Kultureller Konflikt: Franzosen - Deutsche

Schilderung einer Konfliktsituation einer deutschen Praktikantin in Frankreich


Hausarbeit, 2003

9 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Schilderung Unternehmen / Branche

2. Situationsbeschreibung

3. Kulturstandards & Ausgelöste Missverständnisse
3.1. Hierarchische vs. Partizipative Orientierung
3.2. Monochrone vs. Polychrone Zeitorientierung
3.3. Aufgaben- vs. Beziehungsorientierung
3.4. Kontextabhängige vs. Kontextunabhängige Kommunikation

4. Entschärfende Verhaltensweisen

5. Abschließende Worte

Literaturverzeichnis

1. Schilderung Unternehmen / Branche

In der vorliegenden Situation handelt es sich um einen Konflikt, den eine deutsche Studentin während eines Praktikums in einem Konzern in Paris erlebte. Dieser Konzern deutschen Ursprungs ist in der Chemiebranche tätig und vertreibt hauptsächlich Industriegase an Kunden sämtlicher Branchen und bietet außerdem die dazu benötigten anwendungstechnischen Verfahren und Serviceleistungen an. Der Konzern besteht aus Tochtergesellschaften und Beteiligungsgesellschaften in rund 50 Ländern.

2. Situationsbeschreibung

In folgender Situation geht es um eine deutsche Studentin, die aufgrund dieses Praktikums ihren ersten längeren Auslandsaufenthalt absolvierte. Ihr wurde diese Stelle über die Muttergesellschaft in Deutschland vermittelt, da sie dort sehr erfolgreich ein Vorpraktikum absolviert hatte. Sie arbeitete während der fünf Monate in der Tochtergesellschaft in Paris in verschiedenen Abteilungen, um einen intensiven Überblick über das Funktionieren einer solchen Unternehmung zu bekommen. Sie hatte verschiedenste Tätigkeiten zu erledigen, mehr oder weniger anspruchsvoll, die sie alle ausführte. Der Kontakt zu allen Kollegen war zwar leicht distanziert und blieb auf der beruflichen Ebene, war aber guter, lockerer und höflicher Natur.

Am Ende ihres Praktikums wünschte sie von der Personalabteilung eine Beurteilung, um diese für spätere Bewerbungen zu nutzen. Als sie diese - nach größeren Umständen - erhielt, war sie sehr erstaunt und geschockt darüber, wie diese ausfiel. Die Beurteilung jeder einzelnen Abteilung in der sie während des vorangegangenen halben Jahres tätig war, fiel äußerst negativ aus. Sie sagte aus, sie hätte vor allem langsam gearbeitet und vieles falsch gemacht so dass die jeweiligen Mitarbeiter dies alles noch mal hätten machen müssen. Außerdem würde ihr das richtige Engagement fehlen. Die Praktikantin war umso mehr davon überrascht, da vorangegangene Beurteilungen gänzlich anders aussahen. So vor allem die Beurteilung des vorangegangenen Praktikums bei der Muttergesellschaft des gleichen Unternehmens. In dieser stand, sie würde große Initiative und Interesse zeigen sowie sehr schnell und effektiv arbeiten und erreichte dabei eine sehr gute Beziehung zu allen Kollegen. Als die Praktikantin daraufhin mit den betreffenden Kollegen in Paris sprach, versuchten diese um die Sache herumzureden und alles etwas positiver darzustellen.

3. Kulturstandards & Ausgelöste Missverständnisse

Nachdem besagte Praktikantin wieder in Deutschland war, versuchte sie sich diese schlechte Beurteilung zu erklären, da sie während ihres Praktikums kein negatives Zeichen wahrgenommen hatte – im Gegenteil, ihr wurde öfter bestätigt, dass man mit ihrer Arbeit zufrieden wäre.

