Forensische Chemie. Die Kunst der Analytik


Facharbeit (Schule), 2012
16 Seiten, Note: 1+

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Geschichte der forensischen Chemie

Experiment zur chemischen Wende- Die Mitscherlich - Probe

Die Toxikologie – Eine Einführung

Der analytische Nachweis von Cyanid

Daktyloskopie-Nachweis von Fingerabdrücken

Klassischer chemischer Nachweis von Fingerabdrücken

Bericht von einem berühmten Kriminalfall

Weitere wichtige analytische Nachweismethoden

Quellen-und Literaturverzeichnis

Vorwort

Diese Facharbeit behandelt das Thema der Forensik, die einen großen Einfluss auf die Kriminaltechnik und die Arbeit der Kriminalpolizei hat. Wie kann durch chemische Analytik ein Verbrechen aufgeklärt werden? Diese Fragestellung wird im Verlauf dieser Arbeit geklärt, da ich versucht habe, möglichst viele Bereiche der chemischen Forensik genauer zu beleuchten. Zunächst wird die Geschichte der Forensik betrachtet, schon früh konnten Verbrechen mithilfe der Analytik aufgeklärt werden. Anschließend widme ich mich dem Teilgebiet, der Toxikologie, die einen Großteil der chemischen Forensik ausmacht. Wie giftig können Stoffe sein und wovon kann dies abhängen? Ein weiterer wichtiger Teilbereich der forensischen Chemie ist die Daktyloskopie, die die heutige Aufklärung von Kapitalverbrechen erst möglich gemacht hat. Inwiefern können Fingerabdrücke chemisch nachgewiesen werden? Die gesammelten Erkenntnisse können nun auf berühmte Fälle der Kriminalgeschichte angewandt werden. Die Arbeit wird mit einer Vorstellung weiterer wichtiger Analysemethoden beendet.

Meine Entscheidung dieses Thema zu wählen, liegt in meinem allgemeinen Interesse für Analytik begründet. Chemie als Naturwissenschaft besitzt derart zahlreiche praktische Anwendungsmethoden, dass es schwer ist, sich für eine zu entscheiden. Die Analytik ist für mich eine der bedeutendsten Anwendungsbereiche, da sie sowohl für die Umwelt als auch für den Menschen eine Bedeutung besitzt. Die Forensik ist nur ein kleiner Teilbereich, der manchmal zu wenig beachtet wird. Aus diesem Grund versuche ich die Wichtigkeit dieses Arbeitsgebietes aufzeigen.

Ich möchte mich vor allem bei Herrn Kluyken für seine fachkompetente Mithilfe an dieser Arbeit bedanken. Sowohl bei der Beschaffung der Literatur und der Informationen als auch bei der praktischen Hilfe bei den Experimenten.

Zudem möchte ich mich bei Angelina Dieser für die hervorragende Ausarbeitung des Deckblattes bedanken.

Die Geschichte der forensischen Chemie

Begriffserklärung: Der Begriff stammt von lat. „ forum“: Marktplatz, öffentlicher Platz (Pl. Foren) . In der Antike, vor allem in Rom, wurden Gerichtsverfahren, Untersuchungen, Urteilssprüche und die daraus folgenden Strafen öffentlich auf dem Marktplatz untersucht. Heute versteht man unter Forensik verschiedene naturwissenschaftliche Arbeitsgebiete, die systematisch kriminelle Handlungen untersuchen, analysieren und rekonstruieren.[1]

Die forensische Wissenschaft ist unterteilt in die Teilgebiete:

- Medizin mit der Pathologie
- Biologie mit der Immunologie oder Serologie
- Physik mit der Ballistik
- Chemie mit der Toxikologie, Daktyloskopie und weiteren analytischen Nachweisen

Diese Arbeit wird sich vor allem auf die chemische Forensik und deren analytische Nachweismethoden konzentrieren. In der Praxis überschneiden sich mehrere Arbeitsgebiete der Naturwissenschaften. In Deutschland ist das BKA zuständig für alle forensischen Untersuchungen.[2]

Die Anfänge der Forensik:

