Nationalparks - Tourismusattraktion oder Naturschutz?


Facharbeit (Schule), 2012
45 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Allgemeine Informationen
1.1 Definition der Nationalparks
1.2 Gesetze der Nationalparks
1.3 Geschichte der Nationalparks
1.4 Verteilung der Nationalparks in Deutschland und der USA

2. Vergleich von zwei Nationalparks
2.1 Deutscher Nationalpark - Sächsische Schweiz
2.1.1 Größe und Lage
2.1.2 Klima
2.1.3 Geologie
2.1.4 Entstehung
2.1.5 Tier- und Pflanzenwelt
2.1.6 Tourismus
2.1.7 Naturschutz
2.2 Ausländischer Nationalpark – Yellowstone
2.2.1 Größe und Lage
2.2.2 Klima
2.2.3 Geologie
2.2.4 Entstehung
2.2.5 Tier- und Pflanzenwelt
2.2.6 Tourismus
2.2.7 Naturschutz
2.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede

3. Fazit – Tourismusattraktion oder Naturschutz?

Literaturverzeichnis

Einleitung

Es gibt 14 Nationalparks in Deutschland. Keiner ist so wie ein anderer, jeder hat besondere Merkmale. Egal ob Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Bayerischer Wald oder Unteres Odertal – bestimmt war jeder schon einmal in einem Nationalpark zu Gast. Doch wird in Nationalparks wirklich die Natur geschützt oder geht es nur um Touristen und Geld? Diese Frage soll in unserer Facharbeit mit dem Gegenstand „Nationalparks“ und dem Thema „Tourismusattraktion oder Naturschutz?“ geklärt werden.[1]

Das Ziel der Arbeit ist, dass jeder Leser beim nächsten Besuch eines Nationalparks weiß, ob Wert auf den Naturschutz gelegt wird oder nur die Einnahmen zählen. Als erstes war es notwendig, eine Definition zu verfassen. Diese soll darüber informieren, was ein Nationalpark überhaupt ist und worin der Unterschied zu anderen Naturschutzmöglichkeiten besteht. Außerdem kommt ein Gliederungspunkt vor, in dem wir die Gesetze und Regeln, die zum Schutz der Natur in Nationalparks erlassen wurden, erläutern. Es folgen Daten und Fakten zur Geschichte, in denen der Leser erfährt, wie lange Nationalparks schon existieren und welcher Park der älteste ist. Bei „Organisationen“ kann man nachlesen, welche Vereine sich um die Parks kümmern und wer die Gesetze, die die Nationalparks betreffen, erlässt. Wir haben außerdem den deutschen Nationalpark Sächsische Schweiz und den Yellowstone – Nationalpark in den USA genauer unter die Lupe genommen und ausführlich beschrieben – sowohl die Pflanzen- und Tierwelt, das Klima und die Lage, als auch den Tourismus und was in den Parks für den Naturschutz getan wird. Anschließend haben wir sie verglichen und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgestellt. Auch einen Gliederungspunkt, in dem aufgezeigt wird, wie die Nationalparks in Deutschland und den USA verbreitet sind, haben wir mit eingebracht, um damit einen Zusammenhang mit den Beschreibungen herzustellen. Zum Ende der Arbeit wird dann die zentrale Frage erörtert: Nationalparks – Tourismusattraktion oder Naturschutz?

Bei unseren Recherchen fanden wir viele gute Internetseiten, besonders hilfreich waren aber die Websites der beiden beschriebenen Nationalparks – Yellowstone und Sächsische Schweiz. Dort gab es nicht nur spezielle Infos über den Nationalpark, sondern auch allgemeine Fakten. Außerdem konnten wir von einem Aufenthalt im Nationalpark Sächsische Schweiz aus einem Nationalparkzentrum nützliche Broschüren und Infohefte mitbringen. Wir schrieben auch einen Brief an den Yellowstone – Nationalpark und forderten Informationen an. Uns wurde unter anderem eine Zeitung zugeschickt, die viel Wissenswertes enthielt. Eine kleine Herausforderung stellte allerdings das Übersetzen der englischen Artikel dar. Doch am Ende konnten wir viel Interessantes in unsere Facharbeit mit einbringen. Wir hoffen, dass sich der Leser oder die Leserin unserer Arbeit am Ende gut informiert fühlt und weiß, ob Nationalparks mehr dem Schutz der Natur oder dem Tourismus dienen.

