Germanienpolitik des Augustus: Die Germania magna – eine römische Provinz?


Bachelorarbeit, 2012

48 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema und römische Politik
1.2 Die Quellen
1.3 Abriss militärischer Operationen in der Germania magna

2. Mögliche Ziele augusteischer Germanienpolitik im Spiegel der Forschung

3. provincia Germania – war das rechtsrheinische Germanien eine Provinz des römischen Imperiums?
3.1 Begriffsdefinition und Herausstellung von Strukturmerkmalen einer Provinz
3.2 Vergleich der Strukturmerkmale mit den Quellen-Belegen

4. Zusammenfassung/Resümee

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in das Thema und römische Politik

Das allgemeine Interesse an den römischen Begebenheiten und Aktivitäten in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dabei ist beispielsweise an die immense Erweiterung des archäologischen Parks in Xanten im Bereich der antiken Colonia Ulpia Traiana (CVT) oder an das „Römermuseum“ in Haltern zu denken. Zu den Gründen des Interesses zählen auch die archäologischen Funde vom nachweislich römisch-germanischen Schlachtfeld von Kalkriese (das noch heute in der touristischen Werbung des Osnabrücker Landes als Ort „der“ Varusschlacht propagiert wird), aber ebenso auch die sehr gut besuchten Ausstellungen, die anlässlich des Datums „2000 Jahre Varusschlacht“ im Jahr 2009 an verschiedenen Orten veranstaltet wurden.

An die Varusschlacht war in Deutschland auch lange Zeit der nationale Mythos vom Befreiungskampf der Germanen geknüpft, in dem der Cherusker Arminius, dem Geschichtsschreiber Tacitus zu Folge, „unstreitig der Befreier Germaniens“ war.[1] Allerdings spielt in allen Diskussionen, zum Beispiel über Kalkriese, dieser nationale Mythos keine Rolle mehr. Im Zentrum der Diskussionen stehen heute vielmehr die Fragen, welche Ziele die römische Germanienpolitik in augusteischer Zeit angestrebt hat und, ob in der Germania magna[2] während der Varuszeit schon eine römische Provinz entstanden war.[3]

In der vorliegenden Arbeit sollen hauptsächlich diese Fragen aufgegriffen und untersucht werden. Das heißt, es wird danach gefragt, ob es eine Germanienpolitik unter Augustus und Tiberius gab und wie sich diese dargestellt hat. Dabei muss man natürlich viele Bereiche und Örtlichkeiten des römischen Reiches im Auge behalten, denn eine Germanienpolitik war mit Sicherheit auch abhängig von Ereignissen in der Provinz Hispania oder in Gallien. In diesem Zusammenhang ist damit die Frage nach den möglichen Gründen für eine augusteische Germanienpolitik von großem Interesse und auch, ob es einen „großen Plan“ für die Eroberung der Germania magna gab. Zu diesen Themen haben gerade in der letzten Zeit Werner Eck[4] und auch Armin Eich[5] interessante neue Ansätze geliefert, wonach eine vorgesehene fiskalische Durchdringung der Germania magna als Hauptgrund der Politik angesehen wird.[6]

Zunächst wird zu klären sein, was unter Politik der frühen Kaiserzeit, bzw. augusteischer Germanienpolitik zu verstehen ist. Karl Christ führte in einem Essay Punkte an, die er als Aktiva der auswärtigen Politik des Augustus bezeichnete.[7] Dabei hatte er die angeführten Ziele, wie beispielsweise Erweiterung des Territoriums oder eine Befriedung der Nachbarreiche, aus den Res gestae divi Augusti entnommen und sich somit direkt auf den Namensgeber dieser Politik bezogen. Dem Tatenbericht könnte man also eventuell einige Ziele augusteischer Politik entnehmen. Das wäre dann aber doch zu einfach, wie nachfolgend erläutert wird.

Zum besseren Verständnis der Germanienpolitik müssen zuerst die Ziele der römischen Außenpolitik dargestellt werden. Dabei hat die Forschung jedoch das Problem, dass die Zielsetzungen der augusteischen Germanienpolitik nicht explizit überliefert sind.[8] Erschwerend für objektiviebare Aussagen kommt hinzu, dass alle Interpretationen davon abhängen, welches spezielle Augustusbild die jeweiligen Historiker hatten.[9] Aus der Vielzahl entsprechender Publikationen werden daher vier Beispiele herausgegriffen, in denen sich gewisse übereinstimmende Meinungen über die angestrebten Ziele herauslesen lassen.

