Diese Seminararbeit zeigt auf, dass es schon im Kroatien des 16. Jahrhunderts Vorläufer des Panslawismus gegeben hat. Die kroatischen Humanisten Orbini und Pribojevic identifizierten sich auf eine ganz besondere Art mit dem Slawentum.
Der Panslawismus wird als ein kulturelles Phänomen aufgezeigt, dass in der frühneuzeitlichen Literatur begann und später politische Formen annahm.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Orbini und Pribojevic´ als Vorläufer des politischen Panslawismus
Textinterpretation: Vinko Pribojevic´
Textinterpretation: Mavro Orbini
Bemerkungen zur Geschichtsschreibung
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Metamorphose des Panslawismus als Idee in Abhängigkeit vom jeweiligen Zeitgeist. Das primäre Ziel ist es, die historischen und kulturellen Zusammenhänge in den Werken von Vinko Pribojevic´ und Mavro Orbini zu analysieren und deren Bedeutung als Vorläufer des Panslawismus vor dem 19. Jahrhundert kritisch einzuordnen.
- Historische Einordnung von Vinko Pribojevic´ und Mavro Orbini im Kontext des Panslawismus.
- Analyse der literarischen Gattungen und Autorenintentionen der untersuchten Texte.
- Untersuchung des Geschichtsbildes sowie der weltanschaulichen Funktionen in den Werken.
- Reflexion über die Entwicklung von Nationalbewusstsein und die Rolle der slawischen Völker.
- Kritische Auseinandersetzung mit der historiographischen Arbeitsweise im 16. und 17. Jahrhundert.
Auszug aus dem Buch
Textinterpretation: Vinko Pribojevic´
«Über sein Leben gibt es keine Daten, außer denen, die in seinem einzigen erhaltenen Werk angegeben sind.» «Er wurde in Hvar in eine Familie aus dem Volk hineingeboren und besuchte in seiner Heimatstadt die damaligen Schulen, bevor er dem Dominikanerorden beitrat. Diesem Orden gehörte auch sein Bruder Jeronim an. Vinko studierte in Italien weiter, wurde Professor der Theologie, reiste viel und verbrachte drei Jahre in Polen.»
«1525 hielt er in Hvar vor seinen Mitbürgern die Rede «De origine successibusque Slavorum» (dt.: Über Herkunft und Begebenheiten der Slawen; kro.: O podrijetlu i zgodama Slavena). Diese Rede schickte er mit einem Widmungsschreiben und der Bitte, sie drucken zu lassen, an den Hvarer Edelmann Petar Vitaljic´. 1532, sieben Jahre später, wurde diese Rede in Venedig gedruckt.»
«Der Autor selbst teilte dieses kleine historische Werk in drei Abschnitte.» Der erste dieser beginnt mit der Sintflut und zählt Illyrer, Thraker, Mazedonier, Goten und Vandalen fälschlicherweise zu den Slawen. Tapferkeit, Todesverachtung und Wille zum Ruhm zeichnen diese Slawen unter Anführungszeichen aus, von denen es im Epilog des ersten Abschnittes der Rede heißt, sie hätten die mächtigsten Völker Europas, Asiens und Afrikas besiegt, seien aber von keinem Historiker unparteiisch gelobt worden.
«Der zweite Teil der Rede ist Dalmatien gewidmet, wobei sich Pribojevic´ für seine Heimat begeistert und auf die günstige Lage, die Fruchtbarkeit und den Reichtum dieses Landes eingeht.»
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Metamorphose der Idee des Panslawismus ein und stellt die Relevanz der historischen Betrachtung von 1848 und der Bedeutung der Volksbildung heraus.
Orbini und Pribojevic´ als Vorläufer des politischen Panslawismus: Dieses Kapitel verortet beide Autoren als geistesgeschichtliche Vorläufer des späteren Panslawismus und beleuchtet die Rolle von Nationalismus und Lokalpatriotismus.
Textinterpretation: Vinko Pribojevic´: Es wird das Leben und Wirken von Pribojevic´ analysiert, insbesondere seine Rede „De origine successibusque Slavorum“ und deren Bedeutung für die Identität der dalmatinischen Slawen.
Textinterpretation: Mavro Orbini: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Analyse von Orbinis „Il regno degli Slavi“, seiner Arbeitsweise sowie der Darstellung der slawischen Geschichte und ihrer politischen Auswirkungen.
Bemerkungen zur Geschichtsschreibung: Hier werden wissenschaftstheoretische Überlegungen angestellt, wie zwischen Wissenschaft, Ideologie und Mythos in der Panslawismusforschung unterschieden werden kann.
Zusammenfassung: Den Abschluss bildet eine prägnante Rückschau auf die zentrale Fragestellung der Arbeit sowie die Zusammenführung der Erkenntnisse über die Autoren.
Schlüsselwörter
Panslawismus, Vinko Pribojevic´, Mavro Orbini, slawische Nation, Geschichte, Kroatien, Dalmatinische Renaissance, Nationalbewusstsein, Historiographie, 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, Illyrismus, kulturelle Identität, Südslawen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anfänge und die Entwicklung der panslawistischen Idee in den Werken der kroatischen Autoren Vinko Pribojevic´ und Mavro Orbini im 16. und 17. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die historische Glorifizierung der Slawen, der Zusammenhang von Identität und Geschichtsschreibung sowie die Entwicklung einer überregionalen slawischen Verbundenheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Schriften von Pribojevic´ und Orbini geistesgeschichtlich einzuordnen und ihre Rolle als Wegbereiter für den Panslawismus des 19. Jahrhunderts zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historiographische Textinterpretation sowie einen vergleichenden Ansatz, um die Autoren im Kontext der europäischen Geistesgeschichte zu verorten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Interpretation der Werke von Pribojevic´ und Orbini, einschließlich ihrer Darstellungen zur Herkunft und Geschichte der slawischen Völker.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Panslawismus, slawische Identität, Renaissance-Humanismus und der Einfluss der Geschichtsschreibung auf das Nationalbewusstsein.
Wie unterscheidet sich die Rolle von Pribojevic´ von der Orbinis?
Pribojevic´ legte mit seiner Rede in Venedig den Grundstein für die panslawistische Idee bei den Kroaten, während Orbini in seinem Werk „Il regno degli Slavi“ diese Ansätze systematisierte und zu einer umfassenden historiographischen Darstellung ausbaute.
Welche Rolle spielt die „Nacht des Vergessens“ in Orbinis Denken?
Dieser Begriff beschreibt Orbinis Überzeugung, dass die ruhmreichen Taten der Slawen nur deshalb historisch nicht präsent waren, weil sie selbst keine gelehrten Schriftsteller hatten, was er durch seine Arbeit zu beheben suchte.
Warum wird die „historische Korrektheit“ der Autoren kritisiert?
Die Autoren werden kritisiert, da sie häufig mythologische Elemente, falsche Jahreszahlen und legendäre Darstellungen nutzten, um ihre patriotischen Thesen und die Einheit der slawischen Völker zu stützen.
- Arbeit zitieren
- Ivo Marinsek (Autor:in), 2008, Orbini und Pribojevic´ als Vorläufer des politischen Panslawismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195249