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Empathie im neuroökonomischen Kontext

Aktuelle Forschungsergebnisse und die mögliche Bedeutung der Empathie für soziale Präferenzen

Titel: Empathie im neuroökonomischen Kontext

Seminararbeit , 2012 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dietmar Pongratz (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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In den Wirtschaftswissenschaften wird der Homo Oeconomicus traditionell als Grundannahme vorrausgesetzt. Dieser fiktive Akteur handelt ausschließlich in seinem eigenen Interesse, zeichnet sich durch rationales Verhalten aus, verfügt über alle Informationen, hat feststehende Präferenzen und ist nur darauf bedacht seinen Nutzen zu maximieren. Diese Grundannahme ist für viele Modelle von essentieller Bedeutung und hat daher eine tragende Rolle im Rahmen der Volkswirtschaftslehre. Allerdings zeigt sich, dass vor allem in der experimentellen Wirtschaftsforschung viele Ergebnisse nicht durch einen rationalen und eigennützigen Spieler zu erklären sind. Vor allem in Fragen des Eigennutzes und der Rationalität stützt sich die experimentelle Wirtschaftsforschung auf theoretische und empirische Erkenntnisse der kognitiven Psychologie, welche darauf hinweisen, dass das menschliche Verhalten auch von weniger bewussten Faktoren systematisch beeinflusst wird. Zu diesen Faktoren gehören: Bestehende Verhaltens- und Denkmuster, die individuelle Wahrnehmung sowie intrinsische Motive wie z.B. Gefühle, die innere Einstellung oder auch Empathie. Präferenzen die maßgeblich von diesen Faktoren beeinflusst werden, sind unter dem Oberbegriff der Sozialen Präferenzen zusammengefasst

In der vorliegenden Arbeit wird speziell auf die Empathie eingegangen, die einen besonders interessanten Faktor für die Bildung sozialer Präferenzen darstellt. Obwohl die Empathie ein präsentes Thema ist und ihr in Theorien, wie der Emotionalen Intelligenz von Mayer und Salovey, einen großen Stellenwert beigemessen wird und wir letztendlich Tag für Tag bewusst oder unbewusst mit Empathie konfrontiert werden, wissen wir noch sehr wenig darüber was in uns vorgeht, während wir Empathie empfinden. Dieser Thematik hat sich inzwischen die Neurologie angenommen. Allerdings stehen die Forscher dabei vor vielen offenen Fragen. Für Wirtschaftswissenschaftler ist dabei vor allem die Erforschung, des möglichen Einflusses auf unserer Präferenzen interessant. Dabei geht es nicht nur um die Verifikation der These, sondern vor allem darum, Kenntnisse über den Grad der Beeinflussung unserer Präferenzen durch Empathie zu erlangen. Ziel dieser Arbeit ist es, in das Thema der Empathie einzuführen und einen Einblick in den aktuellen Stand der Empathieforschung im Gebiet der sozialen Neurologie und Neuroökonomie zu geben sowie die daraus resultierenden Erkenntnisse, Vermutungen und offene Fragen vorzustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Soziale Präferenzen und Empathie

1.2 Problemstellung, Zielsetzung und Aufbau dieser wissenschaftlichen Arbeit

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Allgemeine Definition

2.2 Neurowissenschaftliche Definition und Begriffsabgrenzung

2.3 Weitere Definitionen

3. Aktuelle Forschungsergebnisse im neuronalen Kontext

3.1 Die Rolle der Neurowissenschaften in der Empathieforschung

3.2 Neurowissenschaftlicher Nachweis von Empathie

3.3 Spiegelneuronen und ihre mögliche Rolle

3.4 Individuelle Unterschiede im Empathieverhalten

3.5 Empathieforschung in der Psychopathologie

4. Empathie und ihr möglicher Einfluss auf soziale Präferenzen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Empathie im Kontext der modernen Wirtschaftswissenschaften, insbesondere hinsichtlich ihres Einflusses auf soziale Präferenzen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und in welchem Maße Empathie als unbewusster Faktor die rationalen Grundannahmen klassischer ökonomischer Modelle, wie den Homo Oeconomicus, infrage stellen kann.

  • Grundlagen der Empathie und Abgrenzung verwandter Konzepte
  • Neurowissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse zur Empathie
  • Rolle von Spiegelneuronen und individuellen Unterschieden im Empathieverhalten
  • Zusammenhang zwischen Empathie und psychopathologischen Krankheitsbildern
  • Implikationen der Empathieforschung für ökonomische Theorien und Präferenzmodelle

Auszug aus dem Buch

3.2 Neurowissenschaftlicher Nachweis von Empathie

In den sozialen Neurowissenschaften wird vor allem versucht Problemstellungen experimentell zu lösen. Dabei birgt vor allem die Gestaltung und Modellierung der Experimente eine große Herausforderung, damit die sterile, auf die Untersuchung einer Person ausgerichteten Umgebung des fMRI-Scanners, die Ergebnisse nicht beeinträchtigt. Dabei bedienen sich die Forscher aus dem Erfahrungsschatz der Ökonomie, die unter anderem im Rahmen der Spieltheorie Entscheidungssituationen modellieren, um so das Verhalten von Menschen in sozialen Interaktionsexperimenten zu untersuchen. So halten sich beispielsweise, um die soziale Situation stärker zu vermitteln, die jeweiligen Interaktionspartner im Scannerraum auf und können so auch direkt mit der zu scannenden Person interagieren.

