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Steuerungsmöglichkeiten der kommunalen Energiewende durch Energieleitstellen: Untersuchung anhand der Energieregion-Erzgebirge

Title: Steuerungsmöglichkeiten der kommunalen Energiewende durch Energieleitstellen: Untersuchung anhand der Energieregion-Erzgebirge

Master's Thesis , 2012 , 150 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.Sc. David Zuk (Author)

Urban and Regional Planning
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Summary Excerpt Details

Eine Bedeutung der Energieleitstelle auf die Umsetzung energiewenderelevanter Maßnahmen in Kommunen konnte im Untersuchungsgebiet anhand zuvor definierter Analyse-Schwerpunkte eindeutig nachgewiesen werden. Es wurde allerdings festgestellt, dass dieser Einfluss auf eine Kommune umso niedriger ist, je geringer das Problembewusstsein für die Notwendigkeit der Energiewende vor Ort ist. Energieleitstellen können im Rahmen ihrer Aufgaben gezielt Einfluss auf das Problembewusstsein der Kommunen nehmen, indem sie den Kommunen individuelle Vorteile eines Engagements im genannten Themenbereich darlegen sowie konkrete Projektvorschläge unterbreiten. Hierbei wird deutlich, dass gerade größere Investitionsprojekte in der Kommune mit größerem Nachdruck verfolgt werden, wenn dahinter das Engagement eines (externen) finanzstarken Investors steht. Da es sich bei den untersuchten Kommunen vornehmlich um Kommunen der Einwohnergrößenklasse 1.000 bis 7.000 Einwohner handelt, ist anzunehmen, dass hier insbesondere die Überzeugung des ranghöchsten Kommunalvertreters ausschlaggebend für ein Engagement und für eine aktive Kooperation mit der Energieleitstelle ist. Dementsprechend können sich die Handlungsfelder einer Energieleitstelle innerhalb der Kommune einschränken oder erweitern.
Anhand einer „Vorreiterkommune“ in der Energieregion zeigte sich, dass die beratende Funktion der Energieleitstelle nicht nur zu mittelfristig niedrigeren Energieverbräuchen und damit (potenziell) niedrigeren Kosten führen, sondern dass zudem die Arbeit von Initiativen, bspw. zum Aufbau von Bürgersolarkraftwerken, zielführend koordiniert werden kann.
Ein grundlegendes Ergebnis der Untersuchung ist, dass Energieleitstellen einerseits selbst als Kümmerer in der Kommune auftreten, andererseits aber auch Initiativen in der Kommune aktiv unterstützen und interkommunal koordinierend wirken. Damit wird deutlich, dass Energieleitstellen nicht als „Allheilmittel“ zur Umsetzung der Energiewende auf kommunaler bzw. regionaler Ebene zu betrachten sind, allerdings ein wichtiges unter weiteren Umsetzungsinstrumenten darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Energiewende im kommunalen Fokus

