Das II. Vatikanische Konzil (1962-65) stellte einen Wendepunkt im Verhältnis der christlichen Kirchen zueinander dar, besonders in Deutschland. Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der ökumenischen Entwicklung, die zu den Beschlüssen des Konzils geführt haben, mit den Reaktionen der protestantischen Kirchen darauf sowie mit dem Fortgang der interkonfessionellen Annäherung und Zusammenarbeit. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Rechtfertigungslehre.
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkung
- A. Was ist Ökumene?
- I. Begriffsklärung
- II. Ökumene im Frühmittelalter
- III. Ökumene oder interreligiöser Dialog?
- IV. Konsens- oder DifferenzÖkumene?
- V. Nationales vs. Internationales Ökumeneverständnis
- B. Ökumene vordenken
- I. Fern der Ökumene: Das späte 19. Jahrhundert
- II. Vater der Ökumene?
- III. Zeit der Rückschläge
- 1. Die Enzyklika „Mortalium Animos"
- 2. Protestantische Antiökumene
- IV. Konkrete Bestrebungen nach Söderblom
- C. Das Konzil und seine Folgen
- I. Neue Impulse aus Rom
- II. Protestantismus und Papsttum - Kern des Dissenses?
- III. Öffnung nach Osten
- IV. Lutherisch-anglikanische Annäherung
- D. Gemeinsamkeiten entwickeln
- I. Den einen Glauben bekennen
- II. Auf dem Weg zur Gemeinsamen Erklärung über die Rechtfertigungslehre
- 1. Was ist Rechtfertigung?
- 2. Zusammen nach Augsburg
- 3. Inhalte der Gemeinsamen Erklärung
- III. Gemeinsam an einem Tisch?
- IV. Eine Ämterfrage
- V. Grundwerte bekennen
- E. Wegweisende Entwicklungsschritte
- I. Internationale Ökumene
- II. „Ihr sollt ein Segen sein"
- F. Ökumene von unten
- I. Der gemeinsame Gemeindegottesdienst
- II. Konfessionsübergreifende Ehen
- III. Die Rolle der Jugendarbeit
- IV. Gelebte Ökumene - die Militärseelsorge
- V. Perspektiven
- G. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Studienabschlussarbeit untersucht die Entwicklungen der ökumenischen Verständigung seit 1964, insbesondere unter Berücksichtigung der Situation in Deutschland. Sie beleuchtet die verschiedenen Strömungen und Herausforderungen innerhalb der ökumenischen Bewegung, die verschiedenen Versuche zur Annäherung der Konfessionen und die Rolle der Ökumene im gesellschaftlichen Kontext.
- Entwicklung der ökumenischen Verständigung seit 1964
- Die Situation der Ökumene in Deutschland
- Die verschiedenen Strömungen und Herausforderungen innerhalb der ökumenischen Bewegung
- Die Rolle der Ökumene im gesellschaftlichen Kontext
- Die Versuche zur Annäherung der Konfessionen
Zusammenfassung der Kapitel
- Vorbemerkung: Einführung in die Thematik und Vorstellung der Arbeit.
- A. Was ist Ökumene?: Definition und Abgrenzung des Begriffs „Ökumene", historische Entwicklung und unterschiedliche Formen der Ökumene.
- B. Ökumene vordenken: Die Anfänge der ökumenischen Bewegung im späten 19. Jahrhundert, die Rolle von Persönlichkeiten wie Nathan Söderblom und die Herausforderungen der frühen Ökumene.
- C. Das Konzil und seine Folgen: Die Auswirkungen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf die ökumenische Bewegung, die Entwicklung neuer Impulse und die Annäherung zwischen katholischer Kirche und Protestantismus.
- D. Gemeinsamkeiten entwickeln: Die Suche nach gemeinsamen Grundlagen des Glaubens und die Zusammenarbeit zwischen den Konfessionen in verschiedenen Bereichen.
- E. Wegweisende Entwicklungsschritte: Die Entwicklung der ökumenischen Bewegung auf internationaler Ebene und die Rolle der Ökumene in der Gesellschaft.
- F. Ökumene von unten: Die Bedeutung der Ökumene auf Gemeindeebene und in der Praxis des Lebens.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche der ökumenischen Verständigung, die verschiedenen Konfessionen und deren Annäherung, die historische Entwicklung der Ökumene, die Rolle der Ökumene in Deutschland und die Herausforderungen und Chancen der Ökumene in der Gegenwart.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Wendepunkt für die Ökumene im 20. Jahrhundert?
Das II. Vatikanische Konzil (1962-65) gilt als der entscheidende Wendepunkt, der die katholische Kirche für den Dialog mit anderen christlichen Konfessionen öffnete.
Was ist die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“?
Es ist ein 1999 in Augsburg unterzeichnetes Dokument, in dem die katholische Kirche und der Lutherische Weltbund einen Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre feststellten, einem zentralen Streitpunkt der Reformation.
Welche Rolle spielt die „Ökumene von unten“?
Damit ist die gelebte Zusammenarbeit in den Gemeinden gemeint, wie z.B. gemeinsame Gottesdienste, konfessionsübergreifende Ehen oder die ökumenische Jugendarbeit.
Wer gilt als einer der Pioniere der ökumenischen Bewegung?
Nathan Söderblom wird oft als einer der „Väter der Ökumene“ bezeichnet, da er bereits früh konkrete Bestrebungen zur Annäherung der Kirchen initiierte.
Was sind die größten verbleibenden Hindernisse in der Ökumene?
Dazu zählen Fragen des Amtsverständnisses (Papsttum, Priesterweihe) und die volle Abendmahlsgemeinschaft (Interkommunion).
- Arbeit zitieren
- M.A. Christoph Pazdzior (Autor:in), 2009, Ökumene in Deutschland: Wegmarken einer Annäherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195239