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Die (De-)Konstruktion weiblichen Alltags als Hausfrauenalltag in der TV-Serie „Desperate Housewives“

Title: Die (De-)Konstruktion weiblichen Alltags als Hausfrauenalltag in der TV-Serie „Desperate Housewives“

Seminar Paper , 2012 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Serielle TV-Formate, in denen der Alltag inhaltlich im Zentrum der Narration steht, haben in deutschen sowohl als auch im US-amerikanischen Fernsehprogrammen in den letzten Jahren Hochkonjunktur. Insbesondere das Hybridformat Doku-Soap zeigt in Deutschland häufig ausschließlich alltägliche Situationen von alltäglichen Menschen , die zu zu „Helden des All-tags“ werden. Aber auch die fiktionalen Fernsehserien, die ebenfalls die mediale Vermittlung von Alltag und Alltäglichem zum Gegenstand haben, erfreuen sich bereits seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Die Fokussierung auf Alltäglichkeit spielt in den Serien eine ebenso wichtige Rolle, wie die Darstellung von Momenten, in denen den Protagonisten die Kontrolle über die alltäglichen Routinen entgleitet. Neben diesen Höhen und Tiefen des Alltags(,) wird in den Sendungen eine Form des Alltags konstruiert, die Orientierung und Verlässlichkeit verspricht. Vor einigen Jahren war anstelle des Alltags eher das Außeralltägliche inhaltlicher Gegenstand der TV-Serien - es wurden statt Welten des Alltäglichen eher „Gegenwelten zum Alltäglichen“ geschaffen. Serielle Formate wie Lost, 24 und CSI lebten vom Besonderen, Gehobenen und Elitären im Gegensatz zum heute dominierenden Banalem, Gewöhnlichem und Unauffälligem. Die früheren „Gegenwelten des Alltäglichen“ waren in der Konsequenz jedoch nicht anschlussfähig an die eigene Lebenswelt der Rezipienten. Dies ist jedoch bei den heute dargestellten Welten des Alltäglichen der Fall und entscheidende Voraussetzung für bestimmte Aushandlungsprozesse, wie auch die Sicht auf Geschlechterrollen im Alltag der Rezipienten. Frühe, fiktive Fernsehserien wie die „Familie Schöllermann“ in den fünfziger und sechziger Jahren, über die „Familie Hesselbach“ in den Sechziger und Siebziger Jahren sowie die „Lindenstraße“ in den Achtzigern und zahlreiche folgende TV-Serien haben bis heute die „Dramaturgie des Normalen“ , die Inszenierung des Alltags zum Gegenstand. Durch diese Darstellung von Alltagen anderer, ‚gewöhnlicher‘ Menschen rückt das bisher Unauffällige und teilweise Selbstverständliche immer weiter in den Fokus und verändert seine Sichtbarkeit: der Alltag wird auffällig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgehensweise

3. Wissensbasierter Alltagsbegriff

4. Weiblicher Alltag als Hausfrauenalltag in den US-amerikanischen Vorstädten

5. Geschlechtliche Raum- und Kleidungssemantisierung

6. Inhalt der TV-Serie Desperate Housewives

7. Alltägliches weibliches Geschlechterwissen in Desperate Housewives

7.1 Gabrielle Solis: die abhängige, materialistische Ehefrau

7.2 Bree van de Kamp: die ‚perfekte‘ Hausfrau

7.3 Lynette Scavo: die ‚perfekte‘ Mutter

7.4 Susan Mayer: die Hilfsbedürftige

7.5 Rénee Perry: die ‚Andere‘

8. Performativität des weiblichen Alltags in Desperate Housewives

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion des weiblichen Alltags in der Fernsehserie „Desperate Housewives“ unter Berücksichtigung feministisch-dekonstruktiver Ansätze. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Serie einerseits tradierte Hausfrauen-Ideale reproduziert, diese jedoch gleichzeitig durch Brüche und subversive Momente in Frage stellt und als performativen Kampfplatz dekonstruiert.

  • Konstruktion des weiblichen Alltags als Hausfrauenalltag
  • Die Rolle der US-amerikanischen Vorstadt als historischer und kultureller Raum
  • Analyse der Protagonistinnen und ihrer stereotypen Rollenzuweisungen
  • Performativität des Geschlechts und subversives Potenzial durch Ironie (Camp-Theorie)
  • Dekonstruktion der „Dramaturgie des Normalen“ in der TV-Serie

