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Suizid aufgrund von Alter und Krankheit

Seine Bewertung in der römischen Elite der Kaiserzeit

Titel: Suizid aufgrund von Alter und Krankheit

Hausarbeit , 2011 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Elena Lehmann (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Vor Eintritt in das Alter sorge ich dafür, gut zu leben, im Alter, gut zu sterben: gut zu sterben, heißt aber, gern zu sterben.“ ,
argumentierte Seneca, ein Rhetoriker aus dem 1. Jh. n. Chr. . Ob er mit dieser Aussage auch wirklich den freiwilligen Tod meinte, erklärt er in einer weiteren Passage, die sich ebenfalls auf das Alter und in seinen Augen auch auf den nahenden Tod bezieht:
„[…] es macht keinen Unterschied, ob er [der Tod] zu uns kommt oder wir zu ihm.“
Seneca formulierte hier in knappster Weise das, was bei der vorliegenden Arbeit zentrale Thematik ist, nämlich der Umgang mit dem Selbstmord aufgrund von Alter und Krankheit in der römischen Kaiserzeit. Speziell antike Aussagen, die sich mit der Bewertung dieses Themas beschäftigen, sollen in den Mittelpunkt der Analyse rücken. Aufmerksam auf die Beurteilung des Alterssuizids in der Kaiserzeit lassen uns die zahlreichen antiken Belege werden, die eine Problemlösung der Altersbeschwerden im Selbstmord gesehen haben. Die Frage also, die sich bei der Eruierung zu stellen ist, lautet: Wie wurde der krankheitsbedingte Alterssuizid in der Kaiserzeit beurteilt? Eine erste These, die sich bereits aus dem anfänglichen Zitat ableiten lässt, ist, dass der Suizid aus Alters - und Krankheitsgründen durchaus befürwortet worden ist. Ob Ansichten, wie die von Senaca, eine Ausnahme in der kaiserzeitlichen Elite darstellten oder ob sie den Freitod der Alten begünstigten, wird sich im Laufe der Analyse herausstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das beschwerliche Alter

1.1 Medizin und Alter

1.2 Der krankheitsbedingte Alterssuizid

1.2.1 Die moralische Pflicht

1.2.2 Demenz

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bewertung des Suizids aufgrund von Alter und Krankheit in der römischen Elite der Kaiserzeit. Ziel ist es, anhand antiker Quellen zu klären, inwiefern der krankheitsbedingte Freitod in dieser gesellschaftlichen Schicht befürwortet wurde und welche moralischen Vorstellungen dies prägten.

  • Bewertung des Alterssuizids in antiken Quellen (Seneca, Plinius, Juvenal)
  • Einfluss von Krankheit und körperlichem Verfall auf die Lebensbewertung
  • Rolle von Demenz und geistigem Abbau als Suizidmotivation
  • Moralische Verpflichtung des Bürgers gegenüber dem Gemeinwohl
  • Diskurs um Funktionalität und sozialen Status im Alter

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Die moralische Pflicht

Wie die römische Elite zu unheilbaren Krankheiten (unabhängig vom Alter) stand, wird bei Plinius deutlich, denn selbst dieser, der sich sonst gegen den freiwilligen Tod aussprach, konnte seine Anerkennung nicht verbergen.

„Eben höre ich, daß Silius Italicus auf seinem Neapolitanum durch Verweigerung der Nahruhngsaufnahme seinem Leben ein Ende gemacht hat. Anlaß zu seinem Tode war sein Gesundheitszustand. Es hatte sich bei ihm ein unheilbares Geschwür gebildet, und aus Ekel darüber faßte er den unwiderruflichen Entschluß zu sterben, bis zum letzten Tage glücklich und zufrieden, nur daß er den jüngeren seiner beiden Söhne verloren hat; den älteren, besser veranlagten hinterläßt er in angesehener Stellung und bereits im Range eines Konsulars.“

Auffallend ist, dass er die Todesursache in der Krankheit sah, nicht etwa im Verhungern. Der Ekel vor Krankheiten muss wohl so groß gewesen sein, dass das freiwillige Ausscheiden aus dem Leben eine Option darstellte. Dieses Phänomen kann in einem weiteren, aus heutiger Sicht noch erschreckenderem, Beispiel von Plinius beobachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Alterssuizids in der römischen Kaiserzeit ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der antiken Bewertung dieses Phänomens.

