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Männlichkeit im Wandel: Eine Studie über das Bild des Mannes

Titel: Männlichkeit im Wandel: Eine Studie über das Bild des Mannes

Bachelorarbeit , 2009 , 32 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dirk Sippmann (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im wissenschaftlichen Diskurs zu familiensoziologischen Entwicklungen ist dabei seit geraumer Zeit ein neuer Trend festzustellen. Lange Zeit beschränkte sich die Forschung fast ausschließlich auf die Untersuchung des weiblichen Rollenbildes und ihres emanzipatorischen Fortschritts in der Gesellschaft. Erst in jüngerer Vergangenheit begann man, hauptsächlich auf den Gebieten der Soziologie und Psychologie, das andere Geschlecht – den Mann – in den Blickpunkt der wissenschaftlichen Betrachtung familiärer Lebensweisen zu rücken. Die individuelle Sozialisation beruht nach Annahme der sozialwissenschaftlichen Rollentheorie auf der Verinnerlichung geschlechtsspezifischer Rollenzuweisungen. In diesem Zusammenhang ist auch die Position des Vaters bei der elterlichen Erziehung der Kinder von Interesse. Nun soll der Mann nicht einzig auf das „Vatersein“ reduziert werden, „die Vaterrolle lebt schließlich auch aus anderen Rollen heraus“ , jedoch lässt sich an diesem Punkt, dem „Wandel der Vaterrolle“, auch die „Transformation der Geschlechterrollen“ im Kontext des gesellschaftlichen Wandels exemplarisch darstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung in das Thema

2. Vaterschaft im Wandel der ZeitDer Terminus „Vater“ in der historischen Betrachtung

2.1 Der „patriarchal - bürgerliche“ Vater des 19. Jahrhunderts

2.2 Das Vaterbild im 20. Jahrhundert

2.3 Das „Neue Väter“ - Modell

3. Die neue Unbestimmtheit der Vaterrolle

3.1 Versuch einer Systematisierung

3.2 Vaterschaft im Zeichen des „modernisierten Ernährermodells“

3.3 Die Einführung des Elterngelds und damit verbundene Auswirkungen auf väterliche Erziehungsteilhabe

4. Grenzen „neuer Väterlichkeit“

5. Gebt den Vätern eine Chance!

5.1 Mehr „Partnermonate“ beim Elterngeld

5.2 Bessere Betreuungsangebote für Kinder erwerbstätiger Eltern

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des väterlichen Rollenbildes in Deutschland im Kontext gesellschaftlicher und politischer Veränderungen. Das primäre Ziel ist es, ein präzises Bild des modernen „Vaterseins“ zu zeichnen und zu erörtern, ob und inwiefern sich tradierte Rollenmuster zugunsten egalitärer Erziehungsarrangements verschoben haben sowie welche strukturellen Hürden dabei existieren.

  • Historische Entwicklung des Väterbildes vom Patriarchat bis zum modernen Vater
  • Die Rolle familienpolitischer Maßnahmen wie des Elterngeldes für die väterliche Erziehungsteilhabe
  • Empirische Einordnung väterlicher Erziehungsarrangements
  • Soziologische Analyse der Diskrepanz zwischen Einstellung und praktischem Handeln
  • Herausforderungen für eine stärkere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Väter

Auszug aus dem Buch

3.1 Versuch einer Systematisierung

Wie es bei nahezu allen gesellschaftlichen Gruppen der Fall ist, so stellt auch die Gruppe der „Väter“ keine homogene Masse dar, zu unterschiedlich gestalten sich, nicht zuletzt auf Grund des Prozesses der gesellschaftlichen Individualisierung, die Lebensentwürfe und Rollenbilder von Vätern. Um dennoch ein aussagekräftiges Bild zur derzeit faktisch geltenden Rolle des Vaters zu geben und dessen reale Teilhabe an der elterlichen Erziehung feststellen zu können, ist es notwendig und hilfreich sich einer Systematisierung zu bedienen. Eine sehr gute Methode dazu bietet Günther Burkart mit seinem Vorschlag der Unterteilung von Vaterschaft in drei Ebenen.

Dazu sollte zunächst zwischen drei Ebenen der Betrachtung in der öffentlichen Diskussion zur Bewertung der neuen Generation von Vätern unterschieden werden. Die erste Ebene beschreibt die gegenwärtige gesellschaftliche Situation und die damit an den typischen Vater gestellten sozialen Erwartungen. Diese Ebene befasst sich somit mit der „faktisch geltende[n] Vaterrolle“. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich hierbei nicht um die von Politik, Wissenschaft und Presse gestellten Erwartungen handelt, sondern um die des engsten Familien- und Freundeskreises.

