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Kritische Diskussion über Statistiken zum Gründungsgeschehen in Deutschland

Titel: Kritische Diskussion über Statistiken zum Gründungsgeschehen in Deutschland

Studienarbeit , 2003 , 157 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Björn Bonk (Autor:in)

Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die jungen Unternehmen sind zunächst nicht viel mehr als Gesellschaften mit beschränkter Hoffnung.“ Inwieweit das Gründungsgeschehen in den letzten Jahren mehr als nur eine Hoffnung war oder gar zu einem Gründungsboom geführt hat, soll in dieser Arbeit auf Grundlage von verschiedenen Gründungsstatistiken diskutiert werden.

Das zentrale Thema dieser Abhandlung ist jedoch nicht allein die Anzahl der echten Neugründungen, sondern vielmehr auch die Problematik der Statistiken, welche zu höchst unterschiedlichen Resultaten führen.
Während im Ergebnis einer Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung lediglich 228 Tsd. Unternehmensgründungen im Jahr 2001 stattfanden, so registrierte das Statistische Bundesamt für den gleichen Zeitraum rund 729 Tsd. Gewerbeanmeldungen, wovon 584 Tsd. als Neuerrichtungen ausgewiesen wurden. Das IfM Bonn geht mithin von rund 455 Tsd. Neuanmeldungen aus. Bereits hier wird schnell deutlich, dass unterschiedliche Statistiken kontroverse und unvereinbare Aussagen liefern.

Die Schwierigkeit liegt hierbei hauptsächlich in der Ermangelung einer einheitlichen Bundesstatistik begründet, ebenso jedoch auch in den verschieden verwendeten Definitionen eines „Existenzgründers“ als auch „Unternehmensgründers“. Daneben sind auch Mehrjahresvergleiche oftmals nur eingeschränkt möglich, da beispielsweise die Einführung der Ich-AG im Jahr 2002 nach Ansicht der Bundesanstalt für Arbeit zu einer „regelrechten Existenzgründerwelle unter den Erwerbslosen in Deutschland“ führen wird.

Doch gerade Gründungsstatistiken vermitteln einen ersten Eindruck über das Potenzial, was den Wandel der Gesellschaft in naher Zukunft angeht, denn neu gegründete Betriebe bilden das Fundament der Zukunft, technologisch innovative Konzepte zu verwirklichen und somit zum sektoralen Strukturwandel beizutragen. Ebenso stellen dabei die Klein- und Mittelständischen Unternehmen einen großen Anteil aller Arbeitsplätze dar, so dass den Gründungsstatistiken eine hohe Bedeutung für den Standort zukommt.

Ob diese „neuen Kultur der Selbständigkeit in unserem Lande“ mittlerweile gewachsen ist und auch durch neue Statistiken untermauert werden kann, soll im Folgenden erläutert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau der Arbeit

