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Berufsethik in der Polizeiausbildung

Titel: Berufsethik in der Polizeiausbildung

Seminararbeit , 2009 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dirk Sippmann (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden soll auf die Rolle der Berufsethik im Polizeidienst und im Besonderen auch in der Polizeiausbildung eingegangen werden. Auf Grund der Tatsache, dass in der Bundesrepublik Deutschland, mit ihrem föderalen Staatsaufbau, die Organisation der Polizei Sache der einzelnen Länder ist und somit neben der Bundespolizei noch weiter 16 Länderpolizeien bestehen, kann hier keine umfassende Darstellung der berufsethischen Ausbildung in allen Polizeien gegeben werden.

Anhand von Bespielen sollen daher die Grundstrukturen berufsethischer Ausbildung bei den deutschen Polizeien dargestellt werden. Des Weiteren soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich das Ausbildungskonzept im Fach Berufsethik der Polizeien auf andere, mit dem staatlichen Gewaltmonopol ausgestatteten Institutionen, übertragen werden kann. Im Zuge des neuen Aufgabenspektrums ist hier besonders die Einführung einer Militärischen Berufsethik bei der Bundeswehr besonders betrachtenswert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was leistet Berufsethik in der Polizei?

3 Historische Entwicklung des Lehrfachs „Berufsethik“ in der Polizeiausbildung

4 Aufbau und Relevanz des berufsethischen Unterrichts in der Polizeiausbildung heute

5 Gesellschaftlicher Wandel und dessen Auswirkungen auf die polizeiliche Berufsethik

6 Berufsethik in der Polizeiausbildung – Ein Vorbild für die Bundeswehr?

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, historische Entwicklung und aktuelle Bedeutung der Berufsethik in der deutschen Polizeiausbildung sowie deren potenzielle Übertragbarkeit als Modell für eine militärische Berufsethik in der Bundeswehr.

  • Bedeutung der Berufsethik für das staatliche Gewaltmonopol
  • Historische Genese des Lehrfachs „Berufsethik“ in der Polizei
  • Aktueller Stellenwert und Herausforderungen in der polizeilichen Ausbildung
  • Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf berufsethische Standards
  • Transferspotenzial für eine „Militärische Berufsethik“ bei der Bundeswehr

Auszug aus dem Buch

2 Was leistet Berufsethik in der Polizei?

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 und dem Inkrafttreten des Grundgesetzes, begann in Nachkriegsdeutschland ein neues Zeitalter im Umgang des Staates mit seinen Bürgern. Nicht zufällig stellten die Väter und Mütter des Grundgesetzes die Würde des Menschen in Art. 1 Abs. 1 GG vor alle weiteren Bestimmungen, den neuen Staat betreffend. Im Gegensatz zu den schrecklichen Erfahrungen, die vor allem in den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft gemacht wurden, sollte sich der neue Staat nicht vor seinen Bürgern schützen, sondern für sie Sorge tragen. Dies betraf nicht zu zuletzt auch den Neuaufbau der Polizei in der Bundesrepublik. Mit der Verpflichtung aus Art. 1, Abs. 1 GG, trug nun auch die Polizei „eine politische Mitverantwortung“ dem Bürger gegenüber. Die Aufgabe der Polizei, Staatsgewalt auszuüben, steht damit dem Grundsatz der Freiheit der Person (Art. 2, Abs.1 GG) gegenüber. Somit entsteht für die Polizei ein Konfliktfeld, in dem sie ihrer Tätigkeit nachgehen soll.

Einerseits muss sie den normativen Vorgaben des Staates genügen, festgeschrieben in den Gesetzen zu Aufgaben und Befugnissen der Polizei, andererseits soll sie den moralischen Grundsätzen einer pluralistischen Gesellschaft genügen. Die heutige Polizei versteht sich als „bürgernahe Einrichtung“. Zur Gefahrenabwehr und Ermittlung muss sie jedoch dem Bürger allzu oft kritisch und ablehnend gegenüberstehen. Diese Umstände können weitreichende Folgen haben. Bei vielen Polizisten wird in diesem Zusammenhang von dem sogenannten Problem der „inneren Kündigung“ gesprochen. Der innere Bruch mit der eigenen Überzeugung, einen guten und sinnvollen Beruf auszuüben, kann dabei weitreichende Folgen haben. Eine Berufsethik für die Polizei soll den Betroffenen helfen, einer Resignation und inneren Ablehnung des eigenen Berufs vorzubeugen. Sie hat die Aufgabe, „eine Begründung für den Geltungsanspruch der Grundrechtsnormen zu geben“ und dient somit auch einem „differenziertere[m] Verständnis von Freiheit und Ordnung“. Die Berufsethik leistet einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Amtsausübung und individueller Gewissensentscheidung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Berufsethik als ethische Orientierung für Berufe mit staatlicher Gewaltmonopolausübung ein und skizziert die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.

