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Kultureller Konflikt: Franzosen - Deutsche

Schilderung einer Konfliktsituation einer deutschen Praktikantin in Frankreich

Title: Kultureller Konflikt: Franzosen - Deutsche

Term Paper , 2003 , 9 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Pfund (Author)

French Studies - Culture
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Situation handelt es sich um einen Konflikt, den eine deutsche
Studentin während eines Praktikums in einem Konzern in Paris erlebte. Dieser
Konzern deutschen Ursprungs ist in der Chemiebranche tätig und vertreibt
hauptsächlich Industriegase an Kunden sämtlicher Branchen und bietet außerdem
die dazu benötigten anwendungstechnischen Verfahren und Serviceleistungen an.
Der Konzern besteht aus Tochtergesellschaften und Beteiligungsgesellschaften in
rund 50 Ländern.
2. Situationsbeschreibung:
In folgender Situation geht es um eine deutsche Studentin, die aufgrund dieses
Praktikums ihren ersten längeren Auslandsaufenthalt absolvierte. Ihr wurde diese
Stelle über die Muttergesellschaft in Deutschland vermittelt, da sie dort sehr
erfolgreich ein Vorpraktikum absolviert hatte. Sie arbeitete während der fünf Monate
in der Tochtergesellschaft in Paris in verschiedenen Abteilungen, um einen
intensiven Überblick über das Funktionieren einer solchen Unternehmung zu
bekommen. Sie hatte verschiedenste Tätigkeiten zu erledigen, mehr oder weniger
anspruchsvoll, die sie alle ausführte. Der Kontakt zu allen Kollegen war zwar leicht
distanziert und blieb auf der beruflichen Ebene, war aber guter, lockerer und höflicher
Natur.
Am Ende ihres Praktikums wünschte sie von der Personalabteilung eine Beurteilung,
um diese für spätere Bewerbungen zu nutzen. Als sie diese - nach größeren
Umständen - erhielt, war sie sehr erstaunt und geschockt darüber, wie diese ausfiel.
Die Beurteilung jeder einzelnen Abteilung in der sie während des vorangegangenen
halben Jahres tätig war, fiel äußerst negativ aus. Sie sagte aus, sie hätte vor allem
langsam gearbeitet und vieles falsch gemacht so dass die jeweiligen Mitarbeiter dies
alles noch mal hätten machen müssen. Außerdem würde ihr das richtige
Engagement fehlen. Die Praktikantin war umso mehr davon überrascht, da
vorangegangene Beurteilungen gänzlich anders aussahen. So vor allem die
Beurteilung des vorangegangenen Praktikums bei der Muttergesellschaft des
gleichen Unternehmens. In dieser stand, sie würde große Initiative und Interesse
zeigen sowie sehr schnell und effektiv arbeiten und erreichte dabei eine sehr gute
Beziehung zu allen Kollegen. Als die Praktikantin daraufhin mit den betreffenden Kollegen in Paris sprach, versuchten diese um die Sache herumzureden und alles
etwas positiver darzustellen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Schilderung Unternehmen / Branche

2. Situationsbeschreibung

3. Kulturstandards & Ausgelöste Missverständnisse

3.1. Hierarchische vs. Partizipative Orientierung

3.2. Monochrone vs. Polychrone Zeitorientierung

3.3. Aufgaben- vs. Beziehungsorientierung

3.4. Kontextabhängige vs. Kontextunabhängige Kommunikation

4. Entschärfende Verhaltensweisen

5. Abschließende Worte

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Ursachen für einen interkulturellen Konflikt, den eine deutsche Praktikantin während eines Auslandsaufenthalts in einem französischen Unternehmen erlebte, um daraus Lernmöglichkeiten für die interkulturelle Zusammenarbeit abzuleiten.

  • Analyse der Unterschiede zwischen französischer und deutscher Arbeitskultur
  • Untersuchung von Machtdistanz und hierarchischen Strukturen
  • Vergleich von Zeitorientierungen (monochron vs. polychron)
  • Bedeutung von Kommunikationsstilen im beruflichen Kontext
  • Ableitung von Strategien zur Konfliktvermeidung durch kulturelle Anpassung

Auszug aus dem Buch

3.2. Monochrone vs. Polychrone Zeitorientierung

Die französische Kultur zählt zur polychronen Kultur in der strengste Pünktlichkeit keine Rolle spielt und niemand sich von Terminen jagen lässt. Solche Kulturen bevorzugen eine offene und flexible Terminplanung, ebenso Geschäftsberatungen, in denen viele kleinere Meetings gleichzeitig stattfinden können. Deutsche gehören der monochronen Kultur an, d.h. für sie ist Pünktlichkeit von hoher Bedeutung, Termine werden konkret verabredet, es gibt eine feststehende Tagesordnung und Beratungen werden normalerweise nicht unterbrochen, alles gemäß dem Motto: "Zeit ist Geld“.

