Mit Pod- und Vodcasts neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion eines eigenen Pod-/Vodcasts.


Hausarbeit, 2011

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Podcasts in der Bildungswissenschaft

3 Konzeption des Podcasts ‚CSCL im Kontext von e-Learning‘
3.1 Motive und Funktionen
3.2 Thematik
3.3 Aufbau und didaktisches Design

4 Praktische Umsetzung des Podcasts ‚CSCL im Kontext von e-Learning‘

5 Reflexion der Konzeption und der praktischen Umsetzung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Vorgehensmodell zur Erstellung des didaktischen Podcastkonzepts, Reinhardt et al., 2008, S. 72

Abbildung 2: Thematischer Aufbau des Podcasts ‚CSCL im Kontext von e-Learning‘, eigene Darstellung

Abbildung 3: Concept Map der thematischen Aufbereitung, blau Episode 1, grün Episode 2, eigene Darstellung

Abbildung 4 Gestalterischer Aufbau des Podcasts ‚CSCL im Kontext von e-Learning‘, eigene Darstellung

1 Einleitung

Podcast ist eine Kombination des englischen Wortes ‚broadcast‘ (im Sinne von senden) und der Bezeichnung des Audioabspielgerätes ‚iPod‘ von Apple. Während im Duden ein Podcast als „Reportage, (Radio)beitrag o. Ä., der als Audiodatei im MP3-Format im Inter- net zum Herunterladen angeboten wird“ (Duden Online, 2011) erklärt wird, ist im engli- schen Oxford Advanced Learner`s Dictionary (2011) der Begriff weiter gefasst und um- fasst: „a recording of a radio broadcast or a video that can be taken from the Internet“. Podcast kann damit als Überbegriff für verschiedene Formate stehen. Sie können nur audi- tiv oder auch multimedial sein. Sie sind zu unterteilen in Audio-Podcasts, Video-Podcasts und Enhanced-Podcasts. Audio-Podcasts zeichnen vor allem eine hohe örtliche Flexibilität aus. Sie können als Audiodatei auf jedem MP3 abspielfähigen Endgerät gehört werden. Dieser Vorteil von Audio-Podcasts begrenzt sie gleichzeitig auch, denn sie sind in der Dar- stellungsform auf die Sinnesmodalität des Hörens beschränkt. Video-Podcasts (auch Vod- casts oder Videocasts) hingegen beinhalten außer Tönen auch bewegte Bilder. Podcasts, die außer Ton auch Bilder (bspw. Präsentationsfolien) und/oder erweiterte Funktionen be- inhalten, wie bspw. Internetlinks oder Sprungmarken, mit denen gezielt bestimmte Stellen des Podcasts angesteuert werden können, werden als Enhanced Podcast bezeichnet (Meier, 2007, S. 92). In der vorliegenden Arbeit werden unter dem Begriff Podcast nicht nur Au- diodateien gefasst, sondern er steht als übergeordneter Begriff, der alle dargestellten For- men beinhaltet.

Podcasting, also das Produzieren von Podcasts, ist unkompliziert und zudem auch mit kos- tenlos angebotener Software möglich. Podcasts können eine Sendung oder auch eine Serie von sogenannten Podcast-Episoden beinhalten. Gibt es mehrere Episoden, so ist die Ein- bindung einer RSS-Funktion zweckmäßig. Der Vorteil liegt darin, dass es Nutzern ermög- licht den Podcast zu abonnieren, d. h. der Abonnent erhält jede neue Episode automatisch. Podcasts haben diese Möglichkeit mit Weblogs gemeinsam. Ebenso wie in einem Weblog regelmäßig gepostet werden sollte, ist auch bei Podcasts eine Regelmäßigkeit der Bereit- stellung weiterer Episoden wichtig, „… da viele Podcast-Verzeichnisse einen Podcast erst dann in ihren Katalog aufnehmen, wenn bereits drei oder mehr Folgen erschienen sind“ (Alby, 2008, S. 79). Hargis und Wilson (2006) sehen Podcasting als „… a way of broad- casting a information via the internet …“ (S. 1), sie verstehen so die Produktion und Veröf- fentlichung von Podcasts als „… a child of blogging“ (S. 2).

