Jugendmedienschutz im Bezug auf Cybermobbing


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Notwendigkeit des Jugendmedienschutzes

2 Wovor die Jugend geschutzt werden muss

3 Haben Medien einen schlechten Einfluss auf die Jugend?
3.1 Gewalthaltige Inhalte
3.2 Pornografische Inhalte

4 Cybermobbing - Begriffsdefinition

5 Cybermobbing und Jugendmedienschutz

6 Fazit

Einleitung

Das Internet ist in der Gesellschaft fest verankert. Nach seiner rasanten Entwicklung in den letzten beiden Jahrzehnten ist das World Wide Web heute aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Viele neue Moglichkeiten der Kommunikation und Interaktion mit anderen Personen haben sich daraus entwickelt. Doch so viele Vorteile das Netz auch bietet, so viele Gefahren birgt es. Fur Jugendliche ist es heute einfacher denn je auf Inhalte zu stofien, die nicht fur sie bestimmt sind. Der Jugendmedienschutz in Deutschland ist ein Versuch, Minderjahrige vor diesen Inhalten zu schutzen.

Durch die unterschiedliche Kommunikationsstruktur im Vergleich zu anderen Medien wie Print oder Rundfunk, ist im Internet jeder zum potenziellen Kommunikator geworden. Was einerseits viele Chancen und positive Entwicklungen mit sich bringt, eroffnet auch neue Probleme. Eines davon ist das Cybermobbing. Cybermobbing ist das Internetpendant zum traditionellen Mobbing auf dem Schulhof, bzw. am Arbeitsplatz. Doch ergeben sich durch die Eigenheiten des Internets andere Moglichkeiten und Folgen des Mobbings.

Diese Arbeit versucht, eine Verbindung zwischen Cybermobbing und dem Jugendmedienschutz herzustellen und aufzuzeigen, wann Jugendmedienschutz im Zuge des Cybermobbings eine Rolle spielt. Dazu sollen zunachst grundlegende Dinge zum Jugendschutz erlautert werden. Woher ruhrt das Bedurfnis des Jugendmedienschutzes? Vor welchen Inhalten muss die Jugend geschutzt werden? Ist die Angst vor negativen Einflussen durch die Medien berechtigt? Anschliefiend soll nach einer kurzen Definition des Begriffes „Cybermobbing“ anhand von Beispielen verdeutlicht werden, wo der Jugendmedienschutz im Bereich des Cybermobbings relevant ist und welche Eingriffsmoglichkeiten er bietet.

1 Die Notwendigkeit des Jugendmedienschutzes

Zunachst einmal stellt sich die Frage, worauf sich die Notwendigkeit des Jugendmedienschutzes begrundet. Wirft man einen Blick auf die Entwicklung des Jugendmedienschutzes, so stellt man fest, dass sie eng mit der Entwicklung der Medien selbst verbunden ist. Der Schutz der Jugend, oder auch der ganzen Bevolkerung vor den Medien, scheint dabei immer eine gesellschaftliche Forderung zu sein. Wovor der Jugendschutz in welchem Mafie schutzt, ist somit stark von Zeit, Zeitgeist und Kultur abhangig. Der folgende Abschnitt soll einen kurzen Einblick in diese Thematik geben. „Die Forderung nach Schutz des Publikums angesichts sozial unerwunschter Inhalte zieht sich durch die abendlandische Kulturgeschichte. Schon Platon forderte . . . zum Schutze der Kinder Aufsicht uber die zu fuhren, welche Sagen und Marchen dichten. Um zu verhindern, dafi die Kinder sozial unerwunschte Vorstellungen in ihre Seelen aufnahmen, sollten nur gut gedichtete Marchen eingefuhrt, aber schlecht gedichtete ausgeschlossen werden. “ (Bosselmann, 1987, S.3) Laut Decker (2005) habe es auch im 15. Jahrhundert, als der Buchdruck ein zunehmend breiteres Publikum erreichte, Bedenken gegeben, dass sich die standige Prasenz des geschriebenen Wortes negativ auf die Merkfahigkeit und Imaginationsfahigkeit auswirke. Daneben hatte man die Lesesucht als ernsthafte Konkurrenz zur Erzahlkultur angesehen. (S. 10-12) Auch Bundschuh stellt fest: „Die Erfindung des Alphabets, der Schrift, des Buchdrucks und spater des Kinos sowie des Fernsehens haben jeweils Visionen vom Untergang der bestehenden Medien und damit vom Untergang der Kultur in der offentlichen Diskussion heraufbeschworen. “ (Bundschuh, 1999, S.99) Doch woher kommt diese Angst und der Pessimismus vor den neuen Errungenschaften der Medienkultur? Wieso werden neuen technischen Errungenschaften im Mediensektor zuerst grundsatzlich schadliche Wirkungen zugesprochen? Zu diesem Phanomen aussert sich Krambrock in folgender Weise: „Die nahezu einhellige Ablehnung des jeweils neuen Phanomens entsteht aus den absolut gesetzten kulturellen Sinnhorizonten der jeweiligen erwachsenen Generation und schwankt zwischen angstvollen oder resignativen Untergangserwartungen einerseits und destruktiv-abwertender Kritik andererseits. “ (Krambrock, 1998, S.156) Somit scheint es die bereits gebildete und offenbar schwer abanderbare Meinung der Alteren einer Gesellschaft zu sein, die zur Erwartung negativer Einflusse aufgrund des neuen Mediums fuhren. Diese Erwartung fuhrt in der logischen Konsequenz zu einem Bedurfnis nach Schutz, der fur Kindern und Jugendliche in der Regel starker ausfallt, als fur den Rest der Gesellschaft. Denn laut Decker habe schon Rousseau im 16. Jahrhundert erkannt, dass: „die Natur will, dafi Kinder Kinder sind, bevor sie Erwachsene werden. “ (Decker, 1987, S. 11) Mit dieser Erkenntnis seien auch schnell erste Bemuhungen einher gegangen, Kinder vor der potenziell negativ Einfluss ausubenden Erwachsenenwelt zu schutzen.

