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Barbarella (1968) - Eine Analyse

Title: Barbarella (1968) - Eine Analyse

Term Paper , 2003 , 37 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Oliver Enke (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Was ist Liebe? Diese Frage beschäftigt nicht nur jeden Menschen mehr als einmal im Leben,
diese Frage kann auch nicht ohne weiteres beantwortet werden. Im Forum der Internetseite
http://www.was-ist-liebe.de beispielsweise ist zu lesen: „ein Wort, das mir bis heute keiner
genau erklären konnte“, „bedeutet für jeden etwas anderes“ oder „ein einfacher Name für ein
kompliziertes Gefühl“. Es soll hier nicht darum gehen, möglichst viele unterschiedliche Definitionen
des Begriffs Liebe aufzulisten. Wichtig und wesentlich für diese Hausarbeit ist, dass
es verschiedene Konzepte des Liebesbegriffs gibt. Davon ausgehend kann die Frage gestellt
werden, wie Liebe im Film dargestellt wird und welcher Mittel sich ein Film bedient, um einen
ganz bestimmten Liebesbegriff zu transportieren.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, meine folgende These zu belegen: Der Film „Barbarella“1
von 1968 etabliert einen ironisch-satirischen Liebesbegriff. Er erreicht dies, indem er klassische
Formen der visuellen Umsetzung und musikalischen Gestaltung einer Liebesszene aufgreift
und persifliert2.
Meiner These liegt die Annahme zu Grunde, dass es einen klassischen Liebesbegriff gibt, der
im Film mit standardisierten visuellen und akustischen Mitteln dargestellt wird. Diese konventionalisierte
Form der filmischen Darstellung bezeichne ich als Mainstream.
An meiner These orientieren sich auch die Vorgehensweise und der Aufbau der Arbeit. Zu
allererst stellt sich die Frage, was genau Thema von Liebesfilmen sein kann, und welche
Konzepte von Liebe durch Filme transportiert werden können. Es gibt sechs Thesen zur erotischen
Unterhaltung von Georg Seeßlen, die den theoretischen Rahmen der vorliegenden
Hausarbeit bilden. Die Thesen werden von mir in Kapitel 2 kurz vorgestellt und erläutert.
Hier werde ich auch den klassischen Liebesbegriff von Unterkategorien wie Erotik, Sexualität
und Pornographie abgrenzen. [...]

1 Darsteller: Jane Fonda (Barbarella), John Phillip Law (Pygar), Anita Pallenberg (Black Queen), Milo O’Shea
(Duran Duran), David Hemmings (Dildano), Ugo Tognazzi (Mark Hand) und Marcel Marceau (Professor Ping);
Regie: Roger Vadim; Drehbuch: Terry Southern; Musik und Text: Bob Crewe und Charles Fox; Die Songs wurden
gespielt von „The Bob Crewe Generation Orchestra“, die Texte gesungen von „The Glitterhouse“.
2 = geistreich verspottet (DUDEN 1999, S.561)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Filmische Darstellung von Liebe und Erotik

3. Analyse ausgewählter Liebesszenen

3.1 „Love Drags Me Down“ – Barbarella und Mark Hand

3.1.1 visuelle Umsetzung

3.1.2 musikalische Gestaltung

3.2 „An Angel Is Love“ – Barbarella und Pygar

3.2.1 visuelle Umsetzung

3.2.2 musikalische Gestaltung

3.3 „Long Live The Revolution“ – Barbarella und Dildano

3.3.1 visuelle Umsetzung

3.3.2 musikalische Gestaltung

3.4 „Sonata For An Executioner And Various Young Women“ – Barbarella und die Lustorgel

3.4.1 visuelle Umsetzung

3.4.2 musikalische Gestaltung

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Film "Barbarella" aus dem Jahr 1968 mit dem Ziel, die These zu belegen, dass der Film einen ironisch-satirischen Liebesbegriff etabliert, indem er konventionelle filmische Darstellungen von Liebesszenen persifliert. Dabei wird analysiert, wie visuelle und musikalische Gestaltungsmittel eingesetzt werden, um dieses Konzept zu vermitteln.

  • Analyse der filmischen Darstellung von Liebe und Erotik in Bezug auf gesellschaftliche Normen.
  • Untersuchung von vier spezifischen Liebesszenen hinsichtlich ihrer visuellen Inszenierung.
  • Detaillierte Auswertung der musikalischen Gestaltung (Soundtrack, Unterstreichung von Stimmungen) der Szenen.
  • Einordnung des Films in den zeitgenössischen Kontext der sexuellen Revolution der 1960er Jahre.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Thesen zur erotischen Unterhaltung von Georg Seeßlen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Visuelle Umsetzung

Für die Analyse der visuellen wie auch der musikalischen Darstellung von Liebe in dem Film „Barbarella“ habe ich vier Szenen ausgewählt, die nun genauer untersucht werden. Sie transportieren in ihrer jeweiligen formalen Abgeschlossenheit unterschiedliche Liebeskonzepte und unterscheiden sich, wie noch zu zeigen sein wird, auch in der Form ihrer Darstellung.