Podcasts haben in den letzten Jahren weite Verbreitung gefunden und bieten auch für den Bildungsbereich neue Möglichkeiten. E-Learning wird gerade durch das Anbieten von Audio-Podcasts auch ohne Computer möglich, denn „Das Lernen verlässt bildlich gespro chen den Hörsaal [und alle anderen Bildungsstätten; Anm. der Verfasserin] und erobert die Straße als neuen Lernraum“ (Ketterl, Schmidt, Mertens & Morisse, 2006, S. 1).

Wie Podcasts in der Bildungswissenschaft Verwendung finden können, wird dabei im Kapitel 2 genauer erläutert. Die Konzeption des eigenen Podcasts ‚CSCL im Kontext von e- Learning‘ wird im Hauptteil dieser Arbeit (Kapitel 3) erläutert. Nach der Umsetzung des Podcasts, die im Kapitel 4 dargestellt wird, erfolgt im Kapitel 5 eine Reflektion der Erfahrungen, die bei der Umsetzung und Durchführung mit der erstellten Konzeption gemacht wurden. Abschließend wird im Kapitel 6 ein Fazit gezogen.

Nur der besseren Lesbarkeit halber wird in diesem Text meist die männliche Form verwendet, gemeint sind dabei aber immer beide Geschlechter gleichermaßen. Eine Diskriminierung ist dabei in keiner Weise beabsichtigt.

2 Podcasts in der Bildungswissenschaft

Alby (2008, S. 81) sieht Podcasts in der Bildungswissenschaft als „…ein Medium für die Vermittlung von Wissen …“. Dies trifft auf das erstellte Endprodukt zu, in dem im Podcast vom Produzenten Informationen für den Wissensaufbau des Rezipienten angeboten wer- den. Das didaktische Potenzial von Podcasts ist jedoch weiter zu fassen. So kann es in Lehr/Lernkontexten eine Lernaufgabe sein, dass die Lernenden selbst einen Podcast erstel- len. Das vorrangige Ziel ist dabei die Förderung der Medienkompetenz der Lernenden (Zorn, Auwärter, Krüger & Seehagen-Marx, 2011, S. 1). Hierbei steht nicht die Wissens- repräsentation im Vordergrund, sondern eine im konstruktivistischen Lernen verortete Nutzung von Podcasts (Zorn et al., 2011, S. 3). Lernende erschließen, verarbeiten, struktu- rieren und transferieren ihr Wissen, wobei eigene kognitive Schemata konstruiert werden und der erstellte Podcast „… als eine veräußerlichte Form der erfolgten Lern- und Denk- prozesse diskutiert werden kann“ (Zorn et al., 2011, S. 3). Diese Variante wird jedoch bis- her in Bildungskontexten kaum genutzt. So stellt Schiefner (2008, S. 16) fest, dass im uni- versitären Bildungsbereich Podcasts vor allem für Vorlesungsaufzeichnungen eingesetzt werden. Zudem findet eine spezielle didaktische Aufbereitung dieser Aufzeichnungen für das Podcastformat kaum statt (Schiefner, 2008, S. 16). Dies trifft auch auf Podcasts zu, die als Mitschnitte von Veranstaltungen Informationen zu bildungswissenschaftlichen Themen bereitstellen. Für die meisten bildungswissenschaftlichen Podcasts gilt also, dass die für die Veranstaltung (bspw. Vorlesungen, Vorträge, Workshops) getroffenen didaktischen Entscheidungen sich genau so im Podcast wiederfinden, weil sie Mitschnitte der Livever- anstaltungen sind. Anders jedoch stellt es sich dar, wenn Podcasts eigens für Lehr/Lernzwecke erstellt werden, denn hierbei findet eine spezielle didaktische Aufberei- tung statt.

Im Bildungsbereich können Podcasts auch als Educasts bezeichnet werden. Zu verstehen sind darunter Podcasts, die als digitale Audio- oder Videodateien zu Lehr/Lernzwecken bereitgestellt werden (Zorn et al., 2011, S. 2). Zur Darstellung von Funktionen und Motive von Podcasts in der Bildungswissenschaft wird folgend der Begriff Educast verwendet. Educasts werden nicht nur von formalen Bildungsinstitutionen produziert, werden jedoch immer unter der Prämisse erstellt, dass sie ein Bildungsangebot für die Rezipienten darstel- len.

