Geheimdienste: Eine Männerinstitution im Vergleich - Die Gestapo


Seminararbeit, 1997

11 Seiten, Note: Gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Anfänge der Gestapo

III. Die Polizei wird umgestaltet

IV. Das Ende der Gestapo

V. Der Frauenaspekt

VI. Kurze chronologische Zusammenfassung

VII. Zusammenfassung

I. Einleitung

Wie schon eben erwähnt, bin ich der Meinung, daß der Geheimdienst eine Männerinstitution ist. Vielleicht wird sich meine Meinung bedingt durch diese Arbeit und meine Literaturrecherchen ändern. Nach nur kurzem Durchblättern meiner Bücher, glaube ich aber eher, daß sich meine Meinung bestätigen wird. Bis jetzt könnte ich nur Männernamen vernehmen. Ich denke, daß Männer immer die höheren Positionen bei den Geheimdiensten inne hatten und Frauen nur als Mittel zum Zweck oder als Helferinnen eingesetzt wurden. Doch was geschieht wird von dem männlichen Geschlecht bestimmt.

Als am 30. Januar 1933 die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernahmen war ihr einflußreichstes und gefährlichstes Herrschaftsinstrument die geheime Staatspolizei, die Gestapo. Deren Funktionen haben entscheidend zu den Verbrechen des Dritten Reiches beigetragen. Die Gestapo entschied über die Schicksale vieler Menschen und beendete zahlreiche Leben. Die Gestapo-Beamten dachten nicht über ihre Befehle nach, sondern führten diese einfach nur aus.1

II. Die Anfänge der Gestapo

Reinhard Heydrich war der zweite Chef der Gestapo. Erst er entwickelte diese zum Instrument des Terrors2.

Nachdem Heydrich aus der Marine entlassen wurde, wollte er Soldat bleiben und trat in Hamburg in die SS ein. Anfänglich waren die SS-Männer auf den Schutz von Parteiprominenz, Rednern und vor allem des Führers Adolf Hitlers beschränkt. Heinrich Himmler, der damals die SS befehligte wollte der Partei eine eigene Polizei geben, die die Absichten der Gegner erkunden, Spione und Verräter entlarven sollte.

Dafür war also Heydrich zuständig. Seine Organisation wurde der Sicherheitsdienst, SD, genannt. Als am 13. April 1932 SA und SS verboten wurden, mußte Heydrich einen neuen Namen finden. Sein Apparat hieß von nun an Presse- und Informationsdienst (PI)3. Durch die Erfolge des SD mußte diese doch anerkannt werden. Dessen Netz erstreckte sich über das ganze Reich. Nach der Machtübernahme arbeitete der SD als ein zur Partei gehörendes Unternehmen parallel zur staatlichen Gestapo.

Anfang November 1932 erlitt die NSDAP einen Stimmenrückfall. Sie war aber immer noch die stärkste Partei, doch die Unbesiegbarkeit war verlorengegangen.

1933 wurde der Reichskommissar für die Luftfahrt Hermann Göring zum kommissarischen Innenminister des Landes Preußen ernannt. Der preußische Innenminister befehligte 80.000 Polizisten, die zumeist soldatisch ausgebildet, motorisiert, mit Maschinenwaffen, Granatwerfern und Straßenpanzern ausgerüstet waren. Diese Truppe war nur wenig schwächer als die Reichswehr. Außerdem war diese für Einsätze im Inneren greifbar. Sie brauchte auch nicht wie die Soldaten von parteipolitischen Einflüssen freigehalten werden.

Nach der Machtübernahme konnten die Nazis ihre politischen Gegner willkürlich festnehmen. Außerdem wurden viele SPD-Mitglieder durch SA- oder SS-Führer ersetzt.

Bei der politischen Polizei mußte ein Fragebogen ausgefüllt werden, mit dem die Vergangenheit erforscht wurde.

