In den vergangenen Jahrzehnten hat sich zunehmend eine Informations-, Kommunikations- und Wissensgesellschaft formiert, die Reformen im gesamten deutschen Bildungswesen mit sich geführt hat. „Der verstärkte Wettbewerb in der Wirtschaft und die hohen wissenschaftlich-technischen Innovationsraten“ boten
einen exzellenten Nährboden für das Wachstum verschiedener Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Medien weisen heute eine derart starke Präsenz im alltäglichen Leben auf, dass eine aktive Teilnahme an dieser transformierten Gesellschaft lebenslanges Lernen voraussetzt. Der Begriff Bildung definiert
sich nunmehr über empirisch nachprüfbare Leistungsstandards, sodass sich die Ausbildung von Kompetenzen signifikant im Bildungswesen manifestiert hat. Folge dieser Output-Orientierung war u.a. die Etablierung von Schlüsselqualifikationen in den schulischen Lehrplänen, sodass sich der Bildungsauftrag der Institu-
tion Schule modifiziert hat und neben dem Erwerb von fachlichem Wissen auch ein kompetenter Umgang mit den erworbenen Kenntnissen in den Vordergrund getreten ist. Die Relevanz der Medienkompetenz hat im Schulwesen stetig zugenommen, da die Jugendlichen, wie kaum eine Generation zuvor, mit einem äu-
ßerst komplexen Medienangebot aufwachsen. Einerseits offerieren die neuen Medien diverse Chancen und Möglichkeiten im Bildungsgenre und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Optimierung des Unterrichts, andererseits stellen sie eine neue Herausforderung für die Bildungseinrichtungen dar. Neue Lehr- und Lernarrangements müssen konzipiert werden, sodass die neuen Medien einen adäquaten Entfaltungsraum im Unterrichtsgeschehen finden. Damit die Implementierung der neuen Medien im Unterricht gelingt, muss der Lehrerfortbildung eine eklatante Signifikanz beigemessen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition, Einordnung und Abgrenzung des Begriffs „Neue Medien“
3 Mediatisierung und Technologisierung von Kindheit und Jugend
3.1 Globalisierung und Mobilisierung
3.2 Selbstbildung
4 Relevanz der Medienpädagogik
4.1 Medienpädagogische Begriffsbestimmung und Einordnung
4.2 Medienpädagogische Ansätze und Entwicklung
4.3 Medienpädagogische Anliegen und Ziele
4.3.1 Bewahren, Reparieren, Aufklären, Reflektieren und Handeln
4.3.2 Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation
4.3.2.1 Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung, Mediengestaltung
5 Konsequenzen für Schule und Unterricht – Integration der Medienpädagogik
5.1 Anforderungen an Schule und Unterricht
5.2 Lehren und Lernen im Medienzeitalter
5.2.1 Konstruktivistische Lerntheorie
5.2.1.1 Modifizierte Lehrerrollen
5.2.1.2 Modifizierte Schülerrollen
5.3 Chancen und Möglichkeiten der schulischen Medienpädagogik
5.4 Risiken und Gefahren der schulischen Medienpädagogik
6 Alte Sprache und neue Medien – ein Widerspruch?
6.1 Integration der Medienpädagogik als Herausforderung für den LU
6.2 Praxisteil: Planung und Umsetzung eines Projektunterrichts zu aktiver auditiver Medienarbeit im LU
6.2.1 Relevanz handlungsorientierter und auditiver Medienarbeit im Lernprozess
6.2.2 Bezug zum Kernlehrplan Latein NRW (G8)
6.2.3 Vorhabensbeschreibung
6.2.4 Skizzierung einer groben Ablaufplanung des Projektunterrichts
6.2.5 Durchführungsbeschreibung mit didaktischen Anmerkungen
6.2.6 Anmerkungen, Beobachtungen und Fazit zu der Durchführung in der Testgruppe
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht, wie moderne Medien und digitale Technologien, insbesondere auditive Medien wie Podcasts, gewinnbringend in den altsprachlichen Lateinunterricht integriert werden können, um den Unterricht zeitgemäß zu gestalten und Medienkompetenz zu vermitteln.
- Mediatisierung von Kindheit und Jugend
- Rolle der Medienpädagogik und Medienkompetenz
- Konstruktivistische Lerntheorie und neue Lehrer-/Schülerrollen
- Integration digitaler Medien im Lateinunterricht
- Praktische Erprobung eines medienproduktorientierten Projektunterrichts
Auszug aus dem Buch
6.2.1 Relevanz handlungsorientierter und auditiver Medienarbeit im Lernprozess
Die aktive Medienarbeit zielt auf eine produktive und kreative Nutzung von Medien ab und hat sich im Gegensatz zu der rezeptiven Medienarbeit als „Königsweg“ der medienpädagogischen Arbeit ausgezeichnet (als bekannter Vertreter ist bspw. MONTESSORI zu nennen).94 Die handlungsorientierte Medienarbeit soll die Kinder und Jugendlichen dabei unterstützen die Themen für sich zu bearbeiten, sodass sie einen eigenen Zugang zu dem Lerngegenstand finden. Endziel dieser Arbeit ist die Veröffentlichung eines Produktes, dass die SuS eigenständig erstellt haben.