Die heutigen Chancen ein Verbrechen mit forensischen Arbeitsergebnissen aufzuklären, sind sehr hoch. Doch in der Antike oder im Mittelalter waren Verbrechen an den Tagesordnungen und es gab kaum Möglichkeiten, den Täter zu finden und zu überführen. Schon in der Hochkultur der Ägypter, 3000 Jahre vor Christi Geburt, wusste man um die Wirkungen von Kräutern, Drogen und Antidoten. So manche unliebsame Person wurde mit Gift beseitigt. Das berühmteste Beispiel für eine Vergiftung ist wohl Sokrates, der 399 v. Chr. wegen angeblicher Gotteslästerung und Verderben der Jugend zum Tode verurteilt wurde. Das Tötungsmittel war der Schierlingsbecher, dessen Hauptbestandteil das Coniin(C8H17N), das eine derart starke Toxizität besitzt, dass bereits 1g für einen Erwachsenen Menschen tödlich ist. Sokrates ist wahrscheinlich an der Lähmung der Atemwege gestorben, die durch die Coniinvergiftung ausgelöst wurde. Auch im Mittelalter waren Giftmorde beliebt, vor allem Arsen, das schon bald auch in den unteren sozialen Schichten Verwendung fand und daher auch „Erbschaftspulver“ genannt wurde. Ein plötzliches Ableben wurde nicht direkt mit Mord in Verbindung gebracht, da die Pest, Grippewellen und andere Krankheiten vielen Menschen das Leben kostete. Die erste Obduktion, die jemals offiziell durchgeführt wurde, fand in Bologna 1302 statt. Erstaunlich für eine Zeit, in der der Katholizismus in Spanien die vorherrschende Religion war, die ein Streben gegen die „ göttliche Ordnung“ mit allen Mitteln aufzuhalten versuchte. Als im 16. Jahrhundert Paracelsus systematisch die Gifte untersuchte, wurden auch härtere Strafen für Giftmischer im Gesetz verankert. Allein der Besitz von Giftstoffen war bereits strafbar und konnte lange Jahre in Gefängnissen nach sich ziehen. Doch es gab noch immer keine Möglichkeit, Gifte qualitativ und systematisch nachzuweisen.

Die „chemische Wende“:

Im 19.Jahrhundert etablierten sich erste chemische Nachweismethoden, die durch den naturwissenschaftlichen Fortschritt begünstigt worden sind. 1814 gab Orfila das erste toxikologische Lehrbuch heraus, das schnell die Grundlage für systematische Untersuchungen wurde. Die Marshsche Probe, die 1836 vom Engländer James Marsh entwickelt worden ist, grenzt die Morde durch Arsen ein, da hier zum ersten Mal Arsen wirklich nachgewiesen werden konnte. Diese klassische Nachweisreaktion kann neben Arsen, auch Antimon und Germanium nachweisen. Arsentrioxid wird dabei von Wasserstoff zu Arsenwasserstoff reduziert. Durch die Hitze des Bunsenbrenners zerfällt diese unstabile Verbindung in schwarzes, elementares Arsen und Wasserstoff. An der heiß gewordenen Glaswand des Reagenzglases bildet sich ein typischer Arsenspiegel. Der entstehende Wasserstoff wird klassisch mit der Knallgasprobe nachgewiesen.[3] Die Marshsche Probe wird bis zum heutigen Tag in der Gerichtsmedizin gebraucht, um Arsenspuren in Leichenteilen nachzuweisen. Nach 1836 nahm die Zahl der Arsenvergiftungen ab. Der belgische Chemiker Stas schaffte es 1850 zum ersten Mal Alkaloide von körpereigenen Stoffen abzuspalten. Dieser Entdeckung folgte eine genauere Untersuchung der Alkaloide, deren Großteil hochgiftig ist. Diese Charakterisierung der Alkaloide erfolgte durch Geschmacks- und Geruchsproben, Kristalluntersuchungen und Schmelzpunktbestimmungen. Eine weitere wichtige Nachweisreaktion der Zeit der chemischen Wende ist die Mitscherlich Probe, die den hochgiftigen weißen Phosphor nachweist.

[...]


[1] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/forensik.html(28.12.2011)

[2] http://chids.online.uni-marburg.de/dachs/expvortr/649.pdf(23.12.2011)

[3] Jander-Blasius(1979):Lehrbuch der analytischen und präparativen Chemie,11.Auflage,S.337

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Forensische Chemie. Die Kunst der Analytik
Note
1+
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V195839
ISBN (eBook)
9783656224914
ISBN (Buch)
9783656227250
Dateigröße
1870 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
forensische, chemie, kunst, analytik
Arbeit zitieren
Laura Stöber (Autor), 2012, Forensische Chemie. Die Kunst der Analytik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195839

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