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Hausfrau versus Blaustrumpf

Weiblichkeitsentwürfe des 19. Jahrhunderts

Titel: Hausfrau versus Blaustrumpf

Seminararbeit , 2010 , 16 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: S. Presti (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. EINLEITUNG
Weiblichkeitsentwürfe sollen nicht ein Bild der perfekten Rolle einer Frau vermitteln, sondern verschiedene Stereotypen von Frauen beschreiben, die aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und angepasst an die Zeit, die Wünsche und Hoffnungen der Frauen reflektieren. Die ruhige Hausfrau oder der kämpfende Blaustrumpf? Beide Formen dieser individuellen Identitäten waren vertreten und noch eine Vielzahl mehr. Ein Rückblick auf das dokumentierte Handeln und Voranschreiten in der Geschichtsschreibung lassen den Verlauf der ersten Frauenbewegung verfolgen .Und natürlich stellt sich die Frage, wie die Frau mit den vom Mann herangetragenen Erwartungsbildern umging: Wurden diese von ihr erkannt, akzeptiert, ja sogar verinnerlicht, oder vielmehr abgelehnt und verworfen? Bereits in den paulinischen Briefen wird Frauen das Recht auf öffentliche Rede/Autorität aberkannt. Frauen gelten als nicht vernunftbegabte Wesen, ausschließlich zuständig für die Reproduktion. Deshalb sind sie auch von jeglicher Form der öffentlichen Rede ausgeschlossen worden, welche intellektuelle Autorität voraussetzte. Kurz: Keine Vernunft, keine Autorität, keine Öffentlichkeit. Diese Minderstellungen von Frauen auf verschiedenen Ebenen - Recht, Wissenschaft, Familie... – sind schon lange zuvor in einer endlosen Kette verschiedener Systeme zu sehen, die Frauendiskriminierung als Konstante beibehalten haben: von der Antike (Römisches Recht) zu jüdisch-christlichen Vorstellungen, über die Kirchenväter zu den paulinischen Pastoralbriefen bis hin zu Thomas von Aquin, der die Ansicht, Frauen seien nicht vernunftfähig nochmal mit seiner ganzen Autorität bekräftigt. Der Paradigmenwechsel im 18. Jahrhundert setzt die Natur anstelle von Gott und naturalisiert die Geschlechtercharaktere, die unverändert übernommen wurden. Damit wurde die intellektuelle Minderwertigkeit zu einem festen Bestandteil der "weiblicher Natur" erklärt. Doch die meisten Frauen akzeptierten im Wandel der Zeit ihre zugeschrieben Rolle nicht mehr und begannen für ihr Recht einzutreten. Dass das Schlagwort "Frauen-Power" nicht nur auf die heutige Zeit anzuwenden ist, sondern insbesondere auch auf die Zeit um das 18. und 19.Jahrhundert, zeigt ein gezielter Blick auf das vergangene Deutschland und seine weibliche Bürgerschaft. Diese Epoche zeichnet sich durch eine Vielzahl von aktiven und erfolgreichen Frauen aus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einstieg in die Geschichte: Die Märzrevolution

3. Grundlegend verschieden

4. Das Formieren beginnt: Geburtsstunde des ADFs

5. Frauenbewegung schafft Veränderung

5.1. Frauenbildung

5.2. Frauenwahlrecht

6. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Weiblichkeitsentwürfe im 19. Jahrhundert und analysiert, wie Frauen durch die erste organisierte Frauenbewegung aktiv gegen diskriminierende Stereotypen und für ihre rechtliche sowie gesellschaftliche Gleichstellung kämpften.

  • Historischer Kontext der Märzrevolution und politische Unterdrückung
  • Gegenüberstellung der bürgerlichen und proletarischen Frauenbewegung
  • Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) als Meilenstein
  • Herausforderungen und Erfolge im Bereich der Frauenbildung
  • Der lange Weg zum Frauenwahlrecht und die Organisation in Dachverbänden

Auszug aus dem Buch

3. GRUNDLEGEND VERSCHIEDEN

Es bildete sich eine bürgerliche und eine proletarische Frauenbewegung heraus, die sich fundamental durch eine andere Lebensqualität und einer entgegengesetzten Auffassung von Emanzipation voneinander abgrenzt.

Die Bürgerliche Frauenbewegung wird am stärksten repräsentiert durch Louise Otto Peters. Sie verfolgt eine allmähliche und gemäßigte Veränderung der Frau in der Gesellschaft. Als festgelegtes Konzept wird die biologische Situation, also die Rolle der Frau als Mutter, angesehen.