2 Was leistet Berufsethik in der Polizei?: Das Kapitel erläutert das Spannungsfeld zwischen staatlichem Gewaltmonopol und Grundrechten und zeigt auf, wie Berufsethik der sogenannten „inneren Kündigung“ von Polizeibeamten entgegenwirken kann.

3 Historische Entwicklung des Lehrfachs „Berufsethik“ in der Polizeiausbildung: Hier wird der Weg von einer seelsorgerischen Betreuung nach dem Ersten Weltkrieg hin zur formalen Etablierung berufsethischer Lehrinhalte in der Bundesrepublik nachgezeichnet.

4 Aufbau und Relevanz des berufsethischen Unterrichts in der Polizeiausbildung heute: Es wird die heutige Struktur des Ethikunterrichts analysiert, bei der oft ein Spannungsverhältnis zwischen kirchlich geprägter Seelsorge und staatlichem Lehrauftrag besteht.

5 Gesellschaftlicher Wandel und dessen Auswirkungen auf die polizeiliche Berufsethik: Das Kapitel diskutiert, wie die Polizei auf moderne Herausforderungen wie demografischen Wandel und Pluralismus reagieren kann, indem Berufsethik als Integrationsinstrument genutzt wird.

6 Berufsethik in der Polizeiausbildung – Ein Vorbild für die Bundeswehr?: Diese Sektion prüft die Übertragbarkeit des Polizeimodells auf die Bundeswehr, insbesondere vor dem Hintergrund internationaler Einsätze und der Notwendigkeit einer Militärischen Berufsethik.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine stärkere Prüfungsrelevanz sowie kontinuierliche Fortbildungen im Bereich Berufsethik für Polizeibeamte.

Schlüsselwörter

Polizeiausbildung, Berufsethik, Bundeswehr, staatliches Gewaltmonopol, Polizeiseelsorge, Grundgesetz, Innere Kündigung, militärische Berufsethik, gesellschaftlicher Wandel, Rechtsstaat, Ethikunterricht, Amtsausübung, Gewissensentscheidung, Professionalisierung, Bürgernähe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Praxis der Berufsethik in der polizeilichen Ausbildung in Deutschland und reflektiert deren Übertragbarkeit auf die Streitkräfte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Spannungsfeld zwischen staatlicher Befugnis und moralischer Verantwortung, die historische Entwicklung der Ausbildung sowie der Bedarf an ethischer Reflexion bei Polizei und Bundeswehr.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Beitrag der Berufsethik zur Stabilität und Zufriedenheit der Polizeibeamten zu bewerten und ein Plädoyer für die Einführung einer militärischen Berufsethik abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die unter Rückgriff auf Fachliteratur und existierende Ausbildungskonzepte Grundstrukturen und Problemlagen aufzeigt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Genese, aktuelle Strukturen in den verschiedenen Bundesländern sowie die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels auf das ethische Selbstverständnis der Sicherheitskräfte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Berufsethik, Polizeiausbildung, Gewaltmonopol, Rechtstaatlichkeit, innere Kündigung und militärische Berufsethik charakterisiert.

Warum wird die „innere Kündigung“ in der Polizeiarbeit thematisiert?

Der Autor thematisiert dies, weil der Bruch zwischen dem bürgernahen Selbstverständnis und der notwendigen konsequenten Durchsetzung von Befugnissen Polizisten psychisch belasten kann.

Welche Schwachstellen der polizeilichen Ethikausbildung werden aufgezeigt?

Es wird kritisiert, dass das Fach oft nicht prüfungsrelevant ist, als „lästiges Beiwerk“ wahrgenommen wird und in der Ausbildung oft Theologen statt Polizeiexperten unterrichten.

Warum ist eine „Militärische Berufsethik“ für die Bundeswehr aus Sicht des Autors notwendig?

Aufgrund des Wandels zur Einsatzarmee und der internationalen Mandate benötigen Soldaten eine ethische Einordnung ihres Auftrags, um Legitimationskrisen zu überwinden.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Berufsethik in der Polizeiausbildung
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,7
Autor
Dirk Sippmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V195313
ISBN (eBook)
9783668315044
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berufsethik polizeiausbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dirk Sippmann (Autor:in), 2009, Berufsethik in der Polizeiausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195313
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Leseprobe aus  12  Seiten
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