1. Das beschwerliche Alter: Dieses Kapitel beleuchtet das ambivalente Verhältnis zum Alter, wobei sowohl idealisierte Altersbilder als auch die Realität von Gebrechen und die medizinische Sicht auf das Altern diskutiert werden.

1.1 Medizin und Alter: Hier wird der Zusammenhang von Alter und Krankheit in der antiken Medizin analysiert, insbesondere wie medizinische Autoritäten den Wert des alten Lebens bei chronischen Beschwerden einschätzten.

1.2 Der krankheitsbedingte Alterssuizid: Dieser Abschnitt untersucht konkrete historische Fälle des Suizids bei Krankheit und hinterfragt, inwiefern der Freitod als Ausweg und etablierte Option verstanden wurde.

1.2.1 Die moralische Pflicht: Das Kapitel erläutert die ethische Komponente, in der der Freitod als moralisch gebotene Handlung gegenüber dem Gemeinwohl und als Mittel gegen den Verlust der Selbstachtung interpretiert wurde.

1.2.2 Demenz: Hier steht die spezifische Bewertung von geistigem Abbau und Demenz im Fokus, wobei dieser Zustand als besonders schwerwiegend und rechtfertigend für einen Suizid eingestuft wurde.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der krankheitsbedingte Alterssuizid in der römischen Elite akzeptiert und bei Funktionsverlust oder Demenz sogar provoziert wurde.

Schlüsselwörter

Römische Kaiserzeit, Alterssuizid, Selbstmord, Antike Medizin, Demenz, Moralphilosophie, Elite, Sterbehilfe, Lebensqualität, Seneca, Plinius, Funktionalität, Gemeinwohl, Krankheit, Stoa.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit thematisiert den freiwilligen Tod (Suizid) aufgrund von Alter und Krankheit innerhalb der männlichen Elite der römischen Kaiserzeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der antiken Medizin, dem gesellschaftlichen Bild des Alters, der Rolle der Stoa sowie der moralischen Bewertung des Freitods.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie der krankheitsbedingte Suizid beurteilt wurde und welche Rolle die moralische Pflicht gegenüber der Gemeinschaft dabei spielte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer philologischen und historischen Analyse antiker Quellenschriften sowie der Auswertung aktueller Sekundärliteratur zum Thema Alter in der Antike.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung medizinischer Diskurse, die Analyse historischer Einzelfälle und die philosophische Begründung des Freitods bei körperlichem oder geistigem Verfall.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Suizid in der Antike, Altersdiskurse, römische Elite, Funktionalität und die ethische Einordnung durch antike Philosophen.

Wie wurde Demenz in der römischen Elite bewertet?

Demenz wurde als ein Zustand betrachtet, der den Betroffenen der Würde und der gesellschaftlichen Teilhabe beraubte, weshalb der Suizid in diesem Fall als konsequente und teils geforderte Handlung galt.

Welchen Einfluss hatte der Status der "Funktionalität" auf die Suizidentscheidung?

Das gesellschaftliche Glück des Einzelnen war eng an dessen Funktionstüchtigkeit geknüpft; war diese durch Krankheit oder Alter verloren, galt das Leben als Last, was den Freitod legitimierte.

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Details

Titel
Suizid aufgrund von Alter und Krankheit
Untertitel
Seine Bewertung in der römischen Elite der Kaiserzeit
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,3
Autor
Elena Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V195617
ISBN (eBook)
9783656215257
ISBN (Buch)
9783656216285
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike Altersbilder Alter Suizid und Alter Krankheit und Alter Kaiserzeit römische Elite
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elena Lehmann (Autor:in), 2011, Suizid aufgrund von Alter und Krankheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195617
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Leseprobe aus  16  Seiten
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