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Neokonservatismus in den USA

Zur Analyse außenpolitischer Zielvorstellungen vom Kalten Krieg bis zum Krieg gegen den Terror

Title: Neokonservatismus in den USA

Thesis (M.A.) , 2008 , 109 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Claudia Fröhling (Author)

Politics - Region: USA
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Summary Excerpt Details

Wer sich dem Thema Neokonservatismus nähert und erste Recherchen unternimmt, stellt schnell fest, dass sich um diese Bewegung viele Mythen ranken, manche wahr, die meisten aber schlicht übertrieben. Der Mythos, es handle sich bei den Neocons um eine „jüdische Lobby“, die im Weißen Haus die Interessen Israels vertritt, ist ebenso unwahr wie die Behauptung, nach dem 11.September 2001 habe eine „neokonservative Verschwörung“ die USA in den Irak-Krieg getrieben. Beschäftigt man sich eingehender mit dem Phänomen des Neokonservatismus, lassen sich die „Ammenmärchen“ schnell falsifizieren, und man stößt auf ein in höchstem Maße komplexes und heterogenes Gebilde. Der Neokonservatismus ist beispielsweise noch so jung, dass seine Gründungsväter noch am Leben sind und zum Teil noch ihre Meinung durch Buchveröffentlichungen oder Essays kundtun, wie es zum Beispiel bei Norman Podhoretz der Fall ist. Daneben steht eine zweite Generation von Neocons, die sich unter anderen politischen Rahmenbedingungen entwickelte als ihre Vorgänger. Wer den Neokonservatismus zum Gegenstand einer politikwissenschaftlichen Untersuchung macht, muss sich dieser Heterogenität stets bewusst sein. Da eine umfassende Behandlung den Rahmen einer Magisterarbeit sprengt, wurde das Thema auf die neokonservativen Zielvorstellungen einer amerikanischen Außenpolitik eingegrenzt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass der Neokonservatismus ursprünglich ausschließlich innenpolitische Themen diskutierte und sich die Ansichten der Neocons erst im Laufe der Sechziger Jahre internationalisierten. Diesem Wandel wird hier Rechnung getragen, indem als erster neokonservativer Text ein Artikel von Norman Podhoretz aus dem Jahre 1966 herangezogen wird, der quasi eine Brücke vom alten zum neuen Themenschwerpunkt schlagen soll. Ziel der Arbeit ist der Nachweis einer Kontinuität im neokonservativen Denken seit den späten Sechzigern bis heute. Zu diesem Zweck wird ein eigener Ansatz ausgearbeitet, welcher anschließend durch die Bearbeitung von Quellen verifiziert werden soll. Um welche Quellen es sich dabei handelt, wird im folgenden Kapitel erläutert. Am Ende der Magisterarbeit sollen neben der Hauptfrage, ob es eine Kontinuität im Denken der Neocons gibt, auch die Frage „nach der Henne und dem Ei“ beantwortet werden. Haben die Neocons die Geschichte beeinflusst oder waren sie immer „Kinder ihrer Zeit“?

