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Genderrolle, Konfuzianismus und Frauenstellung in der Gesellschaft.

Über den Zusammenhang der Genderrollen der Frauen in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten mit der Rezeption der konfuzianischen Lehre in der Tokugawa- Zeit

Titel: Genderrolle, Konfuzianismus und Frauenstellung in der Gesellschaft.

Hausarbeit , 2012 , 26 Seiten , Note: 6.0

Autor:in: Bachelor of Arts (B.A.) Mateusz Cwik (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Japanologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema dieser Arbeit besteht darin, den reziproken Zusammenhang zwischen der konfuzianischen Lehre und unterschiedlichen Genderrollen der Frauen in der Tokugawa-Zeit zu rekonstruieren. Im Hinblick auf die theoretischen Lehren des Konfuzianismus/ Neukonfuzianismus wird ein Versuch unternommen, in der „monologischen“ / feudalen
Struktur der japanischen Gesellschaft der Tokugawa-Zeit die Genderrolle[n] bzw. die familienstrukturelle Position der Frau festzulegen und die relevanten Schlussfolgerungen in Bezug auf den potenziellen Zusammenhang zwischen diesen Genderrollen bzw. der
hierarchischen Stellung der Frauen in der Familie und dem faktischen Rezeptionsakt der konfuzianischen Lehre zu ziehen. Man kann das Forschungsobjekt dieser Arbeit auch in Form einer Frage formulieren: Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen den Genderrollen
der Frauen und der Position der Frauen in der Familienhierarchie einerseits und der faktischen Rezeption des Konfuzianismus bzw. den von ihm geprägten Frauenbildern andererseits?
Die Analyse zielt auf die Fundierung der These über die rekurrente Beziehung zwischen dem konfuzianischen Diskurs und dessen Auslegung in der sozialen Struktur der japanischen Gesellschaft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Fragestellung

1.2 Methodologisches Vorgehen

2. Frauen im Konfuzianismus

2.1 Das Inyô-Prinzip (Inyô hôsoku 陰陽の法則)

2.2 Frauenbilder im Konfuzianismus

2.2.1 Konfuzianische „Genesis“ der Frauenbilder

2.2.2 Die Darstellung der Frau als die „Fehlerhafte“

2.2.3 Die Frau als die „Namenlose“

2.2.4 Ein Ausblick auf die anderen Frauenbilder im Konfuzianismus

2.2.5 Zwischenfazit

3. Genderrollen und soziale Stellung der Frauen

3.1 Exkurs: Einführende Hintergrundinformationen

3.2 Frauen der Samurai-Schicht

3.2.1 Die Frauenposition in der Familienhierarchie und die Rezeption der konfuzianischen Lehre

3.2.3 Genderrolle[n] und die Rezeption der konfuzianischen Lehre

3.3 Frauen der Bauerfamilien

4. Schlussfolgerungen

4.1 Interpretatorische Überlegungen

4.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den reziproken Zusammenhang zwischen konfuzianischen Lehren und den unterschiedlichen Genderrollen von Frauen während der japanischen Tokugawa-Zeit, wobei der Fokus auf dem Einfluss sozialer Schichten und der Rezeption dieser Ideologie liegt.

  • Analyse des konfuzianischen Inyô-Prinzips und dessen Übertragung auf soziale Hierarchien.
  • Untersuchung verschiedener Frauenbilder („Fehlerhafte“, „Namenlose“) innerhalb der konfuzianischen Lehre.
  • Vergleich der Rollen von Frauen der Samurai-Schicht versus Bauerfamilien.
  • Interpretation der Rezeptionsintensität konfuzianischer Ideologie in Abhängigkeit vom sozioökonomischen Status.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Inyô-Prinzip (Inyô hôsoku 陰陽の法則)

Um die Rolle der Frauen in der konfuzianischen Lehre besser verstehen zu können, schlage ich vor, im ersten Schritt das aus dem Daoismus stammende Prinzip der polaren Differenzen zu erläutern, um dann im nächsten Schritt die auf diesem Prinzip basierenden Frauenbilder des Konfuzianismus darzustellen.

Das sogenannte Inyô-Prinzip, in Europa unter den chinesischen Namen Yin und Yang bekannt, ist ein kosmologisches Prinzip, auf dem die konfuzianische Philosophie basiert. Schon die etymologische Untersuchung des Wortes gibt Aufschlüsse über die Grundbedeutung dieses konfuzianisch-daoistischen Prinzips. Das Zeichen „Schatten“ (kage) steht auf der semantischen Zeichenebene in einem kosmologisch-dichotomischen Verhältnis zum zweiten Zeichen „Sonne“ (hi), aus dem das japanische Wort Inyô besteht.