Für Alfred Heuss war die Außenpolitik unter Augustus eine Sache der Reichspolitik, die durch den territorialen Bestand des gesamten Reiches bestimmt war. Daraus abgeleitet, hätte Augustus überall dort, wo Unterbrechungen der untertänigen Ländermassen bestanden, diese geschlossen und somit für klare Verhältnisse gesorgt.[10] Als ein weiteres Ziel augusteischer Germanienpolitik stellt Heuss auch die Abwehr germanischer Völkerschaften dar, die seit Caesars Zeiten immer wieder über den Rhein zum Plündern in Gallien eingefallen waren.[11] In eine ähnliche Richtung argumentiert auch Jochen Bleicken, der die Konsolidierung bestehender Herrschaftsbereiche als ein Ziel augusteischer Politik aufzeigt. Für Bleicken war die Bedrohung der Grenzen ein großes Sicherheitsproblem, das die Römer empfindlich berührte und sie, als ein Ziel ihrer Politik, nach einer geeigneten Verteidigungslinie suchen ließ.[12] Ein weiteres, wichtiges Ziel augusteischer Germanienpolitik sehen Reinhard Wolters[13] und auch Werner Eck[14] in der Unterbindung unkontrollierter gallisch-germanischer Beziehungen. Da die miteinander verwandten Stämme innerhalb und außerhalb des römisch beherrschten Gebietes lebten, stellte die Rheingrenze kein wirkliches ethnisches und physisches Hindernis dar. Immer wieder fielen germanische Gruppen in Gallien ein und bedeuteten so für die Römer ein ständiges Unruhepotential, das es zu bekämpfen galt.

Für das weitere Verstehen der Germanienpolitik ist es auch wichtig, die Formen römischer Herrschaft zu betrachten. Hatten die Römer ein fremdes Territorium erobert und befriedet, dann gingen sie nach einer gewissen Zeit dazu über, eine zivile Verwaltung einzusetzen und das Gebiet in Form einer Provinz direkt zu beherrschen. Eine weitere und häufig angewandte Form der Herrschaft wurde von den Römern in Form der indirect rule zu allen Zeiten praktiziert. Hierzu bedienten sie sich der indigenen Eliten, die durch unterschiedliche Vorgehensweisen an die Römer gebunden wurden und auf die dann Einfluss zur Durchsetzung römischer Ziele genommen werden konnte. Frühzeitig versuchten die Römer zudem potentielle Feinde als Bundesgenossen auf die eigene Seite zu ziehen.[15] Als Beispiel für diese Vorgehensweise, die immer auch durch Verträge besiegelt wurde, sei im Fall der Germania magna auf die Friesen verwiesen. Mit den Friesen schloss Drusus der Ältere schon beim ersten Aufeinandertreffen 12 v. Chr. ein Freundschaftsbündnis, so dass sich die Friesen gleich seinem weiteren Zug gegen die Chauken anschlossen und schließlich sogar noch die Römer aus großer Gefahr retteten.[16]

Besteht nun das Ziel der Politik beispielsweise darin, das Staatsgebiet vom Rhein bis zur Elbe zu erweitern (gewaltsam und/oder friedlich) und dieses zu beherrschen (in welcher Form auch immer), so setzt dies ein aktives politisches Handeln voraus. Um Gründe für dieses Handeln zu finden, müssen die verfügbaren Quellen nach eben diesen Gründen durchforstet werden. Da die Quellenlage aber sehr dünn und nicht immer eindeutig ist, liegen dementsprechend unterschiedliche Interpretationen darüber vor. Zur allgemeinen Übersicht wird vorher eine kurze Behandlung der Quellenautoren, eine Einschätzung des Quellenwertes sowie ein kurzer Abriss militärischer Operationen der Römer im rechtsrheinischen Germanien erfolgen. Auf dieser Grundlage wird dann im ersten Hauptteil der Arbeit ein Überblick über die Forschungslage zu Fragen nach eventuellen. Zielen der augusteischen Germanienpolitik gegeben.[17]

In dieser Arbeit wird daran anschließend eine von mehreren Möglichkeiten untersucht, die Erweiterung eines Staatsgebietes darzustellen: Sie besteht darin, zu überprüfen, ob das eroberte Gebiet in Form einer Provinz eingerichtet und verwaltet wurde. Die Fragestellung ist also, ob Rom in Germanien weitergehende Absichten hatte, z.B. eine Provinz einzurichten. Ebenso muss dann gefragt werden, ob hinter diesem Vorhaben ein „übergeordneter/weitreichender Plan“ stand oder, ob sich das Handeln aus den jeweiligen Begebenheiten heraus entwickelte. Aus Definitionen für eine Provinz haben Forscher gewisse Kriterien[18] für einen Provinzialisierungsstatus erarbeitet. Anhand dieser Kriterien kann dann überprüft werden, ob es im augusteischen Zeitalter eine Provinz, oder ein provinzähnliches Gebilde, Germanien gab. Das heißt, es müssen nachfolgend Strukturmerkmale für eine Provinz herausgearbeitet werden. Werner Eck zählt dazu beispielsweise Kaiserkult oder auch eine wirtschaftliche Ausbeutung des erworbenen Gebietes.[19]

Im zweiten Teil der Arbeit werden schließlich die herausgestellten Strukturmerkmale mit belastbaren Indizien anhand der Fragestellung verglichen. Zu diesen Indizien zählen in diesem Zusammenhang besonders die literarischen, epigraphischen und archäologischen Zeugnisse, die durch die Forschung zugänglich gemacht worden sind. In die Betrachtung werden demgemäß archäologische Funde an bekannten Orten wie z.B. Köln, Haltern, Waldgirmes u.a. aufgenommen. Es werden zudem epigraphische Zeugnisse wie die Res gestae oder die Tabula Siarensis betrachtet und die literarischen Überlieferungen von Paterculus, Tacitus und Cassius Dio herangezogen. Gerade durch die archäologischen Funde in den letzten Jahren konnten den literarischen Quellen zum Teil ein anderer, positiver Stellenwert hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit zugeordnet werden.

