Rockmusik: Eigenschaften und Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung bei Jungen und Handlungsansätze für die professionelle Jungenarbeit


Hausarbeit, 2012

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Definitionen
1.1. Jungenarbeit
1.2. Hegemoniale Männlichkeit
1.3. Rockmusik

2. Der Einfluss von Rockmusik auf den Jugendlichen
2.1 Äußere Erscheinung
2.2 Männlichkeitsbilder im Heavy Metal
2.3 Eigenschaften und Sozialverhalten

3. Ansätze der Jungenarbeit

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die folgende Hausarbeit behandelt das Thema „Rockmusik: Eigenschaften und Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung bei Jungen und Handlungsansätze für die professionelle Jungenarbeit“.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Auswirkungen der Rockmusik auf die männliche Jugend näher darzustellen und auf Missstände hinzuweisen. Daran schließt sich die Bedeutung der Jungenarbeit an, welche anhand der Interventionsmöglichkeiten im Bereich der Rockmusik und Jungenarbeit beschrieben wird.

Während im ersten Abschnitt dieser Hausarbeit grundlegende Begriffe wie hegemoniale Männlichkeit und auch die Rockmusik an sich näher erläutert werden, folgen im zweiten Teil praxisnahe Darstellungen der Bedeutung von Rockmusik sowohl für männliche Jugendliche, als auch daraus resultierende Handlungsansätze für die soziale Praxis.

Im Fazit werden die zuvor erworbenen Informationen kurz zusammengefasst und dargestellt.

1. Definitionen

1.1 Jungenarbeit

Jungenarbeit definiert sich zunächst als eine geschlechtliche und pädagogisch ausgerichtete Arbeit von männlichen Fachkräften mit Jungen. Mit dem Wissen über geschlechtsbezogene Problemstellungen, wie beispielweise den sozialvorherrschenden Charakteristika von Männlichkeit und den hiermit verbundenen Problemen für Jungen, bedarf es von Seiten der Fachkraft ein pädagogisch angepasstes Konzept, um zusammen mit den Jungen die Problemstellungen angehen zu können (Sturzenhecker 2006: 63ff.).

Jungenarbeit zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie sich ausschließlich in einer geschlechtshomogenen Gruppe vollzieht, demnach unter Ausschluss von Mädchen und Frauen. Der Grundgedanke bei der ausschließlichen Arbeit mit Jungen besteht darin, dass das Thema Männlichkeit seit jeher mit Problemstellungen gekoppelt ist, wie der Suche nach einem erfolgreichen Lebensweg und einem manifesten Charakter. Aufgrund dieser Darstellungen von Männlichkeit bedarf es einer intensiven Arbeit mit und zwischen Jungen, um das Bewusstsein über die eigene Person und das Thema Männlichkeit in all seinen Möglichkeiten begreifen zu können (Bentheim et al. 2004: 59).

1.2 Hegemoniale Männlichkeit

Der Begriff Hegemoniale Männlichkeit verdeutlicht die aktuell vorherrschende Vorstellung über Männlichkeit in der Gesellschaft. Diese Vorstellung ist wandelbar und wird bedingt durch vorherrschende soziale und gesellschaftliche Annahmen. Carrigan, Connell und Lee gelang es im Jahre 1996 mit der dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit nicht nur auf die hierarchische Beziehung zwischen Männern und Frauen, sondern auch die hierarchischen Beziehungen unter Männern zu erfassen. In weiteren Ausführung Connells im Jahre 1999 reifte die heterogene Männlichkeit zum Leitbild der Männerforschung, wodurch die Unterscheidung von hetero- und homosexuellen Männern als Dominanz- / Unterordnungsverhältnis bestimmt wurde. Die Differenzmerkmale in diesem Verhältnis bedienen sich den bereits bestehenden Merkmalen im Verhältnis von Männern und Frauen (Connell 1999: 199). Die Eigenschaften der Männlichkeit werden ungeachtet aktueller kultureller Bedingungen hervorgehoben, wodurch ein stetiges hegemoniales Männlichkeitsbild besteht. Dies führt zur Abbildung einer Gruppe der Gesellschaft, welche eine vorherrschende Stellung einnehmen und eine Führungsposition innerhalb der Gesellschaft darstellen (ebd.: 98). Dennoch ist die hegemoniale Männlichkeit weder unflexibel noch unangreifbar. Connell selber beschreibt die hegemoniale Männlichkeit als eine Form der Männlichkeit, welche unter den gesellschaftlich gegebenen Geschlechterrollen eine Führungsrolle einnimmt, wobei diese Rolle wandelbar ist und stetig hinterfragt werden kann (ebd.: 97).