1. Allgemeine Informationen

Was ist überhaupt ein Nationalpark und wie wird dieser genutzt? In den folgenden Unterkapiteln wollen wir Ihnen Allgemeines über Nationalparks berichten. Damit der Nationalpark seine wichtigste Aufgabe erfüllt, nämlich die Natur zu schützen, gibt es auch Regeln, welche ein Park einhalten muss.

1.1 Definition der Nationalparks

Ein Nationalpark ist ein weitläufiges Gebiet, das zum Schutz und Erhalt der Natur dienen soll. Es ist klar abgegrenzt und ein Naturraum mit vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten. Die Nationalparks sind oft von natürlicher Schönheit, die nicht zerstört werden darf. Sie sind meist wenig bewohnt. In Nationalparks dürfen menschliche Eingriffe erfolgen, diese müssen aber vorher wissenschaftlich geprüft werden und dürfen für die Landschaften nicht schädlich sein. Sie finden nur statt, damit in der Natur Ausgeglichenheit herrscht. Es werden zum Beispiel Tierbestände reguliert, ausgerottete Arten wieder angesiedelt und bereits durch den Menschen geschädigte Natur zum Besseren verändert.[2]

Nationalparks sind auch dazu da, Weltnaturerbe zu schützen. Ein Weltnaturerbe wird von der UNESCO[3] (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, deutsch: Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur)[4] zu einem solchen erklärt und ist ein besonderer Ort von[5] „historischer, wissenschaftlicher oder kultureller Bedeutung“.[6] In Nationalparks leben auch oft Tiere und Pflanzen, die auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen. Diese Liste zeigt gefährdete Pflanzen- und Tierarten, die unter besonderen Schutz gestellt werden sollten. Die Rote Liste wird sowohl für die ganze Welt als auch für einzelne Staaten und Bundesländer veröffentlicht. Außerdem dienen Nationalparks zur Erholung der Menschen und zur Bildung und Wissenschaft. So gibt es dort beispielsweise Forschungsstandorte und Wander-, Reit- und Radwege. Auch für den Tourismus spielen die Nationalparks eine wichtige Rolle. Sie ziehen jedes Jahr aufs Neue naturverbundene Menschen an. In vielen Nationalparks locken daher auch besondere Attraktionen.[7] So kann man zum Beispiel im thüringischen Nationalpark Hainich den „Baumkronenpfad“ entlang schlendern und etwas über die Flora und Fauna des Hainichs lernen.[8]

Um Nationalpark zu werden, muss ein Gebiet bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „Ein Nationalpark muss großräumig und von besonderer Eigenart sein, in einem überwiegenden Teil seines Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllen und sich in einem überwiegenden Teil seines Gebiets in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden oder geeignet sein, sich in einen Zustand zu entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden, der einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet.“[9]

Ein Nationalpark ist nur eine Möglichkeit des Naturschutzes. Neben den Nationalparks gibt es noch „Totalreservate, Naturparks, Biosphärenreservate und Naturschutzgebiete“.[10] In Totalreservaten wird die Natur vollkommen sich selbst überlassen, es erfolgen keine menschlichen Eingriffe.[11] Ein Naturpark wurde im Gegensatz zu Nationalparks bereits durch Menschenhand erschaffen und wird regelmäßig bewirtschaftet und gepflegt.[12] Biosphärenreservate sollen zwar auch die Natur schützen, sind aber dennoch wichtiger für Forschung und Bildung und dienen hauptsächlich zum Austausch von Wissen. Zusätzlich stellen Biosphärenreservate eine Möglichkeit zur nachhaltigen Entwicklung (Entwicklung für die Bedürfnisse jetziger, aber auch kommender Generationen) dar. Sie werden von der UNESCO anerkannt und wirtschaftlich genutzt.[13] Naturschutzgebiete sind die „schwächste“ Form des Naturschutzes. Sie sind unbeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich, es gelten lediglich einige Regeln zum Verhalten in Naturschutzgebieten.[14] Außerdem gibt es Landschaftsschutzgebiete. Der Unterschied zu Naturschutzgebieten besteht nur darin, dass bei Landschaftsschutzgebieten der Schutz der einzigartigen Landschaft im Vordergrund steht, während in Gebieten des Naturschutzes meist bestimmte Pflanzen oder Tiere geschützt werden sollen.[15]

