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Prozesse, Tendenzen und Veränderungen in der russischen Mediensprache und im publizistischen Stil seit der Perestrojka

Titel: Prozesse, Tendenzen und Veränderungen in der russischen Mediensprache und im publizistischen Stil seit der Perestrojka

Hausarbeit , 2012 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sebastian Wagner (Autor:in)

Russistik / Slavistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Sprache – das ist immer ein Versuch, die Wirklichkeit zu beschreiben, wobei eine solche Beschreibung nicht nur eine Sache bezeichnet, sondern jene Sache zugleich in eine bestimmte Weltanschauung setzt. Mit den politischen Umwälzungen in der UdSSR, die schließlich zu deren Zerfall führten, änderten sich schlagartig die sozialen, ökonomischen, politischen u.a. Lebensbereiche. Nicht zuletzt war es schließlich die Sprache, die sich der neuen Realität anpassen musste. Und dies war in Russland nicht nur nach dem Zerfall der UdSSR so, sondern schon einige Male zuvor; man erinnere sich nur einmal an die Zeit Peters des Großen, der durch seine Europareisen zahlreiche westliche Neuerungen in die russische Kultur brachte.
In diesem Zusammenhang ist es dabei besonders die Mediensprache, die den gesellschaftlichen Veränderungen unterliegt. Denn letztendlich werden solche Neuerungen erst durch das Informieren in die einzelnen Köpfe gebracht. Dass dabei gerade dieses Informieren über etwas stark abhängig ist von den vorherrschenden Macht- und Gesellschaftsverhältnissen überhaupt, sollte einem jeden klar sein. Denn jede Information birgt in sich auch eine determinierte Interpretation.
Mit den eingeleiteten Reformen von Glastnost‘ und Perestrojka, und schließlich dem Zerfall der UdSSR, endete zugleich eine totalitäre Norm, die das gesellschaftliche Leben stark prägte. Vorne weg ist wohl an dieser Stelle die Zensur zu nennen, die einherging mit einer totalitären Ideologie, und welche bis zu den Umwälzungen der 1980er Jahre bestimmte, über was informiert wird, und vor allem auch wie.
Die Sprache der Medien bekam seitdem eine immer größer werdende Individualität, die an vielen Stellen deutlich erkennbar ist. Nicht zuletzt veränderte sich nicht nur die Sprache als solche, sondern zugleich auch ihr Stil. Neues kam hinzu, altes wurde reaktiviert. Diese Neuerungen jedoch als positiv oder negativ einzustufen, erweist sich als nicht einfach. Denn ob etwas gut oder schlecht ist, hat die Geschichte – besser die Menschen – noch nie davon abgehalten, es trotzdem zu tun. Nichts ist ewig, alles ist in Bewegung; so auch die Sprache. Zudem sind solche Betrachtungen auch in gewisser Weise eher subjektiv zu sehen.
Welche genauen Prozesse, Veränderungen und Tendenzen die russische Sprache der Medien und auch der publizistische Stil seit der Perestrojka erfahren haben, und eventuell auch weiterhin erfahren, wird im Folgenden dargelegt. ...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Entwicklungen und Tendenzen der Mediensprache

2.1 Medien und Sprache

2.2 Veränderungen der Mediensprache mit und seit der Perestrojka

2.3 Lehnwörter als Massenphänomen der Mediensprache

3. Der publizistische Stil

3.1 Überblick über den publizistischen Stil

3.2 Der Stil von Überschriften

3.3 Intertextualität

3.4 Wortspiele

3.5 Ironie und стёб

4. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Prozesse und Veränderungen der russischen Mediensprache und des publizistischen Stils, die seit der Perestrojka eingesetzt haben. Dabei steht die Frage im Fokus, wie sich gesellschaftspolitische Umbrüche in der Sprache widerspiegeln und welche stilistischen Mittel, wie Intertextualität oder Wortspiele, die moderne Berichterstattung prägen.

  • Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf die russische Mediensprache
  • Die Rolle von Anglizismen und Lehnwörtern als Massenphänomen
  • Stilistische Merkmale moderner russischer Publizistik (Ironie, Stiob)
  • Veränderte Funktion und Struktur von Zeitungsüberschriften
  • Spannungsfeld zwischen Sprache, Information und Manipulation

Auszug aus dem Buch

3.1 Überblick über den publizistischen Stil

Die Veränderungen im publizistischen Stil sind bemerkenswert. Laut I.A. Sternin handelt es sich, verglichen mit dem Stil vor der Perestrojka, um eine vollkommen neue Type. Durch die Auswirkungen der konzeptuellen, wertenden und sprachlichen Freiheit in der gegenwärtigen russischen Gesellschaft erlitt der publizistische Text innerhalb kurzer Zeit inhaltliche, sowie auch formal-sprachliche Veränderungen. So änderte sich die lexikalische und genre-technische Zusammensetzung der publizistischen Texte, wie auch ihr stilistisches Auftreten und der Charakter der vorherrschenden Wertung.