Mütterlichkeit und Mutterschaft sind die Themen, die durch die bürgerliche Frauenbewegung vertreten werden. Die weiblichen Eigenschaften sollen gestärkt werden und das Wesen der Frau nicht vermännlichen.

Eine vollkommene Emanzipation erhofft sich die proletarische Frauenbewegung durch den Sieg des Sozialismus. Eine außerhäusige Erwerbstätigkeit ist der einzige Weg zur Befreiung der Frau selbst. Diese Organisation beschäftigt sich mit den Themen der Lohngleichheit und der Entlastung der häuslichen Arbeit. Es besteht eine feministische Grundidee, wobei der Fokus auf den Belangen der Arbeiterschaft liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Diskriminierung von Frauen als vernunftlose Wesen und führt in die Fragestellung ein, wie Frauen aktiv ihre zugeschriebenen Rollenbilder in Frage stellten.

2. Einstieg in die Geschichte: Die Märzrevolution: Dieses Kapitel verortet die Situation der Frau im Kontext der 1848er Revolution und thematisiert die restriktiven politischen Rahmenbedingungen jener Zeit.

3. Grundlegend verschieden: Es wird die Differenz zwischen der bürgerlichen Frauenbewegung, die auf Mutterschaft und gemäßigte Reformen setzte, und der proletarischen Frauenbewegung, die eine radikale gesellschaftliche Umgestaltung anstrebte, dargelegt.

4. Das Formieren beginnt: Geburtsstunde des ADFs: Der Fokus liegt auf der Entstehung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) als erste organisierte Form der Bewegung, initiiert durch Louise Otto Peters.

5. Frauenbewegung schafft Veränderung: Dieses Kapitel behandelt die hart erkämpften Fortschritte im Bildungswesen sowie die schrittweise politische Emanzipation der Frauen.

6. Ergebnis: Das abschließende Kapitel resümiert die Errungenschaften der ersten Welle der Frauenbewegung, insbesondere den Kampf um Wahlrecht und Bildung, trotz gesellschaftlicher Widerstände.

Schlüsselwörter

Frauenbewegung, 19. Jahrhundert, Märzrevolution, Louise Otto Peters, ADF, Emanzipation, Frauenbildung, Frauenwahlrecht, Bürgertum, Proletariat, Gleichberechtigung, Frauenrolle, Sozialismus, Suffragette, BDF.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Weiblichkeitsentwürfen im Deutschland des 19. Jahrhunderts und dem Aufkommen der ersten organisierten Frauenbewegung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Frauenbildung, dem Kampf um das Wahlrecht, den unterschiedlichen Ausprägungen der Frauenbewegung (bürgerlich vs. proletarisch) sowie den rechtlichen Rahmenbedingungen der Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Verlauf und die Erfolge der frühen deutschen Frauenbewegung aufzuzeigen und zu analysieren, wie Frauen gegen ihre gesellschaftliche Unterdrückung vorgingen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse und der Auswertung von Primärdokumenten sowie historischen Quellen zur Stellung der Frau.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Frauenvereinen, die Bildungsbestrebungen sowie die Organisation und die Ziele der Dachverbände wie dem ADF und dem BDF.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Frauenemanzipation, Frauenbewegung, Bildung, Märzrevolution und politische Partizipation.

Welche Rolle spielte Louise Otto Peters?

Sie gilt als eine der zentralen Protagonistinnen der bürgerlichen Frauenbewegung und war maßgeblich an der Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) beteiligt.

Warum wird im Text der Begriff "Blaustrumpf" erwähnt?

Er dient als Symbol für das Stereotyp der intellektuellen, "kämpfenden" Frau, das im Kontrast zum idealisierten Bild der häuslichen Frau stand.

Was war der "Allgemeine Deutsche Frauenverein" (ADF)?

Er war die erste organisierte Form der deutschen Frauenbewegung, die 1865 in Leipzig gegründet wurde und sich für Bildung und Erwerbstätigkeit von Frauen einsetzte.

Was war das "Frauenwahlrecht" für die Bewegung?

Es stellte einen Meilenstein und ein rechtliches Fundament für die Zukunft der Frauen in Deutschland dar, dessen Forderung durch die SPD früh vorangetrieben wurde.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hausfrau versus Blaustrumpf
Untertitel
Weiblichkeitsentwürfe des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
3,0
Autor
S. Presti (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V195504
ISBN (eBook)
9783656213321
ISBN (Buch)
9783656213253
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hausfrau blaustrumpf weiblichkeitsentwürfe jahrhunderts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
S. Presti (Autor:in), 2010, Hausfrau versus Blaustrumpf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195504
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Leseprobe aus  16  Seiten
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