Controlling und Technik stehen sich in vielen Firmen und zum Teil in der Fachliteratur heterogen gegenüber. Die technischen Entwicklungsabteilungen haben das Bestreben, technisch optimale Lösungen zu generieren, während die Betriebswirte der Firmen versuchen, kostentechnisch optimale Lösungen zu finden.1 Die kostentechnisch optimale Lösung eines Produktes erschließt sich aus dem Target Costing2. Es ist eine von Firmen angewandte Methode, um die Zielkosten eines Produktes festzulegen.3 Die Zielkosten dienen während des Entwicklungsprozesses als Vorgabe, da die auf den Kostenträger verrechneten Selbstkosten die Allowable-Costs nicht überschreiten dürfen. Damit dieses gelingt, kann auf verschiedene Methoden der konstruktionsbegleitenden Kalkulation zurKostenbeeinflussung in der Entwicklung zurückgegriffen werden. In dieser Arbeit wird zu Beginn dargestellt, was unter konstruktionsbegleitender Kalkulation zu verstehen ist (s. Punkt 2). Nachfolgend wird anhand spezifischer Fragstellungen (s. Punkt 2.1 bis Punkt 2.4) das Verständnis für die konstruktionsbegleitende Kalkulation verbessert. Daraufhin folgt eine allgemeine Vorstellung der Methoden (s. Punkt 3) anhand der Aufteilung in qualitative (s. Punkt 3.1), quantitative (s. Punkt 3.2) und EDV-basierte Kalkulationsverfahren (s. Punkt 3.3). Unter dem Punkt 4 wird anschließend zwischen Kalkulationsmethoden mit einer oder mehreren Einflussgrößen differenziert, wobei unter den Punkten 4.1, 4.2 und 4.3 drei Verfahren explizit dargestellt werden. Eine Zusammenfassung dieser Arbeit findet sich in Form der Reflexion unter Punkt 5.
Inhaltsverzeichnis
1 Controlling vs. Technik: Wo ist die Lösung?
2 Konstruktionsbegleitende Kalkulation
2.1 Wie nimmt die konstruktionsbegleitende Kalkulation Einfluss auf anfallende Kosten?
2.2 Worin unterscheiden sich die traditionelle und die konstruktionsbegleitende Kalkulation?
2.3 Was bedeutet langer und kurzer Regelkreis?
2.4 Welche Schwierigkeiten treten bei der konstruktionsbegleitenden Kalkulation in der Praxis auf?
3 Allgemeine Vorstellung von Methoden der konstruktionsbegleitenden Kalkulation
3.1 Qualitative Kalkulationsverfahren
3.2 Quantitative Kalkulationsverfahren
3.3 EDV-basierte Kalkulationsverfahren
4 Kalkulationsmethoden mit einer oder mehreren Einflussgröße
4.1 Kilogramm–Kosten–Methode
4.2 Materialkostenmethode
4.3 Regressionsanalyse – Kalkulationsverfahren mit mehreren Einflussgrößen
5 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Notwendigkeit der konstruktionsbegleitenden Kalkulation als präventives Instrument zur Kostensteuerung in der Produktentwicklung aufzuzeigen und die verschiedenen Methoden zur Kostenbeeinflussung darzustellen.
- Gegenüberstellung von Controlling und Technik in der Produktentwicklung
- Konzept des langen versus kurzen Regelkreises
- Differenzierung zwischen qualitativen, quantitativen und EDV-basierten Verfahren
- Methoden zur Kalkulation mit einer oder mehreren Einflussgrößen
- Analyse der Problematik und des Dilemmas der konstruktionsbegleitenden Kalkulation
Auszug aus dem Buch
2.2 Worin unterscheiden sich die traditionelle und die konstruktionsbegleitende Kalkulation?
Die Hauptunterschiede zwischen der traditionellen und der konstruktionsbegleitenden Kalkulation sind der Zeitpunkt, an dem sie durchgeführt werden und die Einflussmöglichkeiten auf die Kosten selbst. Die traditionelle Kalkulation erhebt die Kosten eines Produktes rückwirkend über Stücklisten und detaillierte Arbeitspläne. Dies geschieht relativ spät im Vormarktzyklus des Produktes. Die Daten werden genutzt, um die Selbstkosten eines Produktes zu bestimmen und dadurch den Verkaufspreis festzulegen.
