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Steuerungsorientierte Risikokennzahlen und Performancemaße in der Schaden- und Unfallversicherung

Titel: Steuerungsorientierte Risikokennzahlen und Performancemaße in der Schaden- und Unfallversicherung

Diplomarbeit , 2005 , 109 Seiten

Autor:in: Thomas Grube (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Nach Zeiten des stetigen Wachstums und der Wohlstandsmehrung befindet sich auch die Versicherungswirtschaft in einem Wandel. Neue Technologien, die Globalisierung der Märkte, gesellschaftspolitische Veränderungen und der diskontinuierliche Wandel der Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Versicherungsnehmer führen dazu, daß sich die Marktteilnehmer immer schneller auf neue Situationen einstellen müssen. Chancen ziehen parallel auch immer eine Vielzahl neuer Gefahren mit sich, die entdeckt, analysiert und bewältigt werden müssen. Gerade Versicherungsunternehmen müssen sich auf diese Risiken, egal in welchem Bereich, sehr schnell einstellen und sie in ihre Finanz- und Risikopolitik schnellstmöglich integrieren. Es gilt für die Versicherungsunternehmen Möglichkeiten zu entwickeln, auftretende Risiken monetär messbar zu machen. Werden diese verschiedenartigen Risiken gebündelt oder muß für jedes Risiko eine Maßzahl entwickelt werden?
Seit Beginn der 90er Jahre ist es zwingend notwendig diese Risiken zu spezifizieren, denn sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Berechnung der Beiträge, Prämien, Zuschläge etc. Besonderem Augenmerk unterliegt die jeweilige Finanzpolitik. Sie mußte im Zuge der vielen Veränderungen um ein Vielfaches erweitert werden, da sich das Segment Risiko zu einem Schwergewicht der Finanzpolitik in Versicherungsunternehmen entwickelt hat. Sind Risiken nicht qualitativ und quantitativ in der Finanzpolitik integriert, kommt es schnell zu Liquiditätsengpässen. Es wird immer wichtiger das Risikopotential richtig bestimmt zu haben, um mit fi-nanzpolitischen Mitteln dem möglichen Schaden entgegenwirken zu können. Doch wie wird das Kapital gebündelt, um an der richtigen Stelle im Versicherungsgeschäft eingesetzt werden zu können? Ist eine gerechte risikobasierte Kapitalallokation realisierbar? Welche Möglichkeiten der Performancesteuerung und –messung ergeben sich dadurch? Bis zum heutigen Zeitpunkt wird weiter an immer spezifischeren Methoden gearbeitet, um es den Versicherungsunternehmen zu ermöglichen,
die auch immer spezieller werdenden Risiken adäquat für sich und die
Versicherungsnehmer beherrschen zu können.

spezifischeren Methoden gearbeitet, um es den Versicherungsunternehmen zu er-möglichen, die auch immer spezieller werdenden Risiken adäquat für sich und die Versicherungsnehmer beherrschen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Aktualität der Thematik

