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Selbstbestimmtes Wohnen mit Behinderung

Title: Selbstbestimmtes Wohnen mit Behinderung

Diploma Thesis , 2012 , 240 Pages

Autor:in: Martin Merkl (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Das Hauptforschungsziel dieser Arbeit liegt darin, mit dem paradigmatischen Hintergrund von Selbstbestimmung und sozialer Teilhabe eine faktische Verortung des Entwicklungsstandes der Mainzer Behindertenhilfe bzgl. gegebener Wohnangebote für Menschen mit Behinderung zu formulieren. Folgende Fragestellungen bilden den leitenden Rahmen: 1. Wie ist die Wohnressourcenlandschaft für Menschen m. B. im Stadtgebiet Mainz quantitativ und qualitativ beschaffen? 2. Welche sozialpolitischen Maßnahmen lassen sich zu Gunsten eines ideellen bzw. strukturellen Wandels im städtischen Hilfesystem für Menschen m. B. aufzeigen? 3. Welche Merkmale des paradigmatischen Wandels lassen sich in der Mainzer Wohnstruktur geltend machen? 4. Wie erleben Menschen m. B. aus der Stadt Mainz Selbstbestimmung und soziale Teilhabe? Wie wird die jeweilige Wohnsituation bewertet?
Im ersten Kapitel wird auf die allgemeine anthropologisch-funktionale Bedeutung des Wohnens eingegangen. Im Fokus steht dabei der Geltungsbereich für Menschen m. B.
Im zweiten Kapitel werden die bisher etablierten Wohnformen für Menschen m. B. thematisiert. Die historische Skizzierung von Wohn- und Lebensverhältnissen wird durch die jeweiligen paradigmatischen Merkmale ergänzt.
Im dritten Kapitel folgt ein theoretischer Exkurs zum Thema Selbstbestimmung. Hier werden die begriffliche und anthropologisch-funktionale Bedeutung sowie der Bezug zu Menschen m. B. in drei Unterkapiteln angeführt.
Das vierte Kapitel thematisiert Selbstbestimmung als professionelles Paradigma der allgemeinen Behindertenhilfe auf ideeller und struktureller Ebene.
Im fünften Kapitel werden innovative Ansätze selbstbestimmter und sozial-partizipierender Wohnformen gesondert und nachfolgend auch kritisch betrachtet.
Im sechsten Kapitel werden Strukturen bestehender Wohnangebote des allg. Behindertenhilfesystems anhand drei wesentlicher Grundformen in einem allgemeinen „Wohnformkatalog“ zusammengefasst.
Das siebte Kapitel beinhaltet eine nähergehende Erfassung der strukturellen Bedingungen des Mainzer Behindertenhilfesystems, v.a. im Hinblick auf konkrete Wohnangebote.
Das achte Kapitel widmet sich ergänzend zum vorrangehenden Kapitel der Perspektive der Betroffenen selbst, anhand einer konkreten empirischen Erhebung.
Abschließend werden im neunten Kapitel die Ergebnisse der empirischen Untersuchung in einem generellen Rückbezug auf die in dieser Arbeit getätigten Aussagen thematisiert.