1.2 Gesetze der Nationalparks

Die Nationalparks müssen sich nach vielen Richtlinien und Gesetze richten. Daher besteht in jedem Park eine Verhaltensliste, wo allgemeine Regeln aufgeführt werden. Diese beinhalten die Vorschriften für das Benehmen in Nationalparks, wie zum Beispiel das Verbot:[16] „Es ist untersagt, die Hunde ohne Leinen und Maulkörbe umherzuführen“.[17] Dann gibt es noch die Rechte eines Besuchers, die in jedem Park aufzufinden sind. Dort findet man unter anderem, das Erlaubnis, sich auf Fußgängerwegen zu bewegen.[18] Die Nationalparkgesetze sind bei jedem Bundesland unterschiedlich. Außerdem werden in den jeweiligen Gesetzen, auch die Ziele der Parks deutlich. Doch es gibt auch einige internationale Gesetze, die für jeden Nationalpark auf der Welt zutreffen.[19] Diese internationalen Gesetze wurden von der IUCN, die im Laufe der Arbeit weiter ausgeführt wird, und dem EUROPARC. Sie teilten die Gesetze in 4 Themengebiete auf: Grundsatzaussagen, Tourismus, Bildungsarbeit und die Zonierung. In den Grundaussatzsagen, wo Allgemeine Sachen drin stehen, wurden folgende 2 Vorschriften erlassen:[20] „Als Nationalparke können grundsätzlich nur Naturgebiete anerkannt werden, in denen keinerlei Nutzung der natürlichen Ressourcen stattfindet. Auch solche Gebiete können als Nationalparke gelten, in denen zeitweilig Nutzungen stattgefunden haben, die dann wieder der natürlichen Sukzession überlassen wurden.“[21] Dieses Gesetz besagt, dass die Nutzung der natürlichen Ressourcen strikt verboten ist. Dazu gehören zum Beispiel Gas oder Kohle, da die Landschaft dadurch zerstört wird. Dann gibt es noch die Zonierung. Das Gesetz dafür besagt,[22] „Die Fläche, die dem vorrangigen Ziel (Naturschutz) dient, muss einen Mindestanteil von 75 % einnehmen. Auf der Restfläche dürfen keinerlei Maßnahmen Platz greifen, die dem Hauptziel, dem umfassenden Naturschutz, zuwiderlaufen. Jede Maßnahme, die dort stattfindet, muss Naturschutzzielen dienen und darf nicht wirtschaftlich orientiert sein. Ausdrücklich wird erwähnt, dass Jagd und Fischerei nicht mit den Naturschutzzielen eines Nationalparks vereinbar sind“[23] Die Zonierung ist eine Eigenschaft für das Bauen Ökologischer Sachen, wie zum Beispiel ein Naturpark. Wie in dem Gesetz, legt die Zonierung vor, wie groß und welche Fläche ein Nationalpark maximal einnehmen darf. Außerdem ist die Jagd oder die Fischerei in diesen Parks nicht gestattet.

Beim Tourismus gilt folgendes: „Hinsichtlich des Tourismus in Nationalparks wird festgestellt, dass es sich dabei ausschließlich um naturschonenden, ökologisch verträglichen Tourismus handeln muss. Es wird v.a. darauf hingewiesen, dass Freizeitaktivitäten mit technischer Ausrüstung, wie Mountainbike fahren, Gleitschirmfliegen o.ä., nicht tolerierbar sind.“[24] In diesem Gesetz wird einem verständlich gemacht, dass man keine sportlichen Aktivitäten, wie Fahrradfahren oder anderes im Nationalpark veranstalten darf. In der Bildungsarbeit wurde die Vorschrift:[25] „Für Europa gilt zukünftig, dass „Naturerziehung und Umweltbildung“ neben den Naturschutz- Zielsetzungen zu den vorrangigen Aufgaben zählen.“[26] erlassen. Diese macht deutlich, dass sie sich nicht nur Ziele setzen dürfen, sondern diese auch umsetzen müssen. Außerdem sollen sich die Naturparks verstärkt um die Naturerziehung und um die Umweltbildung kümmern.[27] Die Bildung durch die Umwelt ist ein sehr großer Bereich und betrifft viele Zielgruppen. Diese Bildung wird von zum Beispiel Naturerlebnispädagogen durchgeführt. Sie erklären wissbegierigen Leuten die Umwelt und lehren ihnen den richtigen Umgang. Sie geben ihnen Tipps, wie man sie schützen kann mit zum Beispiel Stromspar-Tipps und geben den Leuten die Möglichkeit, die Natur mit anderen Augen kennen zu lernen.[28]

