Beim Stretching bzw. Dehnen spielt es keine Rolle, wie alt, leistungsfähig, schwer, kräftig oder ausdauernd man ist. Anders als die konditionellen Fähigkeiten, die oftmals durch die genannten Eigenschaften bedingt werden, kann Stretching jeder von Anfang an. Lediglich der Grad der Beweglichkeit wird durch personenspezifische, externe und anthropometrische Faktoren beeinflusst.
Aus nachfolgenden Personendaten sowie mittels eines Beweglichkeitstests, wird eine individuell passende Trainingsplanung entwickelt. Für ein Beweglichkeits- sowie Koordinationstraining werden dementsprechende Übungen gewählt und erläutert. Eine anschließende Literaturrecherche zum Thema „Effekte des Dehnens auf eine Verletzungsprophylaxe“ soll Antwort auf eine der häufigsten Mythen im Bereich des Beweglichkeitstrainings geben.
Inhaltsverzeichnis
1. PERSONENDATEN
2. BEWEGLICHKEITSTESTUNG
2.1. Testablauf und Testergebnisse
2.2. Bewertung und Interpretation
3. TRAININGSPLANUNG BEWEGLICHKEITSTRAINING
4. TRAININGSPLANUNG KOORDINATIONSTRAINING
5. LITERATURRECHERCHE ZUM THEMA: EFFEKTE DES DEHNENS IM HINBLICK AUF DIE VERLETZUNGSPROPHYLAXE
5.1. Effekte des Dehnens auf Muskelkater und Verletzungsrisiko vor und nach dem Training
5.2. Neues Dehnprogramm gegen Fersensporn
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Einsendeaufgabe hat zum Ziel, auf Basis individueller Gesundheits- und Leistungsdaten ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm für Beweglichkeit und Koordination zu erstellen. Ergänzend wird wissenschaftlich fundiert hinterfragt, welchen tatsächlichen Stellenwert Dehnübungen für die Verletzungsprävention im Sport haben.
- Analyse körperlicher Voraussetzungen und Gesundheitsstatus
- Konzeption eines individuellen Beweglichkeitstraining-Programms
- Entwicklung von Koordinationsübungen auf instabilem Untergrund
- Kritische wissenschaftliche Literaturrecherche zur Verletzungsprophylaxe
Auszug aus dem Buch
2.1. Testablauf und Testergebnisse
Modifiziert nach JANDA (REIß/ ALBERS, Studienbrief 2011, S.38-42) werden nun verschiedene Muskeln, wie Hüftbeuger, Beinstrecker, Beinbeuger, Brustmuskel und Wadenmuskulatur sowie die Wirbelsäule auf Beweglichkeitsdefizite bzw. sog. „Verkürzungen“ getestet. Die Verkürzung liegt dabei vielmehr an einer unzureichenden und / oder einseitigen mechanischen Belastung und beruht nicht auf eine Längenänderung im Muskel. Dieses Phänomen ist maßgeblich von muskulärer Hemmung, Dehnfähigkeit und Gelenkigkeit abhängig.
Aus den gewonnenen Daten kann ein individuell ideales Dehnprogramm erstellt werden, um Einschränkungen vorzubeugen bzw. um ihnen entgegenzuwirken. Obwohl der Test rein manuell durchgeführt wird und deshalb weitgehend auf subjektive Einschätzungen basiert, erweisen sich die Testergebnisse bei Einhaltung der Ausführungsrichtlinien als gut reprozierbar. Darunter fallen eine standardisierte Ausgangsposition, eine ausreichende Fixierung des Körpers, eine Unterbindung der Mithilfe anderer Muskelgruppen, die exakte Ausführung der Bewegung sowie ein einheitliches Bewertungsschema. Für die Objektivität sollte der Test stets von derselben Person durchgeführt werden.
Nach JANDA wird die Verkürzung (Dehnbarkeit) durch die Beweglichkeit in dem durch den Muskel bewegten Gelenk beurteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. PERSONENDATEN: Erfassung und Bewertung der gesundheitlichen Daten, sportlichen Aktivitäten und Trainingsziele der Testperson.
2. BEWEGLICHKEITSTESTUNG: Durchführung und Interpretation sportwissenschaftlich modifizierter Tests zur Identifikation muskulärer Defizite.
3. TRAININGSPLANUNG BEWEGLICHKEITSTRAINING: Ausarbeitung eines gezielten Dehnprogramms zur Steigerung der Beweglichkeit unter Berücksichtigung sportartspezifischer Anforderungen.
4. TRAININGSPLANUNG KOORDINATIONSTRAINING: Vorstellung von Progressionsmodellen zur Gleichgewichtsschulung und sensomotorischen Verbesserung auf instabilen Untergründen.
5. LITERATURRECHERCHE ZUM THEMA: EFFEKTE DES DEHNENS IM HINBLICK AUF DIE VERLETZUNGSPROPHYLAXE: Wissenschaftliche Einordnung der Wirksamkeit von Dehnübungen zur Vermeidung von Verletzungen anhand aktueller Studien.
Schlüsselwörter
Beweglichkeitstraining, Koordinationstraining, Verletzungsprophylaxe, Stretching, JANDA, Leistungsdiagnostik, Pezziball, Muskelverkürzung, Prävention, Trainingsplanung, Sensomotorik, Sportwissenschaft, Biomechanik, Rumpfstabilisierung, Gesundheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Erstellung und wissenschaftliche Begründung eines individuellen Trainingsplans für Beweglichkeit und Koordination bei einer sportlich aktiven Person.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Leistungsdiagnostik, die methodische Trainingsplanung im Beweglichkeits- und Koordinationsbereich sowie die evidenzbasierte Auseinandersetzung mit der Wirkung von Dehnprogrammen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der Ist-Situation ein spezifisches Übungsprogramm zu entwickeln, das sowohl muskuläre Dysbalancen ausgleicht als auch die sportliche Leistungsfähigkeit im Volleyball steigert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden standardisierte Beweglichkeitstests nach JANDA sowie Prinzipien der Trainingslehre angewandt, kombiniert mit einer Literaturrecherche zu den Effekten von Dehntechniken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der Testperson, die praktische Testung der Beweglichkeit, die Erarbeitung eines Beweglichkeits- und Koordinationsprogramms sowie die wissenschaftliche Bewertung von Dehnstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Trainingsplanung, Beweglichkeit, Koordination, Verletzungsprophylaxe und funktionelle Gymnastik.
Welche Rolle spielt der Pezziball im Koordinationsprogramm?
Der Pezziball fungiert als labiler Untergrund, um durch Anforderungssteigerungen die sensomotorische Kontrolle und die Rumpfstabilität gezielt zu trainieren.
Wie bewertet die Literatur das Stretching hinsichtlich der Verletzungsgefahr?
Die zitierten Studien deuten darauf hin, dass Stretching vor dem Training entgegen landläufiger Meinungen keine signifikante Verletzungsprophylaxe bietet.
- Arbeit zitieren
- Anna Bayer (Autor:in), 2012, Trainingskonzept zu Beweglichkeit und Koordination, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196251