Bürokratie ist für das Funktionieren von arbeitsteiligen Gesellschaften unerlässlich. Durch ein Übermaß an staatlichen Regulierungen und bürokratischen Pflichten entstehen für die Wirtschaft, die Bürger und die Verwaltung jedoch unnötig starke Belastungen. Damit die Bundesrepublik Deutschland für Unternehmen weiterhin ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt und diese im internationalen Wettbewerb bestehen können, steht das Thema Bürokratieabbau zunehmend im Fokus politischer Aktivitäten. Besondere Aktualität erfährt das Thema in Deutschland derzeit durch die Etablierung eines neuen Ansatzes zur Ermittlung der Bürokratiekosten. Im Rahmen dieser Arbeit soll erörtert werden, ob dieser neue Ansatz eine Steuerung der Bürokratiekosten über Zielvereinbarungen ermöglicht und ob diese ein geeignetes Steuerungsinstrument zur Reduzierung der Bürokratiekosten darstellen.
Zu Beginn dieser Arbeit wird zunächst der Begriff Zielvereinbarung und das damit verbundene Steuerungselement näher erläutert. Im Anschluss werden die Vor- und Nachteile einer Steuerung durch Zielvereinbarungen dargestellt. In Kapitel drei wird der Begriff Bürokratiekosten definiert, verschiedene Ansätze zur Ermittlung der Bürokratiekosten vorgestellt und anschließend deren Stärken und Schwächen analysiert. In Kapitel vier erfolgt die Darstellung einer möglichen Steuerung der Bürokratiekosten über Zielvereinbarungen sowie der damit verbundenen Chancen und Grenzen. Erst in Kapitel fünf ist es dann möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob Zielverein-barungen ein geeignetes Steuerungselement zur Reduzierung der Bürokratiekosten darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zielvereinbarungen
2. 1. Definition
2. 2. Steuerung über Zielvereinbarungen
2. 3. Vor- und Nachteile einer Steuerung durch Zielvereinbarungen
3. Bürokratiekosten
3. 1. Definition
3. 2. Ansätze zur Ermittlung der Bürokratiekosten
3. 3. Stärken und Schwächen der Ansätze zur Ermittlung der Bürokratiekosten
4. Steuerung über Zielvereinbarungen zur Reduzierung der Bürokratiekosten
4. 1. Beurteilung des Reduktionsziels anhand der SMART-Kriterien
4. 2. Vor- und Nachteile einer Steuerung über Zielvereinbarung zur Reduzierung der Bürokratiekosten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Zielvereinbarungen als effektives Steuerungsinstrument zur Reduzierung von Bürokratiekosten in der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden können, wobei insbesondere die methodische Grundlage des Standardkosten-Modells (SKM) im Fokus steht.
- Grundlagen von Zielvereinbarungen und "Führen durch Ziele"
- Definition und Ermittlung von Bürokratiekosten
- Anwendung der SMART-Kriterien im Rahmen des Bürokratieabbaus
- Analyse der Vor- und Nachteile von Zielvereinbarungen als Steuerungselement
- Evaluierung der Wirksamkeit durch das Standardkosten-Modell (SKM)
Auszug aus dem Buch
3. 1. Definition
Grundsätzlich muss eine Abgrenzung zwischen dem allgemeinen Begriff der Bürokratie und den daraus resultierenden Bürokratiekosten vorgenommen werden. Bürokratie ist eine Wortkreation, die sich aus dem französischen Wort bureau (Amtsstube) und dem griechischen Wort kratos (Herrschaft) zusammensetzt. Bürokratie bedeutet somit wörtlich übersetzt „Amtsstubenherrschaft“. Diese Übersetzung entwickelte sich im Laufe der Zeit zu „Herrschaft der Verwaltung“18. Max Weber (1864-1920) konkretisierte den Bürokratiebegriff und ordnete diesen in sein Herrschaftsmodell ein. Das Weber´sche Herrschaftsmodell unterscheidet grundsätzlich zwischen einer charismatischen, einer traditionalen und einer legalen Herrschaftsform19. Letztere schließt die Bürokratie mit ein und ist gekennzeichnet durch ein Handeln auf der Grundlage von Gesetzen und Regeln20.
