„Was ein Projekt letztlich ist, kann nicht theoretisch geklärt werden, sondern nur am konkreten Beispiel. Ein Projekt zeigt sich erst im Projekt.“ (Speth, 1997, S. 35)
Dieses Zitat zeigt den notwendigen Praxisgedanken des Projekts, welcher sich auch in unserem Seminar „Fächerübergreifende Projekte im Sachunterricht“ widerspiegelte. Zunächst erhielten wir eine Einführung über das Projekt und dessen Geschichte sowie Merkmale. Daraufhin wurde diese Theorie durch die Studenten auf die Praxis übertragen. In Kleingruppen entstanden verschiedene Vorträge, in denen der Projektgedanke an drei verschiedenen Themen durchgespielt wurde. Besonders interessiert hat mich dabei das Thema Wald, welches auch in meiner Gruppe thematisiert wurde. Aus diesem Grund möchte ich in dieser Hausarbeit ein Projekt zum Thema Wald und im Kopf durchspielen. Dieses Projekt wird sich speziell mit den Großtieren des Waldes beschäftigen. Sinnvoll ist es dabei zunächst zu klären, wo das Projekt herkommt und was das Projekt ausmacht. Des Weiteren sollen die vierte Schritte des Projekts nach Gudjons geklärt werden. Gestützt auf diese theoretischen Erkenntnisse werde ich ein Projekt zum Thema „Großtiere des Waldes“ planen und beschreiben, wie dieses aussehen sollte. Eingegangen soll dabei auch auf Methodische und Didaktische Überlegungen. Ebenfalls eingehen werde ich auf das Kerncurriculum Sachunterricht und auf die Grundfragen Klafkis. Am Ende werde ich meine Erkenntnisse über die eigenständige Planung eines Projektes in einem abschließenden Fazit wiedergeben.
2.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Projekt
2.1 Geschichte des Projekts
2.2 Merkmale des Projekts
3. Projekt „Großtiere des Waldes“
3.1 Planung und mögliche Durchführung des Projektes
3.2 Sachanalyse
3.3Bezug zum Kerncurriculum und Didaktische Überlegungen
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fächerübergreifendes Projekt zum Thema „Großtiere des Waldes“ für eine vierte Klasse zu planen und theoretisch zu fundieren. Dabei wird der Projektbegriff analysiert und auf die spezifischen Anforderungen des Sachunterrichts übertragen, um Schülern durch handlungsorientiertes Lernen ein tieferes Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu vermitteln.
- Historische und theoretische Grundlagen der Projektmethode
- Strukturierung von Projektphasen nach Herbert Gudjons
- Praktische Planung einer Projektwoche inkl. Stationsarbeit
- Didaktische Begründung im Kontext des niedersächsischen Kerncurriculums
- Förderung von Sozialkompetenz und selbstgesteuertem Lernen
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschichte des Projekts
Bei der Geschichte des Projekts gibt es immer noch Unklarheiten. Es wird davon ausgegangen, dass das Projekt aus Italien aus dem 16. Jahrhundert oder aus Frankreich aus dem 18. Jahrhundert stammt. In Frankreich mussten die Studenten der Akadémie Royale d'Architecture sogenannte „projets“ einreichen, welche zum Beispiel Pläne für ein Grabmal waren. Diese Projekte sollen kreativ, selbstständig und originell sein.
Ca. 1831 gelangte diese Methode über die Bauakademien und technischen Hochschulen nach Deutschland. Von dort wurde auch Einfluss auf die amerikanischen technologischen Institute ausgeübt. (vgl. Gudjons, 2001, S. 73) Als erster Theoretiker der Projektmethode gilt John Dewey. Dieser stellte den Zusammenhang von Demokratisierung der Gesellschaft und Lernen in Projekten her. Dabei begründete John Dewey die Projektmethode lern- und denkpsychologisch („denkende Erfahrung“, „learning by doing“). Wichtig war es John Dewey außerdem, dass die Projektidee in ein grundlegendes Verständnis von Demokratie eingelagert ist. (vgl. ebd. S. 74) Wichtige Vorläufer des Projektunterrichts in Deutschland waren unter anderem Berthold Otto, Hugo Haudig, Georg Kerschensteiner, Fritz Karsen, Otto Haase sowie Adolf Reichwein. (vgl. ebd. S.75)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Praxisgedanken des Seminars ein und beschreibt das Ziel, ein konkretes Unterrichtsprojekt zum Thema Wald zu planen.
2. Das Projekt: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge der Projektmethode sowie deren theoretische Merkmale und die vier Projektschritte nach Gudjons.
3. Projekt „Großtiere des Waldes“: Hier wird ein konkretes Konzept für eine einwöchige Projektarbeit in einer vierten Klasse detailliert geplant, inklusive einer sachanalytischen Aufarbeitung des Themas.
4. Fazit: Das Fazit reflektiert die theoretische Fundierung des geplanten Projekts anhand der vier Projektschritte und unterstreicht die Bedeutung von motivierendem, schülerzentriertem Unterricht.
Schlüsselwörter
Projektunterricht, Sachunterricht, Wald, Großtiere, Handlungsorientierung, Grundschule, Projektmethode, John Dewey, Herbert Gudjons, Stationsarbeit, Gruppenarbeit, Kerncurriculum, Lebensgemeinschaft, Steckbrief, Natur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die theoretische Konzeption und praktische Planung eines fächerübergreifenden Unterrichtsprojekts zum Thema „Großtiere des Waldes“ für Grundschüler der vierten Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Projektmethode, deren historische Herleitung, didaktische Planungskriterien sowie die Anwendung auf das Ökosystem Wald und seine Tierwelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein schlüssiges Unterrichtskonzept zu entwerfen, das theoretische Ansprüche an den Projektunterricht mit den praktischen Anforderungen einer vierten Grundschulklasse verknüpft.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie die deduktive Anwendung der Projektphasen nach Herbert Gudjons auf ein selbst entworfenes Fallbeispiel.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Projektschritte, die detaillierte Ablaufplanung der Projektwoche, eine fachwissenschaftliche Sachanalyse zum Wald sowie die curriculare Verankerung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe „Handlungsorientierung“, „Projektmethode“, „Lebensgemeinschaft Wald“ und „Schüleraktivierung“.
Warum wird im Projekt eine Stationsarbeit am Ende der Woche durchgeführt?
Die Stationsarbeit dient dazu, fächerübergreifende Lerninhalte handlungsorientiert zu vertiefen und durch Differenzierung unterschiedliche Leistungsniveaus innerhalb der Klasse zu berücksichtigen.
Welche Rolle spielt der Expertenbesuch des Försters?
Der Besuch dient der motivierenden Vorbereitung auf den geplanten Ausflug in das Wildgatter und erweitert das Vorwissen der SuS durch einen authentischen, lebensnahen Bezug zum Thema.
- Arbeit zitieren
- Lisa Julius (Autor:in), 2012, Projektunterricht am Beispiel des Projekts „Großtiere des Waldes“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196267