Zusammenfassend soll es also Antworten auf die Fragen geben, ob es eine augusteische Germanienpolitik mit einem „großen Plan“ gab und wenn ja, wie diese dargestellt wurde, welche Ziele voran gestellt und ob diese erreicht wurden. Ebenso soll es eine Antwort auf die Frage geben, ob die Germania magna in augusteischer Zeit eine Provinz des römischen Imperiums war.

1.2 Die Quellen

Nahezu jeder Wissenschaftler, der sich mit Fragen zur augusteischen Germanienpolitik beschäftigt, beklagt die spärliche Quellenlage zu diesem Thema. Und von dem wenigen, das uns literarisch überliefert wurde, geht auch nicht die Eindeutigkeit aus, die helfen würde ein klareres Bild zu zeichnen. Als Schwierigkeit kommt noch hinzu, dass das, was teilweise lückenhaft als Exzerpte späterer Zeit (z.B. das Werk von Cassius Dio) überliefert wurde, von den Intentionen der Autoren geprägt war, die wiederum wir nicht kennen. So wurden die Texte teilweise als Lobreden auf den Herrscher Tiberius (wie bei Velleius Paterculus) oder als Exemplum (Konflikt Tiberius/Germanicus als Beispiel für den Konflikt Agricola/Domitian bei Tacitus) für die Leser verfasst. Oder es konnte überhaupt nichts berichtet werden, weil Ansichten und Pläne der hauptsächlichen Personen nicht an die Öffentlichkeit gelangten. Dieses Problem beklagte bereits der Geschichtsschreiber Cassius Dio, der berichtet, dass in der Zeit des Augustus „die meisten Ereignisse heimlich und verborgen“[20] behandelt wurden. Reinhard Wolters betont beispielsweise dazu, dass Ziele und Absichten römischer Außenpolitik vom princeps vorgegeben und dann in Abstimmung mit den örtlichen Strategen regelmäßig nachjustiert wurden. Aber diese Prozesse hätten den Weg in die Überlieferung nicht gefunden.[21] Des Weiteren muss hier betont werden, dass alles, was wir über diesen Zeitraum wissen, zu einem späteren Zeitpunkt geschrieben wurde, als die möglicherweise angestrebte Eroberung Germaniens bereits gescheitert und aufgegeben war.

Trotz dieser und anderer Einschränkungen sind gerade die literarischen Hauptquellen zu unserem Thema, nämlich die Werke von Paterculus, Tacitus und Dio von großem Wert. Sei es, dass wir im Werk von Velleius Paterculus (der mit Tiberius in der Germania magna war) den Bericht eines Zeitzeugen[22] vorliegen haben oder aus den späteren Werken des Cornelius Tacitus[23] und Cassius Dio[24] Informationen kennen, die auf Zeitzeugenberichten oder sogar auf Senatsakten beruhten. Hierzu hatte beispielsweise bereits 1933 bzw. 1936 der Historiker F. A. Marx zusammenfassend nachgewiesen, dass sowohl Tacitus, als auch Dio den augusteischen bzw. tiberianischen Zeitgenossen Aufidius Bassus als Hauptquelle für die Schilderung der römischen Aktivitäten in der Germania magna zwischen 12 v. bis 17 n Chr. benutzt hatten.[25] Damit waren die Berichte schon in gewisser Weise „eingefärbt“, denn zusätzlich müsste jetzt für die Beurteilung des Quellenwertes die Intention des Aufidius Bassus mitberücksichtigt werden.

Relativieren lassen sich diese Einschränkungen jedoch durch die archäologischen Befunde gerade der letzten Jahre. Denn die besondere Bedeutung dieser Funde liegt darin, dass sie über das berichten können, was zum Zeitpunkt ihrer Entstehung, bzw. ihres Verlustes galt. Dies gilt besonders bei Datierungen mittels Münzen für den Zeitpunkt, nach dem die Funde in den Boden gelangten, dem so genannten terminus post quem. Mit diesen archäologischen Zeugnissen lassen sich sehr gut literarische Quellen bestätigen. Im weiteren Verlauf der Arbeit (bes. Kapitel 3) werden solche Vergleiche herangezogen; an dieser Stelle sollen daher nur zwei kurze Beispiele angeführt werden. So berichtet Dio, dass Drusus im Jahr 11 v. Chr. „an der Stelle, wo Lippe und Alme sich vereinigen, eine Befestigung“[26] errichtet hatte. Durch dendrochronologische Untersuchungen konnte dieses Lager an der Örtlichkeit Bergkamen-Oberaden nachgewiesen werden.[27] Ebenfalls durch diese Untersuchungsmethode wurde an der Örtlichkeit Anreppen das bei Paterculus erwähnte Winterlager nachgewiesen, welches Tiberius 4 n. Chr. „mitten im Landesinneren an der Quelle des Flusses Lippe“[28] errichtet hatte.[29] An diesen Beispielen wird recht deutlich, dass die archäologischen Funde den Quellenwert literarischer Überlieferung deutlich ins Positive steigern können.