1.3 Geschichte der Nationalparks

Unsere Erde ist wegen der bestehenden Pflanzen- & Tierwelt eine drehende Naturschönheit. Schon in der vorherigen Geschichte war die Welt fast nur von Wildnis umgeben, da wir Menschen uns zur damaligen Zeit nur an bestimmten Orten niederließen. Jedoch konnten wir bereits im 19. Jahrhundert[29] feststellen, dass etwas nicht stimmte und Naturgebiete immer mehr zurückgingen. Das sind Folgen, die bereits durch die intensive Nutzung der Natur durch den Menschen in Erscheinung getreten sind. Irgendwann kann somit diese Pracht der Natur dem Menschen nicht mehr standhalten. Beispielsweise durch die Umsiedlung der Menschen oder der Erdölförderung werden diese einzigartigen Naturwunder zerstört und nach und nach von unserer Erde verschwinden. Eine Option, um das zu verhindern, ist die Errichtung von Naturschutzgebieten und Nationalparks. Doch wie kam es zu der Entwicklung, dass diese benannt wurden?

Nationalparks „haben eine über hundertjährige Geschichte.“[30] Denn seit dem 21. Jahrhundert[31] sind sie eine Sensation für uns Menschen, die sich im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt verbreiteten. Auf der anderen profitierte die Natur aber auch selbst davon, weil sie so vor ihrer Ausrottung bewahrt wird. Man sagt, dass der Mensch allein die größte Naturkatastrophe überhaupt ist. Die damals noch naturgemäßen Urwälder von Europa gibt es schon lange nicht mehr. Außerdem wurde vor vielen Jahrtausenden die Klimaxvegetation von den ersten Hochkulturen[32] von Afrika und Asien ausgelöscht. Die Klimaxvegetation bezeichnet in der Ökologie den Endzustand einer Vegetation während der Sukzession, der geregelten Abfolge von Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt der Natur. Selbst in den Vereinigten Staaten von Amerika seien in den Nationalparks nur noch Bruchstücke der einst so atemberaubenden Naturlandschaften zu finden.[33] Doch trotzdem ist ein Nationalpark ein sehr entscheidendes Medium des internationalen Naturschutzes. Denn noch kann man retten, was zu retten ist! Bekanntermaßen fing mit dem „Yellowstone Nationalpark“, der sich in Amerika befindet, erst alles an und die Geschichte nahm ihren Lauf. Somit war das erste Land, was einen Nationalpark einführte, die USA. Aber was steckt nun eigentlich speziell hinter der Geschichte, hinter der Idee eines Nationalparks?

Die Grundidee war, die noch vom Menschen ungenutzten idyllischen Naturlandschaften für die nächsten Generationen zu erhalten. Außerdem war es für uns Menschen angedacht, die Ruhe und Friedlichkeit dort zu finden, um uns zu erholen.[34] Ende des 18. Jahrhunderts[35] wechselte die Rolle schlagartig zwischen der einst bedrohlichen Natur zur bedrohten Natur[36]. Die Bedeutung der Natur war nun eine ganz andere. Denn von jetzt an fürchtete die Natur den Menschen, und nicht wie zu vor der Mensch die Natur. Die Nationalparks dienen somit dem Schutz der Natur. Diese Idee kam im Jahr 1832[37] einem Maler namens George Catlin.[38] Während er sich in einer Prärie, einer Grassteppe in Nordamerika aufhielt, träumte er von der vielseitigen Natur, was er in seinem Tagebuch niederschrieb: „Was für ein schönes und aufregendes Beispiel für Amerika, das es zu schützen gilt und das im Bewusstsein seiner Bürger und der Welt für spätere Generationen zu erhalten ist. Ein Park der Nation, mit Menschen (Indianern) und Tieren in ihrer ganzen Wildheit und der unverfälschten Schönheit ihrer Natur.“[39] Doch nicht nur Catlin erkannte, dass bei der Entwicklung und Modernisierung der Menschen die Natur schon weiten Teiles zerstört war. Und diese auch weiter durch den Raubbau zerstört wird, wenn der Mensch nicht rechtzeitig eingreift und nichts dagegen unternimmt. Auch andere wohlhabende Bürger des Landes waren seiner Meinung. Daher schlossen sich der englische Dichter William Wordsworth, sowie der schwedische Baron Adolf Erik Nordenskiöld mit George Catlin zusammen.[40] Wordsworth beschrieb es unter anderem auch als „Nationales Eigentum für alle Menschen, die daran Gefallen finden.“[41] Durch den Naturschützer John Muir wurde dann 1864[42] das erste Schutzgebiet der Welt errichtet, welches der heutige „Yosemite Nationalpark“ in Kalifornien ist (Abb.1). Lange war es nur als Naturschutzgebiet definiert, doch 1890[43] hatte es dann den offiziellen Status als Nationalpark. Allerdings musste Muir viel Ehrgeiz und Kraft dafür aufwenden und setzte sich schließlich durch.[44]