1.2. Zielstellung und Aufbau der Arbeit

1.3. Aktuelle Studien zur kommunalen Energiewende

1.4. Methodik

1.4.1. Wissenschaftlicher Forschungsansatz

1.4.2. Fallstudien in der quantitativen & qualitativen Forschung

1.4.3. Fragebogenerhebung und Experteninterviews

2. Rahmenbedingungen der kommunalen Energiewende

2.1. Energiepolitische Rahmenbedingungen

2.1.1. Energiepolitik der Europäischen Union

2.1.2. Energiepolitik der Bundesrepublik Deutschland

2.1.3. Energiepolitik im Freistaat Sachsen

2.2. Raumplanerische Rahmenbedingungen der Energiewende

2.2.1. Raumplanung auf Bundes- und Landesebene

2.2.2. Rolle der Regionalplanung

2.3. Kommunen als Wegbereiter der Energiewende

3. Umsetzungsinstrumente der kommunalen Energiewende

3.1. Formelle Umsetzungsinstrumente

3.1.1. Flächennutzungsplan

3.1.2. Bebauungsplan

3.1.3. Städtebauliche Veträge

3.2. Informelle Umsetzungsinstrumente

3.2.1. Energiemanagement-Instrumente

3.2.1.1. Kommunale Initialberatung

3.2.1.2. Kommunales Energiemanagement

3.2.1.3. European Energy Award®

3.2.1.4. Kommunales Klimaschutz- und Energiekonzept

3.2.2. Öffentlichkeitsarbeit und Beratungssangebote

3.2.3. Finanzierungsinstrumente

4. Energieregion - interkommunale Kooperation in der Energiewende

4.1. Etablierung einer Energieregion

4.2. Einrichtung einer Energieleitstelle

4.3. Aktivierung des Akteursnetzwerks vor Ort

4.4. Bedeutung lokaler Energieversorgungsunternehmen

4.5. Bürgerbeteiligung als „Erfolgsrezept“

5. Identifikation von Bewertungsschwerpunkten

5.1. Fördernde und hemmende Faktoren der kommunalen Energiewende

5.2. Bewertungsschwerpunkte zur Bedeutung der Energieleitstelle für die Energieregion

6. Fallbeispiel Energieregion-Erzgebirge

6.1. Regionalanalyse

6.2. Energieautarke Modellregion

6.3. Untersuchungsergebnisse

6.3.1. Ergebnisse der Expertengespräche

6.3.2. Ergebnisse der Fragebogenerhebung

6.3.2.1. Problembewusstsein

6.3.2.2. Öffentlichkeitsarbeit

6.3.2.3. Aktivitäten und Projekte

6.3.2.4. Einschätzungen zur Energieleitstelle

6.3.2.5. Kommunale Erzeugungs- und Verbrauchsstruktur

6.4. Beurteilung der Auswertungsergebnisse

6.5. Methodenkritik

7. Zukünftige Bedeutung von Energieleitstellen

7.1. Fazit und Zusammenfassung

7.2. Handlungsempfehlungen

7.3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Bedeutung von Energieleitstellen als Instrument der interkommunalen Kooperation für die kommunale Energiewende zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit diese Koordinierungsstellen das Handeln von Kommunen konkret beeinflussen und zur Beschleunigung der Energiewende beitragen.

  • Handlungsspielräume kommunaler Verwaltungen bei der Energiewende
  • Rolle von interkommunalen Kooperationen in Energieregionen
  • Evaluierung der Energieleitstelle als Koordinierungs- und Beratungsinstrument
  • Analyse fördernder und hemmender Faktoren auf lokaler Ebene
  • Empirische Fallstudienanalyse der Energieregion-Erzgebirge

Auszug aus dem Buch

1.1. ENERGIEWENDE IM KOMMUNALEN FOKUS

Die derzeitige Diskussion zur sogenannten Energiewende wurde nicht erst mit dem aktuellen atomaren Super-GAU im Kernkraftwerk Fukushima (Japan) entfacht. Der Begriff Energiewende trat erstmals Anfang der 1980er-Jahre durch einen Forschungsbericht des Öko-Instituts an die Öffentlichkeit und wurde in den folgenden Jahren durch Forschung, Politik und Medien aufgegriffen. Er bezeichnet die Abkehr von (in menschlichen Maßstäben) endlichen Energierohstoffen wie Kohle, Erdöl, Erdgas oder Uran, hin zu erneuerbaren Energiequellen. Neben der Endlichkeit dieser Rohstoffe bezieht sich der wohl wesentlichere Aspekt dabei auf die negativen Umweltauswirkungen, die sowohl bei der Gewinnung als auch bei der anschließenden Nutzung dieser Rohstoffe zutage treten.

Erneuerbare Energien garantieren in diesem Zusammenhang nicht nur den Klima- und Umweltschutz, sondern wirken außerdem geopolitisch stabilisierend, da für eine ökonomisch effiziente Energieversorgung mit erneuerbaren Energien ein engmaschiges, aber gleichzeitig länderübergreifendes Energienetzwerk notwendig ist. Dieser Umstand wirkt sich wiederum direkt auf die Versorgungssicherheit aus. Die ETHIKKOMMISSION SICHERE ENERGIEVERSORGUNG (2011:9) schreibt hierzu: „Die Energiewende muss als Gemeinschaftswerk für die Zukunft so gestaltet werden, dass Energie sicher, umwelt- und sozialverträglich sowie zu wettbewerbsfähigen Preisen bereitgestellt wird.“

An dieser Stelle zeigt sich die zentrale Rolle der Kommunen bei der Energiewende als Akteur innerhalb einer nachhaltigen und zukünftig mehr dezentralisierten Energieversorgung. Dezentralität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Energieproduktion durch erneuerbare Energien dort erfolgen sollte, wo durch die entsprechenden Standortbedingungen die Wirtschaftlichkeit am höchsten ist. Als Grundlage einer nachhaltigen Energieversorgung gilt das sgn. „Zieldreieck der Energiepolitik“, welches u.a. die Eckpunkte des 2007 beschlossenen Integrierten Energie- und Klimaprogramms (IEKP) bildet. Das Gleichgewicht zwischen Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit ist ein ausschlaggebender Punkt nachhaltiger Energiepolitik. Das im September 2010 veröffentlichte Energiekonzept der Bundesregierung sieht nicht nur den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz vor, sondern auch einen weiteren Ausbau des Stromnetzes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Energiewende ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen mittels Fallstudienanalyse.

