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Positionen und Gewichtungen der Individualisierung und der sozialen Ungleichheit

Title: Positionen und Gewichtungen der Individualisierung und der sozialen Ungleichheit

Term Paper , 2001 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Mark Eichberger (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Summary Excerpt Details

In seinem Buch „Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne“
geht Ulrich Beck von einem Gesellschaftswandel innerhalb der Moderne
aus, in dessen Verlauf die Menschen aus den Sozialformen der
industriellen Gesellschaft - Klasse, Schicht, Familie und Geschlechterlagen
von Männern und Frauen - freigesetzt werden.
Seine Individualisierungsthese begreift damit die Menschen als nicht mehr
in übergeordneten Bezügen sozial verankerte Individuen.
„Dieses kommt der Wegindividualisierung aller Kategorien sozialer Gruppen
gleich.“ (Konietzka 1995, S. 62)
Gleichzeitig macht er in unserer hochkomplexen und im permanenten
Umbruch begriffenen „reflexiven Moderne“ ein Moment ausfindig, das auf
allen Ebenen des menschlichen Zusammenlebens vorkommt. Es ist das
Moment des Risikos.
„Dieses wird in unzulässiger, hermeneutisch aber fruchtbarer Weise so
generalisiert und verabsolutiert, dass die ‘empirisch orientiert’ und ‘projektiv’
zu untersuchende Formation als die Gesellschaft des Risikos erscheint.“(
Gill 1987, S.160)
So werden die sozialen Strukturen in der Beckschen Gesellschaftsanalyse
aus der dominierenden Perspektive des Risikos betrachtet.
Sicherlich trifft Beck damit auf den ersten Blick die Zeichen der Zeit. Fünfzehn
Jahre nach dem Erscheinen seines vieldiskutierten und einschlägigen
Werkes sind seine Thesen nicht mehr nur projektiv, sondern sind Teil
des Alltags unserer Gesellschaft geworden und bestimmen das Leben
gerade der jüngeren Generation. Aber eben nur zum Teil! Zwischen globalen
Risiken und Risiken in der eigenen Lebensplanung zwischen dem
„auf sich allein gestellt sein“ und neuen Abhängigkeiten, befinden sich
eben noch andere verschiedene soziale Geflechte, deren Qualitäten
durch individuelle Präferenzen bestimmt werden und die wesentlich unsere
Gesellschaft prägen. Als Beispiel lassen sich Abhängigkeiten inerhalb
der Familie, im Berufsleben oder auch Bindungen durch Freundschaften
und Liebe anführen. Beck ist es jedoch gelungen, dem Leser den Eindruck
zu vermitteln, diese wesentlichen Geflechte, die uns im Leben bewegen,
seien sie nun ex- oder intrinsischer Natur, behandelt zu haben.
Aber es ist gerade diese Pluralität, die Unsicherheiten im Umgang mit den Beckschen Thesen aufkommen lässt und die tatsächlich zu viel Kritik und
Diskussion angeregt haben.
Dem vorherrschenden und unübersehbaren Moment der sozialen Ungleichheit
wird meines Erachtens dabei allerdings nicht die entsprechende
Bedeutung als Motor sozialer Aktion beigemessen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE INDIVIDUALISIERUNGSTHESE - ALLES UND NICHTS

2.1 Herauslösung und Wiedereinbindung - Was hat sich geändert?

2.3 Soziale Zwänge und Bedürfnisse

3. SOZIALE UNGLEICHHEIT

3.1 Definition der sozialen Ungleichheit nach Kreckel

3.2 Stellenwert sozialer Ungleichheit in der Risikogesellschaft und im sozialen Gefüge

4. BECKS IMMUNISIERUNGSSYSTEM

5. VON DER RISIKO- ZUR MÖGLICHKEITSGESELLSCHAFT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Individualisierungsthese von Ulrich Beck auseinander und untersucht, wie diese mit dem Fortbestand sozialer Ungleichheit in der modernen Gesellschaft korreliert. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit Becks Thesen einer empirischen Überprüfung standhalten und welche Bedeutung soziale Ungleichheit heute als Motor gesellschaftlichen Handelns noch einnimmt.

  • Analyse der Individualisierungsthese und ihrer Widersprüche
  • Reflexion über den Stellenwert sozialer Ungleichheit im Wandel
  • Kritische Betrachtung von Becks Argumentationsstruktur und Immunisierungsstrategien
  • Diskussion über den Übergang von der Risikogesellschaft zur Möglichkeitsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

In seinem Buch „Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne“ geht Ulrich Beck von einem Gesellschaftswandel innerhalb der Moderne aus, in dessen Verlauf die Menschen aus den Sozialformen der industriellen Gesellschaft - Klasse, Schicht, Familie und Geschlechterlagen von Männern und Frauen - freigesetzt werden.

