Hausfrau versus Blaustrumpf

Weiblichkeitsentwürfe des 19. Jahrhunderts


Seminararbeit, 2010
16 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Einstieg in die Geschichte: Die Märzrevolution

3. Grundlegend Verschieden

4. Das Formieren beginnt: Geburtsstunde des ADFs

5. Frauenbewegung schafft Veränderung
5.1. Frauenbildung
5.2. Frauenwahlrecht

6. Ergebnis

7. Abkürzungsverzeichnis

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Weiblichkeitsentwürfe sollen nicht ein Bild der perfekten Rolle einer Frau vermitteln, sondern verschiedene Stereotypen von Frauen beschreiben, die aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und angepasst an die Zeit, die Wünsche und Hoffnungen der Frauen reflektieren. Die ruhige Hausfrau oder der kämpfende Blaustrumpf? Beide Formen dieser individuellen Identitäten waren vertreten und noch eine Vielzahl mehr. Ein Rückblick auf das dokumentierte Handeln und Voranschreiten in der Geschichtsschreibung lassen den Verlauf der ersten Frauenbewegung verfolgen .Und natürlich stellt sich die Frage, wie die Frau mit den vom Mann herangetragenen Erwartungsbildern umging: Wurden diese von ihr erkannt, akzeptiert, ja sogar verinnerlicht, oder vielmehr abgelehnt und verworfen? Bereits in den paulinischen Briefen wird Frauen das Recht auf öffentliche Rede/Autorität aberkannt. Frauen gelten als nicht vernunftbegabte Wesen, ausschließlich zuständig für die Reproduktion. Deshalb sind sie auch von jeglicher Form der öffentlichen Rede ausgeschlossen worden, welche intellektuelle Autorität voraussetzte. Kurz: Keine Vernunft, keine Autorität, keine Öffentlichkeit. Diese Minderstellungen von Frauen auf verschiedenen Ebenen - Recht, Wissenschaft, Familie... – sind schon lange zuvor in einer endlosen Kette verschiedener Systeme zu sehen, die Frauendiskriminierung als Konstante beibehalten haben: von der Antike (Römisches Recht) zu jüdisch-christlichen Vorstellungen, über die Kirchenväter zu den paulinischen Pastoralbriefen bis hin zu Thomas von Aquin, der die Ansicht, Frauen seien nicht vernunftfähig nochmal mit seiner ganzen Autorität bekräftigt. Der Paradigmenwechsel im 18. Jahrhundert setzt die Natur anstelle von Gott und naturalisiert die Geschlechtercharaktere, die unverändert übernommen wurden. Damit wurde die intellektuelle Minderwertigkeit zu einem festen Bestandteil der "weiblicher Natur" erklärt. Doch die meisten Frauen akzeptierten im Wandel der Zeit ihre zugeschrieben Rolle nicht mehr und begannen für ihr Recht einzutreten. Dass das Schlagwort "Frauen-Power" nicht nur auf die heutige Zeit anzuwenden ist, sondern insbesondere auch auf die Zeit um das 18. und 19.Jahrhundert, zeigt ein gezielter Blick auf das vergangene Deutschland und seine weibliche Bürgerschaft. Diese Epoche zeichnet sich durch eine Vielzahl von aktiven und erfolgreichen Frauen aus.

2. Einstieg in die Geschichte: Die Märzrevolution

Um sich trotz der Fülle der vergangenen Frauengeschichte in Deutschland orientieren zu können, muss ein bestimmter Zeitraum abgesteckt werden, der für die Stellung der Frau entscheidend war und einen geschichtlichen Kontext bietet, der es ermöglicht, die gesellschaftliche, politische und soziale Situation der Frau zu dieser Zeit verständlich zu machen. Dafür eignet sich die Revolution von 1848, die sogenannte „ Märzrevolution (März 1848 bis Spätsommer 1849).

