Zur Einführung in meine Arbeit über das Kanner-Syndrom und die Frühförderung betroffener Kinder möchte ich den Fall des zehnjährigen Lukas schildern (Name geändert). Er wurde in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie vorgestellt und zeigt ganz deutlich die typischen Symptome des frühkindlichen Autismus und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen. Das Fallbeispiel soll zu einem besseren Verständnis verhelfen.
„In Begleitung der Eltern wird der 10-jährige Lukas vorgestellt. Beim Hereinkommen ins Zimmer zeigt Lukas keinerlei Blickkontakt. Er wedelt ständig mit den Armen und läuft auf Zehenspitzen. Lukas kommuniziert nicht durch Worte, er kann nicht sprechen. Er besucht zurzeit eine Schule für geistig behinderte Kinder. Aus der Schule wird berichtet, dass Lukas im Grunde einer Einzelbetreuung bedarf. Man könne ihn nie aus den Augen lassen, da man nie sicher sein könne, ob er die beiden körperbehinderten Kinder, die auch die Klasse besuchen, anfassen und möglicherweise auch verletzen werde. Er sei sehr unruhig, und sein Verhalten sei nicht voraussehbar. Manchmal verletze er sich selbst, wenn er sich über etwas ärgere. Lukas habe sehr wenige Interessen. Er sitze lediglich gerne am Computer und gehe gerne schwimmen. Daneben würde er alles Essbare und auch nicht Essbare in den Mund nehmen.“
In der folgenden Arbeit werde ich zunächst beschreiben, was Autismus und im speziellen Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom) bedeutet. Ich werde die Symptome, die unter anderem in dem Fallbeispiel dargestellt wurden, erläutern, sowie die Diagnosekriterien aufführen. Weiterhin gehe ich auf die Frühförderung ein und beschreibe was Frühförderstellen leisten, wer Frühförderung in Anspruch nehmen kann und zu welchem Zweck. Zuletzt werde ich den Frühkindlichen Autismus mit der Frühförderung verbinden und aufzeigen, wie durch Frühförderung Kindern mit dem Kanner-Syndrom und deren Eltern geholfen werden kann.
Inhalt
1. Einleitung
2. Autismus
2.1. Definition
2.2. Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom)
2.3. Symptome des Kanner-Syndroms
2.4. Diagnose
3. Frühförderung
3.1. Für wen und was Frühförderung ist
3.2. Aufgaben und Ziele der Frühförderung
4. Frühförderung autistischer Kinder
4.1. Früherkennung
4.2. Frühbehandlung
4.3. Hilfen für die Eltern
4.4. Perspektive betroffener Kinder
5. Fazit
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Kanner-Syndrom?
Das Kanner-Syndrom ist die Bezeichnung für den frühkindlichen Autismus. Es ist gekennzeichnet durch Beeinträchtigungen im sozialen Austausch, der Kommunikation und durch repetitive Verhaltensweisen.
Was sind typische Symptome des frühkindlichen Autismus?
Häufige Symptome sind fehlender Blickkontakt, Ausbleiben der Sprache, Stereotypien (wie Armwedeln), mangelndes Interesse an Mitmenschen und Schwierigkeiten bei Veränderungen im Alltag.
Was leistet eine Frühförderstelle?
Frühförderstellen bieten gezielte Unterstützung für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten oder Behinderungen von der Geburt bis zum Schuleintritt an, um deren Entwicklung optimal zu fördern.
Warum ist Früherkennung bei Autismus so wichtig?
Je früher die Diagnose gestellt wird, desto eher können therapeutische Maßnahmen und Frühförderung greifen, was die Lebensqualität und Entwicklungschancen des Kindes erheblich verbessert.
Wie hilft Frühförderung den Eltern betroffener Kinder?
Frühförderung bietet Beratung, emotionale Entlastung und praktische Anleitungen für den Umgang mit dem autistischen Verhalten im Alltag.
Welche Perspektiven haben Kinder mit Kanner-Syndrom?
Die Perspektive hängt stark von der individuellen Förderung ab. Durch gezielte Frühbehandlung können soziale Kompetenzen gestärkt und die Selbstständigkeit gefördert werden.
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- Simone Petz (Author), 2012, Frühförderung beim Kanner-Syndrom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195374