Excerpt


Gliederung

1. Der (behinderte) Mensch und das Wohnen

1.1. Was heißt „wohnen“? Zur anthropologischen Bedeutung

1.2. Dürfen Menschen mit Behinderung wohnen? Zum aktuellen Rechtsstand

1.3. Können Menschen mit Behinderung wohnen? Zum Wohnressourcenpotential

2. Das „traditionelle“ Wohnen behinderter Menschen

2.1. Die Bedeutung des „Traditionellen“

2.2. Das Normalisierungsprinzip

2.3. Wohnverhältnisse und Lebensbedingungen

3. Exkurs: Selbstbestimmung

3.1. Was heißt Selbstbestimmung? Eine theoretische Analyse

3.2. Behindert-Sein und Selbstbestimmung – ein paradoxes Verhältnis?

3.3. Das Paradigma Selbstbestimmung

4. Selbstbestimmung als Leitprinzip in Theorie und Praxis der Behindertenhilfe

4.1. Das (neue) Professionsverständnis

4.2. Die Dimensionen Arbeit, Freizeit, Wohnen

4.3. Selbstbestimmt Wohnen – strukturelle Rahmenbedingungen

5. Impulse innovativer Wohn- und Lebensformen für Menschen mit Behinderung

5.1. „Supported Living“ – Wohnen mit Assistenz

5.2. „Community Care“ – Gemeindeintegriertes Wohnen

5.3. Unterstützungsmanagement

5.4. Soziale Netzwerkarbeit

5.5. Möglichkeiten und Grenzen inklusiver und selbstbestimmter Wohnkonzepte

6. Wohnformen des Behindertenhilfesystems im Überblick

6.1. Einrichtungsgebundenes Wohnen (Wohnstätte)

6.2. Betreutes Wohnen in der Gruppe

6.3. Wohnen in der eigenen Wohnung mit Assistenz

7. Die aktuelle Wohnressourcenlandschaft der Mainzer Behindertenhilfe

7.1. Die Stadt Mainz und ihre Bürger (mit Behinderung)

7.2. Strukturprofile ausgewählter Wohnangebote der Mainzer Behindertenhilfe

8. Soziale Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung in Mainz aus Sicht der Betroffenen

8.1. Intention und Ziel der Forschung

8.2. Durchführung der Forschung

8.3. Darstellung des Datenmaterials

8.4. Interpretative Auswertung des Datenmaterials

8.5. Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den aktuellen Entwicklungsstand und die Wohnangebotsstrukturen der Behindertenhilfe im Stadtgebiet Mainz unter dem Paradigma von Selbstbestimmung und sozialer Teilhabe. Ziel ist es, faktische Wohnbedingungen mit professionellen Leitlinien abzugleichen und durch die subjektive Perspektive betroffener Personen zu ergänzen.

  • Anthropologische Bedeutung des Wohnens für Menschen mit Behinderung
  • Struktureller Wandel von der Verwahrung hin zu selbstbestimmten Wohnformen
  • Analyse der Mainzer Wohnressourcenlandschaft und relevanter Trägerstrukturen
  • Empirische Untersuchung zur subjektiven Wahrnehmung von Wohnqualität und Teilhabe
  • Kritische Reflexion innovativer Ansätze wie „Supported Living“ und „Community Care“

Auszug aus dem Buch

1.1. Was heißt „wohnen“? Zur anthropologischen Bedeutung

Ein jeder Mensch wohnt. So trivial und nichtssagend diese Aussage erscheint, so beinhaltet sie einen Aspekt von höchst anthropologischem Gehalt; die existentiell fundamentale Basis menschlichen Daseins, dem Wohnen.

Der philosophische Bedeutungsgehalt des „homo habitans“ (Haese/Prawitt-Haese 1999, S. 5) – dem „bewohnenden Menschen“ – legt sich u.a. in Otto Friedrich Bollnows Schriften dar (vgl. Bollnow 2010). Nach Bollnow erlangt das Bewohnen eines konkreten Raumes als „eine Grundverfassung des menschlichen Lebens“ (Bollnow 1984, S. 123) das elementare Merkmal eines notwendigen Kriteriums für die Existenz menschlichen Daseins selbst (ebd.). Demnach beinhaltet das Wohnen eben jene räumliche Bezug- oder Anlaufstelle im Leben des Menschen (individuell wie auch kollektiv), ohne die Letzterer nur unter konsequenter Gefährdung seines Selbst Bestand hätte (ebd.). Im Wohnen liegt in diesem Sinne also die Funktion, als konkreter räumlich-materieller Mittelpunkt im Leben des Menschen, ganzheitlich konstituierend und stabilisierend auf eben diesen zu wirken.

Worin nun genau diese hohe anthropologische Bedeutung im Wohnen liegt, lässt sich in Anlehnung an Peter Weichhart (vgl. Weichhart 2004) in plastischerer Weise wie folgt verdeutlichen: nach Weichhart ist primär die unmittelbare Gewährleistung von Sicherheit als Grundfunktion des menschlichen Wohnverhaltens hervorzuheben (ebd.). In einem konkret physisch-materiellem Sinne bietet die Wohnung eben Schutz vor „feindlichen“ Natur- und Umweltfaktoren, wie etwa Unwettern, aber auch vor Tieren und anderen (fremden) Menschen (ebd.). Als Resultat dieses ganzheitlichen Sicherheitsaspekts bezeichnet der Wohnort einen konkreten Raum des Privaten (ebd.). Menschliche Intimität ergibt sich somit unmittelbar aus dem gegebenen Rahmen des Wohnens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der (behinderte) Mensch und das Wohnen: Dieses Kapitel erörtert die anthropologische Bedeutung des Wohnens als existenzielle Grundbedingung menschlichen Daseins, auch für Menschen mit Behinderung.

