrationsprozess einnehmen.

Warum ist ein „Umkehrschluss“ bei der Integration durch Heirat laut Autorin problematisch?

Weil Integration ein multidimensionaler Prozess ist, der nicht allein durch den Eheschluss garantiert wird und stark von individuellen Lebensumständen und der Haltung der Aufnahmegesellschaft abhängt.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Integration durch Heirat? - Einfluss der Heirat von Migranten und Deutschen auf die Integration in Deutschland
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Multikulturalität, Integration und 'Migrationshintergrund'
Note
2,7
Autor
Hanna A. Langer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V195228
ISBN (eBook)
9783656210450
ISBN (Buch)
9783656211075
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelle Kommunikation Integration Migrationshintergrund Multikulturalität Ehe binationale Partnerschaft Liebe Heirat Deutschland Ausländerbeauftragte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hanna A. Langer (Autor:in), 2012, Integration durch Heirat? - Einfluss der Heirat von Migranten und Deutschen auf die Integration in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195228
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Leseprobe aus  18  Seiten
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