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Themen des islamisch-christlichen Dialogs

Title: Themen des islamisch-christlichen Dialogs

Essay , 2012 , 10 Pages

Autor:in: Andrea Tauber (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Der 20. Jahrestag der Deutschen Einheit wurde durch die Rede des ehemaligen Bundespräsidenten, Christian Wulff, geprägt, in welcher er u. a. vor der Ausgrenzung von Migranten in Deutschland warnte und betonte, dass auch der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre. In einem Land wie Deutschland, in dem mittlerweile mehr als vier Millionen Muslime bereits in dritter und vierter Generation leben und sich nicht mehr als Gäste, sondern vielmehr als Bürger dieses Landes verstehen, sollte dieses Statement von politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Akteuren gleichermaßen respektiert werden. Um Respekt und Verständnis gegenüber der jeweils anderen Religion zu fördern, treten kirchliche Vertreter beider Religionen sowie politische Akteure in Dialog miteinander. Unsicherheit, Vorurteile sowie Machtansprüche führen jedoch meist nicht zu dem anvisierten Ziel. Joachim Gauck, der aktuelle Bundespräsident, merkt zu dem Zitat seines Vorgängers an, dass er gesagt hätte, dass die Muslime, die in Deutschland leben, zu Deutschland gehören.
Mit dieser Aussage stößt er die Debatte erneut an, die durch zahlreiche Diskussionen in den Medien ausgetragen wird. „Gehört der Islam zu Deutschland“ lautet auch der Titel der Studio Friedmann Sendung, die am letzten Mittwoch auf dem Nachrichtensender N24 ausgestrahlt wird. Die Gäste sind Herr Stephan Mayer, der innenpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag und Frau Özlem Nas von der SCHURA Hamburg e.V. (Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V.). Verfolgt man das Gespräch stellt man relativ schnell fest, dass es nicht darum geht, Verständnis gegenüber der anderen Religion aufzubringen, vielmehr geht es um die Rechtfertigung der eigenen (Macht-)Position sowie um die Kritik der Andersgläubigen. Dieser Dialog kann als exemplarisch dafür angesehen werden, dass eine reale Bemühung der Annäherung nicht stattfindet. Kritik aus der christlichen Perspektive findet in der Form statt, dass die muslimischen Mitbürger sich zu wenig integrieren. Muslime jedoch verstehen die Forderung dahingehend, dass sie sich assimilieren sollen, was zu Recht ein Gefühl von Inakzeptanz und Nicht-gewollt-Sein hervorruft.
Muslime wiederum kritisieren, dass Christen zu wenig über den Islam (bzw. über die verschiedenen Richtungen des Islam) wissen und diesen daher mit Gewalt und Unterdrückung gleichsetzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Von der Unmöglichkeit der Trinität Gottes

2. Erlösungslehre im Islam vs. christliche Rechtfertigungslehre

3. Kontroversen über Moral und Ethik (Kirche und Staat, Gleichberechtigung der Frau)

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die theologischen Kontroversen zwischen dem Islam und dem Christentum aus islamischer Perspektive, um die Voraussetzungen für einen konstruktiven, respektvollen Dialog zwischen den Religionen unter Berücksichtigung von Gemeinsamkeiten und Differenzen herauszuarbeiten.

  • Gegenüberstellung von islamischer Gotteslehre und christlicher Trinitätsvorstellung
  • Unterschiede zwischen der islamischen Eigenverantwortung und dem christlichen Rechtfertigungsgedanken
  • Kritische Betrachtung von Kirche, Staat und Säkularisierung aus muslimischer Sicht
  • Diskussion über die gesellschaftliche Stellung und Wahrnehmung der Frau im Islam
  • Bedingungen für einen gelingenden interreligiösen Dialog in Deutschland

Auszug aus dem Buch

3. Kontroversen über Moral und Ethik (Kirche und Staat, Gleichberechtigung der Frau)

Der Islam sieht keinen Grund darin, eine künstliche „Treuhandverwaltung (Kirche)“ einzusetzen, die die Beziehung zu Gott regelt. Vielmehr geht er von einem Gesetz (Scharia) aus, das Auskunft über das Verhalten im Alltag gibt. Da das Gesetz allein von Gott bestimmt wurde, darf auch ein Mensch dieses nur auslegen und keinesfalls verändern. Im Islam wäre ein Oberhaupt – wie der Papst – undenkbar. Glaubensfragen können im Islam nicht von einer Instanz unfehlbar entschieden werden, da die Botschaft selbst erstrangig ist, nicht der Mensch Muhammad. Eine menschliche Unfehlbarkeit stünde dem islamischen Menschenbild entgegen, das nur zu einer freien Entscheidung in der Lage ist, wenn ihm der Irrtum eingeräumt wird. Der Muezzin und der Imam sind keine Angehörigen einer Priesterschaft, sondern nur besonders gut informierte und unterrichtete Gläubige.