1.1 Abgrenzung der Arbeit

1.2 Vorgehensweise

2 Versicherungswirtschaftliche Grundlagen

2.1 Theorien des Versicherungsbegriffs / das Versicherungsgeschäft

2.2 Der Risikobegriff / die Versicherungswirtschaft

2.3 Das versicherungstechnische Risiko

2.3.1 Erklärungsmodelle

2.3.2 Die Elemente des versicherungstechnischen Risikos

2.3.2.1 Das Zufallsrisiko

2.3.2.1.1 Dem Zufallsrisiko entgegenwirken

2.3.2.1.2 Wertung des Zufallsrisikos

2.3.2.2 Das Änderungs- und Irrtumsrisiko

3 Risikokennzahlen und Risikomaße

3.1 Eigenschaften von Risikomaßen

3.1.1 Vergleichende axiomatische Betrachtung von Risikomaßen

3.1.1.1 Das Axiomensystem von Artzner/Delbaen/Eber/Heath

3.1.1.2 Das Axiomensystem von Pederson/Satchell

3.1.1.3 Die Axiomensysteme von Rockafellar/Uryasev/Zabarankin (RUZ)

3.2 Der Value at Risk (VaR) als Risikomaß

3.2.1 Definition des Value at Risk

3.2.2 Die Kohärenz des Value-at-Risk

3.2.3 Fundamentale Beziehungen und Bedingungen des VaR

3.3 Conditional Value at risk (CVaR)

3.4 Lower-Partial-Moments (LPM), Shortfall- & Excesschancenmaße

3.5 Zusammenfassung

4 Risikokapitalbestimmung und Performancesteuerung

4.1 Produktionsfaktoren des Risikogeschäftes der Versicherungen

4.2 Risikobasierte Kapitalausstattung

4.2.1 Ist das VRAC ein Risikomaß?

4.2.2 Risikoadjustierte Performancemessung – Risk Adjusted Performance Measurement (RAPM)

4.2.3 Ansatz der Allokation des Gesamt-VRAC

4.2.4 Risikoadjustierte Performancemessung und Unternehmenssteuerung mit Shareholder Value Maximierung als Ausgangspunkt

4.3 Abschließende Betrachtung des RAC

4.4 Zusammenfassung

5 Abschlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, grundlegende versicherungswirtschaftliche Aspekte zu erläutern und darauf aufbauend moderne, steuerungsorientierte Risikokennzahlen sowie Performancemaße für die Schaden- und Unfallversicherung zu analysieren, wobei der Fokus auf dem Risikomanagement und der risikobasierten Kapitalallokation in Kompositversicherungsunternehmen liegt.

  • Grundlagen des versicherungstechnischen Risikos (Zufalls-, Änderungs- und Irrtumsrisiko)
  • Vergleichende Analyse von Risikomaßen (VaR, CVaR, Lower-Partial-Moments)
  • Risikobasierte Kapitalbestimmung mittels RAC/VRAC-Konzepten
  • Methoden der Performancemessung und Kapitalallokation auf Spartenebene

Auszug aus dem Buch

3.1 Eigenschaften von Risikomaßen

Wir finden in der Literatur eine Vielzahl verschiedenster Risikokennzahlen, welche alle ein und derselben Bestimmung nachkommen sollen. Risikokennzahlen oder auch Risikomaßzahlen haben die grundsätzliche Aufgabe, unsicherer Handlungsalternativen nach ihrem Risikogehalt zu ordnen.76 Je nach Anwendungsgebiet bzw. Fragestellung existieren jedoch auch die verschiedensten Kriterien, um die Güte der jeweiligen Risikokennzahlen vergleichen zu können. Für die Akzeptanz von Risikomaßen ist es besonders wichtig, daß solche einfachen Kriterien wie „Verständlichkeit“ und „Operationalität“ genutzt werden. Nur so ist es möglich, daß in der Praxis Risikoeinschätzungen in einer möglichst einheitlichen, quantitativ und qualitativ ansprechenden Form zwischen Individuen kommuniziert werden.77

Zu den Soll-Eigenschaften des Risikomaßes gehört auch die Tatsache, daß ein Risikomaß möglichst konsistent zu der eigentlichen Risikoeinstellung des Entscheidungsträgers sein sollte. Es sind also die Bedingungen hinsichtlich der zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeitsverteilung, der Nutzenfunktion oder beidem herauszuarbeiten. Diese gewährleisten eine Konsistenz des in einem Risiko-Wert-Modell verwendeten Risikoindex zur Erwartungsnutzentheorie78.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Aktualität der Thematik dar, grenzt den Untersuchungsbereich auf Kompositversicherungsunternehmen ein und skizziert den Gesamtaufbau der Arbeit.

2 Versicherungswirtschaftliche Grundlagen: Hier werden theoretische Grundlagen des Versicherungsgeschäfts sowie der Risikobegriff erörtert, mit besonderem Augenmerk auf die Komponenten des versicherungstechnischen Risikos.