Bis Ende des 19.Jahrhunderts gab es 314 Einzelstaaten in Deutschland, die jeweils durch eine kleine Gruppe des Besitzbürgertums geleitet wurden.[1] Deshalb bestand die Kernforderung der Bürger in dieser Revolution aus einem demokratisch verfassten, einheitlichen Nationalstaat.[2] Zu dieser Zeit gab es eine Menge an wirtschaftlichen Krisen, viele Missernten, Teuerungen der Lebensmittel, Nahrungsmangel und Massenarmut.[3] Deutschland stand erst am Anfang zum Umbruch zur Industriewirtschaft. Liberale Forderungen der Bürger wie die Bauernbefreiung wurden von König Friedrich Wilhelm IV nicht erfüllt.[4] Aufgrund von einer angeordneten Pressezensur und keinem politischen Mitspracherecht von Mann und Frau konnten die Menschen die Missstände nicht offen kund machen und fanden in der Politik kein Gehör. Ein Zwischenfall brachte dann das Volk in völlige Unruhe und es kam zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. 1848 herrschten in Deutschland nach der niedergeschlagenen Revolution konservative Kräfte. Die deutsche Journalistin und Schriftstellerin Louise Otto Peters, eine Protagonistin der Märzrevolution, zog sich in ihrer Aktivität zurück, die jedoch nicht nur der aktuellen Ungerechtigkeiten zu Teil kam, sondern auch in ihrer Position als eine der ersten Frauenrechtlerin allgemein der Verbesserung der Wesensdarstellung der Frau.[5] Die Zeit der Unterdrückung wurde genutzt um die Versammlungstätigkeit von Frauen zu erschweren.

In allen deutschen Ländern wurden Vereinsgesetzte erlassen, die eine politische Betätigung von Frauen verboten.[6] Dabei wurde Frauen, Geisteskranken, Schülern und Lehrlingen jegliche Mitgliedschaft untersagt.[7] In den 1860er Jahren kam eine Lockerung in den autoritären Strukturen auf. Die Arbeitswelt begann sich zu verändern, die Industriealisierung setzte nun ein und in dem enttäuschten Bürger weckte der Wirtschaftschwung Hoffnung auf Reformen. 1860 fand ein Regierungswechsel in Preußen statt und Kronprinz Wilhelm I nahm den Platz auf dem Thron ein, der auch später erster Kaiser von Deutschland wurde.[8] Die Idee der Reichseinigung wurde in den Köpfen vieler Liberaler wieder geweckt. Eine neue Versammlungsform, nämliche „der (politische) Verein“[9], fand ihren Weg in die Gesellschaft. Viele gesellschaftliche Gruppen nutzten diese Chance um sich als Formation zu präsentieren. Auch Randgruppen, die sich noch im Hintergrund gehalten haben und dessen Person die politische Beteiligung nicht zugesprochen wurde, ergriffen die Gelegenheit um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Und das waren die Frauen.

3. Grundlegend Verschieden

Es bildete sich eine bürgerliche und eine proletarische Frauenbewegung heraus, die sich fundamental durch eine andere Lebensqualität und einer entgegengesetzten Auffassung von Emanzipation voneinander abgrenzt.

Die Bürgerliche Frauenbewegung wird am stärksten repräsentiert durch Louise Otto Peters. Sie verfolgt eine allmähliche und gemäßigte Veränderung der Frau in der Gesellschaft. Als festgelegtes Konzept wird die biologische Situation, also die Rolle der Frau als Mutter, angesehen.[10]

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution_von_1848/49

[2] http://www.mpg-saarlouis.de/projekte/unterricht/geschichte/Lernbilder_02/09_48- Revolution_Zusammenfassung.pdf

[3] http://www.mpg-saarlouis.de/projekte/unterricht/geschichte/Lernbilder_02/09_48- Revolution_Zusammenfassung.pdf

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Revolution_von_1848/49

[5] http://www.bpb.de/themen/HL5YDX.htm

[6] http://www.bpb.de/themen/HL5YDX.html

[7] http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/innenpolitik/adf/index.html

[8] http://www.bpb.de/themen/HL5YDX.html

[9] http://www.bpb.de/themen/HL5YDX.html

[10] Nave-Herz, Rosemarie: Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland, Hannover, 1989.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Hausfrau versus Blaustrumpf
Untertitel
Weiblichkeitsentwürfe des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
3,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V195504
ISBN (eBook)
9783656213321
ISBN (Buch)
9783656213253
Dateigröße
2409 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hausfrau, blaustrumpf, weiblichkeitsentwürfe, jahrhunderts
Arbeit zitieren
S. Presti (Autor), 2010, Hausfrau versus Blaustrumpf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195504

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