Abb. 1 http://www.pinearbor.com/Yosemite-west-map.jpg(Stand:12.02.2012)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

John Muir wurde auch „Vater der Nationalparks“ genannt, da er sich jahrelang mit der Natur gründlich beschäftigt und ihre Entwicklung genauestens verfolgt hatte. Er wollte die Natur verstehen. Dadurch wurde er zu einem der bekanntesten Naturforscher seiner Zeit in Nordamerika. Unter anderem eröffnete er auch den „Sierra Club“, der heute zu den größten und einflussreichsten Naturschutzverbänden der USA gehört. [45] Den ersten Schritt, dass Naturschutzgebiete und somit Nationalparks eine Chance hatten, machten somit die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Jahr 1872[46] wurde der erste offizielle Nationalpark der Welt, der „Yellowstone Nationalpark“, in den USA am Yellowstone River eröffnet. Bis heute ist er der wohl größte, älteste und bekannteste Park der ganzen Welt (siehe Kapitel Yellowstone Nationalpark). In den darauf folgenden Jahren, bis 1919[47] mussten 1200[48] Grundbesitzer ihr Hab und Gut für die Errichtung der Nationalparks aufgeben. Überraschend waren aber auch viele, vor allem reiche Bürger damit einverstanden, ihr Land zu geben. Denn sie teilten die Meinung der anderen, dass die Natur geschützt und erhalten bleiben muss. Aber eigentlich lagen die Gründe eher an der damaligen Wirtschaftskrise von den Vereinigten Staaten, weshalb so viele Bürger Platz schaffen und ihr Land verlassen mussten.[49] Da der Ursprung des Nationalparks in Amerika liegt, und bekanntlich Amerika für viele von uns ein großes Vorbild ist, folgten weitere Länder dem Trend des Naturschutzes. Kanada, Neuseeland und Australien begannen, Nationalparks oder zumindest Naturschutzgebiete zu konstruieren. Gerade sie hatten viel an abgelegenen, noch wirtschaftlich ungenutzten Naturflächen zu bieten. [50]

1879[51] wurde in Australien der „Royal- Nationalpark“, 8 Jahre später[52] in Kanada der „Banff- Nationalpark“ und im gleichen Jahr in Neuseeland der „Tongariro - Nationalpark“ erschaffen. Nach ihnen war Europa an der Reihe. 1909[53] und 1914[54] entstanden in Schweden und in der Schweiz die ersten Parks. Am 25. August 1916[55] wurde die NPS, die „National Park Service“ gegründet. Das war die Behörde der Bundesregierung, die sich mit Nationalparks, deren Baudenkmalen etc. auseinandersetzte. Ihre direkte Aufgabe bestand darin, die Landschaft, deren natürliche Naturobjekte und ihren Lebensraum zu schützen. Insbesondere beim „Yellowstone Nationalpark“ kümmerte sich die Nationalparkverwaltung um die Fütterungen der Tiere. Zur damaligen Zeit wollte der Mensch große Raubtiere, wie die Wölfe und Kojoten, ausrotten, um „Haustiere“ wie Rehe von den gefährlichen Raubtieren fern zu halten. Das war ebenfalls ein Teil der Aufgaben der Nationalparkverwaltung, was aber bis heute noch für viele Menschen ein Rätsel ist, warum sie das damals verantwortet hat.[56] Da das Interesse an Naturschutzgebieten der Bürger stieg, und man nun auch kleine Plätze für die Besucher benötigte, entwarfen Landschaftsarchitekten Straßen und Hotels, wo sie unterkommen konnten.[57] Nach und nach verbreitete sich die Idee des geschützten Naturraums auf der ganzen Welt. Heute bestehen über 3000[58] Nationalparks in über 120[59] Ländern weltweit. Zusammen ergeben sie eine Gesamtfläche von 4,5 Millionen km²[60]: „Die landschaftliche Vielfalt der Gebiete ist enorm und umfasst fast alle Landschaftstypen“[61],seien es Wüsten oder Bergregionen. Sehr bekannt sind die Schutzgebiete „Serengeti“, „Galapagos – Inseln“ oder auch der Mount Everest, führend nach dem Grand Canyon. Letztendlich erließ die USA im Jahre 1964[62] das Naturschutzgesetz, welches gewisse Landschaften der Natur auf der ganzen Welt unter Schutz setzte. Schließlich war dieses Naturschutzgesetz nun ein offizieller Schutz der bedrohten Landschaften. Auch an Deutschland ging das Nationalparkfieber nicht spurlos vorbei. Im Jahre 1969[63] wurde der Bayerische Wald als Nationalpark erklärt. Er war der erste Park in Deutschland. Auch heute gibt es ihn noch, er zählt zu den bekanntesten Parks Deutschlands.[64]