Die zweite Ebene beschreibt demnach die „veröffentlichten Diskurse und darin erhaltener Leitbilder“. Die Trennung dieser beiden Ebenen ermöglicht eine genauere Abgrenzung von Leitbildern und Idealen auf der einen Seite und den faktisch geltenden Normen für die Vaterrolle auf der anderen Seite. Denn während von der Öffentlichkeit konkret genannte Ideale relativ leicht zu identifizieren sind, verhält es sich mit der Deutung von gesellschaftlichen und familiären Normen deutlich schwieriger, da sie zum einen einem ständigen sozialen Wandel unterlegen sind und zum anderen das Problem besteht, dass beim Rückgriff auf empirische Daten, insbesondere bei Betrachtung von Einstellungen, immer auch der statistische Störfaktor der sozialen Erwünschtheit eine große Rolle spielt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung in das Thema: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel der Familie und die steigende wissenschaftliche Aufmerksamkeit für die Rolle des Vaters in Deutschland.

2. Vaterschaft im Wandel der ZeitDer Terminus „Vater“ in der historischen Betrachtung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Vaterbegriffs und der Väterrolle von der Antike bis zum 20. Jahrhundert nach.

3. Die neue Unbestimmtheit der Vaterrolle: Das Kapitel analysiert die aktuelle Phase des Umbruchs, in der traditionelle Ernährermodelle zwar bröckeln, aber noch kein neues, dominierendes Rollenmodell etabliert ist.

4. Grenzen „neuer Väterlichkeit“: Es werden die vielfältigen strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren aufgezeigt, die Väter daran hindern, ihr Wunschbild einer egalitären Erziehungsbeteiligung vollständig umzusetzen.

5. Gebt den Vätern eine Chance!: Dieser Abschnitt diskutiert politische Steuerungsmöglichkeiten, insbesondere das Elterngeld und Betreuungsangebote, zur Förderung moderner, paritätischer Erziehungsmodelle.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass sich Väter zwar in einem Transformationsprozess hin zu mehr Erziehungsverantwortung befinden, jedoch weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen neuen Idealen und traditionellen Strukturen stehen.

Schlüsselwörter

Vaterschaft, Vaterrolle, Familienpolitik, Elterngeld, Geschlechterrollen, Neue Väter, Erziehungsleistung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Modernisierung, Männlichkeitskonstruktion, Arbeitsteilung, egalitäre Arrangements, Sozialisation, Strukturwandel, Familienmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Vaterschaft in Deutschland, untersucht die veränderten Rollenbilder des modernen Vaters und analysiert, wie diese mit gesellschaftlichen Erwartungen und politischen Rahmenbedingungen interagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Väterrolle, der Einfluss des Elterngelds, strukturelle Barrieren im Berufsalltag von Vätern sowie die Diskrepanz zwischen Einstellungen und dem tatsächlichen Erziehungsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein realistisches Bild davon zu zeichnen, wie sich Vaterschaft heutzutage darstellt und welche Faktoren den Übergang vom klassischen Ernährermodell zu einer aktiven, partnerschaftlichen Vaterschaft fördern oder hemmen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und familienwissenschaftlicher Studien sowie einer kritischen Auswertung statistischer Daten und politischer Berichte zum Elterngeld.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine Systematisierung der Vaterschaftsmodelle, die Untersuchung des Einflusses politischer Maßnahmen und eine kritische Reflexion der Hindernisse für eine gelebte Egalität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vaterschaft, Familienpolitik, Elterngeld, Geschlechterrollen, Vereinbarkeit und modernisiertes Ernährermodell beschreiben.

Welche Rolle spielt das Elterngeld in der väterlichen Rollenfindung?

Das Elterngeld wird als bedeutendes familienpolitisches Instrument bewertet, das durch die sogenannten „Partnermonate“ Anreize für eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung schafft, auch wenn strukturelle Hürden bestehen bleiben.

Warum gibt es eine Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach egalitärer Erziehung und der Praxis?

Die Arbeit führt diese Diskrepanz auf eine Kombination aus „Traditionalisierungseffekten“, ökonomischen Kosten-Nutzen-Kalkülen der Familien und anhaltenden strukturellen sowie kulturellen Barrieren in der Arbeitswelt zurück.

Was ist mit dem „modernisierten Ernährermodell“ gemeint?

Es beschreibt ein Übergangsmodell, bei dem der Vater zwar zunehmend Zeit für die Kinder aufwendet und partnerschaftliche Züge zeigt, im Alltag aber die Erwerbstätigkeit als primäre Rolle beibehält und die Hauptlast der täglichen Erziehung meist weiterhin bei der Mutter liegt.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Männlichkeit im Wandel: Eine Studie über das Bild des Mannes
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,3
Autor
Dirk Sippmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
32
Katalognummer
V195318
ISBN (eBook)
9783656211426
ISBN (Buch)
9783656212096
Sprache
Deutsch
Schlagworte
strukturwandel männlichkeit neue väter rollenbilder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dirk Sippmann (Autor:in), 2009, Männlichkeit im Wandel: Eine Studie über das Bild des Mannes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195318
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  32  Seiten
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