1.3 Abriss militärischer Operationen in der Germania magna

Zum besseren Verständnis der nachfolgenden Deutungsansätze erscheint es sinnvoll, vorab einen kurzen Abriss der wichtigsten rechtsrheinischen Aktivitäten der Römer zwischen 12 v. Chr. bis 16 n. Chr. zu geben. Zu diesem Zweck wurden hauptsächlich die Berichte von Dio, Paterculus und Tacitus herangezogen, wobei es aber auch bei anderen Schreibern (z.B. Sueton, Florus, Plinius u.a.) vereinzelte Hinweise gibt.

Drusus der Ältere begann im Jahr 12 v. Chr. mit den Feldzügen gegen die rechtsrheinischen Germanen. Hauptsächlich aus dem Bericht des Cassius Dio ergibt sich etwa folgende Chronologie. Er schlug zunächst einen Angriff der nach Gallien eingedrungenen Sugambrer ab, setzte über den Rhein und verwüstete deren Stammesgebiet (etwa zwischen Ruhr und Lippe gelegen). Anschließend fand ein erster Vorstoß in den Nordseeküstenbereich zu Friesen und Chauken statt. Im folgenden Jahr unterwarf er die in Rheinnähe siedelnden Usipeter und drang durch das Sugambrergebiet bis zu den Cheruskern an die Weser vor. Auf dem Rückweg legten die Römer dann im Stammensgebiet der Sugambrer das Kastell bei Bergkamen-Oberaden an. Für das Jahr 10 v. Chr. erwähnt Dio nur einen Feldzug gegen die Chatten, die das ihnen von den Römern zugewiesene Siedlungsgebiet verlassen hatten und zu den Sugambrern ausgewandert waren.[30] Wahrscheinlich über die Wetteraulinie (etwa südwestliches bis nordöstliches Hessen) rückte Drusus 9 v. Chr. dann durch das Chattengebiet zu den Cheruskern vor. In diesem Jahr überschritt er die Weser und versuchte einen Elbeübergang, der jedoch scheiterte. Auf dem Rückmarsch verunglückte Drusus und starb an den Folgen. Als militärischer Nachfolger rückte sein älterer Bruder Tiberius an die Spitze der Okkupationsarmee. Für das Restjahr und auch für das Jahr 8 v. Chr. sind keine kriegerischen Auseinandersetzungen bekannt geworden. Dio berichtet nämlich von Friedensver-handlungen zwischen Römern und Germanen.[31] Auch Paterculus stellt heraus, dass Tiberius siegreich und ohne jegliche Verluste alle Teile Germaniens durchzog. In diesem Kontext schreibt er auch, dass Tiberius Germanien fast zu einer steuerpflichtigen Provinz gemacht hatte.[32]

Für die folgenden Jahre schien es in der Germania magna ruhig geblieben zu sein. Lediglich zwei knappe Hinweise verweisen auf einen erfolgreichen Elbeübergang (1 n. Chr.), sowie auf einen Aufstand in Germanien in der Zeit zwischen 1 bis 4 n. Chr., der von Paterculus allgemein mit immensum bellum bezeichnet wurde.[33] Weiter erfahren wir von Paterculus, dass erst Tiberius das immensum bellum beendete, indem er verschiedene germanische Stämme, die im nördlichen Bereich siedelten, besiegte. Den wahren Grund für diesen Aufstand, den auch Dio nur ganz knapp mit „Germanenkrieg“ beschreibt, kennen wir nicht. Bemerkenswert ist jedoch die Tatsache der langen Dauer von drei Jahren und damit einer ebenso langen Zeit wie die Eroberungsphase durch Drusus! Das herausragende Ereignis des Jahres 5 n. Chr. war dann die Vereinigung von Landheer und Flotte an der Elbe. Dem Bericht des Paterculus zufolge gab es dann in Germanien nichts mehr zu erobern, das Land war wohl endgültig besiegt.[34] Erst mit der Varusniederlage rückte das rechtsrheinische Gebiet wieder in die Berichterstattung. Aus den Jahren 10 bis 12 n. Chr. wird ein vorsichtiges Vortasten in die Germania magna berichtet, wobei Dio zufolge Tiberius seine Truppen nicht weit über den Rhein vorrücken ließ, während Paterculus von einem Vorstoß ins Landesinnere berichtet.[35]

Die Feldzüge des Germanicus in den Jahren 14 bis 16 n. Chr. sind fast ausschließlich bei Tacitus überliefert. In der Forschung ist es heute unbestritten, dass der erste Feldzug im Spätherbst 14 n. Chr. gegen die Marser (im Bereich der oberen Lippe/obere Ruhr) im Zusammenhang mit der Rebellion der germanischen Legionen stand.[36] Im darauf folgenden Jahr lieferten sich die Römer in verschiedenen Zügen gegen einige Stämme (Chatten, Brukterer, Cherusker) in der Germania magna zum Teil verlustreiche Gefechte.[37] Ähnliches gilt für 16 n. Chr., wo es in verschiedenen, aufwendigen Kampagnen zwischen Wetterau, Ems und Weser zu einigen Schlachten gegen bereits öfter bekämpfte Gegner kam. Auch diese verliefen für die Römer äußerst verlustreich.[38] Im Jahr 17 n. Chr. wurde Germanicus von Tiberius als Oberbefehlshaber der Rheintruppen abberufen und die Römer zogen sich auf die westliche Rheinlinie zurück. Damit war nach einhelliger Forschungsmeinung der Versuch einer Okkupation der Germania magna endgültig beendet worden.