Überträgt man diese Theorien auf die geschilderte Situation, kann man die Ursache für gewisse Missverständnisse finden. In französischen Firmen, vor allem in Paris, ist es üblich erst zwischen neun und zehn Uhr Morgens im Büro anzufangen – in Deutschland hingegen spätestens acht Uhr. Da die deutsche Praktikantin keine vorgeschriebenen Arbeitszeiten hatte, bevorzugte sie früher als ihre französischen Kollegen anzufangen. Außerdem verkürzte sie öfter die ‚französisch lange’ Mittagspause, da es ihr anfänglich sowieso schwierig fiel, sich bei Gesprächen zu beteiligen. Dafür ging sie meist eher am Abend nach Hause. Dies führte dazu, dass sie öfter als Erste die Büros verließ. Da Morgens keiner ihrer Kollegen anwesend war, nahmen diese eventuell an, sie würde die Arbeitszeiten nicht korrekt einhalten, was als fehlendes Engagement ausgelegt werden konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Schilderung Unternehmen / Branche: Kurze Vorstellung des deutschen Chemiekonzerns, in dem das Praktikum in der Pariser Tochtergesellschaft stattfand.

2. Situationsbeschreibung: Darstellung der Erfahrungen der Praktikantin, insbesondere der unerwartet negativen Beurteilung am Ende ihres Aufenthalts.

3. Kulturstandards & Ausgelöste Missverständnisse: Theoretische Herleitung der Konfliktpotenziale durch den Vergleich spezifischer kultureller Normen beider Länder.

3.1. Hierarchische vs. Partizipative Orientierung: Analyse der unterschiedlichen Machtdistanz und deren Auswirkungen auf die Aufgabenverteilung und Einbindung von Praktikanten.

3.2. Monochrone vs. Polychrone Zeitorientierung: Untersuchung der divergierenden Zeitverständnisse und deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Arbeitsleistung und Engagement.

3.3. Aufgaben- vs. Beziehungsorientierung: Erörterung der unterschiedlichen Prioritäten bezüglich persönlicher Beziehungen am Arbeitsplatz im Vergleich zur rein sachbezogenen Aufgabenerfüllung.

3.4. Kontextabhängige vs. Kontextunabhängige Kommunikation: Gegenüberstellung von impliziten (indirekten) und expliziten (direkten) Kommunikationsformen.

4. Entschärfende Verhaltensweisen: Zusammenfassung konkreter Handlungsanweisungen zur Vermeidung interkultureller Reibungspunkte in der Zukunft.

5. Abschließende Worte: Resümee über die Notwendigkeit von kultureller Sensibilität und offener Kommunikation für den Erfolg in interkulturellen Arbeitsumfeldern.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kompetenz, Kultureller Konflikt, Praktikum, Frankreich, Deutschland, Hierarchie, Zeitorientierung, Kommunikation, Arbeitskultur, Missverständnisse, Organisationsstruktur, Erfolgsfaktoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den kulturellen Herausforderungen, denen eine deutsche Studentin während ihres Praktikums in einer französischen Tochtergesellschaft gegenüberstand, und analysiert die daraus resultierenden Missverständnisse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen Unterschiede in hierarchischen Strukturen, verschiedene Zeitorientierungen, die Gewichtung von Aufgaben gegenüber zwischenmenschlichen Beziehungen sowie unterschiedliche Kommunikationsstile.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Konflikt nicht auf böswilliges Verhalten zurückzuführen ist, sondern auf unbewusste kulturelle Normen, und daraus Lerneffekte für künftige internationale Einsätze abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Kulturstandards nach gängigen interkulturellen Theorien, um konkrete Verhaltensweisen aus dem Praktikumsalltag wissenschaftlich einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier Sektionen, die jeweils ein spezifisches kulturwissenschaftliches Gegensatzpaar (wie Hierarchie/Partizipation oder Monochronie/Polychronie) anhand von praktischen Beispielen analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie interkulturelle Kompetenz, kulturelle Standards, Arbeitskultur und Kommunikationsanalyse definiert.

Warum empfanden die französischen Kollegen das frühe Kommen der Praktikantin als negativ?

Da die französische Kultur eher polychron geprägt ist, wurden informelle Zeitnormen (z. B. späterer Arbeitsbeginn) erwartet; das Abweichen davon wurde als fehlendes Verständnis der Teamdynamik missinterpretiert.

Welche Rolle spielte die Hierarchie bei der Frustration der Praktikantin?

Aufgrund der stark hierarchischen Struktur in Frankreich wurden der Praktikantin kaum verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, während ihre eigenen Bemühungen zur Einbringung als unübliche Grenzüberschreitung gewertet wurden.

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Details

Title
Kultureller Konflikt: Franzosen - Deutsche
Subtitle
Schilderung einer Konfliktsituation einer deutschen Praktikantin in Frankreich
College
University of Applied Sciences Hof  (Internationales Management)
Course
Interkulturelle Kompetenz
Grade
2,0
Author
Franziska Pfund (Author)
Publication Year
2003
Pages
9
Catalog Number
V19629
ISBN (eBook)
9783638237055
ISBN (Book)
9783640866182
Language
German
Tags
Kultureller Konflikt Franzosen Deutsche Interkulturelle Kompetenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Pfund (Author), 2003, Kultureller Konflikt: Franzosen - Deutsche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19629
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