Das handelnde Lernen ist Grundlage dieses Prinzips, indem theoretisches Wissen mit praktischem verbunden wird, sodass der Lerngegenstand durch die eigene Aktivität erfahrbar gemacht und angeeignet wird. Dieses Prinzip basiert auf der reformpädagogischen Theorie von DEWEY, der in den 20er Jahren den Begriff „learning by doing“ prägte. Aus lernpsychologischer Sicht betrachtet haben bereits PIAGET und sein Schüler AEBLI konstatiert, dass das Denken aus dem Handeln hervorgeht, da im Denken das Tun geordnet wird. Ergebnisse der Lernpsychologie belegen, dass die Aktivierung unterschiedlicher Sinne entscheidenden Einfluss auf die Effektivität eines Lernprozesses nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel durch neue Medien und die Notwendigkeit, diese in den Schulalltag zu integrieren, auch im Fach Latein.
2 Definition, Einordnung und Abgrenzung des Begriffs „Neue Medien“: Dieses Kapitel definiert Medien theoretisch und unterscheidet zwischen alten und neuen Medien, wobei Interaktivität und Digitalisierung hervorgehoben werden.
3 Mediatisierung und Technologisierung von Kindheit und Jugend: Es wird analysiert, wie Medien die Lebenswelt von Jugendlichen prägen, ihre Identitätsbildung beeinflussen und neue Lernformen außerhalb der Schule ermöglichen.
4 Relevanz der Medienpädagogik: Das Kapitel erläutert die Notwendigkeit medienpädagogischer Arbeit, um Jugendliche beim kompetenten Umgang mit der Informationsflut zu unterstützen.
5 Konsequenzen für Schule und Unterricht – Integration der Medienpädagogik: Hier werden die Herausforderungen für Schulen diskutiert, insbesondere die notwendige Transformation hin zu konstruktivistischen Lernarrangements mit veränderten Rollen für Lehrende und Lernende.
6 Alte Sprache und neue Medien – ein Widerspruch?: Der Fokus liegt auf der Integration digitaler Medien im Lateinunterricht, inklusive einer praktischen Projektplanung zur auditiven Medienarbeit.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit, Medienkompetenz fächerübergreifend als Schlüsselqualifikation zu etablieren, um Jugendliche auf das Leben vorzubereiten.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Medienkompetenz, Lateinunterricht, Konstruktivismus, Projektunterricht, Audiovisuelle Medien, Podcast, Handlungsorientiertes Lernen, Digitalisierung, Selbstbildung, Identitätsbildung, Mediendidaktik, Lehr-Lern-Arrangement, Mediensozialisation, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Integration neuer, insbesondere auditiver Medien in den Lateinunterricht, um diesen zeitgemäß zu gestalten und die Medienkompetenz der Lernenden zu fördern.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Mediensozialisation, Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation, konstruktivistische Lerntheorien und die methodische Neugestaltung des Lateinunterrichts durch aktive Medienarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass auditive Medien auch im altsprachlichen Unterricht gewinnbringend eingesetzt werden können, um eine intrinsische Motivation zu fördern und den Unterricht lebendiger zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und einer praxisorientierten Erprobung in Form eines medienproduktorientierten Projektunterrichts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Medienpädagogik und deren Integration in die Schule sowie einen Praxisteil, der die Planung und Durchführung eines Podcast-Projekts beschreibt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienpädagogik, Lateinunterricht, Medienkompetenz, handlungsorientiertes Lernen und Projektunterricht charakterisieren.
Welche Rolle spielt die konstruktivistische Lerntheorie im Unterrichtskonzept?
Sie dient als Basis für ein Lernen, das den Schüler in das Zentrum rückt, wobei Wissen aktiv durch individuelle Konstruktionsprozesse und nicht durch reine Vermittlung erworben wird.
Warum wird im Praxisteil ausgerechnet ein Podcast-Projekt gewählt?
Das Projekt nutzt die aktive auditive Medienarbeit, um den Lernenden einen handlungsorientierten und kreativen Zugang zum Lateinunterricht zu ermöglichen, der über die reine Übersetzungsarbeit hinausgeht.
- Quote paper
- Master of Education Ann-Christin Robben (Author), 2011, Kindheit im Wandel: Die Mediatisierung und Technologisierung von Kindheit und Jugend, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195559