Seine Individualisierungsthese begreift damit die Menschen als nicht mehr in übergeordneten Bezügen sozial verankerte Individuen. „Dieses kommt der Wegindividualisierung aller Kategorien sozialer Gruppen gleich.“ (Konietzka 1995, S. 62)

Gleichzeitig macht er in unserer hochkomplexen und im permanenten Umbruch begriffenen „reflexiven Moderne“ ein Moment ausfindig, das auf allen Ebenen des menschlichen Zusammenlebens vorkommt. Es ist das Moment des Risikos. „Dieses wird in unzulässiger, hermeneutisch aber fruchtbarer Weise so generalisiert und verabsolutiert, dass die ‘empirisch orientiert’ und ‘projektiv’ zu untersuchende Formation als die Gesellschaft des Risikos erscheint.“(Gill 1987, S.160)

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in Ulrich Becks Individualisierungsthese und Darlegung der Zielsetzung, die Widersprüche seiner Argumentation kritisch zu reflektieren.

2. DIE INDIVIDUALISIERUNGSTHESE - ALLES UND NICHTS: Untersuchung der verschiedenen Dimensionen der Individualisierung bei Beck sowie der damit verbundenen sozialen Herausforderungen und Standardisierungen.

2.1 Herauslösung und Wiedereinbindung - Was hat sich geändert?: Erörterung der Freisetzung aus traditionellen Bindungen und der daraus resultierenden neuen Abhängigkeiten und Lebensplanungszwänge.

2.3 Soziale Zwänge und Bedürfnisse: Analyse der emotionalen Grundlagen und subjektiven sozialen Zwänge, die das alltägliche Handeln der Menschen jenseits der strukturellen Vorgaben bestimmen.

3. SOZIALE UNGLEICHHEIT: Diskussion über den Zugang zu strategischen Ressourcen als Basis für die soziale Einordnung der Individuen.

3.1 Definition der sozialen Ungleichheit nach Kreckel: Darstellung der Unterscheidung zwischen distributiver und relationaler Ungleichheit nach Reinhard Kreckel.

3.2 Stellenwert sozialer Ungleichheit in der Risikogesellschaft und im sozialen Gefüge: Untersuchung der bleibenden Relevanz sozialer Ungleichheit und des sogenannten Fahrstuhl-Effekts in Becks Theorie.

4. BECKS IMMUNISIERUNGSSYSTEM: Kritische Analyse der Argumentationsweise Becks, der durch Redundanz und Widersprüchlichkeit Kritik an seinem Werk zu entkräften versucht.

5. VON DER RISIKO- ZUR MÖGLICHKEITSGESELLSCHAFT: Auseinandersetzung mit dem neueren Begriff der „zweiten Moderne“ und den darin enthaltenen Chancen abseits klassischer Erwerbsarbeitskonzepte.

Schlüsselwörter

Individualisierung, Risikogesellschaft, soziale Ungleichheit, reflexive Moderne, Freisetzung, Klassengesellschaft, Arbeitsmarkt, Lebenslauf, Fahrstuhl-Effekt, soziale Bindungen, Selbstverwirklichung, Strukturwandel, Bedürfnisstruktur, Arbeit, Möglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch die Individualisierungsthese von Ulrich Beck und untersucht deren Verhältnis zur sozialen Ungleichheit in der modernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt den soziologischen Wandel, die Auflösung traditioneller Klassenstrukturen, die Rolle von Risiken in der modernen Lebensgestaltung sowie die Mechanismen sozialer Ein- und Ausgrenzung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, werkimmanente Widersprüche in Becks Argumentation aufzudecken und die Relevanz der sozialen Ungleichheit nach 15 Jahren erneut zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und eine kritische Auseinandersetzung mit soziologischen Theorien, insbesondere denen von Ulrich Beck, Reinhard Kreckel und Dietmar Brock.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Individualisierungsthese, die Definition und Bedeutung sozialer Ungleichheit, die Analyse von Becks „Immunisierungstaktiken“ sowie den Ausblick auf eine „Möglichkeitsgesellschaft“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Individualisierung, Risikogesellschaft, soziale Ungleichheit, reflexiv, Klasse, Schicht, Lebenslauf, Fahrstuhl-Effekt und Arbeit.

Wie bewertet der Autor den „Fahrstuhl-Effekt“ nach Beck?

Der Autor argumentiert, dass der Fahrstuhl-Effekt zwar kurzzeitig soziale Ungleichheit überdecken konnte, diese jedoch unter der Oberfläche bestehen bleibt und heute wieder deutlicher zutage tritt.

Warum bezeichnet der Autor Becks Analyse als „omnipotent“?

Der Autor stellt fest, dass Beck versucht, zu viele Aspekte in seinem Werk zu vereinen, wodurch er sich gegen Kritik immunisiert und bei aufmerksamen Lesern ein Gefühl der Unbefriedigung hinterlässt.

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Details

Title
Positionen und Gewichtungen der Individualisierung und der sozialen Ungleichheit
College
University of Münster  (IfS Münster)
Grade
1,3
Author
Mark Eichberger (Author)
Publication Year
2001
Pages
20
Catalog Number
V19597
ISBN (eBook)
9783638236775
Language
German
Tags
Positionen Gewichtungen Individualisierung Ungleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mark Eichberger (Author), 2001, Positionen und Gewichtungen der Individualisierung und der sozialen Ungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19597
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