Der publizistische Text ist dabei immer weniger gekennzeichnet durch Standardisierungen in Form und Inhalt. Die Autoren haben die Möglichkeit bekommen, in den Texten ihre Individualität auszudrücken, was durch die Organe der Massenmedien sogar gefördert wird. Dieser individualistische Stil findet sich heute in vielen schriftlichen Presseorganen, im Radio und Fernsehen.

Die Sphäre der Publizistik ließ also von den Beschränkungen der Themen- und Problemwahl los. I.A. Sternin meint dazu, dass in der gegenwärtigen Publizistik merklich die Anzahl der Kritiken zunahm. Es wurden überhaupt erst nun Kritik, Ironie und Sarkasmus an Politikern hohen Ranges möglich, zudem auch auf dem Gebiet der Armee und Miliz, des Sicherheitsdienstes, der Regierung, von Ministern, ja sogar des Präsidenten. Ferner stieg bemerkenswert der Anteil der wertenden Lexik; besonders im oppositionellen publizistischen Diskurs.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Thematik der sprachlichen Anpassung an politische Umwälzungen in Russland seit der Zeit von Peter dem Großen bis zur Perestrojka.

2. Entwicklungen und Tendenzen der Mediensprache: Analyse der dynamischen Sprachnormen, des Einflusses der Massenmedien auf die öffentliche Wahrnehmung sowie der zunehmenden Verwendung von Lehnwörtern und Anglizismen.

3. Der publizistische Stil: Untersuchung der stilistischen Transformationen der Publizistik hin zu einer stärkeren Expressivität durch Ironie, Intertextualität und Sprachspiele.

4. Nachwort: Abschließende Reflexion über die Ambivalenz der sprachlichen Freiheit und die ethische Verantwortung der Medien in einer sich stetig verändernden Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Russische Mediensprache, Perestrojka, Publizistischer Stil, Intertextualität, Anglizismen, Stiob, Sprachwandel, Journalismus, Gesellschaftspolitik, Massenmedien, Ironie, Wortspiel, Sprachnorm, Ausdrucksstärke, Medienethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden sprachlichen und stilistischen Veränderungen, die die russische Mediensprache seit der Perestrojka durchlaufen hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss von Anglizismen, der Wandel des publizistischen Stils, die Bedeutung der Intertextualität und die Entwicklung der Ironie in den Medien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Umbrüche und der Wegfall totalitärer Normen zu einer neuen, individualistischen und ausdrucksstärkeren Sprache in der russischen Presse geführt haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse und der Auswertung von Fachliteratur, um die sprachlichen Phänomene in der aktuellen russischen Medienlandschaft einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Medien als Sprachbildner, die Analyse neuer Sprachnormen durch Lehnwörter sowie die Untersuchung spezifischer stilistischer Mittel wie Wortspiele und Ironie.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Mediensprache, Perestrojka, publizistischer Stil, Intertextualität, Anglizismen, Ironie und Stiob sind die zentralen Begriffe.

Welche Rolle spielt die Ironie im modernen russischen Journalismus?

Ironie hat sich von einer auf Satire begrenzten Ausdrucksform zu einem durchdringenden Element der gesamten Berichterstattung entwickelt, das für die Vermittlung komplexer oder zweideutiger Aussagen genutzt wird.

Was genau ist unter dem Begriff "Stiob" in diesem Kontext zu verstehen?

Stiob bezeichnet eine spezifische Form des intellektuellen Verhöhnens, die durch die demonstrative Verwendung von Symbolen in einem parodistischen Kontext gekennzeichnet ist.

Wie bewertet der Autor die Zunahme von Anglizismen?

Der Autor sieht Anglizismen als Begleiterscheinung des Fortschritts, warnt jedoch vor einer Übersättigung und weist darauf hin, dass Lehnwörter oft zu feinen Bedeutungsverschiebungen führen.

Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Entwicklung der russischen Sprache?

Das Fazit betont, dass Sprache ein lebendiger Prozess ist, der sich nicht von oben steuern lässt, und fordert die Medien dazu auf, sich ihrer ethischen Vorbildfunktion bewusst zu bleiben.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Prozesse, Tendenzen und Veränderungen in der russischen Mediensprache und im publizistischen Stil seit der Perestrojka
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Slavistik und Sprechwissenschaft)
Veranstaltung
S-Medien und Medienpolitik in Russland Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jh.
Note
1,3
Autor
Sebastian Wagner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
27
Katalognummer
V195509
ISBN (eBook)
9783656213314
ISBN (Buch)
9783656213215
Sprache
Deutsch
Schlagworte
publizistischer Stil der russischen Sprache; russische Mediensprache; russische Sprache der Medien besonderheiten der russischen mediensprache; russische medienkommunikation;
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Wagner (Autor:in), 2012, Prozesse, Tendenzen und Veränderungen in der russischen Mediensprache und im publizistischen Stil seit der Perestrojka, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195509
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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