Gesprochene Sprache kann dabei nach Niegemann et al. (2008, S. 196) in multimedialen Lernumgebungen verschiedene lernrelevante Funktionen übernehmen. Diese Funktionen gesprochener Sprache können auch in einem Educast, der für sich allein steht, überno m- men werden. Niegemann et. al (2008, S. 203) sehen die Funktionen von auditiven Informa- tionen „… zur Wissensvermittlung, zur Aufmerksamkeitssteigerung, zur Motivierung, zur Aktivierung von Vorwissen oder um Rückmeldungen zu geben“. Educasts dienen als In- formationsquelle, für die Wissensrepräsentation und -vermittlung, sind ein Mittel um indi- viduelle Lernprozesse darzustellen oder dienen auch als Lerngegenstand (Zorn et al., 2008, S. 2, Schiefner, 2008, S. 16).

Funktionen, die Educasts in der Bildungswissenschaft haben können, sind also sehr vielfältig und eng verbunden mit den Motiven, die zum Einsatz eines Educasts führen. Ausgehend von den Zielen sind häufige Motive, die zum Einsatz von Educasts führen, dass Studierende aktiviert und motiviert werden, dass ein gesteigertes Stoffverständnis ermöglicht wird oder auch für die weitere Entwicklung von Medienkompetenz der Lernenden (Reinhardt, Korner & Schiefner, 2008, S. 73). Diese für den Hochschulbereich angegebenen didaktischen Ziele sind auch in anderen Bildungsbereichen zutreffend.

Lern-/Lehrtheoretisch sind Educasts somit entweder im Kognitivismus oder im Konstruktivismus zu verorten. Educasts die den Rezipienten angeboten werden, dienen der Instruktion und bieten Lernenden eine Repräsentation von Lernstoff an. Lerntheoretisch wird sich hierbei auf den Kognitivismus gestützt: „… Lernprozesse [erfolgen] durch die geleitete Aufnahme und Verarbeitung von Wissen …“ (Zorn et al., 2011, S. 3). Ist es Aufgabe der Lernenden einen Educast selbst zu erstellen, so stützt sich dies auf den lehrtheoretischen Annahmen des Konstruktivismus. Zentral ist hierbei die Annahme, dass Wissen nicht einfach übertragen werden kann sondern „… the idea that knowledge is constructed through mental activity“ (Schneider, 2011, S. 20). Konstruktivistisches Lehren basiert somit „… on the belief that students learn best when they gain knowledge through exploration and active learning“ (Schneider, 2011, S. 20).

Empirisch wurden bereits eine Reihe von Forschungen bezüglich Educasts in formalen Bildungsbereichen durchgeführt. Zentral waren dabei Fragen der Akzeptanz, der Nutzung und des Mehrwertes für das Lernen. Ergebnisse von Studien zeigen dabei auf, dass Pod- casts von den meisten Lernenden gern gehört werden, Podcasting ein sehr nützliches Werkzeug ist und Lernende motiviert ihre eigenen Podcasts erstellen (Cruz & Carvalho, 2007; Carvalho, Moura & Cruz, 2008). Das Publizieren eigener Podcasts erhöht dabei die Motivation Lernender, sich intensiv mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen (Cruz & Car- valho, 2007; Carvalho et al., 2008). Die rezipierende Nutzung von Vorlesungsaufzeich- nungen (Lecture Capture) wurde ebenfalls bereits in einigen Studien untersucht. Robinson und Kazlauskas (2011) kamen zu dem Ergebnis, dass Studierende zwar die Verfügbarkeit von Podcasts wünschen, sie jedoch nur wenig nutzten. Studierende kommentierten dabei, dass „… lecture podcasts were boring and difficult to listen to, and did not represent an efficient or necessary use of their limited study time“ (Robinson & Kazlauskas, 2011, S. 1). Paulo Kushnir, Berry, Wyman und Salajan (2011, S. 1) ermittelten „… that students had preconceived notions that the use of podcasts would help them learn. In spite of stu- dents’ perceptions, we found that the use of podcasts did not have a positive impact on their learning“. Im Ergebnis wurde deshalb konstatiert, dass „… merely making podcasts available is not sufficient to impact student learning“ (Paulo Kushnir et al., 2011, S. 10). Diese Ergebnisse sind jedoch differenziert zu betrachten, denn beide genannten Studien untersuchten die Akzeptanz und Nutzung von Podcasts in Präsenzstudiengängen. So ermit- telte van Zanten (2008), dass Fernstudierende Podcast häufiger abrufen als Präsenzstudie- rende. Er kommt zu dem Ergebnis, dass „This exploratory research shows that for distance students at least, the lecture podcast appears to have some pedagogical merit“ (van Zanten, 2008, S. 1066). Insbesondere Audio-Podcasts, die speziell auf das auditive Format didak- tisch konzeptioniert wurden, wie von Lee und Chan (2007), hatten hohe Akzeptanz. In ihrer Studie konnten sie nachweisen „… that the authors’ approach to podcasting was ef- fective in reducing isolation-induced anxiety and promoting a sense of inclusivity and of belonging to a learning community for the distance education students“ (Lee & Chan, 2007, S. 98). Zudem gaben die Befragten ebenfalls an, dass die Podcasts sie auch in ihrem Lernprozess kognitiv unterstützten (Lee & Chan, 2007, S. 98).