Excerpt


Gliederung

1. Vorüberlegungen

1.1. Einleitung

1.2. Methodik und Forschungsstand

2. Zentrale Grundüberzeugungen

2.1. Was ist Neokonservatismus?

2.2. Versuch einer Definition: Drei-Plus-Zwei-Formel

2.2.1. Das erste Axiom: „Neo-Manifest Destiny“

2.2.2. Das zweite Axiom: „Battleship America“

2.2.3. Das dritte Axiom: „From Evil Empire to the Axis of Evil“

2.2.4. Das Reaktive Moment

2.2.5. Das interdependente Moment

2.3. Abweichende Meinungen

3. Zeitabschnitt I: Kalter Krieg bis 1989/90 - „Klar definiertes Feindbild Kommunismus“

3.1. Exkurs: Was zeichnet die Ära des Kalten Krieges aus?

3.2. Wichtige Köpfe der frühen Bewegung

3.2.1. Irving Kristol

3.2.2. Norman Podhoretz

3.3. Untersuchung der Drei-Plus-Zwei-Formel anhand der Quellen

3.3.1. Podhoretz, “My Negro Problem – And Ours”

3.3.2. Dreimal Podhoretz in Buchform

3.3.3. Kirkpatrick, „Dictatorships and Double Standard“

4. Zeitabschnitt II: Zwischen 1989/90 und 9/11 - „Der unipolaristische Imperativ“ oder „Saddam Must Go!“

4.1. Exkurs: Think Tanks in den USA

4.2. Die neue Generation von Neocons

4.2.1. Charles Krauthammer

4.2.2. William Kristol, Robert Kagan

4.3. Untersuchung der Drei-Plus-Zwei-Formel anhand der Quellen

4.3.1. Krauthammer, “The Unipolar Moment”

4.3.2. Feindbild Irak im Spiegel der Quellen

4.3.3. Kagan, „A Retreat From Power“

5. Zeitabschnitt III: Zwischen 9/11 und 2003 - „Neocons in Hochform“

5.1. Die „Vollstrecker“: Paul Wolfowitz, Richard Perle

5.2. Untersuchung der Drei-Plus-Zwei-Formel anhand der Quellen

5.2.1. Kristol / Kaplan, „War Over Iraq“

5.2.2. Offensive Kriegspropaganda

5.2.3. Wolfowitz’ Forderung nach Präemption

6. Zeitabschnitt IV: Nach 2003: „Neocons in der Krise – Teilweiser Rückzug von oder stures Festhalten an alten Positionen?“

6.1. Einleitende Worte

6.2. Fukuyama, „Scheitert Amerika?“

6.3. Podhoretz, “World War IV”

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Kontinuität der außenpolitischen Zielvorstellungen neokonservativer Intellektueller in den USA, von der Zeit des Kalten Krieges bis zum Krieg gegen den Terror nach 2003. Dabei soll untersucht werden, ob sich neokonservative Grundüberzeugungen trotz historischer Veränderungen als beständig erweisen oder ob sie nur situativ auf globale Entwicklungen reagieren.

  • Entwicklung der neokonservativen Außenpolitik
  • Strukturierung der Denkweise anhand der "Drei-Plus-Zwei-Formel"
  • Rolle von "Think Tanks" als Einflussfaktoren auf die Politik
  • Vergleich der Generationen des Neokonservatismus
  • Untersuchung der Reaktion auf Bedrohungsszenarien wie dem Kommunismus oder dem islamischen Extremismus

Auszug aus dem Buch

1.1. Einleitung

Wer sich dem Thema Neokonservatismus nähert und erste Recherchen unternimmt, stellt schnell fest, dass sich um diese Bewegung viele Mythen ranken, manche wahr, die meisten aber schlicht übertrieben. Der Mythos, es handle sich bei den Neocons um eine „jüdische Lobby“, die im Weißen Haus die Interessen Israels vertritt, ist ebenso unwahr wie die Behauptung, nach dem 11.September 2001 habe eine „neokonservative Verschwörung“ die USA in den Irak-Krieg getrieben.

Beschäftigt man sich eingehender mit dem Phänomen des Neokonservatismus, lassen sich die „Ammenmärchen“ schnell falsifizieren, und man stößt auf ein in höchstem Maße komplexes und heterogenes Gebilde. Der Neokonservatismus ist beispielsweise noch so jung, dass seine Gründungsväter noch am Leben sind und zum Teil noch ihre Meinung durch Buchveröffentlichungen oder Essays kundtun, wie es zum Beispiel bei Norman Podhoretz der Fall ist. Daneben steht eine zweite Generation von Neocons, die sich unter anderen politischen Rahmenbedingungen entwickelte als ihre Vorgänger.

Wer den Neokonservatismus zum Gegenstand einer politikwissenschaftlichen Untersuchung macht, muss sich dieser Heterogenität stets bewusst sein. Da eine umfassende Behandlung den Rahmen einer Magisterarbeit sprengt, wurde das Thema auf die neokonservativen Zielvorstellungen einer amerikanischen Außenpolitik eingegrenzt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass der Neokonservatismus ursprünglich ausschließlich innenpolitische Themen diskutierte und sich die Ansichten der Neocons erst im Laufe der Sechziger Jahre internationalisierten. Diesem Wandel wird hier Rechnung getragen, indem als erster neokonservativer Text ein Artikel von Norman Podhoretz aus dem Jahre 1966 herangezogen wird, der quasi eine Brücke vom alten zum neuen Themenschwerpunkt schlagen soll. Ziel der Arbeit ist der Nachweis einer Kontinuität im neokonservativen Denken seit den späten Sechzigern bis heute. Zu diesem Zweck wird ein eigener Ansatz ausgearbeitet, welcher anschließend durch die Bearbeitung von Quellen verifiziert werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorüberlegungen: Einführung in das Thema, Klärung des Begriffs Neokonservatismus und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise anhand von Quellenanalysen.

