Sowohl die Person Leni Riefenstahl als auch ihre filmischen Werke sind in der Forschung höchst umstritten. Dementsprechend macht sich die Arbeit zur Aufgabe, der Ambivalenz des Filmes nachzuspüren. Neben einem kurzen Abriss über die historische Person Riefenstahl und ihrer Karriere sowie den historischen Kontext der Olympischen Spiele und vor allem der Olympiade von 1936, stehen Sport und Körperkonzepte in der Ideologie des Nationalsozialismus im Vordergrund der Betrachtungen. Den zweiten gewichtigen Teil der Arbeit nehmen filmanalytische Beobachtungen ein, welche den Film anhand einiger exemplarischer Schwerpunkte in seinem Entstehungskontext deuten. Die arbeit problematisiert NS-ÄSthetik und -Ideologie, ohne die herausragende Relevanz und zukunftsweisendes Potenzial von Riefenstahls filmischem Schaffen zu vernachlässigen oder sie einseitig den historischen Umständen unterzuordnen.
Inhalt
1. Erläuterung der Fragestellung
2. Leni Riefenstahl: Ihre Karriere bis 1936
3. Coubertins neuzeitlicher Olympismus
4. Sport im Nationalsozialismus
5. Die Relevanz der Spiele von 1936 für das NS-Regime
6. Versuche einer Deutung von Riefenstahls „Olympia“-Film im Kontext ihrer Erntstehungszeit
6.1. „Wiederbelebte Antike“: Der Prolog
6.2. Kraft des Willens: Der Marathonlauf
6.3. Ballett der fliegenden Menschen: Das Kunstspringen
7. Abschließende Betrachtungen
8. Bibliographie/Filmographie
Häufig gestellte Fragen
Welche Bedeutung hatte Leni Riefenstahls Film „Olympia“?
Der Film gilt als wegweisendes Werk der Filmgeschichte aufgrund seiner innovativen Techniken, steht aber wegen seiner Nähe zum NS-Regime und dessen Ideologie stark in der Kritik.
Wie wurde der Körper im Nationalsozialismus inszeniert?
Riefenstahl nutzte eine Ästhetik, die den sportlichen Körper als heroisches Ideal darstellte, oft angelehnt an antike Vorbilder („wiederbelebte Antike“), um NS-Ideale von Stärke und Rasse zu transportieren.
Was war die Funktion der Olympischen Spiele 1936 für das NS-Regime?
Die Spiele dienten als internationale Propaganda-Plattform, um das Deutsche Reich als friedliebend, modern und organisatorisch überlegen darzustellen.
Warum ist Riefenstahls Werk ambivalent?
Die Ambivalenz liegt in der Verbindung von herausragender künstlerischer und technischer Qualität mit einer Ideologie, die Ausgrenzung und Totalitarismus verherrlichte.
Welche Szenen sind besonders bekannt für ihre filmische Gestaltung?
Besonders hervorzuheben sind der Prolog (Antike), die dramatische Inszenierung des Marathonlaufs und das „Ballett der fliegenden Menschen“ beim Kunstspringen.
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- Thérèse Remus (Author), 2009, Die ambivalente Faszination von Riefenstahls "Olympia", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195788