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Selbstbestimmung zwischen formaler Freiheit und Wirklichkeit

Das Konsumverhalten der Theorie der Kulturindustrie auf dem Prüfstand der Realität

Titel: Selbstbestimmung zwischen formaler Freiheit und Wirklichkeit

Hausarbeit , 2010 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Thomas Beck (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist ein Samstag, genauer gesagt der erste Samstag im April dieses Jahres und es ist kalt und still so früh morgens auf den Straßen New Yorks. Der Wind pfeift und die sonst vor Energie nur so strotzende Weltstadt zeigt sich von ihrer ruhigen Seite. Lediglich ein paar unerschrockene Technikjünger gruppieren sich enthusiastisch um einen gigantischen Glaswürfel in der Fifth Avenue, ein beeindruckender, transparenter Kubus mit einem großen, weißen Apfelemblem auf seiner Stirn. Die Euphorie ist groß. Eine technische Revolution liegt in der Luft. Punkt 9.00 Uhr dann die Erlösung. Der große Glaskubus, bei dem man sich irgendwie an die Kaaba in Mekka erinnert fühlt, ist nichts weniger als der weltweit größte Apple Store und der öffnet nun seine Tore. Der Verkaufsstart des neuen Apple iPads, eines handlichen Tablet-PCs, der in der Produkttradition der Erfolgsmarke steht und wieder einmal die technische Welt revolutionieren soll, steht kurz bevor. Die Menge der wenigen hart gesottenen Technikfans hat sich inzwischen um ein Vielfaches potenziert. Tausende Pilger stürmen in den Laden und greifen nach den wenigen Exemplaren, die noch verfügbar sind. Ein paar Stunden später ist alles ausverkauft. Ein paar Tage später in den gesamten Vereinigten Staaten kein einziges iPad mehr zu haben. Lieferpause heißt es von offizieller Seite. Der Konzern kann die immense Nachfrage nicht mehr stillen. , Was sich wie ein bizarres Szenario beschreiben lässt gehört inzwischen zur Realität der westlichen Konsumsphäre. Große globale Konzerne, wie der amerikanische Hersteller Apple, inszenieren wirkungsvoll den Verkaufsstart ihrer Produkte. Sie feiern jede einzelne Neuerung als opus magnum, als technische Revolution und zelebrieren diese Erlebnisse gemeinsam mit ihren Kunden und der Weltöffentlichkeit. Konsumeifer scheint zum neuen Ethos unserer Gesellschaft geworden zu sein oder wie es der Journalist Harry Pross in seinem Zeitschriftenreport prägnant formuliert: „Konsum ist das Zauberwort der Wirtschaftstätigkeit wie der politischen Aktion geworden, weil die Massen ihre individuelle Selbstverwirklichung im Konsum suchen.“ Das, so Pross, sei nicht immer so gewesen, aber die gemeinsame materialistische Philosophie von Kapitalismus und Sozialismus habe sie dahin gebracht, es für selbstverständlich zu halten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. AUTHENTISCHE KUNST UND KULTURINDUSTRIE

1.1 BEGRIFFSTHEORETISCHE EINFÜHRUNG

1.2 WESEN DER INDUSTRIELLEN KULTURPRODUKTE

2. KONSUMENTENKONZEPT DER THEORIE DER KULTURINDUSTRIE

2.1 ANTI - IDEALZUSTAND DER AUFKLÄRUNG

2.2 KONSUMSOZIALISATION, LEVEL VERHALTEN UND PSEUDO-INDIVIDUALITÄT

2.3 MARKTFORSCHUNG UND WERBUNG

3. KULTURINDUSTRIE UND REALITÄT: KONSUMVERHALTEN HEUTE

3.1 DAS KAUFVERHALTEN: EIN MULTIFAKTORIELLER ENTSCHEIDUNGSKOMPLEX

3.2 ICH KAUFE, ALSO BIN ICH – ZUSAMMENHANG ZWISCHEN PRODUKT UND IDENTITÄT

FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Theorie der Kulturindustrie von Horkheimer und Adorno für das heutige Konsumverhalten, indem sie deren pessimistisches Bild einer vollständig manipulierten Gesellschaft mit modernen soziologischen Erkenntnissen vergleicht.

  • Kritik an der Kulturindustrie und Standardisierung von Kulturprodukten
  • Analyse des Konsumentenbildes und der Manipulation durch die Industrie
  • Multifaktorielle Einflüsse auf moderne Kaufentscheidungen
  • Zusammenhang zwischen Produktkonsum und Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

1.2 Wesen der industriellen Kulturprodukte

Das Herrschaftsinstrument der Kulturindustrie sind ihre Produkte. Sie reichen von der gewöhnlichen Fernsehsendung über die klassische Radiowerbung hin zur zielgruppenspezifischen Boulevardzeitschrift. Diese Produkte sind omnipräsent und ubiquitär. Man kann sich Ihnen also nicht entziehen - selbst wenn man wollte. Weil sie industriellen Produktionsschemata entstammen, entsprechen sie standardisierten Serienartikeln. Das bisherige Markenzeichen der Kunst, die Exklusivität, geht demnach letztlich nahezu vollständig verloren. Stattdessen werden nur noch Stereotype vermittelt, was mit dem bekannten Ausspruch „Kultur heute schlägt alles mit Ähnlichkeit“ provokant zum Ausdruck gebracht wird.

