Inhalt dieser Arbeit ist ein Vergleich von Sport in zwei verschiedenen Kulturen. Zum einen im antiken Griechenland und zum anderen des alten Japans. Behandelt wird insbesondere der japanische Sport, da dieser in westlichen Kulturkreis eher unbekannt ist. Grundsätzlich handelt es sich bei dieser Arbeit um eine Übersicht und einen kleinen Vergleich dieser beiden Kulturen.
Entstanden ist diese Arbeit im Rahmen eines Spezialseminars am Institut für Sportwissenschaft der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sport in der Antike – eine kleine Übersicht
2.1. Olympische Disziplinen
3. Sport in Japan
3.1. Bedeutung der Worte Sport und Spiel in Japan
3.2. Shinto
3.3. Spiel und Sport in Japan
3.3.1 Bogenschiessen
3.3.2 Ballspiele
3.3.2.1. Dakyu
3.3.2.1. Kemari
3.3.2 Sumo
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen vergleichenden Einblick in die Sportgeschichte des alten Japans und der griechischen Antike zu geben. Dabei wird untersucht, inwieweit gesellschaftliche Strukturen, religiöse Einflüsse und kulturelle Werte die Ausprägung von Sport und Spiel in diesen beiden historisch wie geographisch weit entfernten Regionen geprägt und geformt haben.
- Vergleich der leibeserzieherischen Entwicklung in der Antike und Japan
- Die Rolle religiöser Rituale (wie Shinto) für Sport und Spiel
- Wandel von kriegerischen Fertigkeiten hin zum rituellen Sport
- Soziale Funktionen und Kontext von Ballspielen und Wettkämpfen
- Bedeutung von Tradition und Formalisierung bei historischen Sportarten
Auszug aus dem Buch
3.3.2.1. Kemari
Kemari stammt ebenfalls aus China und wurde von dort nach Japan exportiert. Die Anfänge des Kemari in China sind nicht ganz eindeutig, aber erste Hinweise finden sich im letzten Jahrhundert vor Christi Geburt (MÖLLER `93, S. 84). Die ersten Hinweise in Japan finden sich im sechsten Jahrhundert in einem Gedicht (MÖLLER `93, S. 85). Wie dieses Spiel in China gespielt wurde ist nach MÖLLER (`93, S. 84) nicht überliefert, ganz im Gegensatz zu Japan. Dort wurde im Jahre 1158 ein Dokument (Koden nikki) veröffentlicht, dass sich ausschließlich mit dem Kemari beschäftigt (MÖLLER `93, S. 96). In diesem Text wird exakt beschrieben wie dieses Fußballspiel zu betreiben ist. NARIMICHI, der Autor des Koden nikki, beschreibt das Spielprinzip, Anzahl der Personen, Spieltechniken, die Kleidung, welcher Spieler beginnt usw. (MÖLLER `93, S. 96 ff.).
Kemari wird auf einem sechs bis sieben Quadratmeter großem Platz mit acht Teilnehmern gespielt. An den vier Ecken des Feldes stehen vier verschiedene Bäume (Kiefer, Kirsche, Weide und Ahorn) an denen die Spieler nach ihrem Können aufgestellt werden. Diese Kemarispieler haben nun die Aufgabe, den Ball so lang wie möglich in der Luft zu halten. Dabei war genau festgelegt, wie und von wem der Ball auf den Platz getragen wurde. Festgelegt war auch was die Spieler tragen durften, wie der Ball zu spielen war, wer den ersten Schuss machen durfte usw.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert den prinzipiellen Aufbau des Vergleichs zwischen der griechischen Sportgeschichte und den japanischen Traditionen.
2. Sport in der Antike – eine kleine Übersicht: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung des antiken Sports von den Ursprüngen auf Kreta bis zum Ende der olympischen Spiele unter christlichem Einfluss nach.
2.1. Olympische Disziplinen: Hier erfolgt eine nähere Betrachtung ausgewählter Disziplinen, insbesondere der Kampfsportarten und des Pentathlons, sowie deren Wettkampfmodus.