Die derzeitige hegemoniale Männlichkeit in Europa zeichnet sich aus über einen hellhäutigen (weißen), körperlich und psychisch gesunden, heterosexuellen vollzeitarbeitenden Mann. Dieser Mann ist Alleinernährer seiner Familie, demnach auch beruflich hochqualifiziert.

Sämtliche von dieser Definition der hegemonialen Männlichkeit abweichenden Eigenschaften bei einem Mann, wobei eine abweichende Eigenschaft bereits ausreichend, führen zu einer Herabstufung im Angesicht von Männlichkeit.

Es ist statistisch zu belegen, dass nur ein Bruchteil der Männer innerhalb der westlichen Gesellschaft alle zuvor genannten Eigenschaften der derzeitigen hegemonialen Männlichkeit entsprechen. Dennoch werden diese Eigenschaften von nahezu allen Personen, Frauen mit eingeschlossen, als strebsam und normal anerkannt (Baur / Luedtke 2008). Doch auch wenn die Eigenschaften der hegemonialen Männlichkeit von vielen Männern nicht erreicht werden, so gilt die hegemoniale Männlichkeit auch als Orientierungsnorm, indem Männer versuchen, diese Norm zu erreichen. Gelingt ihnen dies nicht, so gelten sie immer noch als Mitnutzer des gesellschaftlichen Rollenverständnis des Mannes (Connell 1999: 100).

Bezugnehmend auf die hegemoniale Männlichkeit besteht Bourdieus Habituskonzept. Bourdieu definiert über sein Habituskonzept das Sozialverhalten eines Individuums. In Bezug auf die Geschlechterentwicklung bedeutet dies, dass bereits durch das Verständnis der Zweigeschlechtlichkeit und der gut erkennbaren hierarchischen Differenzen, beispielweise auf dem Arbeitsmarkt, ein Habitus gebildet wird.

Desweiteren ist die Unterscheidung von Geschlechtern ein großer Bestandteil im Kindesalter. Durch die frühkindliche Wahrnehmung von Geschlechtern und auch teilweise von Hierarchien wird der Habitus gebildet und äußert sich insbesondere in der Konstruktion der eigenen Geschlechtereigenschaften, sowie dem ganzheitlichen Sozialverhalten (Becker / Kortendiek 2010).

1.3 Rockmusik

Rockmusik beschreibt eine Musikrichtung, welche in den frühen 50er Jahren in den USA bekannt wurde. Rockmusik basiert musikalisch auf Jazz-, Swing-, Blues- und Countrymusik. Der wohl bekannteste Rockmusiker dieser Zeit ist Elvis Presley.

Durch die zunehmende Kopplung der Rockmusik mit anderen Musikrichtungen, wie beispielsweise der Pop-Musik, entwickelte sich der Rock zu einem Überbegriff für unterschiedlichste Musikstile.

Eine Rockband zeichnet sicher dennoch immer durch ein nahezu identisches Equipment aus: E-Gitarre(n), Bassgitarre und Schlagzeug. Erweiterungen wie Keyboards, Akustikgitarren, Bläser etc. können ebenfalls genutzt werden. (Specht 2009: 39)

Da der Hauptteil dieser Hausarbeit von Rockmusik handelt, dieser musikalische Bereich allerdings zu weit gesteckt ist, werde ich mich vornehmlich auf die Musikrichtung des Heavy Metals beziehen. Eine entsprechende Definition ist wie folgt aufzustellen:

Heavy Metal wird weitestgehend als eine aggressive Form der Rockmusik betrachtet. In diesem Zusammenhang werden zumeist die teilweise aggressiven Texte benannt, sowie die klangliche Ausgestaltung dieser Texte, im Bereich des Heavy Metals vor allem durch stark verzerrte E-Gitarren und einem lauten und rauen Gesangsstil. Aus psychiatrischer Sicht ist bereits belegt, dass Heavy Metal Einfluss auf das soziale Leben des jeweiligen Hörers nimmt: Drogenkonsum, kriminelle Handlungen und von der Norm abweichende frühe sexuelle Aktivitäten werden durch den Konsum von Heavy Metal beeinflusst. Im Durchschnitt wird Heavy Metal allerdings nur von 10% der Bevölkerung musikalisch wahrgenommen (Miehling 2010: 50).