Die erste zu analysierende Liebesszene wird durch die Rettung Barbarellas (B) durch Mark Hand (M) eingeleitet. Er bewahrt sie vor dem Tod durch bissige Mörderpuppen. Mit verletzen Beinen und blutverschmiert trägt er sie in sein Schiff, wo sie prompt ihr Bewusstsein wieder erlangt. Eingeleitet wird die Szene durch eine Einstellung, in der sich der Propeller von M’s Schiff aufrichtet und sich die dazu gehörigen Plastiksegel aufstellen. Bereits in dieser frühen Phase wird mit Symbolen gearbeitet. Die sich aufstellenden Segel erinnern nur im Entferntesten an solche, vielmehr implizieren sie meiner Meinung nach eine Erektion und kündigen in ihrer dramaturgischen Funktion das nun Folgende bereits an. Wir befinden uns im Inneren des Schiffs, wo B offenherzig ihre Dankbarkeit gegenüber M bekundet. Bereits der Satz: „If there is anything I can do, please tell me.“ (E33) gibt einen Vorgeschmack auf das, was der geschulte Betrachter bereits ahnt: M verlangt von ihr in leicht plumper, dennoch aber offener Art nichts anderes als: “You could let me make love to you.“ (E33) B’s anfängliche Empörung über diese Forderung wird benutzt, um das Liebesverhalten der Zukunft darzustellen. So erklärt B ihrem Gegenüber dann auch, dass sich das „Liebe machen“, wie sie es kennt, von der altmodischen Art der Vereinigung zweier Körper relativ weit entfernt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit, den ironisch-satirischen Liebesbegriff in "Barbarella" zu untersuchen.

2. Filmische Darstellung von Liebe und Erotik: Legt den theoretischen Rahmen dar, basierend auf Thesen von Georg Seeßlen zu erotischer Unterhaltung.

3. Analyse ausgewählter Liebesszenen: Untersucht systematisch die visuelle und musikalische Umsetzung der vier zentralen Liebesszenen des Films.

3.1 „Love Drags Me Down“ – Barbarella und Mark Hand: Analysiert die erste Begegnung und Liebesszene als ironischen Kommentar auf traditionelle Rollenbilder und sexuelle Befreiung.

3.2 „An Angel Is Love“ – Barbarella und Pygar: Betrachtet die Beziehung zwischen Barbarella und Pygar und die Symbolik von "freier Liebe" versus himmlischer Reinheit.

3.3 „Long Live The Revolution“ – Barbarella und Dildano: Beleuchtet die Szene mit Dildano als Darstellung von Neumodischer Liebe und das Scheitern patriarchaler Machtansprüche.

3.4 „Sonata For An Executioner And Various Young Women“ – Barbarella und die Lustorgel: Untersucht die Lustorgel-Szene als satirische Auseinandersetzung mit Aggression, Dominanz und der Überlegenheit Barbarellas.

4. Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bestätigt die These eines satirisch-ironischen Liebesbegriffs durch den Film.

Schlüsselwörter

Barbarella, Liebe, Erotik, Filmgeschichte, Filmmusik, 1968, Sexuelle Revolution, Ironie, Satire, Visuelle Umsetzung, Liebesszenen, Gender, Mainstream, Lustorgel, Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Liebe und Erotik im Science-Fiction-Film "Barbarella" (1968) unter besonderer Berücksichtigung der ironischen und satirischen Brechung konventioneller filmischer Erzählmuster.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die visuelle Inszenierung und die musikalische Gestaltung von vier ausgewählten Liebesszenen, eingebettet in den theoretischen Kontext der erotischen Unterhaltung der 1960er Jahre.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, die These zu belegen, dass "Barbarella" einen ironisch-satirischen Liebesbegriff etabliert, indem er klassische filmische Formen der Liebesszenen-Darstellung aufgreift und gezielt persifliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, basierend auf Einstellungsprotokollen der untersuchten Szenen, sowie den theoretischen Rahmen der erotischen Unterhaltung nach Georg Seeßlen und musikwissenschaftliche Ansätze zur Filmmusik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der vier Szenen (mit Mark Hand, Pygar, Dildano und in der Lustorgel), wobei jeweils die visuelle Umsetzung und die spezifische musikalische Gestaltung getrennt betrachtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Barbarella, Liebe, Erotik, 1968, Filmmusik, Ironie, Satire, Geschlechterrollen und sexuelle Befreiung.

Wie wird die Rolle der Musik in den analysierten Liebesszenen bewertet?

Der Autor bewertet Musik als ein entscheidendes Gestaltungsmittel, das die visuelle Darstellung nicht nur unterstützt (Underscoring), sondern durch ironische Brechungen oder durch den Einsatz von "Source Music" den satirischen Gehalt des Films maßgeblich verstärkt.

Welche besondere Bedeutung kommt der "Lustorgel-Szene" im Film zu?

Diese Szene wird als erotischer Höhepunkt des Films interpretiert, in dem Barbarellas "Nymphomanie" die technischen Versuche der Dominanz durch den Bösewicht Duran Duran ins Absurde führt, womit die Liebe ironisch über die patriarchale Macht siegt.

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Details

Title
Barbarella (1968) - Eine Analyse
College
Martin Luther University  (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft)
Course
Soundtracks der Liebesszene
Grade
sehr gut
Author
Oliver Enke (Author)
Publication Year
2003
Pages
37
Catalog Number
V19615
ISBN (eBook)
9783638236942
Language
German
Tags
Barbarella Eine Analyse Soundtracks Liebesszene
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Enke (Author), 2003, Barbarella (1968) - Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19615
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