Diese Verfahrensweise wurde in einer neurowissenschaftlichen Untersuchung von Singer und Kollegen umgesetzt. Hierfür wurden Liebespaare in das Labor eingeladen. Das Ziel war, die neuronalen Grundlagen von Empathie, in Bezug auf den Schmerz, zu untersuchen. Dabei lagen die weiblichen Teilnehmer jeweils im fMRI-Scanner um ihre Hirnaktivitäten messen zu können und ihre Partner saßen neben dem fMRI-Scanner. Anhand von Elektroden wurden beide Versuchspersonen an ihren Händen stimuliert, wobei sie entweder einen leichten Stromschlag, der einem Kitzeln gleich kommt, oder einem starken Stromschlag, der als schmerzhaft empfunden wird, erhielten. Im Scanner liegend war es den Frauen über ein Spiegelsystem möglich sowohl ihre eigene sowie die Hand ihres Partners mit den Elektroden zu sehen. Zusätzlich bekamen sie über einen Bildschirm die Information, wer die nächste Stimulation erhält und wie diese ausfallen würde. Somit konnten die Gehirnaktivitäten eines reellen Schmerzes, mit denen durch Empathie ausgelösten Schmerzen, verglichen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der sozialen Präferenzen ein und stellt die Relevanz der Empathie für ökonomische Fragestellungen sowie das Ziel der Arbeit dar.

2. Theoretische Grundlagen: Hier erfolgt eine Definition von Empathie sowie die Abgrenzung zu verwandten Begriffen wie der Theory of Mind und dem Mentalizing.

3. Aktuelle Forschungsergebnisse im neuronalen Kontext: Dieser Hauptteil beleuchtet den Stand der Forschung in der sozialen Neurologie, inklusive neuronaler Nachweise von Empathie, der Rolle von Spiegelneuronen und Unterschieden bei psychopathologischen Krankheitsbildern.

4. Empathie und ihr möglicher Einfluss auf soziale Präferenzen: In diesem Kapitel wird diskutiert, wie ein möglicher Empathie-Resonanz-Mechanismus die ökonomische Modellierung von Präferenzen verändern könnte.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, weist auf offene Forschungsfragen hin und diskutiert die langfristigen Auswirkungen auf die Wirtschaftstheorie.

Schlüsselwörter

Empathie, Soziale Präferenzen, Neuroökonomie, Soziale Neurologie, Homo Oeconomicus, Theory of Mind, Mentalizing, Spiegelneuronen, Schmerzmatrix, Altruistische Bestrafung, Psychopathologie, Alexithymie, Empathie-Resonanz-Mechanismus, Hirnaktivität, fMRI

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Empathie als biologischer und psychologischer Faktor das menschliche Handeln beeinflusst und welche Bedeutung dies für klassische wirtschaftswissenschaftliche Annahmen hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Empathie, aktuelle neurowissenschaftliche Studien, die Rolle von Spiegelneuronen sowie die Übertragung dieser Erkenntnisse auf ökonomische Entscheidungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den aktuellen Stand der Empathieforschung in der sozialen Neurologie darzustellen und zu analysieren, ob Empathie als externer Einflussfaktor die Annahme eines rein egoistischen Homo Oeconomicus in der Wirtschaftstheorie infrage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung und Zusammenführung aktueller empirischer Studien aus der Neuroökonomie und sozialen Neurologie, insbesondere im Bereich der fMRI-Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die neurobiologischen Grundlagen der Empathie, den Einfluss individueller Unterschiede und pathologischer Zustände auf das Empathievermögen sowie die experimentellen Nachweise durch bildgebende Verfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Empathie, Soziale Präferenzen, Neuroökonomie, Theory of Mind, Spiegelneuronen und Homo Oeconomicus.

Warum unterscheidet die Arbeit zwischen Empathie und Mentalizing?

Obwohl beide Systeme zusammenarbeiten, um andere besser zu verstehen, sind sie neurologisch in verschiedenen Hirnarealen verankert. Das Mentalizing ermöglicht das Verstehen von Absichten, während Empathie das Mitfühlen von emotionalen Zuständen umfasst.

Welche Rolle spielt die "altruistische Bestrafung" in diesem Kontext?

Die altruistische Bestrafung dient als Beispiel dafür, wie Menschen bereit sind, eigene Ressourcen zu opfern, um soziale Gerechtigkeit herzustellen – ein Verhalten, das rein egoistische ökonomische Modelle nur schwer erklären können.

Was bedeutet der in der Arbeit diskutierte Empathie-Resonanz-Mechanismus?

Dieser Mechanismus beschreibt die Annahme, dass die Wahrnehmung der Gefühle anderer automatisch und unbewusst Prozesse im eigenen Gehirn auslöst, die eine unmittelbare Verbindung zwischen den Bedürfnissen verschiedener Akteure schaffen.

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Details

Titel
Empathie im neuroökonomischen Kontext
Untertitel
Aktuelle Forschungsergebnisse und die mögliche Bedeutung der Empathie für soziale Präferenzen
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Volkswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Neuroökonomik
Note
1,3
Autor
Dietmar Pongratz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V195604
ISBN (eBook)
9783656213819
ISBN (Buch)
9783656214175
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neurologie Ökonomie Neuroökonomik Neuroeconomics soziale Präferenzen Empathie Mitgefühl Authismus Alexithymie Präferenzen Wirtschaftstheorie Hirnareale Schmerzmatrix Spiegelneuronen Adam Smith Empathieverhalten Empathieforschung Theory of Mind ToM Mentalisierung Mentalizing soziale Neurologie Insula ACC affektives Spiegelsystem fMRI Scanner Interpersonal-Reactivity Index IRI Asperger-Syndrom Empathie-Resonanz-Mechanismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dietmar Pongratz (Autor:in), 2012, Empathie im neuroökonomischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195604
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Leseprobe aus  19  Seiten
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