3 Risikokennzahlen und Risikomaße: Das Kapitel analysiert verschiedene Risikomaße wie VaR und CVaR unter Berücksichtigung axiomatischer Anforderungen sowie deren Eignung für das versicherungstechnische Risikomanagement.

4 Risikokapitalbestimmung und Performancesteuerung: Dieser Abschnitt befasst sich mit der risikobasierten Kapitalallokation und Methoden der risikoadjustierten Performance-Messung in Versicherungsunternehmen.

5 Abschlußbetrachtung: Das Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung des Risikomanagements und der Solvabilitätsregulierung.

Schlüsselwörter

Schaden- und Unfallversicherung, Risikokennzahlen, Risikomaße, Value at Risk, Conditional Value at Risk, Risikokapital, Kapitalallokation, Performancesteuerung, Kompositversicherung, versicherungstechnisches Risiko, Zufallsrisiko, Solvency II, Risikomanagement, RAROC, RORAC

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Identifikation und Analyse moderner, steuerungsorientierter Kennzahlen zur Messung von Risiken sowie Methoden der risikoadjustierten Performancesteuerung im Sektor der Schaden- und Unfallversicherungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen versicherungswirtschaftliche Grundlagen, die mathematische Fundierung von Risikomaßen (insb. Value-at-Risk Ansätze), die Bestimmung von Risikokapital und Strategien zur risikobasierten Kapitalallokation auf Spartenebene.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Versicherungsunternehmen fundierte Möglichkeiten an die Hand zu geben, um Risiken monetär messbar zu machen und diese Erkenntnisse in die Finanzpolitik und Steuerung des Unternehmens zu integrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein theoretisch-analytischer Ansatz gewählt, der auf der Auswertung aktueller versicherungswirtschaftlicher Literatur basiert und die Eignung verschiedener Risikomaße (u.a. unter dem Aspekt der Kohärenz) diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Zuerst werden Risikokennzahlen und deren theoretische Eigenschaften detailliert analysiert. Danach werden Methoden zur Risikokapitalbestimmung sowie deren Anwendung in der Performancesteuerung (z.B. mittels RAROC/RORAC) erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Risikokennzahlen, Value at Risk, Risikokapital, Kapitalallokation, Performancesteuerung, versicherungstechnisches Risiko und Solvency II.

Wie unterscheidet sich der VaR vom CVaR in der Anwendung?

Der VaR fokussiert sich rein auf ein Quantil der Verlustverteilung, vernachlässigt aber die Höhe potenzieller Verluste jenseits dieses Punktes. Der CVaR hingegen berücksichtigt den Erwartungswert aller „unerwünschten“ Verluste oberhalb des VaR-Niveaus und gilt daher als konsistenteres, kohärentes Risikomaß.

Welche Problematik ergibt sich bei der Kapitalallokation auf Spartenebene?

Die Hauptproblematik liegt in den Diversifikationseffekten („Ausgleich-im-Kollektiv“). Eine lineare Zerlegung des Gesamtrisikokapitals auf einzelne Sparten ist meist nicht möglich, da die Summe der Einzelrisiken aufgrund dieser Effekte nicht dem Gesamtrisiko entspricht, was eine faire Allokation erschwert.

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Details

Titel
Steuerungsorientierte Risikokennzahlen und Performancemaße in der Schaden- und Unfallversicherung
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Lehrstuhl für Finanzwirtschaft und Finanzdienstleistungen)
Veranstaltung
Wirtschafts- und Organisationswissenschaften
Autor
Thomas Grube (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
109
Katalognummer
V195298
ISBN (eBook)
9783656211471
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Risiko Risikomaße Value at risk Risikokennzahlen Versicherung Versicherungsrisiko Ausfallrisiko Ausfallrisikomessung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Grube (Autor:in), 2005, Steuerungsorientierte Risikokennzahlen und Performancemaße in der Schaden- und Unfallversicherung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195298
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