Auszug aus dem Buch

7.1 Gabrielle Solis: die abhängige, materialistische Ehefrau

Gabrielle Solis ist ehemaliges Model, dass nach der Hochzeit mit einem reichen Unternehmer ihre Berufstätigkeit aufgibt. Gelangweilt vom Nichtstun und von der Abwesenheit ihres Ehemannes geht sie mit dem Gärtner des Hauses fremd. In der Serie scheint ihre einzige Daseinsberechtigung ihr hübsches Äußeres zu sein, dass sie stets durch weiblich konnotierte Kleidung wie körperbetonte Kleider und hochhakige Schuhe betont. Ihr Mann Carlos dagegen ist die meiste Zeit außer Haus am arbeiten und trägt stets Anzug und Aktentasche, also klar männlich konnotierte Kleidung und ist in einer männlich konnotierten Umgebung aktiv. Gabrielle ist finanziell von ihrem Ehemann abhängig und wird als ‚repräsentatives Schmuckstück‘ ihres Mannes konstruiert, der, betrachtet man das Machtverhältnis zwischen beiden, über ihr steht. Sie spielt also die Rolle der reichen Ehefrau, die bis auf repräsentative Funktionen für Ihren Mann, nichts zu tun hat und von ihm abhängig ist. Ihr Alltag besteht primär aus Shoppen, Schönheitspflege und Kaffeeklatsch mit den anderen Hausfrauen aus der Wisteria Lane. Alltägliche, haushalterische Tätigkeiten erledigt eine von ihrem Mann bezahlte Hauswirtin. Solange Gabrielle genug Geld von ihrem Ehemann zum Shoppen erhält, ordnet sie sich diesem unter – sobald das Geld fehlt, sucht sie sich einen Ersatz und leistet in ihrem Rahmen Widerstrand gegen die Macht des Ehemannes über sie, indem sie fremd geht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung von Alltagsthemen in seriellen TV-Formaten und Darlegung des Forschungsinteresses an „Desperate Housewives“.

2. Vorgehensweise: Darstellung der methodischen Vorgehensweise zur Analyse der Inszenierung des weiblichen Alltags und dessen Brüchen.

3. Wissensbasierter Alltagsbegriff: Theoretische Einbettung des Begriffs „Alltag“ und Definition von Alltagswissen als sozial geteilte Wissensbestände.

4. Weiblicher Alltag als Hausfrauenalltag in den US-amerikanischen Vorstädten: Historische Herleitung des Idealbilds der weißen Vorstadt-Hausfrau und deren Verankerung im „American Way of Life“.

5. Geschlechtliche Raum- und Kleidungssemantisierung: Untersuchung der symbolischen Bedeutung von Raum und Kleidung als Indikatoren für traditionelle Geschlechterrollen.

6. Inhalt der TV-Serie Desperate Housewives: Kurzabriss zur Handlung der Serie und zur Ausgangslage in der „Wisteria Lane“.

7. Alltägliches weibliches Geschlechterwissen in Desperate Housewives: Analyse der fünf Hauptcharaktere als Stereotype und deren spezifisches Alltagshandeln.

8. Performativität des weiblichen Alltags in Desperate Housewives: Untersuchung der Serie auf subversive Potenziale und die Performativität des Geschlechts anhand der Theorie des „Camp“.

9. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die Serie zwar tradierte Rollen zeigt, diese aber dekonstruktivistisch als instabil und performativ lesbar sind.

Schlüsselwörter

Weiblicher Alltag, Desperate Housewives, Hausfrauenalltag, Geschlechterrollen, Performativität, Judith Butler, Dekonstruktion, US-Vorstadt, Alltagswissen, Gender Studies, Camp-Theorie, Subversion, Repräsentation, Fernsehanalyse, Stereotype.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die mediale Konstruktion von Alltag und Geschlechterrollen in der US-amerikanischen TV-Serie „Desperate Housewives“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen das historische Ideal der amerikanischen Vorstadt-Hausfrau, die Analyse von Raum- und Kleidungssemantisierung sowie die kritische Hinterfragung von Geschlechternormen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der in der Serie dargestellte weibliche Alltag trotz vordergründiger Konformität mit tradierten Idealen durch Brüche und Ironie dekonstruiert wird.

Welche theoretische Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt einen dekonstruktivistischen Ansatz, gestützt auf Judith Butlers Performativitätstheorie sowie Barbara Hipfls performativen Alltagsbegriff.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Vorstadt-Rolle, eine Analyse der fünf Hauptfiguren als spezifische Stereotype und eine Diskussion über die subversive Kraft des „Camp“ in der Serie.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Performativität, Geschlechterrollen, Alltag, Dekonstruktion und das Serienformat „Desperate Housewives“.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Rénee Perry von den anderen Protagonistinnen?

Rénee Perry wird als „das Andere“ konstruiert, da sie unabhängig, kinderlos und beruflich erfolgreich ist und somit das traditionelle Hausfrauenbild explizit unterwandert.

Inwiefern spielt das Genre „Dramedy“ für die Analyse eine Rolle?

Das Hybridformat Dramedy ermöglicht durch die Verbindung von Tragödie und Humor eine doppelte Kodierung, die Platz für eine textimmanente, subversive Kritik an den dargestellten Ideologien bietet.

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Details

Title
Die (De-)Konstruktion weiblichen Alltags als Hausfrauenalltag in der TV-Serie „Desperate Housewives“
College
Leuphana Universität Lüneburg  (IFKM)
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V195908
ISBN (eBook)
9783656217312
ISBN (Book)
9783656218302
Language
German
Tags
konstruktion alltags hausfrauenalltag tv-serie desperate housewives
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2012, Die (De-)Konstruktion weiblichen Alltags als Hausfrauenalltag in der TV-Serie „Desperate Housewives“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195908
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