Das System der Kulturindustrie ist überdies unidirektional und nicht mehr auf Beteiligung angewiesen, weil es dem Kunden stets einen Schritt voraus ist. Es gilt: „Für den Konsumenten gibt es nichts mehr zu klassifizieren, was nicht selbst im Schematismus der Produktion vorweggenommen wäre.“ Alles Neue wird ausgeschlossen, jeder Unterschied wird nivelliert oder besteht nur noch zum Schein. Die Strickmuster der Industrie bleiben dieselben, lediglich die Form der Waren verändert sich. Augenscheinlich existiert ein gigantisches Angebot, faktisch erweisen sich die lediglich technisch differenzierbaren Produkte jedoch im Kern als Ein und Dasselbe. Es wisse schließlich - um es mit den Worten der beiden Verfasser auszudrücken - schon jedes Kind, das sich für den Unterschied begeistere, dass der Unterschied der Chrysler- von der General-Motors-Serie im Grunde illusionär sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. AUTHENTISCHE KUNST UND KULTURINDUSTRIE: Dieses Kapitel erläutert den Übergang von autonomer Kunst zu industriell gefertigten Kulturwaren und beschreibt die Entstehung eines von Profitgier gesteuerten Systems.

2. KONSUMENTENKONZEPT DER THEORIE DER KULTURINDUSTRIE: Hier wird das Konzept des Konsumenten als willenloses Objekt einer totalitären Industrie sowie die Rolle von Manipulation, Werbung und Pseudomarktmechanismen untersucht.

3. KULTURINDUSTRIE UND REALITÄT: KONSUMVERHALTEN HEUTE: Dieses Kapitel gleicht die pessimistischen Thesen der Frankfurter Schule mit empirischen Befunden ab und beleuchtet die Rolle von Kaufentscheidungen und Identitätsbildung im modernen Konsum.

Schlüsselwörter

Kulturindustrie, Horkheimer, Adorno, Konsumverhalten, Identität, Warencharakter, Manipulation, Aufklärung, Konsumsoziologie, Pseudomarkt, Kaufentscheidung, Standardisierung, Individualität, Lebenskonzept, Kritische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die „Theorie der Kulturindustrie“ von Horkheimer und Adorno und stellt deren kritisches, pessimistisches Bild des Konsumenten der heutigen Realität gegenüber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Warencharakter von Kultur, die Manipulation des Konsumenten, die psychologische Bedeutung von Marken sowie die Rolle von Kaufentscheidungen bei der Identitätsstiftung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Überprüfung der Kernthesen der Frankfurter Schule in Bezug auf ihre heutige Gültigkeit und ihre Grenzen in der modernen Konsumsphäre.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich theoretischer Konzepte mit aktuellen soziologischen Erkenntnissen und empirischen Konsumstudien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehung industrieller Kulturwaren, das Bild des fremdbestimmten Konsumenten und der moderne Zusammenhang zwischen Produkt und individueller Identität detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kulturindustrie, Konsumverhalten, Identitätsbildung, Warencharakter, Manipulation und Kritische Theorie.

Inwiefern hat die Identitätsbildung das Marketing verändert?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Marken heute Lebenskonzepte vermarkten, um Konsumenten eine Zugehörigkeit zu sozialen Milieus und eine Bestätigung ihrer Identität zu ermöglichen.

Bestätigt die heutige Empirie die Thesen von Adorno und Horkheimer?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Adorno und Horkheimer die Unmündigkeit des Menschen zwar überspitzt dargestellt haben, ihre Analyse des Identitätskaufs jedoch eine hohe Aktualität besitzt.

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Details

Titel
Selbstbestimmung zwischen formaler Freiheit und Wirklichkeit
Untertitel
Das Konsumverhalten der Theorie der Kulturindustrie auf dem Prüfstand der Realität
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,0
Autor
Thomas Beck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V196351
ISBN (eBook)
9783656223443
ISBN (Buch)
9783656226567
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konsumverhalten Kulturindustrie Frankfurter Schule Adorno Horkheim Kritik Selbstbestimmung Freiheit Soziologische Theorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Beck (Autor:in), 2010, Selbstbestimmung zwischen formaler Freiheit und Wirklichkeit , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196351
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Leseprobe aus  14  Seiten
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