Im breiten Kontext des Daoismus und Konfuzianismus handelt es sich hier um ein Symbol der reziproken Harmonie und der dichotomischen Abhängigkeit zwischen zwei polaren Differenzen. Dieses auf den kosmologischen Gegengesetzlichkeiten basierende Inyô-Prinzip geht davon aus, dass „(...) Menschen und Gottheit, Himmel und Erde, belebte und unbelebte Natur organische Bestandteile eines einheitlichen, harmonischen Universums sind“. Es ist allerdings für die kausale Argumentation dieser Arbeit von grosser Relevanz, anzumerken, dass dieses dichotomische Prinzip von der kosmologischen Ebene losgelöst und auf die moralisch-ethische oder soziostrukturelle Ebene übertragen wird. Das heisst, analog zu den kosmologischen Polaritäten werden die moralischen Werte zum Bestandteil eines harmonischen Dichotomiesystems und die sozialen Differenzen werden analog zu den kosmologischen Polaritäten als Gegensätze betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition der Forschungsfrage nach dem kausalen Zusammenhang zwischen Genderrollen und konfuzianischen Frauenbildern in der Tokugawa-Zeit.

2. Frauen im Konfuzianismus: Theoretische Herleitung des Inyô-Prinzips und Identifikation verschiedener negativer Frauenbilder innerhalb der konfuzianischen Lehre.

3. Genderrollen und soziale Stellung der Frauen: Analyse der tatsächlichen Lebensrealität und der Rezeptionsunterschiede zwischen Samurai-Frauen und Frauen aus Bauernfamilien.

4. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse über die Wechselwirkung zwischen sozialer Lage, konfuzianischer Lehre und Genderrollen.

Schlüsselwörter

Tokugawa-Zeit, Konfuzianismus, Inyô-Prinzip, Genderrollen, Samurai-Frauen, Bauerfamilien, Familienhierarchie, Sozialstruktur, Frauenbilder, Rezeptionsintensität, Patriarchat, Japanische Geschichte, Geschlechtertrennung, Weibliche Identität, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie die konfuzianische Lehre während der Tokugawa-Zeit die Genderrollen und die soziale Stellung von Frauen beeinflusste und inwieweit dieser Einfluss je nach gesellschaftlicher Schicht variierte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind das Inyô-Prinzip, die Konstruktion von Frauenbildern im Konfuzianismus, die soziale Struktur Japans der Tokugawa-Zeit sowie der Vergleich der Frauenrollen in der Samurai- und Bauernschicht.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt nach dem kausalen Zusammenhang zwischen den Genderrollen von Frauen, ihrer Position in der Familienhierarchie und der tatsächlichen Rezeption der konfuzianischen Lehre in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine interpretatorische Analyse, die auf einer theoretischen Skizzierung des konfuzianischen Weltbildes und einer anschliessenden Untersuchung realer Lebensverhältnisse in verschiedenen Gesellschaftsschichten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Frauenbilder (Kapitel 2) und die empirisch-historische Analyse der Lebenswirklichkeit der Frauen innerhalb ihrer jeweiligen Schicht (Kapitel 3).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Tokugawa-Zeit, Konfuzianismus, Inyô-Prinzip, Genderrollen, soziale Hierarchie sowie der Vergleich zwischen Samurai- und Bauernschichten.

Welche Rolle spielt das Inyô-Prinzip konkret für das Frauenbild?

Das Prinzip dient als Legitimationsgrundlage, indem es kosmologische Polaritäten wie „Sonne/Schatten“ auf soziale Verhältnisse überträgt, wodurch die Frau als „Schattenseite“ des Mannes hierarchisch untergeordnet wird.

Warum wird die „Namenlosigkeit“ der Frau thematisiert?

Dieser Begriff symbolisiert die rechtliche und soziale Unterwerfung der Frau unter das Familienoberhaupt (den Mann), wobei sie oft als Attribut oder Besitz des Mannes anstatt als eigenständige Person wahrgenommen wurde.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Genderrolle, Konfuzianismus und Frauenstellung in der Gesellschaft.
Untertitel
Über den Zusammenhang der Genderrollen der Frauen in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten mit der Rezeption der konfuzianischen Lehre in der Tokugawa- Zeit
Hochschule
Universität Zürich  (Ostasiatisches Seminar )
Note
6.0
Autor
Bachelor of Arts (B.A.) Mateusz Cwik (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V195985
ISBN (eBook)
9783656223122
ISBN (Buch)
9783656223719
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konfuzianismus Genderrolle Tokugawa
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts (B.A.) Mateusz Cwik (Autor:in), 2012, Genderrolle, Konfuzianismus und Frauenstellung in der Gesellschaft., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195985
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Leseprobe aus  26  Seiten
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