Nach Durchsicht verschiedener Studien kann damit festgehalten werden, dass das Angebot von Educasts in Lehr/Lernszenarien von Lernenden gewünscht ist. Uneinheitlich ist die Forschungslage bezüglich der Nutzung und der Auswirkungen auf das Lernen von Edu- casts. Podcasting von Lernenden hilft diesen, sich mit dem Lernstoff tiefer auseinanderzu- setzen und sollte in Lehr/Lernszenarien mehr genutzt werden. Gerade für Vorlesungsauf zeichnungen sind jedoch weitere Forschungen notwendig, vor allem, um die Ursachen der geringen Nutzung und den nicht vorhandenen Auswirkungen auf das Lernen herauszufin- den. Educasts, die speziell für das gewählte Medienformat didaktisch aufbereitet wurden, werden mehr genutzt und haben einen lernförderlichen Mehrwert für die Lernenden. Wie dieses realisiert werden kann, wird dabei im nächsten Kapitel dargestellt, unter dem die Konzeption des eigenen Podcast ‚CSCL im Kontext von e-Learning‘ beschrieben wird.

3 Konzeption des Podcasts ‚CSCL im Kontext von e-Learning‘

Für die Planung des Podcasts wurde sich eines Instrumentes bedient, um sicherzustellen, dass alle wesentlichen Faktoren in der didaktischen Konzeption berücksichtigt werden. Die Verwendung des Vorgehensmodells ist als „…ein erstes Instrument zur Qualitätssicherung von Podcasts“ zu sehen (Reinhardt et al., 2008, S. 78).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Vorgehensmodell zur Erstellung des didaktischen Podcastkonzepts, Reinhardt et al., 2008, S. 72

Zielgruppe, Ziel und Autor werden unter Motive und Funktionen (Kapitel 3.1) genauer bestimmt. Nach dem so das Szenario beschrieben ist, wird der Inhalt, also die Thematik (Kapitel 3.2) vorgestellt und begründet. Format und Gestaltung des Podcasts sind unter Aufbau und didaktisches Design (Kapitel 3.3) dargestellt.

3.1 Motive und Funktionen

Aktuelle bildungswissenschaftliche Studiengänge beinhalten auch immer eine Auseinan- dersetzung mit Neuen Medien und virtuellem Lehren und Lernen. In wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit Inhalten sind Begriffsdefinitionen zu verwenden und Begrifflich- keiten von anderen abzugrenzen oder auch Beziehungen zwischen ihnen herzustellen. Der Begriff CSCL (computer supported cooperative/collaborative learning) wird jedoch kaum explizit in den Kontext des e-Learnings eingeordnet. Die Ausgangsfrage war damit, in- wieweit CSCL und e-Learning im Verhältnis zueinander stehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Mit Pod- und Vodcasts neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion eines eigenen Pod-/Vodcasts.
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V196401
ISBN (eBook)
9783656225133
ISBN (Buch)
9783656226161
Dateigröße
669 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Podcast, Mediendidaktik, Modul 3, FernUni Hagen
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing. (FH) und B.A. Bildungswissenschaft Marika Fedtke (Autor), 2011, Mit Pod- und Vodcasts neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion eines eigenen Pod-/Vodcasts., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196401

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