2. Rahmenbedingungen der kommunalen Energiewende: Dieses Kapitel erläutert die energiepolitischen und raumplanerischen Vorgaben auf EU-, Bundes- und Landesebene, die den Handlungsrahmen der Kommunen bilden.

3. Umsetzungsinstrumente der kommunalen Energiewende: Es werden formelle und informelle Planungsinstrumente vorgestellt, die Kommunen zur Förderung von Klimaschutz und erneuerbaren Energien einsetzen können.

4. Energieregion - interkommunale Kooperation in der Energiewende: Dieses Kapitel analysiert die Energieregion als spezielle Kooperationsform und beleuchtet die Rolle der Energieleitstelle sowie die Aktivierung lokaler Akteure.

5. Identifikation von Bewertungsschwerpunkten: Hier werden fördernde und hemmende Faktoren der Energiewende systematisiert, um Kriterien für die nachfolgende Auswertung der Ergebnisse zu definieren.

6. Fallbeispiel Energieregion-Erzgebirge: Im Hauptteil wird die Energieregion-Erzgebirge detailliert analysiert, inklusive der Ergebnisse aus Expertengesprächen und einer Fragebogenerhebung in den beteiligten Kommunen.

7. Zukünftige Bedeutung von Energieleitstellen: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und konkrete Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Arbeit von Energieleitstellen in interkommunalen Kooperationen gegeben.

Schlüsselwörter

Energiewende, Kommunale Energiewende, Energieleitstelle, Energieregion, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Interkommunale Kooperation, Energieautarkie, Klimaschutz, Regionalplanung, Bauleitplanung, Akteursnetzwerk, Energieberatung, Contracting, Kommunales Energiemanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Energieleitstellen als Instrument der interkommunalen Kooperation bei der Umsetzung der Energiewende in kleineren Kommunen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themenfelder umfassen energiepolitische Rahmenbedingungen, kommunale Planungsinstrumente, Formen der interkommunalen Zusammenarbeit sowie die Identifikation von fördernden und hemmenden Faktoren für Energiewendeprozesse.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit Energieleitstellen innerhalb einer Energieregion die lokale Umsetzung der Energiewende konkret beeinflussen und vorantreiben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen methodischen Mix aus Literatur- und Dokumentenauswertung, einer schriftlichen Fragebogenerhebung bei den Mitgliedskommunen sowie leitfadengestützten Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Fallbeispiel der Energieregion-Erzgebirge und wertet die Wirksamkeit der dortigen Energieleitstelle anhand von Experteninterviews und Daten aus der Fragebogenerhebung aus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Kernbegriffe sind Energieregion, Energieleitstelle, kommunale Energiewende, interkommunale Kooperation, Energieeffizienz und lokale Akteursnetzwerke.

Welche Bedeutung haben "Kümmerer" in diesem Energiewendeprozess?

Kümmerer, wie etwa engagierte Bürgermeister oder lokale Vereine, fungieren als essenzielle Promotoren vor Ort, ohne deren persönlichen Einsatz die Umsetzung der Energiewende in der Kommunalverwaltung oft ins Stocken gerät.

Welches Ergebnis liefern die untersuchten Daten für die Rolle der Energieleitstellen?

Die Analyse zeigt, dass Energieleitstellen ein hilfreiches Instrument sind, ihre Wirkung jedoch stark davon abhängt, ob in den Kommunen bereits ein Grundverständnis und ein Wille zur Energiewende vorhanden sind; zudem dient sie als Schnittstelle für die Akquisition von Fördergeldern und die Koordination lokaler Akteure.

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Details

Title
Steuerungsmöglichkeiten der kommunalen Energiewende durch Energieleitstellen: Untersuchung anhand der Energieregion-Erzgebirge
College
Dresden Technical University  (Lehrstuhl für Raumentwicklung)
Grade
1,3
Author
M.Sc. David Zuk (Author)
Publication Year
2012
Pages
150
Catalog Number
V195659
ISBN (eBook)
9783656215219
ISBN (Book)
9783656217800
Language
German
Tags
Energieregion-Erzgebirge Energieregion Erzgebirge Bernhard Müller IÖR Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung Energiewende kommunale Energiewende Energieleitstelle Energieleitstellen Energieagentur Regionale Energieagentur Umsetzungsinstrumente erneuerbare Energien Windenergie Photovoltaik Biomasse On-Shore Off-Shore Atomenergie Atomzeitalter Zeitalter Energie Zukunft Nachhaltig Nachhaltigkeit Natur Umwelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.Sc. David Zuk (Author), 2012, Steuerungsmöglichkeiten der kommunalen Energiewende durch Energieleitstellen: Untersuchung anhand der Energieregion-Erzgebirge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195659
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