3 Unterscheidungskriterien von Gründungen

3.1 Originäre und derivative Gründungen

3.2 Existenzgründungen

3.3 Unternehmensgründungen

3.4 Entrepreneurship

4 Gesetzliche Verordnungen zu statistische Erhebungen

4.1 Das statistischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland

4.2 URS 95 / URS 99 - Unternehmensregister der EU

5 Einführung in statistische Grundlagen

5.1 Ereignisse verändern die Statistiken

5.2 Probleme bei statistischen Erhebungen

6 Gründungsstatistiken in Deutschland

6.1 Vorgehensweise bei der Untersuchung der Statistiken

6.2 Gewerbe- und Insolvenzanmeldungen als statistische Größe

6.2.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

6.2.2 Statistiken – Deutschlandweit über alle Wirtschaftszweige

6.2.3 Fazit – Deutschlandweit über alle Wirtschaftszweige

6.2.4 Gewerbean- und Abmeldungen im Vergleich

6.2.5 Fazit Gewerbean- und Abmeldungen

6.2.6 Statistik - nur nach Wirtschaftszweigen

6.2.7 Fazit – Statistik nur nach Wirtschaftszweigen

6.2.8 Statistik - regionale Betrachtung München

6.2.9 Fazit – Statistik regionale Betrachtung München

6.2.10 Statistik nach Rechtsform

6.2.11 Fazit – Statistik nach Rechtsform

6.3 Statistik des Institutes für Mittelstandsforschung Bonn

6.3.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

6.3.2 Unternehmensgrößenstatistik des IfM Bonn - Existenzgründungen

6.3.3 Fazit – Statistik des IfM Bonn

6.4 Umsatzsteuerstatistik

6.4.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

6.4.2 Umsatzsteuerstatistik – Gründungen und Auflösungen

6.4.3 Fazit Umsatzsteuerstatistik – Gründungen und Auflösungen

6.4.4 Umsatzsteuerstatistik nach Rechtsform

6.4.5 Fazit Umsatzsteuerstatistik nach Rechtsform

6.5 Freiberuflerstatistik – Statistik des IFB Nürnberg

6.5.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

6.5.2 Statistik des IFB Nürnberg

6.5.3 Fazit - Statistik des IFB Nürnberg

6.5.4 Statistik nach Branchen

6.5.5 Fazit - Statistik nach Branchen

6.5.6 Statistik nach Neuen und Alten Bundesländern

6.5.7 Fazit - Statistik nach Neuen und Alten Bundesländern

6.6 Gründungsstatistiken der Deutschen Ausgleichsbank

6.6.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

6.6.2 Statistik auf Personenebene - nur Existenzgründer

6.6.3 Förderbereich Existenz- und Unternehmensgründer

6.6.4 Anteil der Frauen in der Statistik

6.6.5 Fazit - Statistik der DtA

6.7 Statistik der Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung

6.7.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

6.7.2 Gründungsgeschehen nach Creditreform

6.7.3 Fazit - Gründungsgeschehen nach Creditreform

6.8 Statistik des Regional Entrepreneurship Monitor – BRD

6.8.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

6.8.2 Statistik des REM

6.8.3 Fazit - Gründungsgeschehen nach dem REM

6.9 Statistik über Neugründungen in Sachsen-Anhalt

6.9.1 Umfang der Unternehmensgründungen in Sachsen-Anhalt

6.9.2 Unternehmensgründungen und Existenzgründungen

6.9.3 Fazit - Neugründungen in Sachsen-Anhalt

6.10 Übersicht über aller deutschen Statistiken

7 Internationale Gründungsstatistiken

7.1 Global Entrepreneurship Monitor

7.1.1 Definitionen und Erläuterungen zum GEM

7.1.2 Statistik der Total Entrepreneurial Activity des GEM

7.1.3 Opportunity- vs. Necessity-Based Gründungsaktivitäten

7.2 Überblick über die Gründungssituation in den USA

7.2.1 Definitionen und Erläuterungen zur Statistik

7.2.2 Statistik des Amerikanischen Zensus

8 Indikatoren auf dem Prüfstand

8.1 Arbeitslosenzahl und Gründungen / Gründungssaldo

8.2 Das BIP als Vergleichsgröße

8.2.1 BIP-Wachstum und Saldowachstum

8.2.2 BIP-Änderung und Gründungssaldo

8.2.3 BIP und kumulierter Gründungssaldo

8.3 Deutscher Aktienindex und Gründungssaldo

8.4 Fazit über alle Indikatoren

9 Sterblichkeit von Neugründungen

9.1 Insolvenzen nach Creditreform

9.2 Münchener Gründungsstudie

9.2.1 Kaplan-Meier-Verfahren

9.2.2 Ergebnisse der Studie

9.3 Überlebensraten von Gründungskohorten aus der Betriebsdatei IAB im Zeitraum von 1991 bis 1996

9.4 Gegenüberstellung der Ausfallquoten von geförderten und nichtgeförderten Unternehmen

9.5 Zusammenfassung der Ergebnisse

10 Schlussfolgerungen

10.1 Verbesserungsvorschläge und Fazit

11 Managementextrakt

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das Gründungsgeschehen in Deutschland vor dem Hintergrund höchst unterschiedlicher Statistiken. Ziel ist es, die Problematik dieser Datenerhebungen aufzuzeigen, verschiedene nationale und internationale Statistiken vergleichend zu analysieren und ein besseres Verständnis für das Potenzial von Unternehmensgründungen sowie deren Sterblichkeitsraten zu entwickeln.

  • Vergleichende Analyse verschiedener deutscher Gründungsstatistiken und -studien
  • Unterscheidung und Definition von Existenz- und Unternehmensgründungen
  • Einfluss von wirtschaftlichen Indikatoren auf das Gründungsgeschehen
  • Untersuchung der Sterblichkeit und Überlebenswahrscheinlichkeit von Neugründungen
  • Bewertung der Datenqualität und methodische Kritik der Erhebungsverfahren

Auszug aus dem Buch

3.1 Originäre und derivative Gründungen

Gründungen kann man weiterhin in die Klassen originär und derivativ unterteilen.

„Unter einer originären Gründung eines Unternehmens oder Betriebes versteht man eine Gründung, bei der die betriebliche Faktorkombination völlig neu aufgebaut werden muss. Im Rahmen derivativer Gründungen dagegen wird im Zuge einer Betriebsübernahme bzw. einer Akquisition oder Fusion auf bereits bestehende Faktorkombinationen zurückgegriffen.“

Originäre Gründungen stellen somit eine Existenzgründung verbunden mit einer Unternehmensgründung dar. Bei derivativen Gründungen wird hingegen definitiv kein Unternehmen neu gegründet, sondern lediglich übernommen, so dass es sich hierbei höchstens um eine Existenzgründung handeln kann – aber nicht muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein und verdeutlicht anhand divergierender Zahlen verschiedener Institutionen die Problematik der Datenlage zum Gründungsgeschehen in Deutschland.