Um diesen Konflikt zu klären, wird die Situation dazu nachfolgend anhand von kulturellen Unterschieden analysiert, welche Kulturen generell voneinander differenzieren. Dies soll zeigen, dass dieser Konflikt nicht auf ein direktes Fehlverhalten einer der Parteien zurückzuführen ist, sondern auf Verhaltensweisen und Normen in denen sich die französische und die deutsche Kultur unterscheiden, welche eventuell missverständlich verstanden wurden.

3.1. Hierarchische vs. Partizipative Orientierung

In allen Institutionen und Unternehmen auf der Welt werden Macht, Entscheidungsbefugnisse und Verantwortungsbereiche verteilt. Es wird auch zwischen Kulturen mir hoher Machtdistanz und geringer Machtdistanz unterschieden. In einigen Geschäftskulturen, wozu auch die französische zählt, sind Hierarchien sehr stark ausgeprägt, mit vielen Hierarchiestufen die von hoher Bedeutung sind, was sich in einer ungleichmäßigen Machtverteilung im Unternehmen äußert. Es zeigt sich, dass das deutsche Arbeitsumfeld stärker partizipativ organisiert wird, d.h. Hierarchien werden eher flach gehalten und Mitarbeiter in niedrigeren Positionen haben das Recht sich aktiv in Prozesse der Entscheidungsfindung einzubringen.[1]

Die Unterschiede der hierarchischen Organisationen Frankreichs und Deutschlands sind eine der Hauptursachen des geschilderten Konflikts. Typisch für hierarchische Unternehmen ist die Delegation einfacherer Aufgaben auf unter Positionen. Von einigen Kollegen wurden der Praktikantin selbst nach einigen Monaten und nach sehr guter Einarbeitung sehr einfache Aufgaben übertragen, mit denen sie weit unterfordert war. Somit konnte das Praktikum nicht den erhofften Lerneffekt ergeben. Außerdem erledigte sie teilweise sämtliche Aufgaben ihres Vorgesetzten, der währenddessen ausgedehnte Mittagspausen genoss, wodurch ein Gefühl des Ausgenutztseins entstand.. Auf Bitten bezüglich anspruchsvolleren Aufgaben, stieß sie auf Überraschtheit und Unverständnis, da es in Frankreich nicht üblich ist, dass sich Praktikanten - die unterste Hierarchiestufe - derart einmischen. Als die Praktikantin in der Marketing Abteilung arbeitet, ging es hauptsächlich darum, eine neue Internetseite zu erstellen. Dazu entwickelte sie etliche Ideen, die sie ihrer Vorgesetzten vortrug. Diese nahm sie lediglich entgegen, entwickelte diese aber nicht zusammen mit ihr weiter. Die Praktikantin erhielt seltenst die Möglichkeit, zusammen mit dem jeweiligen Vorgesetzten gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Weiterhin waren bei formalen Dingen wie Urlaubsbeantragung o.ä. jede einzelne Position zu berücksichtigen, wodurch sehr langwierige Prozesse entstanden. Als die Praktikantin beispielsweise einen freien Tag wünschte, vereinbarte sie dies mit ihrem direkten Vorgesetzten. Später stellte sich heraus, dass dies nicht ausgereicht hatte und er die Befugnis dem zuzustimmen gar nicht besaß.

[...]


[1] http://www.krewerconsult.de/cifakmu/cifa/kultdiff/hierarchie.htm;

Hofstede, 1997, S.28ff.; Proinno; Bolten, 1995, S.121ff.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Kultureller Konflikt: Franzosen - Deutsche
Untertitel
Schilderung einer Konfliktsituation einer deutschen Praktikantin in Frankreich
Hochschule
Fachhochschule Hof  (Internationales Management)
Veranstaltung
Interkulturelle Kompetenz
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
9
Katalognummer
V19629
ISBN (eBook)
9783638237055
ISBN (Buch)
9783640866182
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kultureller, Konflikt, Franzosen, Deutsche, Interkulturelle, Kompetenz
Arbeit zitieren
Franziska Pfund (Autor), 2003, Kultureller Konflikt: Franzosen - Deutsche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19629

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