Aber nicht nur in Deutschland erhielt die Idee des Nationalparks hohes Ansehen, auch weitere europäische Länder interessierten sich dafür. So versuchten sie auch in ihrem Land die Grundprinzipien des Nationalparks umzusetzen.[65]

Europa besitzt nur einen kleinen Teil an der Gesamtfläche der Nationalparks auf unserer Erde. Hier kommen gerade mal 100.000 km²[66] zum Vorschein. Auf unserem Kontinent gibt es somit um die 273[67] Parks. Hauptsächlich liegt das aber an den wenigen Naturlandschaften, die als noch unberührt gelten. Amerika oder auch Australien haben wesentlich mehr an diesen schönen Naturwundern zu bieten. Europa folgte seinem Idol, dem Ursprungsland des Nationalparks, der USA, mit der Einführung von Nationalparks.[68] 1914[69] zog das Wort „Naturdenkmal“ (siehe Definition) eine große Aufmerksamkeit auf sich, denn in diesem Jahre entwickelte sich eine sogenannte „Naturschutzbewegung“, die aus folgenden Ländern bestand: Russland, Niederlande, Schweden, der Schweiz, Italien und Frankreich. „Naturdenkmal“ soll ebenfalls als Schlüsselbegriff in dieser Naturschutzbewegung gegolten haben. Der Professor Hugo Conwentz (Abb. 2) soll der Leiter dieser Bewegung gewesen sein.[70]

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalparks_in_Deutschland (Stand: 13.01.12)

[2] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark (Stand: 13.01.12)

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark (Stand: 13. 01.12)

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/UNESCO (Stand:13.01.2012)

[5] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark (Stand: 13.01.2012)

[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark (Stand: 13.01.2012)

[7] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Liste_gef%C3%A4hrdeter_Arten (Stand: 13.01.12)

[8] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Hainich (Stand: 13.01.12)

[9] http://www.nationalpark-siebengebirge-buergerverein.de/der-nationalpark/definition- nationalpark.html (Stand: 13.01.12)

[10] http://de.wikipedia.org/wiki/Totalreservat

[11] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Totalreservat (Stand: 13.01.12)

[12] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Naturpark (Stand: 13.01.12)

[13] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Biosph%C3%A4renreservat (Stand: 13.01.12)

[14] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Naturschutzgebiet_(Deutschland) (Stand: 13.01.12)

[15] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Landschaftsschutzgebiet (Stand: 13.01.12)

[16] Vgl. http://www.visitneringa.com/de/main/info/levy/therules (Stand: 07.02.2012)

[17] http://www.visitneringa.com/de/main/info/levy/therules (Stand: 29.10.2011)

[18] Vgl. http://www.visitneringa.com/de/main/info/levy/therules (Stand: 29.10.2011)

[19] Vgl. http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/naturschutz/naturrecht/ (Stand: 29.10.2011)

[20] Vgl. http://www.waldwildnis.de/cd/nationalpark/iucn/np_verankerung_gesetz.htm#3 (Stand: 29.10.2011)

