Im Zentrum dieser Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der von Cicero verfassten Verteidigungsrede "pro rabirio perduellionis reo". Darüber hinaus wird diese in den rechtshistorischen und innenpolitischen Kontext der römischen Republik eingeordnet.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I.Der Prozess gegen Rabirius und dessen rechtshistorische Bedeutung
II.Überblick über Quellen und Sekundärliteratur
III.Analyse der Verteidigungsrede Ciceros pro rabirio
Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verteidigungsrede "pro rabirio perduellionis reo" von Marcus Tullius Cicero, um sowohl die rechtshistorische Bedeutung des Prozesses gegen Gaius Rabirius als auch die rhetorischen Strategien Ciceros im politischen Kontext der späten römischen Republik zu analysieren.
- Rechtshistorische Einordnung des Senatus Consultum Ultimum (SCU).
- Analyse der prozessualen Abläufe des Verfahrens gegen Gaius Rabirius.
- Untersuchung der rhetorischen Verteidigungsstrategie Ciceros.
- Auseinandersetzung mit dem politischen Konflikt zwischen Optimaten und Popularen.
- Bewertung der historischen Überlieferung durch Cicero und zeitgenössische Quellen.
Auszug aus dem Buch
III.Analyse der Verteidigungsrede Ciceros für Rabirius
Die überlieferte Quelle zur Rede Cicero pro rabirio perduellionis reo wurde des Öfteren in allen ihren Details analysiert und in den Kontext der spätrepublikanischen Zeit gestellt. Auch wenn einige Fragen auch nach mehreren Jahrhunderten Forschungsarbeit zu diesem Thema nicht geklärt sind, so scheinen jedenfalls die Argumente für die jeweiligen Positionen fest zu stehen. Da man also das berühmte Rad in Bezug auf die Rabiriusrede nicht neu erfinden kann, sollte man versuchen andere Akzente zu setzen. Zum einen fällt beim Sichten der Sekundärliteratur auf, wie unübersichtlich die jeweiligen Analysen teilweise sind, daher zunächst einmal der Versuch das gesammelte Wissen zu restrukturieren und in einen fließenden Text zu bringen. Explizit eigene Akzente sollen dann insbesondere in der Analyse von Ciceros Rede liegen, wohingegen die weiteren Quellen bewusst weniger Beachtung geschenkt werden soll.
Doch zunächst muss dem juristischen auch der politische und historische Kontext dargestellt werden. In der Sekundärliteratur taucht im Kontext zur Einordnung in die Poltischen Verhältnisse der spätrepublikanischen Zeit immer wieder der Konflikt zwischen Optimaten und Popularen auf. Streitpunkt im Rabiriusfall ist besonders das SCU, welches für die Optimaten ein zentrales Machtinstrument war zum Schutze ihrer Macht. Cicero, der in diesem Prozess dieses Machtmittel der Optimaten mit verteidigen musste, hatte mit dem Problem zu kämpfen, dass er im Prozess vor dem Volk bestehen musste gegen einen Volkstribun als Prozessgegner. Um aus diesem Dilemma zu entkommen widmete er sich intensiv auch seinem Prozessgegner Labienus, was im Folgenden näher erläutert werden soll.
Es fällt schon bei der ersten Betrachtung des Textes auf, wie oft der Name Labienus fällt und wie oft Cicero diesen direkt anspricht. Der Name Labienus fällt ganze 47 Mal, der Name des angeklagten Rabirius fällt nur 27 Mal. Man könnte den Eindruck gewinnen die Rede sei der Anklage des Labienus gewidmet, wenn man es nicht besser wüsste. Mit Angriffen auf die Person des Labienus hält sich Cicero jedenfalls wenig zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in den historischen Kontext des Prozesses gegen Gaius Rabirius im Jahr 63 v. Chr. ein und skizziert die Bedeutung dieser Quelle für die Analyse spätrepublikanischer Rechts- und Politikgeschichte.
I.Der Prozess gegen Rabirius und dessen rechtshistorische Bedeutung: Dieses Kapitel erläutert die juristische Relevanz des Senatus Consultum Ultimum und ordnet den Prozess gegen Rabirius in das Spannungsfeld zwischen Notstandsgesetzen und staatlicher Willkür ein.
II.Überblick über Quellen und Sekundärliteratur: Der Autor gibt einen kritischen Abriss über die vorhandene Quellengrundlage, insbesondere Ciceros Rede und Cassius Dio, sowie über den Forschungsstand zur Rabiriusaffäre.
III.Analyse der Verteidigungsrede Ciceros pro rabirio: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung der rhetorischen Taktik Ciceros, insbesondere seine gezielten Angriffe auf den Ankläger Labienus zur Ablenkung von belastenden rechtlichen Aspekten.
Resümee: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und betont, dass der Prozess weniger eine rechtliche Klärung brachte, sondern als Spiegelbild der politischen Machtkämpfe der späten Republik fungierte.
Schlüsselwörter
Cicero, pro rabirio perduellionis reo, Rabirius, Senatus Consultum Ultimum, SCU, Optimaten, Popularen, römische Rechtsgeschichte, politische Rhetorik, Labienus, späte römische Republik, Notstandsrecht, Volkstribun, Prozessführung, Machtkampf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die Verteidigungsrede Ciceros im Prozess gegen Gaius Rabirius aus dem Jahr 63 v. Chr. und untersucht dabei sowohl die rechtshistorischen Hintergründe als auch die rhetorischen Verteidigungsstrategien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen das römische Notstandsrecht (Senatus Consultum Ultimum), der politische Machtkampf zwischen Optimaten und Popularen sowie die rhetorische Auseinandersetzung zwischen Cicero und dem Ankläger Labienus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das gesammelte Wissen über den Fall Rabirius zu restrukturieren und Ciceros rhetorische Strategien vor dem Hintergrund der politischen Instabilität der späten Römischen Republik zu deuten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse der Rede Ciceros unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zur historischen Einordnung und rechtlichen Bewertung des Falls.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Verteidigungsrede, der Kritik an der prozessualen Vorgehensweise des Labienus sowie der geschickten rhetorischen Ablenkung Ciceros von heiklen juristischen Fragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Cicero, Rabirius, Senatus Consultum Ultimum, politische Rhetorik, Optimaten, Popularen und römische Rechtsgeschichte.
Warum spielt das Senatus Consultum Ultimum eine so zentrale Rolle in der Arbeit?
Das SCU war das maßgebliche Machtinstrument der Optimaten; die Arbeit zeigt auf, wie dessen Verfassungsmäßigkeit und Anwendung durch den Prozess gegen Rabirius infrage gestellt wurde.
Welche Bedeutung misst der Autor dem Ankläger Labienus bei?
Der Autor stellt fest, dass Cicero Labienus exzessiv angreift, um ihn als politischen Gegner zu diskreditieren und von der eigentlichen Anklage gegen Rabirius abzulenken.
- Arbeit zitieren
- Benedikt Pellengahr (Autor:in), 2011, Die Verteidigungsrede - Cicero - pro rabirio perduellionis reo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195700