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Das Ideal der Selbstgenügsamkeit bei Epikur

Title: Das Ideal der Selbstgenügsamkeit bei Epikur

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Eleonóra Szemerey (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Der Gegenstand meiner Arbeit besteht in der Untersuchung der werkimmanenten Bedeutung des Ideals der Selbstgenügsamkeit bei dem griechischen Philosophen Epikuros (341-270 v.Chr.), zu der ich sowohl Schriften Epikurs selbst als auch Kommentare seiner Anhänger und Kritiker herangezogen habe. Die Hauptquellen sind dabei die Briefe des Philosophen an Herodot (mit Her. abgekürzt) und Menoikeus (Men.), seine Hauptlehrsätze (HL) und die Vatikanische Spruchsammlung (GV); und da das Wenige, das unter Epikurs Namen erhalten ist, für ein vollständiges Bild nicht ausreicht, berücksichtige ich zusätzlich die von M. Hossenfelder gesammelten Sprüche und Schriften seiner antiken Zeitgenossen zu diesem Thema.

Einführend habe ich dem Hauptteil einige Sätze über die Epoche des Hellenismus vorangesetzt, darauf folgt ein kurzer Überblick über Epikurs gesamte Philosophie, dann eine eingehendere Beschreibung seiner Ethik, der sog. Glückslehre, die schließlich in das eigentliche Thema der Arbeit mündet. Im letzten Teil wird das Ideal der Selbstgenügsamkeit und seine Rolle in Bezug auf die Ethik untersucht, herausgearbeitet und abschließend mit einigen Kritikpunkten, die allerdings auf der werkimmanenten Ebene bleiben und sich nicht auf eventuelle fachliche Diskussionen beziehen, kommentiert.

Bei der Beschreibung der epikureischen Ethik stütze ich mich mit geringfügigen Abänderungen auf M. Hossenfelders Gliederung; die von ihm herangezogenen Arbeiten sind zusammen mit der gesamten verwendeten Sekundärliteratur im Literaturverzeichnis aufgelistet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Hellenismus

III. Epikurs Philosophie

IV. Epikurs Ethik – die Glückslehre

V. Das Ideal der Selbstgenügsamkeit

VI. Diskussion und Kritik

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die werkimmanente Bedeutung des Ideals der Selbstgenügsamkeit in der Philosophie Epikurs. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie dieses Ideal als Mittel zur Erlangung der Ataraxie (Seelenruhe) innerhalb seines hedonistischen Systems fungiert und welche Rolle es für die ethische Lebensführung spielt.

  • Die Einordnung der Philosophie Epikurs in den Kontext des Hellenismus.
  • Die Analyse des epikureischen Glücksbegriffs und des Prinzips der Lust.
  • Die Untersuchung der Bedürfnisse und ihrer Klassifizierung zur Überwindung von Unlust.
  • Die kritische Reflexion der Verbindung von Hedonismus, Vernunft und individueller Selbstgenügsamkeit.

Auszug aus dem Buch

Das Ideal der Selbstgenügsamkeit

Gleich nach dem höchsten Gut führt Epikur in seinem Brief an Menoikeus die Selbstgenügsamkeit als ein anderes großes Gut an (Men.130); sie ist eines der Haupterfordernisse für die Glückseligkeit. Ein „bescheidenes Leben mit Gleichmut“ wird sogar als „des Reichtums Gipfel“ bezeichnet (Lukrez 5,1117). Natürlich soll und kann die Selbstgenügsamkeit niemals um ihrer selbst Willen angestrebt werden, sondern aus rein praktischen Gründen; sie ist – wie alle anderen abgeleiteten Güter – in ihrer Funktion unentbehrlich.

Zur Herausbildung dieser Tugend kann die Naturforschung beitragen, denn im Gegensatz zu den von Epikur meist verachteten Künsten und Wissenschaften, deren Vertreter angeblich nur danach streben, mit ihrer Bildung zu prahlen, sind die selbstbewußten Naturforscher lediglich auf ihre persönlichen Werte und nicht auf Äußerlichkeiten stolz (GV45).