2. Das „traditionelle“ Wohnen behinderter Menschen: Hier wird der historische Entwicklungsprozess des Behindertenhilfesystems sowie das Normalisierungsprinzip und dessen Auswirkungen auf Wohnverhältnisse kritisch beleuchtet.

3. Exkurs: Selbstbestimmung: Ein theoretischer Exkurs definiert Selbstbestimmung als zentrales menschliches Merkmal und reflektiert das Spannungsfeld zwischen geistiger Behinderung und Autonomie.

4. Selbstbestimmung als Leitprinzip in Theorie und Praxis der Behindertenhilfe: Das Kapitel analysiert den paradigmatischen Wandel hin zu inklusiven Professionsverständnissen und neuen strukturellen Rahmenbedingungen.

5. Impulse innovativer Wohn- und Lebensformen für Menschen mit Behinderung: Hier werden moderne Konzepte wie „Supported Living“ und „Community Care“ als Ansätze zur Deinstitutionalisierung vorgestellt.

6. Wohnformen des Behindertenhilfesystems im Überblick: Eine systematische Zusammenfassung der drei Grundformen des Wohnens dient als Grundlage für die spätere Analyse der Mainzer Situation.

7. Die aktuelle Wohnressourcenlandschaft der Mainzer Behindertenhilfe: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der Mainzer Strukturen und skizziert die Angebote verschiedener lokaler Träger.

8. Soziale Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung in Mainz aus Sicht der Betroffenen: Die empirische Untersuchung mittels qualitativer Interviews stellt die subjektive Perspektive von Menschen mit Behinderung in den Mittelpunkt.

9. Resümee: Die Ergebnisse der theoretischen Analyse und der empirischen Befragung werden zusammengeführt und auf ihre Bedeutung für die zukünftige Behindertenhilfe reflektiert.

Schlüsselwörter

Selbstbestimmung, Soziale Teilhabe, Behindertenhilfe, Wohnen, Inklusion, Normalisierung, Supported Living, Mainz, Empowerment, Lebensqualität, Assistenz, Deinstitutionalisierung, Soziale Netzwerke, Behinderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Wohnen von Menschen mit Behinderung in Mainz unter Berücksichtigung der Leitprinzipien Selbstbestimmung und soziale Teilhabe.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung umfasst die anthropologische Bedeutung des Wohnens, die Entwicklung des Behindertenhilfesystems, inklusive Wohnkonzepte und die subjektive Wohnzufriedenheit der Betroffenen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist eine faktische Verortung des Entwicklungsstandes der Mainzer Behindertenhilfe in Bezug auf bestehende Wohnangebotsstrukturen anhand der Leitlinien Selbstbestimmung und Inklusion.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf problemzentrierten und fokussierten Interviews mit Menschen mit Behinderung in unterschiedlichen Wohnformen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs der Selbstbestimmung und des Wohnens sowie eine empirische Analyse der Mainzer Situation durch Betroffeneninterviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind Selbstbestimmung, soziale Teilhabe, Behindertenhilfe, Inklusion, Deinstitutionalisierung und Empowerment.

Wie unterscheidet sich das „traditionelle“ Wohnen vom neuen Paradigma?

Traditionelle Ansätze fokussieren oft auf Verwahrung und institutionelle Großeinrichtungen, während das neue Paradigma die Dezentralisierung, Gemeindeeinbindung und individuelle Assistenz in den Vordergrund stellt.

Was sagen die Betroffenen zur Bedeutung der „eigenen vier Wände“?

Die Interviews verdeutlichen, dass Wohnen als zentraler Aspekt von persönlicher Freiheit, Sicherheit und psychischer Stabilität wahrgenommen wird, wobei die Wahlmöglichkeit und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten von hoher Relevanz sind.

Excerpt out of 240 pages  - scroll top

Details

Title
Selbstbestimmtes Wohnen mit Behinderung
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Author
Martin Merkl (Author)
Publication Year
2012
Pages
240
Catalog Number
V195382
ISBN (eBook)
9783656293910
ISBN (Book)
9783656294139
Language
German
Tags
selbstbestimmtes wohnen behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Merkl (Author), 2012, Selbstbestimmtes Wohnen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195382
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