[21] http://www.waldwildnis.de/cd/nationalpark/iucn/np_verankerung_gesetz.htm#3 (Stand: 29.10.2011)

[22] Vgl. http://www.visitneringa.com/de/main/info/levy/therules (Stand: 07.02.2012)

[23] http://www.waldwildnis.de/cd/nationalpark/iucn/np_verankerung_gesetz.htm#3 (Stand: 29.10.2011)

[24] Vgl. http://www.waldwildnis.de/cd/nationalpark/iucn/np_verankerung_gesetz.htm#3 (Stand: 29.10.2011)

[25] Vgl. http://www.waldwildnis.de/cd/nationalpark/iucn/np_verankerung_gesetz.htm# (Stand: 07.02.2012)

[26] Vhttp://www.waldwildnis.de/cd/nationalpark/iucn/np_verankerung_gesetz.htm#3 (Stand: 29.10.2011)

[27] Vgl. http://www.waldwildnis.de/cd/nationalpark/iucn/np_verankerung_gesetz.htm#3 (Stand: 29.10.2011)

[28] Vgl. http://umwelt-bildet.blogspot.com/2011/08/umweltbildung-was-ist-das.html (Stand:29.10.2011)

[29] paletti-Verlag/Karl Müller Verlag (Hrsg.), 2008, 196

[30] http://www.waidlerherz.de/Geschichte-national-parkidee.pdf

[31] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[32] In der Geschichtswissenschaft werden Hochkulturen als frühe Gesellschaftsordnungen, welche immer ein Schritt voraus im Gegensatz zu anderen Kulturen ihrer Zeit waren.

[33] „Natur erleben“, Autor und Jahr unbekannt,

[34] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[35] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[36] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[37] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[38] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[39] Die Geschichte der Nationalpark- Idee von Rainer Karsch, 1

[40] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[41] Vgl. http://www.englisch-hilfen.de/texte/nationalparks.htm

[42] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[43] Vgl. http://www.englisch-hilfen.de/texte/nationalparks.htm

[44] Vgl. http://www.englisch-hilfen.de/texte/nationalparks.htm

[45] Vgl.http://www.magazin.fairflight.de/regionen/nationalparks/yosemite-nationalpark.html

[46] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[47] Die Geschichte der Nationalpark- Idee von Rainer Karsch, 1

[48] Die Geschichte der Nationalpark- Idee von Rainer Karsch, 1

[49] Die Geschichte der Nationalpark- Idee von Rainer Karsch, 1

[50] Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nationalpark.html

[51] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[52] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark

[53] Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nationalpark.html

[54] Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nationalpark.html

[55] Vgl. http://www.englisch-hilfen.de/texte/nationalparks.htm

[56] Die Geschichte der Nationalpark- Idee von Rainer Karsch, 1

[57] Die Geschichte der Nationalpark- Idee von Rainer Karsch, 1

[58] Vgl. http://www.mittersill-tourismus.at/S59_Nationalparkregion-Geschichte-des-Nationalparks_1.html

[59] Vgl.http://www.waidlerherz.de/Geschichte-nationalparkidee.pdf

[60] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[61] Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nationalpark.html

[62] „Das große Schülerlexikon“, Lizenzausgabe, Paletti Vertrag/Karl Müller Verlag, 2008

[63] Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nationalpark.html

[64] Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Nationalpark.html

[65] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[66] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[67] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[68] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 1

[69] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 2

[70] Nationalparks in der europäischen Geschichte [1] von Patrick Kupper, 2

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Nationalparks - Tourismusattraktion oder Naturschutz?
Note
2
Autoren
Jahr
2012
Seiten
45
Katalognummer
V196030
ISBN (eBook)
9783656221166
ISBN (Buch)
9783656222521
Dateigröße
6819 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Facharbeit wurde von 3 Leuten geschrieben: Maxi Roßbach, Antonia Braesel und Vanessa Borck. Insgesamt bekamen wir 3 Noten. Eine 1 im Mündlichen, eine 2 im Schriftlichen und eine 2 im Vortrag.
Schlagworte
nationalparks, tourismusattraktion, naturschutz
Arbeit zitieren
Vanessa Borck (Autor)Antonia Marie Braesel (Autor)Maxi Lena Roßbach (Autor), 2012, Nationalparks - Tourismusattraktion oder Naturschutz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196030

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