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Was ist eigentlich Ruhrdeutsch?

Titre: Was ist eigentlich Ruhrdeutsch?

Mémoire d'Examen Intermédiaire , 2003 , 34 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Angela Köhler (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

“Hömma, wat is aintlich Ruhrdeutsch?” würde ein Sprecher der Sprache an der
Ruhr den Titel dieser Arbeit aussprechen. Dass dieser Satz so anders als die hochdeutsche
Fassung klingt, sollte schnell auffallen. Jedoch wurde das Ruhrdeutsch in
der Linguistik trotzdem lange Zeit vernachlässigt und hat es “bis heute schwer, als
eigenständige Varietät wissenschaftlich anerkannt”1 (Die Zitate in dieser Arbeit sind
nach der alten Rechtschreibregelung verfasst, der Text jedoch nach neuer Regelung,
A.K.) zu werden. So schreibt Menge 1977 noch: “Linguistisch gesehen ist das
Ruhrgebiet noch kaum erforscht.”2 Der Sprachwissenschaftler Udo Thies stellt sogar
noch in einem Aufsatz von 1985 fest, dass das Ruhrgebiet bei früheren linguistischen
Untersuchungen als “weißer Fleck”3 erscheint. Der Grund für diese Vernachlässigung
der jungen Varietät Ruhrdeutsch ist darin zu sehen, dass sich die Sprachforscher viel
mehr mit dem Sammeln alter Dialekte beschäftigten, weil sie befürchteten, dass diese
aussterben würden, bevor sie sie beschreiben konnten.
Immerhin nahmen sich in den letzten rund 15 Jahren schon mehr Wissenschaftler
des Ruhrdeutschen an als in der ganzen Zeit zuvor: “Erst in letzter Zeit scheint das
Interesse zu wachsen, wobei allerdings zu beobachten ist, daß der Akzent weniger auf
der Sprachbeschreibung [...]”4, liegt. Der Grund der Zuwendung zum Ruhrdeutschen
könnte
“sich vor allem aus einer veränderten Einstellung zur lokalen und regionalen
Geschichte - einschließlich der Geschichte der Sprache, die für die Menschen dieser
Region von großer Bedeutung ist [ergeben, A.K.].”5 [...]

1 Volmert, Johannes 1990: Jugend und Ruhrgebietssprache. Die regionale Varietät in der Freizeit -
und als Unterrichtsgegenstand? In: Ehlich, Konrad/Noltenius, Rainer (Hg.):Sprache und Literatur im
Ruhrgebiet 1993, Essen, S. 1
2 Menge, Heinz 1977: Regionalsprache Ruhr: Grammatische Variation ist niederdeutsches Substrat.
In: Mihm, Arend (Hg.) 1985: Sprache an Rhein und Ruhr, Stuttgart: Franz Steiner Verlag, S. 194
3 Thies, Udo 1985: Die gesprochene Sprache im Ruhrgebiet - eine “Monovarietät”? Korpus und
Analysebeschreibung des Bochumer Projekts. In: Mihm, Arend (Hg.) 1985: Sprache an Rhein und
Ruhr, Stuttgart: Franz Steiner Verlag, S. 108
4 Menge 1977, S. 195
5 Volmert 1990, S. 14

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die vernachlässigte Varietät des Ruhrgebietes

2. Ruhrdeutsch: Regionale Umgangssprache oder Dialekt?

2.1. Standardsprache, Regionale Umgangssprache und Dialekt

2.2. Die Einordnung des Ruhrdeutschen

3. Besondere Merkmale des Ruhrdeutschen

3.1. Phonetik und Phonologie

3.2. Lexik

3.2.1. Einflüsse auf die Lexik des Ruhrdeutschen

3.2.1.1. Einflüsse des Niederdeutschen

3.2.1.2. Einflüsse der Bergmannssprache

3.2.1.3. Einflüsse des Polnischen (und Jiddischen)

3.2.2. Die Anschaulichkeit ruhrdeutscher Wörter

3.3. Phraseologie

3.4. Morphologie und Syntax

3.4.1. Morphologische Besonderheiten

3.4.2. Syntaktische Besonderheiten

4. Das Ruhrdeutsch in der öffentlichen Darstellung

4.1. Kumpel Anton

4.2. Dr. Antonia Cervinski-Querenburg

4.3 Adolf Tegtmeier

5. Welche Zukunft hat das Ruhrdeutsch? Ausblick und Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das „Ruhrdeutsch“ als eigenständige Sprachvarietät, ihre sprachwissenschaftliche Einordnung sowie ihre charakteristischen Merkmale in Phonetik, Lexik, Morphologie und Syntax. Ziel ist es, den Status dieser oft vernachlässigten, im Alltag jedoch prägenden Sprachform zwischen Dialekt und Umgangssprache zu klären.