2. Mögliche Ziele augusteischer Germanienpolitik im Spiegel der Forschung

„[…] Die gallischen und spanischen Provinzen und ebenso Germanien habe ich befriedet […]“[39]

Es hat den Anschein, als wäre dies der einzige überlieferte Hinweis, der uns Auskunft über ein außenpolitisches Ziel des ersten princeps für das Land der Germanen gibt. Ansonsten liegt uns kein überliefertes, eindeutiges Ziel römischer Politik im rechtsrheinischen Germanien vor. Weil die antike Überlieferung diesen Punkt auch fast völlig verschweigt, entwickelten sich in der Forschung viele Hypothesen, die nicht nur zahlreich sind, sondern teilweise auch weit auseinander liegen. Die Vielzahl der Thesen, die sich im wissenschaftlichen Diskurs herausgebildet hatten, klassifizierte zuletzt Jürgen Deininger in vier Hauptpositionen über die vermuteten Ziele der augusteischen Germanienpolitik.[40] Dabei legte er die Frage zugrunde, welche Rolle der Fluss Elbe in den Betrachtungen der jeweiligen Forscher spielte. Weiterhin gingen die Forscher in ihren Überlegungen von den strategischen Entscheidungen aus, die über die Quellen überliefert wurden und haben daraus auf die Zielsetzungen der Politik geschlossen. Aus der Vielzahl der Interpretationen wurden in dieser Arbeit dazu die Beiträge namhafter Forscher herangezogen, wobei zu jeder Position jeweils zwei Forschungsmeinungen untersucht wurden, um auf das Spektrum selbst innerhalb der Positionen aufmerksam zu machen. Zum besseren Verständnis folgt eine Tabelle mit den wichtigsten Stichworten. Diese Tabelle wird anschließend näher erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der ersten Position geht man von der Vorstellung aus, dass die Elbe keine herausragende Bedeutung spielte und es um reine Machtdemonstrationen seitens der Römer ging. Vertreter dieser Richtung sind z.B. K.-W. Welwei, K. Christ und H. Callies. Für Horst Callies[41] ist seit Caesars Zeiten das rechtsrheinische Gebiet ein Reservoir für gefährliche Bewegungen von germanischen Stämmen schlechthin. Da diese Gruppen immer wieder zu Plünderungen in Gallien eingefallen waren, reagierten die Römer anfangs mit Vorfeldsicherungen, indem sie den Rhein nach Osten überschritten und dort ihre Macht demonstrierten. Zu diesem Zweck legten sie auch ihre Militärlager in Vetera (Xanten) und Mogontiacum (Mainz) an. Ausgehend von dieser Vorfeldsicherung kam es dann zu einem allmählichen Ausgreifen nach Osten hin. Die Römer hatten nämlich erkannt, dass die rheinnahen Gruppen mit den im Osten siedelnden Stämmen politische Verbindungen unterhielten und somit als Gefahrenpotential latent vorhanden blieben. Deshalb richteten sich nach Callies die römischen Angriffe immer gegen bestimmte Stammeseinheiten, die an Weser und Elbe siedelten und nicht gegen geographisch fixierte Ziele. In diesem Sinne sieht er beispielsweise den Feldzug des Jahres 11 v. Chr., der sich gegen die Cherusker richtete und die Römer bis zur Weser brachte.[42] Für Callies war mit diesem Feldzug, der ja nach einer Überlieferung auf dem Rückweg fast mit einem Desaster geendet hätte,[43] die römische Macht besonders eindrücklich demonstriert worden. Als ein herausragendes Beispiel der römischen Machtdemonstration führt Callies auch noch die kombinierte Militäraktion des Jahres 5 n. Chr. an, bei der ein Teil des Heeres über die Elbe nach Germanien eindrang und sich dieser Heeresteil an einem bestimmten Punkt (dessen genaue Örtlichkeit jedoch nicht überliefert ist) mit einer anderen Heeressäule vereinigt hatte, die offensichtlich vom Rhein aus über den Landweg dort hin gelangte. Während dieser Kampagne wurden nebenbei auch die Langobarden geschlagen, die nach Aussage des Vellius Paterculus sogar die Germanen (also die bisher bekannten Völker) noch an wildem Kriegsmut übertreffen hätten.[44] Auch die Feldzüge des Germanicus in den Jahren 15 und 16 n. Chr. betrachtet Callies als Demonstration der Macht. Denn mit einem Heer von acht Legionen und entsprechenden Hilfstruppen drang Germanicus wieder bis zur Weser vor und lieferte sich mehrere Gefechte mit den Cheruskern.[45] Das Ziel der römischen Aktivitäten war also immer die Demonstration ihrer Macht, die sich in Vertreibung oder Vernichtung der germanischen Stämme äußerte, wenn diese sich nicht durch vertragliche Abmachungen der römischen Oberhoheit unterworfen hatten.