Durch die konstruktionsbegleitende Kalkulation werden die Kosten während des Entwicklungsprozesses erfasst und beeinflusst (vgl. Punkt 2.1). Sie gibt dem Konstruierenden demzufolge eine Kostengestaltungsmöglichkeit. Ehrlenspiel stellt fest: „Es gibt keine rein technischen Entscheidungen beim Konstruieren.“ Eine technische Entscheidung ist somit auch immer eine kostentechnische Entscheidung.
Die Teilbereiche Betriebswirtschaft und Entwicklung werden durch die konstruktionsbegleitende Kalkulation vermischt, während sie in der traditionellen Kalkulation stark voneinander getrennt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Controlling vs. Technik: Wo ist die Lösung?: Einleitung in die Problematik heterogener Zielsetzungen zwischen technischer Entwicklung und Controlling sowie Einführung des Target Costing als Lösungsansatz.
2 Konstruktionsbegleitende Kalkulation: Erläuterung der Grundlagen, des Einflusses auf die Kosten, der Regelkreise und der praktischen Herausforderungen dieser Kalkulationsmethode.
3 Allgemeine Vorstellung von Methoden der konstruktionsbegleitenden Kalkulation: Systematische Unterteilung und Charakterisierung in qualitative, quantitative und EDV-basierte Verfahren.
4 Kalkulationsmethoden mit einer oder mehreren Einflussgröße: Detaillierte Darstellung spezifischer Verfahren wie der Kilogramm-Kosten-Methode, Materialkostenmethode und Regressionsanalyse.
5 Reflexion: Zusammenfassende kritische Betrachtung der Notwendigkeit und der Grenzen der konstruktionsbegleitenden Kalkulation.
Schlüsselwörter
Konstruktionsbegleitende Kalkulation, Produktentwicklung, Kostenbeeinflussung, Target Costing, Regelkreis, qualitative Kalkulationsverfahren, quantitative Kalkulationsverfahren, EDV-basierte Kalkulation, Kilogramm-Kosten-Methode, Materialkostenmethode, Regressionsanalyse, Kostenfrüherkennung, Kostengestaltung, Herstellkosten, Stückkosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Methoden der konstruktionsbegleitenden Kalkulation, um Kosten bereits während der Produktentwicklung aktiv zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Kostenverantwortung der Konstruktion, den Vergleich traditioneller versus begleitender Kalkulation sowie verschiedene mathematische und methodische Verfahren zur Kostenprognose.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit einer frühzeitigen Kalkulation darzustellen, damit Konstrukteure bewusste Entscheidungen treffen können, die das Produkt wirtschaftlich wettbewerbsfähig machen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden qualitative, quantitative sowie EDV-basierte Kalkulationsverfahren erläutert, wobei insbesondere mathematisch-statistische Methoden wie die Regressionsanalyse und Kennzahlenmodelle wie die Kilogramm-Kosten-Methode detailliert betrachtet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der konstruktionsbegleitenden Kalkulation, eine allgemeine Methodenvorstellung und die explizite Darstellung einzelner Kalkulationsmethoden für ein oder mehrere Einflussgrößen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen die konstruktionsbegleitende Kalkulation, Kostenfrüherkennung, Target Costing sowie spezifische Verfahren wie die Regressionsanalyse.
Was versteht man in diesem Kontext unter dem "Dilemma der konstruktionsbegleitenden Kalkulation"?
Es bezeichnet das Spannungsverhältnis, dass man zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine möglichst genaue Kalkulation auf Basis noch sehr ungenauer Daten erstellen muss, da die Kostenbeeinflussungsmöglichkeiten zu diesem Zeitpunkt am höchsten sind.
Warum ist laut der Arbeit eine enge Verknüpfung von Betriebswirtschaft und Technik erforderlich?
Die Arbeit argumentiert, dass jede technische Entscheidung gleichzeitig eine kostenrelevante Entscheidung ist; durch die Vernetzung beider Bereiche werden präventive Mittel zur Kostengestaltung geschaffen, die den langen, traditionellen Regelkreis verkürzen.
- Arbeit zitieren
- Franz Bokop (Autor:in), Daniel Bösenberg (Autor:in), 2012, Methoden der konstruktionsbegleitenden Kalkulation zur Kostenbeeinflussung in der Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195466