Der Begriff Bürokratiekosten wird in der Literatur unterschiedlich verwendet. Häufig wird bei den Kosten, die aufgrund staatlicher Regulierungen entstehen, folgende Differenzierung vorgenommen:
• „Kosten aus inhaltlicher/materieller Erfüllung der Informationspflichten“21 sind unmittelbare finanzielle und zeitliche Belastungen, die den Normadressaten (Bürger, Wirtschaft, Verwaltung) durch die Befolgung des Gesetzes entstehen22. Dies können sowohl gesetzlich geforderte Gebühren oder Steuern als auch der Einsatz von Sach- oder Personalkosten zur Erfüllung der entsprechenden Vorschrift sein. Werden beispielsweise neue Emissionswerte für Unternehmen festgelegt, sind zusätzliche Filter einzubauen. Die Filterkosten wären in diesem Fall Kosten, die durch die inhaltliche Erfüllung der Informationspflichten entstehen23.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Problematik der Bürokratiekosten und stellt die Forschungsfrage nach der Eignung von Zielvereinbarungen als Steuerungsinstrument.
2. Zielvereinbarungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Zielvereinbarung, erläutert die Theorie des "Führens durch Ziele" und analysiert die Vor- und Nachteile dieses Führungsinstruments.
3. Bürokratiekosten: Hier wird der Bürokratiebegriff hergeleitet und die verschiedenen methodischen Ansätze zur Messung von Bürokratiekosten, insbesondere das Standardkosten-Modell, vorgestellt.
4. Steuerung über Zielvereinbarungen zur Reduzierung der Bürokratiekosten: Das Kapitel verknüpft die methodischen Ansätze mit der praktischen Anwendung von Zielvereinbarungen zur Reduktion staatlicher Belastungen.
5. Fazit: Das Fazit bewertet Zielvereinbarungen als geeignetes Steuerungsinstrument, mahnt jedoch an, Qualitätsaspekte bei der Kostenreduzierung nicht zu vernachlässigen.
Schlüsselwörter
Bürokratiekosten, Zielvereinbarungen, Bürokratieabbau, Standardkosten-Modell, SKM, Kontraktmanagement, öffentliche Verwaltung, SMART-Kriterien, Informationspflichten, Verwaltungsmodernisierung, Führen durch Ziele, Deregulierung, Effizienzsteigerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Steuerung von Bürokratiekosten durch Zielvereinbarungen in der öffentlichen Verwaltung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind das Personalmanagement durch Zielvereinbarungen, die Methodik der Bürokratiekostenmessung sowie Strategien zum Bürokratieabbau.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Zielvereinbarungen ein geeignetes Instrument darstellen, um die bürokratischen Lasten für Wirtschaft und Bürger effektiv zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung bestehender Steuerungskonzepte, insbesondere der Anwendung des Standardkosten-Modells (SKM).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Zielvereinbarungen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Definition und Messbarkeit von Bürokratiekosten sowie die Analyse von deren Reduzierung durch zielorientierte Steuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bürokratieabbau, Standardkosten-Modell (SKM), Kontraktmanagement und Zielvereinbarungen.
Was sind die SMART-Kriterien in diesem Kontext?
Die SMART-Kriterien (Specific, Measurable, Achievable, Realistic, Timely) dienen dazu, die Reduktionsziele der Bundesregierung präzise und überprüfbar zu definieren.
Welches Problem ergibt sich bei der Messung von Bürokratiekosten durch das SKM?
Ein wesentliches Problem ist, dass das SKM primär auf geschätzten Werten basiert und qualitative Aspekte oder den Nutzen von Rechtsnormen oft vernachlässigt.
- Arbeit zitieren
- Sabine Gebhart (Autor:in), 2011, Steuerung über Zielvereinbarungen zur Reduzierung der Bürokratiekosten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195640