2 Aufbau der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die modulare Struktur der Abhandlung und stellt den systematischen Aufbau von der Definition über die Analyse der Statistiken bis hin zur Sterblichkeitsbetrachtung dar.

3 Unterscheidungskriterien von Gründungen: Es werden grundlegende definitorische Abgrenzungen zwischen Existenzgründungen und Unternehmensgründungen sowie zwischen originären und derivativen Gründungen vorgenommen.

4 Gesetzliche Verordnungen zu statistische Erhebungen: Hier wird ein Überblick über das statistische System der Bundesrepublik Deutschland sowie über internationale Verordnungen wie das Unternehmensregister (URS) gegeben.

5 Einführung in statistische Grundlagen: Das Kapitel behandelt allgemeine statistische Fallstricke und Probleme wie Coverage-Effekte, die bei der Erfassung von Gründungen auftreten können.

6 Gründungsstatistiken in Deutschland: Der Hauptteil der Arbeit untersucht acht verschiedene deutsche Gründungsstatistiken und -studien anhand einer entwickelten Bewertungsmatrix.

7 Internationale Gründungsstatistiken: Dieser Abschnitt erweitert die Analyse um einen internationalen Vergleich auf Basis des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) sowie einen Blick auf die Gründungssituation in den USA.

8 Indikatoren auf dem Prüfstand: Es wird untersucht, inwieweit ökonomische Indikatoren wie BIP, Arbeitslosenzahl oder der DAX eine Korrelation zum Gründungsgeschehen aufweisen.

9 Sterblichkeit von Neugründungen: Dieses Kapitel widmet sich der Überlebenswahrscheinlichkeit und den Insolvenzrisiken von neugegründeten Unternehmen anhand verschiedener Datenquellen.

10 Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es werden konkrete Verbesserungsvorschläge für die statistische Datenerfassung und Aufbereitung unterbreitet.

11 Managementextrakt: Der Managementextrakt bietet eine komprimierte Zusammenfassung der zentralen Analyseergebnisse und Erkenntnisse der Studienarbeit.

Schlüsselwörter

Unternehmensgründung, Existenzgründung, Gründungsstatistik, Gewerbeanmeldungen, Unternehmensregister, Insolvenzrisiko, Überlebenswahrscheinlichkeit, Global Entrepreneurship Monitor, Wirtschaftsindikatoren, Strukturwandel, KMU, Datenqualität, Hazardrate, Neugründung, Statistikbewertung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Diskussion der statistischen Erfassung des Gründungsgeschehens in Deutschland und den damit verbundenen methodischen Problemen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition von Gründungsarten, die Bewertung nationaler und internationaler Statistiken, die Analyse von Indikatoren wie BIP und Arbeitslosigkeit sowie die Untersuchung der Sterblichkeit von Neugründungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanzen zwischen verschiedenen Statistiken zu analysieren, die Vergleichbarkeit der Daten zu hinterfragen und Wege zu einer verbesserten Datenerfassung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine systematische Analyse und kritische Begutachtung von Sekundärdaten und Gründungsstudien vorgenommen, ergänzt durch die Anwendung einer Bewertungsmatrix zur Vergleichbarkeit der Datenquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung und Bewertung von acht deutschen Gründungsstatistiken, internationale Vergleiche sowie die Analyse von Korrelationen zwischen Gründungszahlen und ökonomischen Indikatoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Existenzgründung, Unternehmensgründung, Gründungsstatistik, Coverage-Probleme und Überlebenswahrscheinlichkeit.

Warum sind die Daten des Statistischen Bundesamtes allein oft nicht aussagekräftig?

Die Daten leiden unter methodischen Problemen wie der mangelnden Unterscheidung zwischen Existenz- und Unternehmensgründern sowie der Erfassung von formalen Gewerbeanmeldungen, die nicht zwingend Neugründungen darstellen.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung zum Zusammenhang zwischen BIP und Gründungen?

Es zeigt sich, dass kein einfacher kausaler Zusammenhang besteht, wobei kumulierte Gründungsdaten teilweise eine höhere Korrelation zum Wirtschaftswachstum (BIP) aufweisen als die bloßen jährlichen Anmeldungen.

Ende der Leseprobe aus 157 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kritische Diskussion über Statistiken zum Gründungsgeschehen in Deutschland
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik)
Note
1,3
Autor
Björn Bonk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
157
Katalognummer
V19613
ISBN (eBook)
9783638236928
ISBN (Buch)
9783656519423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kritische Diskussion Statistiken Gründungsgeschehen Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Björn Bonk (Autor:in), 2003, Kritische Diskussion über Statistiken zum Gründungsgeschehen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19613
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Leseprobe aus  157  Seiten
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