2. Zentrale Grundüberzeugungen: Definition der neokonservativen Mentalität durch die erarbeitete "Drei-Plus-Zwei-Formel", welche zentrale Axiome und Momente des neokonservativen Denkens bündelt.

3. Zeitabschnitt I: Kalter Krieg bis 1989/90 - „Klar definiertes Feindbild Kommunismus“: Analyse der frühen neokonservativen Bewegung, ihrer theoretischen Einflüsse und ihres Fokus auf den Antikommunismus.

4. Zeitabschnitt II: Zwischen 1989/90 und 9/11 - „Der unipolaristische Imperativ“ oder „Saddam Must Go!“: Untersuchung der Transformation nach dem Ende des Kalten Krieges und der zunehmenden Bedeutung von Think Tanks.

5. Zeitabschnitt III: Zwischen 9/11 und 2003 - „Neocons in Hochform“: Analyse des Einflusses der Neocons in der Regierung von George W. Bush und der Legitimierung des Irak-Krieges.

6. Zeitabschnitt IV: Nach 2003: „Neocons in der Krise – Teilweiser Rückzug von oder stures Festhalten an alten Positionen?“: Diskussion über die aktuelle Krise der neokonservativen Ideologie angesichts der Entwicklungen im Irak.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die ungewisse Zukunft der Bewegung.

Schlüsselwörter

Neokonservatismus, USA, Außenpolitik, Ideologie, Kontinuität, Sicherheitspolitik, Think Tanks, Irak-Krieg, Demokratie, Unilateralismus, Idealismus, Realismus, Antikommunismus, Bedrohung, Terrorismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die zentralen außenpolitischen Zielvorstellungen der neokonservativen Bewegung in den USA über vier Jahrzehnte hinweg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das neokonservative Selbstverständnis, der Umgang mit Bedrohungsszenarien, die Bedeutung von demokratischen Werten in der Außenpolitik und der Einfluss von Think Tanks.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, nachzuweisen, ob eine inhaltliche Kontinuität im neokonservativen Denken von den späten 1960er Jahren bis in die Zeit nach dem Irak-Krieg existiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Quellenanalyse durchgeführt, bei der Texte, Bücher und Statements ausgewiesener Neocons und neokonservativer Institutionen (Think Tanks) systematisch untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier chronologische Zeitabschnitte, in denen die spezifischen neokonservativen Reaktionen auf historische Ereignisse und das jeweilige politische Klima analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die "Drei-Plus-Zwei-Formel", der "idealistische" und "realistische" Zug des Neokonservatismus, das Bedrohungsaxiom sowie der Einfluss des "Vital Center".

Wie definieren Neocons das "reaktive Moment" ihrer Bewegung?

Das reaktive Moment beschreibt die Erkenntnis, dass sich die Bewegung oft in Abgrenzung zu als negativ empfundenen gesellschaftlichen oder politischen Entwicklungen (z.B. radikale Protestbewegungen oder Appeasement-Politik) definiert.

Warum spielt Reinhold Niebuhr eine so große Rolle für die neokonservative Theorie?

Niebuhrs Denken dient als intellektuelle Brücke, um einen Idealismus zu bewahren, der sich gleichzeitig der realistischen Machtverhältnisse und der Unvollkommenheit des Menschen bewusst bleibt.

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Details

Title
Neokonservatismus in den USA
Subtitle
Zur Analyse außenpolitischer Zielvorstellungen vom Kalten Krieg bis zum Krieg gegen den Terror
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft IV: Internationale Politik)
Grade
1,5
Author
Claudia Fröhling (Author)
Publication Year
2008
Pages
109
Catalog Number
V195723
ISBN (eBook)
9783656215639
Language
German
Tags
neocon usa IB außenpolitik irak terror realismus neokonservatismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Fröhling (Author), 2008, Neokonservatismus in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195723
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