Göring wußte nur sehr wenig über die Rechte und Pflichten eines Polizisten Bescheid. Deshalb braucht er dafür einen Fachmann. Ein junger Jurist aus dem Innenministerium kam ihm dabei ganz recht. Dies war Dr. Rudolf Diels. Er hatte schon wertvolle Hinweise über Gegner geliefert. Dr. Rudolf Diels wurde also der erste Chef der Gestapo, die ihren Namen erst später erlangte.

Viele Poizeipräsidenten wurden entlassen und ihre Posten wurden an SA- oder SS-Führer weitergegeben.

Die Kämpfe zwischen den Braunen und den Roten wurden immer immenser. Fast jede Einheit besaß eine schwarze Liste mit Namen und Anschriften der Gegner, die bei einem Umsturz abgeholt werden würden.

Viele Proletarier wechselten später die Seite. Sie wurden „Beefsteak-Nazis“4 genannt, außen braun, innen rot.

Bei den SA-Stürmen wurden viele Kommunisten verprügelt und abgeführt. Sie wurden bei der nächsten Polizeiwache abgeliefert. Die Beamten mußten sich an ihre Vorschriften halten und ließen die Kommunisten gleich wieder laufen. Deren Strafanträge gegen ihre Peinige wurden allerdings nicht zu Protokoll genommen. So richteten sich die Nazis ihre eigenen Gefängnisse in Hinterzimmern und Kellern ein. Wer immer nun dazu Lust hatte, konnte Staatsfeinde verfolgen und verhören, sie mißhandeln und auch die eigenen sadistischen Wünsche mit ihnen befriedigen.

Am 22. Februar wurde dieses Treiben bis zu einem gewissen Grad legalisiert. Die uniformierte Staatsmacht wurde durch 50.000 Männer verstärkt. Diels wurde zum Leiter der Politischen Polizei beim Polizeipräsidium Berlin ernannt, wodurch er den Terror bürokratisch ordnen konnte.

Am 27. Februar brannte das Reichtagsgebäude. Ein junger, geistig behinderter Holländer wurde verhaftet, der sich als Kommunist bekannte. Daraufhin wurden die kommunistischen Funktionäre verhaftet. Bei Widerstand konnte rücksichtsloser Gebrauch der Schußwaffe gemacht werden. 1.600 KP-Funktionäre wurden ohne richterlichen Haftbefehl festgenommen. Diese Formalitäten ersparte man sich in Zukunft grundsätzlich. Aber nicht nur Kommunisten, sondern auch sozialdemokratische Parteileute wurden verhaftet. Man war besonders hinter Herausgebern, Schriftstellern und Anwälten her. Viele Feinde der Nazis konnten aber noch rechtzeitig ins Ausland flüchten.

Am 28. Februar ließ sich Hitler vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg eine „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ unterzeichnen. Diese erlaubte die Verhaftung kommunistischer Abgeordneter und KP-Funktionäre, auch ohne Zustimmung des Parlaments. Die Schutzhaft von unbestimmter Dauer wurde legalisiert und das Verbot kommunistischer und sozialdemokratischer Tageszeitungen durchgesetzt. Der Zweck war, daß sich die Angeschuldigten nicht wehren konnten und die Wahl zum Reichstag am 5. März einen totalen Sieg der Rechtspartei, genannt „Nationale Front“, brachte. Nach der Wahl wurde ein Verbot der KPD durchgesetzt.

[...]


1 siehe Jochen von Lang, S. 7-10

2 Jochen von Lang, S. 11

3 Jochen von Lang, S. 17

4 Jochen von Lang; S. 28

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Geheimdienste: Eine Männerinstitution im Vergleich - Die Gestapo
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
Gut
Autor
Jahr
1997
Seiten
11
Katalognummer
V19533
ISBN (eBook)
9783638236317
ISBN (Buch)
9783638759038
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geheimdienste, Eine, Männerinstitution, Vergleich, Gestapo
Arbeit zitieren
Mag. Karin Stepanek (Autor), 1997, Geheimdienste: Eine Männerinstitution im Vergleich - Die Gestapo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19533

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