  • Phonetische und phonologische Besonderheiten des Ruhrdeutschen
  • Lexikalische Einflüsse durch Bergbau, Niederdeutsch und Zuwanderung
  • Die Rolle der Phraseologie und bildhaften Ausdrucksweise im Alltag
  • Morphologische und syntaktische Abweichungen vom Standarddeutschen
  • Die Darstellung des Ruhrdeutschen in Literatur und Unterhaltung

Auszug aus dem Buch

Da isen Knopp am fehlen

„Anton“, sachtä Cervinski für mich, „mitti Weiber, da kannze Krach kriegen, ohne dattedatt überhaupt willz. Anton, gestern sachich für meine Olle, un ich sachtatt so richtich nett und schön, `An mein Sonntachshempt, da isen Knopp am fehlen, tuusse mich den eema drannähn, Paula?` Unta kuckze mich so finnich an, `So, sachze, `da isen Knopp am fehln? Watt forne Zitterpappel hattich den denn appgerissen?`

`Kwatsch`, sarich, `Zitterpappel! Dä is fon alleine appgegangen.` `Datt glaupse doch woll sälps nich´, sachze, `datt fon dat Sonntachshempt n Knopp fon alleine appgehn tut.` `Warum soll fon dat Sonntachshempt nichen Knopp ganz fon alleine appgehn´, sarrich. `Aber wennze dat nich glaum tuuss - fon mich aus! Fileicht binnich forn Omnibus gefitscht, oder bei dat viermalhundert Meter Kranzkuchenessen, kann auch sein, datter da appgegangen is, geenfalls ista n Knopp am fehlen, untu sollz mich den widder drannähen.`

`Ach, kuckma an´, sachze da ganz ösich, `bei irgentwatt ister Knopp appgegangen, un für irgentwatt sollichne widder drannähen! Da musse dich schon ne Dümmere suchen, Fögelken!` „Watt mainze, Anton“, sachtä Cervinski, „wattich da ne Wut am kriegen wa! `Himmeldonnerwetter nochma zu`, sarich für die Olle, `Für watt happichne Olle, wennse mich nonimma die Knöppe am Hempt näht!`

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die vernachlässigte Varietät des Ruhrgebietes: Die Einleitung beleuchtet die langjährige wissenschaftliche Vernachlässigung des Ruhrdeutschen und definiert die Region als Sprachraum.

2. Ruhrdeutsch: Regionale Umgangssprache oder Dialekt?: Dieses Kapitel diskutiert die schwierige Einordnung der Sprache in das Dreierschema von Standard-, Umgangssprache und Dialekt.

3. Besondere Merkmale des Ruhrdeutschen: Der Hauptteil analysiert die spezifischen phonetischen, lexikalischen, morphologischen und syntaktischen Merkmale anhand von Textbeispielen.

4. Das Ruhrdeutsch in der öffentlichen Darstellung: Hier wird untersucht, wie das Ruhrdeutsch durch bekannte Figuren wie „Kumpel Anton“ oder „Adolf Tegtmeier“ öffentlich inszeniert wird.

5. Welche Zukunft hat das Ruhrdeutsch? Ausblick und Fazit: Das Fazit betrachtet den Einfluss von Medien und gesellschaftlichem Wandel auf den Fortbestand der Sprachvarietät.

Schlüsselwörter

Ruhrdeutsch, Ruhrgebiet, Sprachvarietät, Umgangssprache, Dialektologie, Phonetik, Lexik, Syntax, Sprachgeschichte, Bergmannssprache, Kumpel, Sprachwandel, Sprachökonomie, regionale Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Ruhrdeutsch als gesprochener Sprachform im Ruhrgebiet, ihrer Definition, den systemischen Besonderheiten und ihrem kulturellen Stellenwert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die phonetischen, morphologischen und syntaktischen Eigenheiten, die Herkunft des Wortschatzes und die öffentliche Repräsentation der Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass das Ruhrdeutsch keine bloße „Sprachverwilderung“ ist, sondern ein systematisches Sprachgebilde, das sich zwischen Umgangssprache und Dialekt bewegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Spracheigenschaften unter Einbeziehung linguistischer Fachliteratur und illustrativer Textbeispiele aus der Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Phonetik, die Herkunft der Lexik (z.B. Bergmannssprache), die Phraseologie sowie spezifische grammatikalische Besonderheiten wie Kasusvertauschungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ruhrdeutsch, Sprachvarietät, Umgangssprache, Dialekt, Sprachwandel und regionale Identität stehen im Mittelpunkt.

Wie prägt die ehemalige Bergmannssprache das heutige Ruhrdeutsch?

Viele Begriffe des Bergbaus sind in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen und werden heute metaphorisch oder in neuer Bedeutung verwendet, was zur Eigenheit der Lexik beiträgt.

Warum ist die korrekte Einordnung des Ruhrdeutschen so schwierig?

Da das Ruhrdeutsch einerseits syntaktische Nähe zum Standarddeutschen aufweist, andererseits aber auf allen sprachlichen Ebenen Abweichungen zeigt, lässt es sich nicht eindeutig einem klassischen Dialektbegriff zuordnen.

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Résumé des informations

Titre
Was ist eigentlich Ruhrdeutsch?
Université
University of Duisburg-Essen
Cours
Grundlagen der deutschen Grammatik: das Verb
Note
1,0
Auteur
Angela Köhler (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
34
N° de catalogue
V19593
ISBN (ebook)
9783638236737
ISBN (Livre)
9783656529149
Langue
allemand
mots-clé
Ruhrdeutsch Grundlagen Grammatik Verb
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Angela Köhler (Auteur), 2003, Was ist eigentlich Ruhrdeutsch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19593
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Extrait de  34  pages
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