Obwohl Horst Callies zu Anfang seiner Ausführungen betont, dass die militärischen Aktionen des Jahres 12 v. Chr. der Erkundung sowie der Sicherung der Nordseeküste und vor allem als Vorbereitung der Landunternehmungen der folgenden Jahre dienten, lehnte er die Existenz eines Gesamtplanes ab.[46] Für ihn hatten die Erkenntnisse innerhalb der Vorfeldsicherungen zu einem immer weiteren Ausgreifen nach Osten hin geführt. Dabei stießen die Römer dann auf weitere germanische Machtzentren, die auf verschiedene Weise vernichtet oder neutralisiert worden sind.

Karl-Wilhelm Welwei äußerte sich zu möglichen Zielen der augusteischen Germanienpolitik, indem er diese an den Problemen römischer Grenzsicherung festmachte.[47] Grundlage für seine Betrachtungen sind die Augustus zugeschriebenen Äußerungen in den Res gestae, speziell aus Kapitel 26, indem er unter anderem auf die Befriedung von Provinzen und die räumliche Gebietserweiterung des Reiches einging. Welwei interpretierte diese Passagen so, dass Augustus mit der Absicherung der Grenzen eine Stabilisierung Roms erreichen wollte. Diese Grenzpolitik setzte voraus, dass aus Sicherheitsgründen gegebenenfalls auch neue Gebiete hinzu-gewonnen werden mussten. Die zum Zweck der Grenzsicherung eingeleitete Stationierung großer Truppenverbände an die Rheinlinie war nach Welwei die Konsequenz dieser neuen Politik, wobei die Legionen am Rhein eine doppelte Aufgabe übernehmen sollten. Zum einen sollten sie Erhebungen in Gallien verhindern und zum anderen die linksrheinischen Germaneneinfälle unterbinden. Die massive Militärpräsenz stellte somit ein mobiles Abschreckungspotential dar und war die Reaktion auf Gefahren, die von einem Raum ausgingen, den die Römer nicht unter Kontrolle hatten. Bis 12 v. Chr. beschränkten sich die Römer auf bloßes Reagieren, um die Germaneneinfälle abzuwehren. Erst als bei den Römern die Erkenntnis reifte, dass dieses nicht ausreichte, begannen sie ihrerseits mit den Feldzügen ins rechtsrheinische Gebiet. Die Drususfeldzüge der Jahre 12 bis 9 v. Chr. bedeuteten ein offensives Agieren, verbunden mit einem Abschreckungseffekt in neuen Dimensionen. Mit den Feldzügen, die Drusus und die römischen Legionen bis zur Elbe brachten, sollte wohl vor allem auch der große Aktionsradius der römischen Militärmacht demonstriert werden. Eine Steigerung der Abschreckungswirkung sieht Welwei auch in der Errichtung römischer Militärstützpunkte im rechtsrheinischen Gebiet, wie z.B. dem für zwei Legionen ausgelegten großen Lager von Bergkamen-Oberaden. Dieses Lager, sowie die gleichzeitig errichteten kleineren Lager von Beckinghausen und das in 2011 neu entdeckte Standlager von Olfen,[48] wurden von Drusus im Jahre 11 v. Chr. erbaut.[49] Diese Lager stellten nach Welweis Auffassung „überdimensionale Brückenköpfe“ dar,[50] die die Abschreckung noch potenzieren sollten. Die Wirkung dieser Demonstrationspolitik sieht Karl-Wilhelm Welwei beispielsweise in der Umsiedlung der Sugambrer, im Abzug der Markomannen nach Böhmen, sowie in der Unterwerfung anderer germanischer Stämme. Tiberius, der Nachfolger des Drusus, scheint ja keine Gegner mehr vorgefunden zu haben, wie der Zeitgenosse Velleius Paterculus berichtet. Denn Tiberius habe alle Gebiete der Germania magna siegreich durchzogen, ohne einen Verlust seines Truppenpersonals beklagen zu müssen.[51] Auch noch der Feldzug des L. Domitius Ahenobarbus zur Elbe und die Überschreitung des Flusses um 1 n. Chr. ist für Welwei Ausdruck römischer Abschreckungspolitik und Demonstration der Macht, wogegen er die Feldzüge des Germanicus 14-16 n. Chr. in die Rubrik „Schmachtilgung“ einordnet.

Insgesamt gesehen sieht Welwei das Ziel augusteischer Germanienpolitik in der Grenzsicherung zum Schutz der lukrativen Provinz Gallien und in der vorbeugenden Abschreckung möglicher Invasoren Galliens. Auch erkannte er aus den Handlungen nicht, dass hier ein weitergehender Plan zur Okkupation Germaniens vorgelegen haben könnte.