3. Sport in Japan: Der Autor führt in die japanische Kultur und das Verständnis von Leibesübungen ein, wobei er die enge Verbindung zwischen Sport, Spiel und Religion hervorhebt.
3.1. Bedeutung der Worte Sport und Spiel in Japan: Dieses Kapitel analysiert das japanische Konzept des "asobi" und stellt die Schwierigkeiten einer direkten Übersetzung des westlichen Sportbegriffs dar.
3.2. Shinto: Der Abschnitt erläutert die zentrale Bedeutung des Shinto und dessen "göttlichen Weges" für die sakrale Legitimation von Spielen und Zeremonien.
3.3. Spiel und Sport in Japan: Dieses Kapitel gliedert die japanische Sportgeschichte in drei Epochen und betrachtet deren jeweilige Zielsetzungen am Kaiserhof.
3.3.1 Bogenschiessen: Hier wird die Entwicklung des Bogens vom Jagd- und Kriegsinstrument hin zum rituellen Sportgerät, insbesondere bei Neujahrsfesten, beleuchtet.
3.3.2 Ballspiele: Dieser Abschnitt behandelt den Import chinesischer Spiele wie Dakyu und Kemari und deren Anpassung an den japanischen Adel.
3.3.2.1. Dakyu: Der Unterpunkt beschreibt die Grundzüge des japanischen Dakyu im Vergleich zur chinesischen Urform sowie den Modus des Ballspiels.
3.3.2.1. Kemari: Hier wird das rituelle Fußballspiel Kemari sowie dessen Bedeutung am Hofe und die Bedeutung der Kleidung für den Rang der Spieler erläutert.
3.3.2 Sumo: Dieses Kapitel geht auf die tief verwurzelte Tradition des Sumo, seine sakrale Bedeutung im Shinto und seine Entwicklung zum Berufssport ein.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der historischen Entwicklung von Sport und Spiel in Japan und Griechenland zusammen.
Schlüsselwörter
Sportgeschichte, Japan, Antikes Griechenland, Olympia, Shinto, Asobi, Bogenschiessen, Kyudo, Dakyu, Kemari, Sumo, Kampfkünste, Leibesübungen, Ritual, Adelskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einem historisch-kulturellen Vergleich der Sportgeschichte im alten Japan und im antiken Griechenland, um Gemeinsamkeiten in der Entwicklung von Sport und Spiel aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die Einflüsse von Religion und gesellschaftlicher Ordnung, der Wandel von kriegerischen Fertigkeiten zu rituellen Sportarten sowie die spezifischen Sporttraditionen in den jeweiligen Kulturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Ursprung und die Bedeutung von Sport und Spiel in beiden Regionen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen und religiöser Rahmenbedingungen zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um existierende sportgeschichtliche Zeugnisse und Quellen zusammenzuführen und den soziokulturellen Kontext von Sportarten wie Ringen, Bogenschießen oder Ballspielen zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Zuerst wird die leibeserzieherische Entwicklung Griechenlands und die Bedeutung der olympischen Disziplinen analysiert, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung der japanischen Sporttraditionen unter Berücksichtigung von Shinto und Asobi.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportgeschichte, Shinto, Asobi, Rituale, Adelskultur, Olympische Spiele sowie spezifische Sportarten wie Sumo, Kemari und Bogenschiessen definiert.
Warum spielt der Begriff "Asobi" eine so wichtige Rolle für das Verständnis des japanischen Sports?
Asobi ist ein weiter Spielbegriff, der weit über die westliche Vorstellung von "Sport" hinausgeht und nahezu alle Bereiche des japanischen höfischen Lebens sowie die Kommunikation mit den Göttern umfasste.
Inwiefern beeinflusste das Shinto-Religionsverständnis die japanischen Sportarten?
Der Shinto verlieh den Sportarten einen sakralen Charakter, indem Wettkämpfe oft als Fruchtbarkeitsrituale, Friedensstifter oder Mittel zur Vertreibung böser Geister funktionierten, wie etwa beim Sumo oder beim Bogenschießen.
- Citation du texte
- Alfred Zaal (Auteur), 2003, Sport in der Geschichte. Ein Vergleich zwischen Japan und Griechenland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19617