Zu dem säkularisierten Staat haben Muslime zwei Positionen. Zwar empfinden sie die Kirche als überflüssig, der eigentliche Feind der Muslime ist jedoch der Atheist und Materialist. Das säkularisierte Herrschaftssystem gerät allerdings noch schärfer in die Kritik als die Kirche, da es vielmehr zur Ausbeutung beiträgt und soziale Missstände produziert. Hier wird deutlich, dass nicht die theologische Botschaft der Kirche kritisiert wird, sondern deren Machtposition und ihre dementsprechende Ausübung gegenüber den Christen. Auch wird insistiert, dass die Kirche ihre Macht nicht freiwillig abgegeben hat, sondern vielmehr verloren hat und dieser immer noch nachtrauert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Integrationsdebatte in Deutschland und plädiert für einen respektvollen Dialog, der die Identität beider Religionen wahrt, anstatt durch Machtansprüche oder Assimilationsforderungen geprägt zu sein.

1. Von der Unmöglichkeit der Trinität Gottes: Dieses Kapitel erläutert die islamische Ablehnung der christlichen Trinität und der Kreuzigung Jesu, da diese aus islamischer Sicht die Einheit Gottes verletzen.

2. Erlösungslehre im Islam vs. christliche Rechtfertigungslehre: Hier werden die Gegensätze zwischen der islamischen Betonung der Eigenverantwortung durch Taten und dem christlichen Glaubens- und Gnadenverständnis diskutiert.

3. Kontroversen über Moral und Ethik (Kirche und Staat, Gleichberechtigung der Frau): Das Kapitel thematisiert die islamische Kritik an kirchlichen Strukturen, säkularen Staaten sowie die Missverständnisse rund um die Rolle der Frau und das Kopftuch.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein gelungener Dialog auf gegenseitigem Verständnis, dem Verzicht auf Missionierung und der Anerkennung der jeweiligen religiösen Identität basieren muss.

Schlüsselwörter

Islam, Christentum, Interreligiöser Dialog, Trinität, Scharia, Säkularisierung, Integration, Identität, Gotteslehre, Erlösungslehre, Ethik, Kopftuch, Religion, Religionskritik, Menschenbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Islam und Christentum sowie die Möglichkeiten eines konstruktiven Dialogs in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Gotteslehre, die Erlösungslehre sowie ethische und moralische Aspekte im Kontext von Staat und Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theologischen Differenzen aus einer islamischen Perspektive zu beleuchten und Wege für einen respektvollen Austausch aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine essayistische Auseinandersetzung auf Basis theologischer Fachliteratur und aktueller medialer Integrationsdiskurse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische theologische Streitpunkte wie die Trinität, die Rechtfertigung des Menschen und die Rolle der Kirche in einer säkularen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Islam, Christentum, Dialog, Identität, Integration und theologische Kontroverse.

Warum lehnt der Islam die christliche Trinitätslehre ab?

Aus islamischer Sicht widerspricht die Trinität dem Prinzip der absoluten Einzigkeit Gottes und wird als Gefährdung des Monotheismus verstanden.

Welche Position vertritt der Autor zur Frage des Kopftuchs?

Der Autor argumentiert, dass das Kopftuch eine religiöse Überzeugung darstellt und die häufige Stigmatisierung als Symbol der Unterdrückung zu Diskriminierung führt.

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Details

Title
Themen des islamisch-christlichen Dialogs
College
University of Frankfurt (Main)  (evangelische Religion )
Course
Der Islamische Blick auf andere Religionen
Author
Andrea Tauber (Author)
Publication Year
2012
Pages
10
Catalog Number
V196211
ISBN (eBook)
9783656236719
ISBN (Book)
9783656238355
Language
German
Tags
themen dialogs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Tauber (Author), 2012, Themen des islamisch-christlichen Dialogs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196211
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