Auch in der zweiten Position wird der Elbe keine entscheidende Rolle zugesprochen: die Ziele des Augustus hätten dieser Position nach von vornherein weit darüber gelegen. Diese Position der so genannten Weltherrschaftsideologie wird u.a. von A. Mehl und hauptsächlich britischen, sowie nordamerikanischen Historikern wie z.B. C. Wells, P. Brunt und anderen vertreten. Nach Andreas Mehl[52] gehörte es in der Zeit des Augustus zum römischen Selbstverständnis, dass Rom die Weltherrschaft ausübte. So sind Äußerungen in den Res gestae (z.B. Kap. 26 und 30) zu der Grenzenlosigkeit des römischen Machtbereiches auch als Hinweise auf politische Ziele des princeps zu verstehen. Weil aber nur wenige eindeutige Äußerungen des Augustus vorliegen, muss man sich auch seiner „Propagandaabteilung“, nämlich ihm zugeneigten Literaten und Dichter, bedienen. Auf Vergil, der mit Augustus und dessen politischen Wirken verbunden war, gehen entscheidende Hinweise auf die römischen Vorstellungen der Weltherrschaft und der Grenzvorstellungen zurück. So lässt Vergil in der „Aeneis“ Juppiter, „Herr über Menschen und Götter“, erklären, dass er den Römern keine „Grenzen weder nach Ort noch nach Zeit“ setzen werde, sondern er ihnen „endlose Herrschaft“ geben werde.[53] Zu beachten ist jedoch, dass der Okeanos für die Zeitgenossen des Augustus den Aktionsradius begrenzte und somit auch der Herrschaftsausbreitung Grenzen setzte. Sowohl in der augusteischen Dichtung als auch in den Res gestae selbst werden immer wieder die äußersten Regionen der festen Erde zugleich als äußerste Bereiche der römischen Herrschaft bezeichnet. Speziell in den Kapiteln 26 und 31 in den Res gestae werden die Auffassungen über die Herrschaft vieler Länder und Völker geäußert, die in den fernsten Winkeln der bewohnbaren Welt lebten. Hier kommen alle vor, die auch bei den Dichtern genannt werden, nämlich vor allem Inder, Skythen, Germanen und „Aithiopier“. Dies sind für Andreas Mehl Bilder für eine Weltherrschaft der Römer unter Augustus. Ebenso leitet Mehl aus dem Elbeübergang des L. Domitian Ahenobarbus und den abgeschlossenen Verträgen mit den dort siedelnden Germanen ab, dass Augustus beileibe nicht vorhatte die geplante Provinz Germanien an der Elbe enden zu lassen. Das Gebiet sollte vielmehr bis zum Siedlungsgebiet der Skythen (d.h. bis zum heutigen Weißrussland) reichen. Als Beleg für diese These führt Mehl u.a. zwei römische Kunstwerke an, nämlich die Gemma Augustea und das Silber-becherpaar von Boscoreale, die eine Vorstellung von Weltherrschaft vermitteln. Auf einem der beiden Becher ist Augustus als Weltherrscher dargestellt. Erkennbar daran, dass die Stamm-Mutter des iulischen Geschlechts, nämlich Venus, dem sitzenden Herrscher eine Victoria auf den von Augustus gehaltenen Globus setzt.[54] Die Darstellungen auf der Gemma Augustea weisen programmmäßig große Übereinstimmungen mit den Bechern von Boscoreale auf. Sie zeigen hier Augustus ebenfalls als Weltherrscher, der von der Oikumene bekränzt wird.[55] Aus diesen Motiven schließt Mehl die Elbe als östliche Begrenzung der römischen Herrschaft im Nordosten der bewohnbaren Welt aus und untermauert damit seine These von der Weltherrschaftsideologie in der Zeit des ersten princeps.

[...]


[1] Tac. ann. II, 88, 3.

[2] Darunter ist im folgenden Text ein raumordnender Begriff gemeint. Es handelt sich um das Gebiet, das von Orosius (Oros. 7, 32, 12) vereinfacht als Gebiet zwischen Nord- und Ostsee im Norden, der Donau im Süden, sowie zwischen Rhein und Weichsel beschrieben wurde. [aus: B. Scardigli, §9. Germania magna. In: Beck / Steuer / Timpe (Hrsg.): RGA, Die Germanen, Berlin 1998, S. 76].

[3] Helmuth Schneider, Einleitung. Die Germanen in einem Zeitalter der Zerstörung und Gewalt. In: Ders. (Hrsg.) Feindliche Nachbarn. Rom und die Germanen, Köln 2008, S. 21.

[4] Werner Eck, Augustus und die Großprovinz Germanien. In: Kölner Jahrbuch 37, 2005, S. 11-22.

[5] Armin Eich, Der Wechsel zu einer neuen grand strategy unter Augustus und seine langfristigen Folgen. In: Historische Zeitschrift 288, 2009, S. 561-611.

[6] Ebd., S. 587.

[7] Karl Christ, Zur Beurteilung der Politik des Augustus. In: Ders.: Römische Geschichte und Wissenschaftsgeschichte, Erster Band, Römische Republik und Augusteischer Principat, Darmstadt 1982, S. 169.

[8] Karl Christ, Zur augusteischen Germanienpolitik. In: Chiron 7, 1977, S. 150.

[9] Ebd., S. 151.

[10] Alfred Heuss, Römische Geschichte, Braunschweig 1960, S. 292f.

[11] Ebd., S. 295.

[12] Jochen Bleicken, Die militärische Expansion seit 16 v. Chr. In: Ders.: Augustus. Eine Biographie, Berlin 1998, S. 565ff.

[13] Reinhard Wolters, Die Römer in Germanien, München 2006, S. 24.