2 Wovor die Jugend geschutzt werden muss

Der vorangegangene Abschnitt dieser Arbeit beschaftigte sich mit der Frage, woher das Bedurfnis und die Forderung nach einem Schutze der Jugend vor potenziell gefahrdenden medialen Inhalten kommt. Im Folgenden soil kurz aufgefuhrt werden, wovor die Jugend nach aktueller Gesetzeslage zu schutzen ist. Dazu werden die Bestimmungen des aktuell gultigen Jugendschutzgesetzes (im Folgenden abgekurzt als JuSchG) aus dem Jahre 2003 herangezogen.

Zunachst ist allerdings zu klaren, wer in Deutschland als Jugendlicher und wer als Kind zahlt. Laut §1 Abs. 1 des JuSchG sind Kinder alle die Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind. Als Jugendliche werden Personen definiert, die 14 Jahre, aber noch keine 18 Jahre alt sind. Die Bestimmungen des JuSchG richten sich an diese Personengruppen. Vor welchen medialen Inhalten mussen die Angehorigen dieser Altersgruppen nach aktueller Lage also geschutzt werden? In §18 Abs. 1 definiert das JuSchG jugendgefahrdende Medien wie folgt: „ Unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewalttatigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizende Medien sowie Medien, in denen Gewalthandlungen wie Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder Selbstjustiz als einzig bewahrtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahe gelegt wird. “ (Bundesministerium der Justiz, k.D., 1.Abs.) Damit ergeben sich im Wesentlichen drei grofie Bereiche, vor denen es die Jugend zu schutzen gilt. Pornografie, ubermafiige Gewaltdarstellungen und Rechtsextremismus. Die Entscheidung, ob ein Medium als jugendgefahrdend eingestuft wird, fallt die Bundesprufstelle fur jugendgefahrdende Medien (im Folgenden kurz BPjM genannt). Der Entschluss wird mittels eines aus zwolf Mann bestehenden Gremiums gefasst. Sofern dieses Gremium das Medium als jugendgefahrdend einstuft, wird es auf eine von vier Listen aufgenommen. Sobald die Aufnahme eines Mediums in eine der Listen von der BPjM offentlich bekannt gemacht wurde, treten fur dieses Medium bestimmte Verbreitungsbeschrankungen in Kraft. Diese sollen hier, ebenso wie der Aufbau und dies Vorgehensweise der BPjM bei der Entscheidung, jedoch nicht im Detail behandelt werden.

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Details

Titel
Jugendmedienschutz im Bezug auf Cybermobbing
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Veranstaltung
Medienlehre
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V195695
ISBN (eBook)
9783656217640
ISBN (Buch)
9783656218319
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jugendmedienschutz;, cybermobbing;, jugendschutz, mobbing internet, mobbing im internet, jugendschutz im internet, jugendschutz internet
Arbeit zitieren
Nikolai Wiskow (Autor), 2011, Jugendmedienschutz im Bezug auf Cybermobbing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195695

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