Im Zusammenhang von Heavy Metal und Gewalt wird wissenschaftlich bestätigt, dass Anhänger der Heavy Metal Bewegung einen starken Bezug zu okkulten Einstellungen aufweisen, beispielsweise schwarzer Magie und Voodoo (Trostle 1986 nach: Miehling 2010: 50).

Eine Studie unter 705 Jugendlichen an einer Highschool in den USA verdeutlichte, dass 83% der Jugendlichen, welche regelmäßig Heavy Metal Musik konsumieren, innerhalb des letzten Jahres entweder einen Diebstahl begingen, oder an einer Körperverletzung beteiligt waren. Somit entsteht aus wissenschaftlicher und empirischer Sicht die Annahme, dass Heavy Metal Konsumenten ein weitaus stärker ausgeprägtes Gewaltpotential aufweisen als gleichaltrige Personen mit einem differenzierten Musikgeschmack (Singer / Levine / Jou 1993: 326).

2. Der Einfluss von Rockmusik auf den Jugendlichen

2.1 Äußere Erscheinung

Den normativen Einstellungen und Männlichkeitsbildern im Heavy Metal gehen die äußeren Erscheinungsformen innerhalb dieser Musikrichtung voran. Die Interpretationen der äußeren Erscheinungsformen werden schnell als „Schubladendenken“ bezeichnet und können die ganzheitliche Form der Darstellungen und deren Zweckhaftigkeit nicht wahrnehmen. Betrachtet man Definitionen über die äußeren Erscheinungsformen innerhalb des Heavy Metals so ist festzustellen, dass diese Definitionen sich überwiegend auf schwarze Kleidung, mit Bandnamen oder esoterischen bzw. satanischen bedruckten Symbolen bezieht, sowie auf eine Vielzahl von Ringen und Ketten mit Totenköpfen oder Schwertern, an der Kleidung befestigen Nieten oder Patronenhülsen und der stetigen Darstellung von gefährlichen Gegenständen wie Schwertern und Beilen auf der Kleidung oder als Tattoo (Ferchhoff 2007: 199).

Obwohl es zunächst nicht richtig ist, anhand der zuvor genannten äußeren Erscheinungsformen, welche sicher nicht abschließend sind und in einer Vielzahl existieren, eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Musikrichtung, in diesem Falle dem Heavy Metal, herzustellen, da eine entsprechende Zugehörigkeit auch ohne die zuvor genannten Erscheinungsformen möglich ist, so deutet sich dennoch an, dass die Zugehörigkeit zu einer Szene stark mit der äußeren Erscheinung gekoppelt ist.

Das Haupterkennungsmerkmal in der äußeren Erscheinung der Heavy Metal Szene bildet die Kutte: Dies bezeichnet eine schwarze oder blaue Jeans Jacke, zumeist mit abgetrennten Ärmeln und ausgefransten Nähten. Diese Jacke wird zumeist offen getragen um einen Blick auf das darunterliegende Bandshirt zu ermögliche. Die Kutte selbst wird mit Aufnähern bekannter und beliebter Bands versehen, bis der Ursprungsstoff kaum noch zu erkennen ist. Auf dem Rücken wird ein sogenannter Backpatch angebracht, ein übergroßer Aufnäher, welcher beinahe den kompletten Rücken bedeckt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Rockmusik: Eigenschaften und Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung bei Jungen und Handlungsansätze für die professionelle Jungenarbeit
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Jungenarbeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V196214
ISBN (eBook)
9783656221760
ISBN (Buch)
9783656222514
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inhaltlich an Heavy Metal ausgerichtet.
Schlagworte
Heavy Metal, Jungenarbeit, Rockmusik, Rock, Verhalten, Eigenschaften
Arbeit zitieren
Florian Loerchner (Autor), 2012, Rockmusik: Eigenschaften und Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung bei Jungen und Handlungsansätze für die professionelle Jungenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196214

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