[14] Werner Eck, Augustus und seine Zeit, München 2009, S. 94.

[15] Wolters, 2006, S. 49.

[16] Cass. Dio 54, 32, 2 und 3.

[17] Beispielsweise in Anlehnung an Jürgen Deininger, Germaniam pacare. Zur neueren Diskussion über die Strategie des Augustus gegenüber Germanien. In: Chiron 30, 2000, S. 757ff.

[18] Z.B. Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer, Imperium Romanum. Geschichte der römischen Provinzen, München 2009, S. 13f. und Reinhard Wolters, Provinzen des Römischen Reiches, In: RGA, Band 23, 2006, S. 511.

[19] Eck, 2005, S. 16.

[20] Cass. Dio 53, 19, 3.

[21] Reinhard Wolters, Die Schlacht im Teutoburger Wald, München 2009, S. 37.

[22] Verfasst um 30 n. Chr. zu Ehren seines Freundes P. Vinicius (C. Velleius Paterculus, Historia Romana, übersetzt von Marion Giebel, Stuttgart 2008, S. 367).

[23] Wahrscheinlich in den Jahren 110-120 n. Chr. entstanden (Tacitus, Annalen, übersetzt von Erich Heller, Düsseldorf 2005, S. 576).

[24] Veröffentlicht vor 235 n. Chr. (Cassius Dio, Römische Geschichte, übersetzt von Otto Veh, Düsseldorf 2009, Band 1, S. 28).

[25] F. A. Marx, Die Quellen der Germanenkriege bei Tacitus und Dio, In: Klio 26, 1933, S. 323-329 und ders., Aufidius Bassus, In: Klio 29, 1936, S. 94-101. Aufidius Bassus lebte bis etwa 60 n. Chr. und hat u.a. eine Geschichte der Germanenkriege verfasst (libri belli Germanici). Von letzterem Werk ist jedoch nur der Satz überliefert, wonach sich „alle Germanen zwischen Rhein und Elbe dem Tiberius ergeben hätten“ (Marx, 1936, S. 94).

[26] Cass. Dio 54, 33, 4.

[27] J.-S. Kühlborn, Römerlager in Westfalen 3, Oberaden, Münster 2008, S. 20.

[28] Vell. Pat. 2, 105, 3.

[29] J.-S. Kühlborn, Römerlager in Westfalen 4, Anreppen, Münster 2009, S. 32.

[30] Cass. Dio 54, 32-36.

[31] Cass. Dip 55, 1 u. 6.

[32] Vell. Pat. 2, 97, 4.

[33] Cass. Dio 55, 1a; Vell. Pat. 2, 104, 2.

[34] Vell. Pat. 2, 105-108.

[35] Cass. Dio 56, 24-25; Vell. Pat. 2, 120.

[36] Tac. ann. I, 50-51.

[37] Tac. ann. I, 55-70.

[38] Tac. ann. II, 7-26.

[39] R. gest. div. Aug. 26, 2.

[40] Deininger, 2000, S. 757ff.

[41] Horst Callies, Römer und Germanen im nördlichen Deutschland, In: R. Busch (Hrsg.): Rom an der Niederelbe, Neumünster 1995, S. 15-23.

[42] Cass. Dio 54, 33, 1.

[43] Cass. Dio 54, 33, 3.

[44] Vell. Pat. 2, 106, 2 und 3.

[45] Tac. ann. II, 16-24.

[46] Callies, 1995, S. 20.

[47] Karl-Wilhelm Welwei, Probleme römischer Grenzsicherung am Beispiel der Germanienpolitik des Augustus, In: W. Schlüter / R. Wiegels (Hrsg.): Rom, Germanien und die Ausgrabungen von Kalkriese, Osnabrück 1999, S. 675-688.

[48] http://www.lwl.org/LWL/Kultur/WMfA_AfB_film_olfen/ vom 25.10.2011 (Holz-Erde-Mauer; Vorratslager; Platz für zwei Kohorten).

[49] Cass. Dio 54, 33, 4.

[50] Welwei, 1999, S. 679.

[51] Vell. Pat. 2, 97, 4.

[52] Andreas Mehl, Imperium sine fine dedi – die augusteische Vorstellung von der Grenzenlosigkeit des Römischen Reiches, In: E. Olshausen / H. Sonnabend (Hrsg.): Stuttgarter Kolloquium zur historischen Geographie des Altertums 4, Amsterdam 1994, S. 431-464.

[53] Ebd., S. 435f.

[54] Reinhard Wolters, Germanien im Jahre 8 v. Chr., In: W. Schlüter / R. Wiegels (Hrsg.): Rom, Germanien und die Ausgrabungen von Kalkriese, Osnabrück 1999, S. 608.

[55] Ebd., S. 612.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Germanienpolitik des Augustus: Die Germania magna – eine römische Provinz?
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Note
1,5
Autor
Jahr
2012
Seiten
48
Katalognummer
V195686
ISBN (eBook)
9783656215660
ISBN (Buch)
9783656216582
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
germanien, kaiserzeit
Arbeit zitieren
Udo Janczyk (Autor:in), 2012, Germanienpolitik des Augustus: Die Germania magna – eine römische Provinz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195686

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