Die Wichtigkeit der Selbstgenügsamkeit wird schnell ersichtlich aus der Klassifikation der Begierden, denn, wie im vorangegangenen Kapitel beschrieben, müssen nur diejenigen befriedigt werden, die anderenfalls zu Unlust führen. Alle über die Grundbedürfnisse hinausgehenden Begierden haben keinerlei oder kaum Einfluß auf die Glückseligkeit, ihre Erfüllung bringt keine Steigerung der Lust mit sich, höchstens ihre Variation (HL18). Die Höchstgrenze der Lust ist jederzeit mit der vollständigen Befreiung von Unlust erreichbar (Men.133/GV33), und dazu bedarf man keiner aufwendigen Mittel, die einfachsten sind völlig ausreichend, solange sie ihren Zweck erfüllen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Gegenstand der Untersuchung, die verwendeten Quellen sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.

II. Der Hellenismus: Dieses Kapitel erläutert den zeithistorischen Hintergrund des Hellenismus und die damit verbundene Neuausrichtung der Philosophie auf das individuelle Glück.

III. Epikurs Philosophie: Hier wird Epikurs System in Physik, Kanonik und Ethik vorgestellt, wobei der Fokus auf dem praktischen Ziel der Seelenruhe liegt.

IV. Epikurs Ethik – die Glückslehre: Dieses Kapitel vertieft den hedonistischen Kern der Lehre, die Definition von Lust und die Rolle der Vernunft bei der Überwindung von Unlust.

V. Das Ideal der Selbstgenügsamkeit: Hier wird die zentrale Rolle der Selbstgenügsamkeit als Mittel zur Lebensführung und zur Sicherung der Ataraxie detailliert analysiert.

VI. Diskussion und Kritik: Das abschließende Kapitel reflektiert die Tragweite des Konzepts und hinterfragt die ethische Konsistenz von Epikurs Hedonismus.

Schlüsselwörter

Epikur, Hellenismus, Selbstgenügsamkeit, Ethik, Glückslehre, Lust, Ataraxie, Seelenruhe, Hedonismus, Vernunft, Bedürfnisklassifikation, Freiheit, Unabhängigkeit, Individualismus, Lebensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Ideal der Selbstgenügsamkeit innerhalb der Philosophie des griechischen Denkers Epikur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die antike Glückslehre, der epikureische Hedonismus, die Einordnung von Bedürfnissen und die Rolle der Vernunft im Streben nach einem glücklichen Leben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Funktion der Selbstgenügsamkeit als notwendiges Mittel zur Erreichung der Ataraxie (Seelenruhe) zu klären und den Stellenwert dieses Ideals im System Epikurs zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Analyse, bei der Schriften Epikurs sowie Kommentare antiker Zeitgenossen und moderne philosophische Einordnungen herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den historischen Kontext, eine allgemeine philosophische Systematik, eine spezifische Untersuchung der Ethik sowie eine vertiefende Betrachtung der Selbstgenügsamkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Epikur, Selbstgenügsamkeit, Ataraxie, Hedonismus, Bedürfnisklassifikation und Seelenruhe.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis von Epikur zu Reichtum und Ansehen?

Der Autor zeigt auf, dass Epikur Reichtum und gesellschaftliches Ansehen kritisch gegenübersteht und sie als Quellen für unnötige Unlust betrachtet, da das Ideal eines bescheidenen Lebens den wahren Reichtum darstellt.

Inwiefern ist die Selbstgenügsamkeit mit moralischen Fragen verknüpft?

Der Autor hinterfragt, ob eine auf Lustmaximierung ausgerichtete Ethik als „moralisch“ bezeichnet werden kann und diskutiert, ob Selbstgenügsamkeit lediglich ein Mittel zu einem egoistischen Zweck ist.

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Details

Title
Das Ideal der Selbstgenügsamkeit bei Epikur
College
University of Göttingen  (Philosophisches Seminar)
Grade
1
Author
Eleonóra Szemerey (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V19553
ISBN (eBook)
9783638236478
Language
German
Tags
Ideal Selbstgenügsamkeit Epikur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eleonóra Szemerey (Author), 2002, Das Ideal der Selbstgenügsamkeit bei Epikur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19553
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